Rheinmetall, RENK, HENSOLDT & TKMS: Welche Rüstungsaktie bietet 2026 das höchste Potenzial?

16.01.2026 23:00:00

Deutsche Rüstungsaktien stehen bei Investmentbanken hoch im Kurs. Ein Überblick über die aktuellen Analystenschätzungen zu Rheinmetall, RENK, HENSOLDT und TKMS.

• Alle Rüstungskonzerne mit deutlichen Zuwächsen bei Auftragsbestand und Umsatz
• Rheinmetall steigerte den Auftragsbestand auf ein Rekordniveau
• Jefferies bewertet Rheinmetall, RENK und HENSOLDT mit Kaufempfehlungen

Rheinmetall mit höchstem Potenzial

Beim durchschnittlichen Aufwärtspotenzial liegt Rheinmetall bei den vier betrachteten Rüstungsaktien vorne. Basierend auf dem Jahresschlusskurs von 1.561 Euro am 30. Dezember 2025 sehen Analysten die Aktie des Düsseldorfer Konzerns künftig im Schnitt rund 31 Prozent über diesem Niveau. Die Schweizer Großbank UBS setzte Anfang Dezember 2025 das höchste Kursziel bei 2.500 Euro an. JPMorgan sieht die Aktie in einer Analyse von Mitte Januar in Zukunft bei 2.250 Euro, die Berenberg Bank bei 2.200 Euro. Die Experten der Deutschen Bank gaben Anfang Januar ein Kursziel von 2.100 Euro aus und Jefferies prognostizierte am 18. Dezember einen Anstieg auf 2.150 Euro. Selbst das niedrigste Kursziel von Warburg Research liegt mit 1.770 Euro noch deutlich über dem Jahresschlusskurs 2025 - allerdings unter dem jüngsten XETRA-Schlusskurs von 1.913,50 Euro (Stand: 15. Januar 2026).

Die mehrheitlich guten Einschätzungen der Analysten basieren auf einer starken operativen Entwicklung. Wie aus einer Pressemitteilung vom 6. November 2025 hervorgeht, steigerte Rheinmetall in den ersten neun Monaten 2025 den Umsatz um 20 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand (Backlog) kletterte auf ein Rekordniveau von 64 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2025 bestätigte der Konzern ein erwartetes Umsatzwachstum von 25 bis 30 Prozent bei einer operativen Marge von rund 15,5 Prozent. Veröffentlicht wird der Geschäftsbericht 2025 aber erst am 11. März.

RENK mit solider Wachstumsstory

Beim Getriebespezialisten RENK sehen Analysten für 2026 ebenfalls erhebliches Aufwärtspotenzial. Basierend auf dem Jahresschlusskurs von 53,62 Euro am 30. Dezember 2025 liegt das durchschnittliche Kursziel der Investmentbanken etwa 24,6 Prozent über diesem Niveau. Die Berenberg Bank veranschlagte Mitte Januar 2026 das höchste Kursziel von 76 Euro. JPMorgan und Jefferies liegen in ihren Analysen von Mitte Januar bzw. Ende November mit jeweils 75 Euro nur knapp darunter, die Deutsche Bank taxierte die Aktie in einer Analyse im Januar auf 72 Euro. Die Spanne der Schätzungen reicht von 49,50 Euro (Merrill Lynch im März 2025) bis zu den erwähnten 76 Euro. Zuletzt schloss die RENK-Aktie bei 60,95 Euro (Stand: 15. Januar 2026).

Ein wichtiger Wachstumstreiber ist das US-Geschäft. Wie das Unternehmen am 27. November 2025 mitteilte, verbuchte die amerikanische Tochter RENK America im laufenden Jahr einen Auftragseingang von mehr als 500 Millionen US-Dollar - ein neuer Rekord. Der Konzern hob zudem seine mittelfristige Umsatzprognose an: Bis 2030 soll sich der Umsatz auf 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, wobei der Anteil des Rüstungsgeschäfts auf etwa 90 Prozent steigen soll. Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 will RENK am 5. März 2026 vorlegen.

