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Aktien von Chevron und ExxonMobil drehen ins Minus: Venezuelas Staatsölkonzern verhandelt mit USA über Ölverkauf

07.01.26 22:12 Uhr

NYSE-Aktien Chevron und ExxonMobil sinken: USA lockern Sanktionen gegen Venezuela - Staatsölkonzern verhandelt mit USA über Ölverkauf | finanzen.net

Nach der Meldung, dass die USA einige ihrer Sanktionen gegen Venezuela aufheben, bestätigte Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA Gespräche mit den USA über den Verkauf von Erdöl.

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"Derzeit läuft eine Verhandlung mit den Vereinigten Staaten über den Verkauf von Erdölmengen im Rahmen der bestehenden Handelsbeziehungen", teilte PDVSA mit. Grundlage für den Handel seien Transparenz und "Nutzen für beide Seiten", hieß es.

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Am Mittwoch kündigte die US-Regierung eine Lockerung von Sanktionen gegen Venezuela an. Ziel sei es, den Transport und den Verkauf venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt zu ermöglichen, teilte das US-Energieministerium mit. Welche Sanktionen genau gelockert werden sollen und wann, ging aus der Ankündigung nicht hervor. Derzeit sind bestimmte Öl-Tanker von den USA mit Sanktionen belegt. Auch der Ölkonzern PDVSA unterliegt seit 2019 umfassenden US-Sanktionen.

Trump greift direkt auf Venezuelas Ölindustrie zu

Die USA blicken nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduros verstärkt auf den Ölsektor des südamerikanischen Lands. So sagte Energieminister Chris Wright, die USA nähmen den Öl-Verkauf "auf unbestimmte Zeit" in ihre Hand.

Bereits am Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Venezuela werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl an die USA liefern. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren - "zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten".

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Das Ölgeschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Zuletzt war China der größte Abnehmer für venezolanisches Erdöl.

Öl soll zum Marktpreis verkauft werden

Das Öl werde mit Schiffen direkt in US-Häfen gebracht, schrieb Trump. Energieminister Chris Wright sei angewiesen, diesen Plan "sofort" umzusetzen. "Dieses Öl wird zu seinem Marktpreis verkauft, und das Geld wird von mir als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kontrolliert, um sicherzustellen, dass es zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten verwendet wird", schrieb Trump weiter.

Rohölmengen werden in Barrel gemessen, also Fässern. Ein Barrel umfasst rund 159 Liter. Legt man für das Öl aktuelle Preise und das Beispiel der US-Ölsorte WTI mit Lieferung im Februar zugrunde, mit einem Preis von 58,65 Dollar (Stand Dienstnachmittag Ortszeit) pro Barrel, dann würden die Erlöse hochgerechnet bei bis zu 2,9 Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro) liegen. Der tatsächliche Preis für das venezolanische Öl könnte auch unter dem Weltmarktpreis liegen.

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Trumps Kritiker: Bei Angriff ging es ihm immer nur ums Öl

Für Venezuela wäre das Wegbrechen der Einnahmen sehr schmerzhaft. Für die USA wären die absehbaren Einnahmen eine geringe Summe. Auch die Ölmenge ist für die USA bestenfalls von begrenzter Bedeutung: Das Land produziert Regierungsangaben zufolge selbst knapp 14 Millionen Barrel pro Tag.

US-Konzerne sollen nach der Vorstellung des Republikaners Trump nun kräftig investieren und die marode Ölindustrie in Venezuela wieder aufbauen. Viele Demokraten werfen dem Präsidenten vor, Venezuela nur wegen seiner Ölreserven angegriffen zu haben. Die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro wegen angeblicher Drogendelikte sei nur ein Vorwand gewesen.

Venezuela verfügt über gut 300 Milliarden Barrel Öl

Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik gefördert und raffiniert werden kann. An der US-Golfküste sind mehrere Raffinerien auf solches Rohöl spezialisiert.

Trotz der enormen Reserven ist die Ölproduktion mit rund einer Million Barrel pro Tag derzeit recht niedrig - vor 20 Jahren wurden noch fast drei Millionen Barrel Öl pro Tag in Venezuela gefördert. Zuletzt war China der größte Abnehmer für venezolanisches Erdöl.

Verantwortlich für den Rückgang der Produktion sind Sanktionen, Missmanagement beim staatlichen Energiekonzern PDVSA und Korruption. Trotz der US-Sanktionen gegen das Land fördert seit diesem Jahr auch der US-Ölriese Chevron mit einer Sondergenehmigung wieder in Venezuela.

Nach Einschätzungen von Experten wären Investitionen in Höhe von bis zu 100 Milliarden US-Dollar nötig, um die venezolanische Ölindustrie wieder auf den Stand der Technik zu bringen und die Produktion anzukurbeln.

Trump stellt Subventionen in Aussicht

Trump stellte auch mögliche Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht gestellt, die den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur Venezuelas unterstützen. Dieses Vorhaben könne in weniger als 18 Monaten abgeschlossen werden, sagte er dem US-Sender NBC News am Montag in einem Interview. Experten halten einen solchen Zeitplan für viel zu optimistisch.

Venezuela: Kein fremder Akteur regiert uns

Die geschäftsführende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, wies unterdessen den Anspruch der US-Regierung zurück, die Geschicke des südamerikanischen Landes zu führen. "Die Regierung Venezuelas regiert unser Land. Niemand sonst", sagte sie. "Es gibt keinen externen Akteur, der Venezuela regiert." Wie sich ihre behauptete Unabhängigkeit mit Trumps Ansage zur Abgabe des Rohöls vertragen würde, blieb zunächst unklar.

Trump hatte nach dem Angriff vom Wochenende gesagt, die USA würden Venezuela vorübergehend führen. Sein Außenminister Marco Rubio ließ keine Zweifel daran, dass die USA künftige Entwicklungen in Venezuela bestimmen wollen. Er relativierte Trumps Aussage aber etwas und sprach davon, mit Hilfe einer bereits bestehenden Ölblockade politische Veränderungen in dem Land herbeiführen zu wollen.

US-Ölkonzerne wurden einst in Venezuela enteignet

Trump hatte nach dem Angriff des US-Militärs auf Venezuela und der Gefangennahme von Staatschef Maduro am Wochenende bereits gesagt, dass US-Unternehmen die Ölindustrie wiederaufbauen würden. Mehrere Raffinerien an der amerikanischen Golfküste wiederum sind auf schweres Erdöl spezialisiert. Zuletzt spielte dort aufgrund der Sanktionen gegen Venezuela vor allem das ähnlich beschaffene Erdöl aus Kanada eine große Rolle.

Die USA hatten vor einiger Zeit bereits zwei Öltanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt. Trump hatte damals Venezuela vorgeworfen, das Land habe den USA Öl, Land und andere Vermögenswerte gestohlen. Er forderte eine Rückgabe. Anfang der 2000er Jahre hatte Venezuela Ölfelder verstaatlicht, betroffen waren ausländische und auch US-Firmen. Es folgte ein Streit über Entschädigungen.

So reagieren die Ölaktien

Die Aktien von Chevron und ExxonMobil zeigten sich am Mittwoch im NYSE-Handel nach vorbörslichen Gewinnen etwas tiefer. Die Chevron-Aktie verlor letztlich 0,86 Prozent auf 155,20 US-Dollar, während Papiere von ExxonMobil um 2,11 Prozent auf 118,50 US-Dollar verloren.

CARACAS/WASHINGTON (dpa-AFX)

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Bildquellen: Matt McClain/The Washington Post via Getty Images, NICHOLAS KAMM/AFP/Getty Images

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