Aktien von BioNTech, Moderna, Pfizer und Co.: Bayer zieht wegen mRNA-Patenten vor US-Gericht

07.01.2026 22:17:00

Bayer zieht vor US-Gerichte und verklagt mehrere Hersteller von Covid-19-mRNA-Impfstoffen wegen angeblicher Patentverletzungen - darunter BioNTech, Moderna und Pfizer.

• Bayer verklagt mRNA-Impfstoffhersteller in den USA
• Streit um alte Monsanto-mRNA-Patente
• Milliardengeschäft und Marktfolgen im Fokus

Der Pharmakonzern Bayer zieht vor US-Gerichte, um die Hersteller der Covid-19-mRNA-Impfstoffe BioNTech, Pfizer und Moderna wegen angeblicher Patentverletzungen zu verklagen. Auch Johnson & Johnson ist betroffen. Die Klagen wurden in den Bundesgerichten von Delaware und New Jersey eingereicht, bestätigte ein Bayer-Sprecher gemäß Reuters.

Streitpunkt: mRNA-Technologie von Monsanto

Im Kern geht es um eine patentierte mRNA-Technologie, die Bayer-Tochter Monsanto bereits in den 1980er-Jahren entwickelt und angemeldet hatte. Das Verfahren stabilisiert genetisches Material, ursprünglich für die Entwicklung widerstandsfähigerer Nutzpflanzen. Laut Bayer soll diese Technologie ohne Lizenz für die Herstellung der Covid-19-Impfstoffe genutzt worden sein, so Reuters weiter.

Ein Verkaufsverbot der Impfstoffe strebe Bayer aber nicht an; es geht primär um Schadenersatz, dessen Höhe noch nicht genannt wurde. Das Unternehmen selbst war an der Entwicklung der Impfstoffe nicht beteiligt und produziert keine eigenen Corona-Vakzine.

Patentstreitigkeiten: Milliardengeschäft im Fokus

Die Klagen fügen sich in eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten rund um die erfolgreichen Corona-Impfstoffe ein. Bereits 2022 hatte Moderna eine Klage gegen Pfizer eingereicht. Laut Daten von Reuters erzielten Pfizer und BioNTech 2024 mit ihrem Impfstoff Comirnaty einen weltweiten Umsatz von über 3,3 Milliarden US-Dollar, Moderna mit Spikevax 3,2 Milliarden Dollar. Johnson & Johnson hatte den Verkauf seines Covid-19-Impfstoffs in den USA bereits 2023 eingestellt.

Die aktuelle Klage könnte weitreichende Folgen für den Markt der mRNA-Impfstoffe haben - nicht zuletzt, weil die Technologie künftig in anderen Bereichen der Medizin zunehmend Anwendung findet. Bayer setzt mit der Klage ein deutliches Signal an die Impfstoffhersteller: Patente aus der Biotechnologie bleiben ein wertvolles Gut, selbst Jahrzehnte nach der Anmeldung. Branchenexperten erwarten, dass die Prozesse mehrere Jahre dauern könnten, da komplexe Technologien wie mRNA detailliert geprüft werden müssen.

So reagieren die Aktien der Impfstoffhersteller

Die Aktien der Impfstoffhersteller reagierten unbeeindruckt auf die Klage. BioNTech-ADRs notierten im NASDAQ-Handel letztlich 2,03 Prozent höher bei 100,08 US-Dollar, während Moderna-Titel 0,64 Prozent auf 35,89 US-Dollar gewannen. Pfizer-Anteilsscheine zeigten sich an der NYSE 0,59 Prozent tiefer bei 25,28 US-Dollar. Die Bayer-Aktie notierte via XETRA mit einem Kursplus von 0,79 Prozent bei 38,34 Euro.

Redaktion finanzen.net

Bildquelle: Thomas Lohnes/Getty Images, Pavlo Gonchar/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

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