HENSOLDT: Solides Potenzial bei starkem Auftragseingang

Der Sensor- und Radarsystemhersteller HENSOLDT kommt aus den aktuell vorliegenden Analystenstudien auf ein durchschnittliches Aufwärtspotenzial von rund 29 Prozent, gemessen am Schlusskurs von 73,25 Euro am 30. Dezember 2025. Das höchste Kursziel liegt bei 106 Euro, festgelegt von Hauck Aufhäuser Lampe allerdings bereits im Juni 2025. Die Deutsche Bank traute der Aktie in einer November-Studie einen Anstieg auf 101 Euro zu, während JPMorgan (Mitte Januar 2026), Barclays (Ende November 2025) und Jefferies (Mitte November 2025) übereinstimmend 90 Euro für realistisch halten. Das niedrigste Kursziel stammt von Warburg Research, die dieses Mitte November auf nur 86 Euro festsetzten. Auf XETRA ging die HENSOLDT-Aktie zuletzt bei 90,00 Euro aus dem Handel (Stand: 15. Januar 2026).

Die operative Entwicklung des Unternehmens kann sich ebenfalls sehen lassen. Wie aus einer Pressemitteilung vom 7. November 2025 hervorgeht, steigerte HENSOLDT in den ersten neun Monaten 2025 den Auftragseingang auf 2,017 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,856 Milliarden Euro). Der Auftragsbestand erreichte ein Rekordniveau von 7,096 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um mehr als elf Prozent auf 1,536 Milliarden Euro. Das Unternehmen passte seine Prognose für das Gesamtjahr 2025 nach oben an und rechnet nun mit einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,6 bis 1,9 (zuvor: 1,2) sowie einem Umsatz von rund 2.500 Millionen Euro. Einen ersten Einblick, ob diese Ziele erreicht werden konnten, erhalten die Anleger am 26. Februar, wenn HENSOLDT die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht.

TKMS nach Börsengang mit moderatem Potenzial

Bei TKMS, dem U-Boot-Bauer thyssenkrupp Marine Systems, liegt die Zahl der veröffentlichten Analystenschätzungen bislang deutlich niedriger. Lediglich zwei Investmentbanken haben öffentlich Kursziele kommuniziert: Die Deutsche Bank taxierte die Aktie Mitte Januar auf 99 Euro, Bernstein Research kam Anfang Januar auf 67 Euro. Das durchschnittliche Aufwärtspotenzial liegt damit bei rund 25 Prozent, gemessen am Jahresschlusskurs von 66,45 Euro am 30. Dezember 2025. Zuletzt schloss die TKMS-Aktie auf XETRA bei 91,65 Euro (Stand: 15. Januar 2026).

TKMS befindet sich in einer Transformationsphase nach dem Börsengang im Oktober 2025. Wie aus einer Pressemitteilung vom 8. Dezember 2025 hervorgeht, steigerte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2024/2025 (Bilanzstichtag: 30. September) den Auftragseingang um das Sechsfache auf 8,8 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 18,2 Milliarden Euro ein Rekordniveau - ein Anstieg von 55 Prozent. Der Umsatz wuchs um neun Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich auf sechs Prozent, für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026 strebt TKMS eine weitere Steigerung an.

Branchentrends und Portfolioüberlegungen

Die unterschiedlichen Geschäftsmodelle der vier Konzerne bieten Anlegern verschiedene Zugänge zum Rüstungssektor. Rheinmetall deckt mit seiner Breite nahezu alle Bereiche der Landverteidigung ab und gilt als etablierter Branchenführer. RENK setzt auf hochspezialisierte Antriebstechnik und profitiert besonders vom US-Markt. HENSOLDT konzentriert sich auf Sensorik und Elektronik - Bereiche, die durch zunehmende Digitalisierung der Streitkräfte an Bedeutung gewinnen. TKMS wiederum bedient mit U-Booten und Marinesystemen eine Nische mit hohen Eintrittsbarrieren und langen Auftragslaufzeiten.

Die operative Performance der Unternehmen spiegelt die starke Nachfrage nach Verteidigungsgütern wider. Alle vier Konzerne verzeichneten in den jüngsten Berichtsperioden deutliche Zuwächse bei Auftragseingang und Auftragsbestand. Während Rheinmetall, RENK und HENSOLDT bereits seit längerem börsennotiert sind, befindet sich TKMS noch in der frühen Phase als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen. Die unterschiedlichen Wachstumsphasen und Spezialisierungen können bei der Portfoliozusammenstellung eine Rolle spielen - je nachdem, ob Anleger auf einen etablierten Branchenführer, einen Wachstumswert oder eine Nischenspezialisierung setzen möchten.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

Bildquelle: Tobias Arhelger / Shutterstock.com, Oliver Hoffmann / Shutterstock.com

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