Rheinmetall-Aktie verliert trotz neuem Auftrag - So reagieren RENK, HENSOLDT, TKMS, OHB & CSG

02.02.2026 20:00:00

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat von Dänemark den Auftrag zur Versorgung seiner Armee mit Munition erhalten.

Der "großvolumige" Rahmenvertrag sei am 30. Januar unterzeichnet worden und habe eine Laufzeit von sieben Jahren, teilte Rheinmetall nicht. Ein konkretes Auftragsvolumen wurde nicht genannt. Der Vertrag umfasst die Versorgung mit mehreren Munitionstypen, darunter Mittelkalibermunition für Schützen- und Flugabwehrpanzer, 120-mm-Munition für Kampfpanzer und 155-mm-Muniton für die Artillerie.

Das EU- und Natomitgliede Dänemark habe bereits mehrere Tausend Patronen verschiedene Sorten mit einem Auftragswert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich abgerufen. Im Bereich der 120-mm-Panzermunition werde Rheinmetall über 1.000 Patronen KE-Wuchtmunition liefern. Der Auftragswert liege hier im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

Gewinnmitnahmen belasten Rüstungsaktien

Für die Rheinmetall-Aktie ging es auf XETRA letztlich 2,95 Prozent auf 1.729,00 Euro abwärts. RENK-Aktien büßten 3,15 Prozent auf 52,35 Euro ein, HENSOLDT verloren 5,08 Prozent auf 79,40 Euro, TKMS-Titel fielen um 1,16 Prozent auf 97,70 Euro und OHB rutschten sogar um 14,05 Prozent auf 257,00 Euro ab, während Titel der CSG Group an der Euronext gegen den Trend 1,20 Prozent auf 30,92 Euro gewannen.

In einem nervösen Handelsumfeld haben Rüstungswerte am Montag an ihre jüngsten Verluste angeknüpft. Die Branche litt unter anhaltenden Gewinnmitnahmen.

Auslöser der unsicheren Marktlage, die mit den Gewinnmitnahmen bei Rüstungswerten einherging, war der jüngste Einbruch bei den Preisen von Gold und Silber. Dieser wiederum hatte Ende der Vorwoche seine Ursache darin, dass der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh von US-Präsident Donald Trump als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell nominiert wurde. Dadurch wurden an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.

Nicht wenige Spekulanten, die mit Kredit auf weiter anziehende Preise der Edelmetalle gesetzt hatten, wurden davon wohl auf dem falschen Fuß erwischt. Diese müssen dann Positionen glattstellen, was die Preise weiter belastet - eine Abwärtsspirale entsteht, bis die Lage bereinigt ist. Eine solche Entwicklung kann sich dann vorübergehend auch auf andere Märkte, etwa die für Aktien, auswirken.

Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, schrieb dazu: "Die auch durch Erhöhungen von Sicherheitsanforderungen der Terminbörsen ausgelösten Kursverluste der Edelmetalle - bei Silber die höchsten jemals an einem einzelnen Tag gemessenen - lösen automatische technische Verkäufe in anderen Vermögenswerten aus, obwohl diese mit der starken Kurskorrektur dort nichts zu tun haben." Zuletzt seien zu viele Anleger in Edelmetalle investiert gewesen und von der scharfen Korrektur am Freitag unvorbereitet getroffen worden. Nun müssten sie andere Positionen verkaufen, um die Verluste zu decken.

Dass die Anleger jetzt bei Rüstungswerten weiter Kasse machten, verwundert nicht, da diese auch im neuen Jahr überdurchschnittlich stark gestiegen sind. Für den Sektor sprechen weiterhin die Anforderungen der Nato angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sowie die geopolitischen Krisenherde, nachdem Irans oberster Führer im Falle eines US-Angriffs vor einer regionalen Eskalation gewarnt hatte.

DOW JONES und dpa (AFX)

Bildquelle: Postmodern Studio / Shutterstock.com

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