Microsoft-Aktie wegen hoher KI-Ausgaben tiefrot: Umsatzsprung lässt auch Gewinne steigen

29.01.2026 22:19:00

Der Tech-Riese Microsoft hat am Mittwoch nachbörslich die Bilanz des jüngst abgelaufenen Jahresviertels vorgelegt.

Der Softwarehersteller Microsoft hat dank einer weiter hohen Nachfrage rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Dienste erneut kräftig zugelegt. Allerdings fiel das Wachstum im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (Ende Juni) nicht mehr so hoch aus wie im Vorquartal. Dies teilte Microsoft am Mittwochabend nach Börsenschluss in Redmond mit. Zusammen mit den Sorgen über die stark gestiegenen Kosten belastete das nachlassende Wachstum den Aktienkurs.

Die Aktie, die in den vergangenen Monaten bereits einen schweren Stand hatte, gab im frühen New Yorker Handel als schwächster Dow-Wert um zwölf Prozent nach. Anders als etwa die Papiere der Google-Mutter Alphabet konnte Microsoft zuletzt nicht mehr vom KI-Boom profitieren.

Während der Alphabet-Börsenwert in den vergangenen sechs Monaten um drei Viertel auf knapp 4,1 Billionen Dollar anzog, ging derjenige von Microsoft bis zum Handelsende am Mittwoch um sechs Prozent auf 3,6 Billionen zurück. Analysten lobten zwar die Zahlen als überwiegend gut. Es gibt bei einigen Experten aber Zweifel am künftigen Wachstum des Cloud-Geschäfts (Azure).

Der Erlös von Microsoft legte im abgelaufenen Quartal im Jahresvergleich um insgesamt 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar (68 Mrd Euro) zu. Bereinigt um die positiven Effekte des schwachen Dollar betrug das Plus 15 Prozent. Zum Auftakt des laufenden Geschäftsjahres hatte das währungsbereinigte Wachstum noch bei 17 Prozent gelegen. Der operative Gewinn im zweiten Geschäftsquartal zog um rund ein Fünftel auf 38,3 Milliarden Dollar an.

Die Investitionen kletterten um zwei Drittel auf den Rekordwert von 37,5 Milliarden Dollar und damit etwas stärker als von Experten erwartet zu. Beim Umsatz und beim operativen Ergebnis schnitt Microsoft dagegen etwas besser ab, als Experten prognostiziert hatten. Allerdings lag das Wachstum im Cloud-Geschäft nur im Rahmen der Prognosen der Analysten.

Zudem wurde auch der Ausblick für das Cloud-Geschäft im laufenden Quartal überwiegend als eher verhalten eingestuft. Finanzchefin Amy Hood verwies erneut darauf, dass Kapazitätsengpässe das Wachstum in der Cloud-Sparte ausbremsen. Daher seien die hohen Investitionen notwendig.

In den vergangenen Monaten kam Microsoft beim Ausbau der Infrastruktur nicht hinterher, unter anderem weil die Nachfrage nach Cloud-Angeboten und Produkten mit Künstlicher Intelligenz so stark gewachsen ist. Dabei profitiert Microsoft auch von der engen Zusammenarbeit mit dem Startup OpenAI (ChatGPT), an dem der Softwarehersteller beteiligt ist.

Einem Bericht des Startup-Fachmediums "The Information" zufolge will sich Microsoft auch an einer weiteren Finanzierungsrunde für OpenAI beteiligen. Der Softwarehersteller wolle zusammen mit NVIDIA und Amazon bis zu 60 Milliarden Dollar zur weiteren Finanzierung von OpenAI beisteuern. Microsoft soll aber weniger als 10 Milliarden beitragen. OpenAi wolle in einer neuen Finanzierungsrunde bis zu 100 Milliarden auftreiben und die Bewertung auf bis zu 830 Milliarden steigern. Daran soll sich auch der japanische Technologieinvestor Softbank beteiligen.

Microsoft brechen ein - Wachstumsfragen

Big Tech setzt am New Yorker Aktienmarkt nach Quartalszahlen von Microsoft und Meta die Akzente. Während die Meta-Anleger am Donnerstag jubeln, kommen jene von Microsoft ins Grübeln. So rutschten die Titel des Softwareriesen im frühen Handel auf den tiefsten Stand seit Anfang Mai 2025 und verloren an der NASDAQ letztlich 9,99 Prozent auf 433,50 US-Dollar. Der US-Technologiesektor stand unter Druck, der US-Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich um seinen Vortagesschluss.

Microsoft konnte zwar dank einer weiter hohen Nachfrage rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Dienste erneut kräftig zulegen, allerdings fiel das Wachstum im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 nicht mehr so hoch aus wie im Vorquartal. Zusammen mit den Sorgen über die stark gestiegenen Kosten belastet das nachlassende Wachstum den Aktienkurs.

Die Microsoft-Aktien, die in den vergangenen Monaten bereits einen schweren Stand hatten, entfernten sich mit dem Abschlag am Donnerstag weiter vom Rekordhoch von rund 555 Dollar Ende Juli. Titel aus dem Software-Sektor wurden weltweit verkauft, was auch ein Kurseinbruch von 15 Prozent bei SAP zeigte.

Der Ausblick von Microsoft für das Cloud-Geschäft im laufenden Quartal wurde überwiegend als eher verhalten eingestuft. Finanzchefin Amy Hood verwies erneut darauf, dass Kapazitätsengpässe das Wachstum in der Cloud-Sparte ausbremsen. Daher seien hohe Investitionen notwendig.

Diese führten wohl erst einmal nicht zu nennenswert höherem Wachstumstempo im Cloud-Geschäft Azure, schrieb Gabriela Borges von Goldman Sachs und senkte das Kursziel um 55 auf 600 US-Dollar. Kapazitätsengpässe prägten weiter das Geschäft, hieß es von Mark Murphy von JPMorgan. Der Umsatzausblick für das dritte Geschäftsquartal liege währungsbereinigt etwas unter den Erwartungen. Auch Murphy reduzierte das Kursziel, und zwar um 25 auf 550 Dollar.

In den vergangenen Monaten kam Microsoft beim Ausbau der Infrastruktur nicht hinterher, unter anderem weil die Nachfrage nach Cloud-Angeboten und Produkten mit Künstlicher Intelligenz so stark gewachsen ist.

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REDMOND (dpa-AFX)

Bildquelle: turtix / Shutterstock.com, iStock/jhutchin, Asif Islam / Shutterstock.com, Volodymyr Kyrylyuk / Shutterstock.com

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