P7S1-Aktie fällt: ProSiebenSat.1 mit noch weniger Jahresgewinn als befürchtet

03.02.2026 18:01:00

Der kriselnde Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat im abgelaufenen Jahr aufgrund des anhaltend schwachen TV-Werbemarktes noch weniger verdient als befürchtet.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liege auf Basis vorläufiger Zahlen voraussichtlich bei 405 Millionen Euro, teilte das im SDAX notierte Unternehmen am Montagabend in Unterföhring mit.

Mitte November hatte das zum italienischen MFE-Konzern gehörende Unternehmen seine Erwartungen am oberen Ende der Prognosespanne um 20 Millionen Euro auf 420 bis 450 Millionen gesenkt. Nun wurde nicht einmal das untere Ende erreicht. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern 557 Millionen operativen Gewinn verbucht.

Laut Analyst Harald Hof von MWB Research hat der schwache TV-Werbemarkt in Deutschland belastet. Das Unternehmen sei 2025 mehrmals mit seinen Zielen zurückgerudert, was die Abhängigkeit vom TV-Geschäft und der Wirtschaftsentwicklung zeige. Der Experte passte seine Schätzungen an die schwache Berechenbarkeit der Gewinnentwicklung an und senkte sein Anlagevotum auf "Hold".

Die Ergebnisentwicklung reflektiere das herausfordernde Marktumfeld in Deutschland, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens weiter. Es sei weiter durch einen Rückgang der Investitionen in TV-Werbung geprägt. Dies habe auch im vierten Quartal belastet, dem für das Unternehmen wichtigsten Quartal.

Der Umsatz sank im Gesamtjahr um gut sechs Prozent auf 3,68 Milliarden Euro und damit deutlicher als von Experten erwartet. Angepeilt waren vom Unternehmen 3,65 bis 3,80 Milliarden Euro. Organisch - also bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen - lag das Minus bei zwei Prozent. Gesunken sei indes die Netto-Finanzverschuldung, und zwar von 1,51 auf 1,34 Milliarden Euro. Das gesamte Zahlenwerk will ProSiebenSat.1 am 26. März vorstellen.

Im Oktober hatte der Berlusconi-Konzern MFE als neuer Mehrheitseigentümer von ProSiebenSat.1 das Spitzenmanagement der Senderkette direkt ausgetauscht. Marco Giordani, zuvor MFE-Finanzvorstand, übernahm den Chefposten von Bert Habets. MFE besitzt auch Fernsehketten in Italien und in Spanien. Geplant ist der Ausbau zu einem europäischen Verbund.

ProSiebensat.1 lastet auf RTL - Publicis auf Mediensektor

Negative Branchennachrichten haben am Dienstag den europäischen Mediensektor eingeholt. Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat im abgelaufenen Jahr aufgrund des anhaltend schwachen TV-Werbemarktes noch weniger verdient als befürchtet, was die im SDAX enthaltene Aktie trotz der laufenden Übernahme durch den Konkurrenten MediaForEurope letztlich um 3,56 Prozent auf 4,93 Euro drückte. Laut Händlern strahlte dies auch negativ ab auf RTL, die eine Klasse höher im MDAX 3,47 Prozent auf 36,20 Euro verloren.

Hinzu kam im breiten Mediensektor, dass der französische Werbekonzern Publicis einen dürftigen Ausblick vorlegte. Vor dem Hintergrund, dass dessen Papiere an der Pariser Börse um etwa acht Prozent absackten, fiel der gesamteuropäische Sektorindex Stoxx Europe 600 Media um vier Prozent. Er fiel damit auf ein Tief seit Oktober 2023.

Publicis hatte zwar starke Ergebnisse für das vierte Quartal und das abgelaufene Gesamtjahr aufzuweisen; Analysten machten aber auf eine konservative Wachstumsprognose für 2026 aufmerksam. Diese impliziere einen verlangsamten Werbemarkt, während auch negative Währungseffekte einen Gegenwind darstellten. Dies drückte am deutschen Aktienmarkt auch die Ströer-Aktien im MDAX um 4,87 Prozent auf 32,25 Euro.

UNTERFÖHRING / FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquelle: Jan Pitman/Getty Images

In eigener Sache

ETF- und Aktien-Sparpläne ohne Order­gebühren (zzgl. Spreads)

Vermögensaufbau mit Sparplänen kann so einfach sein. Wechsle zu finanzen.net ZERO und zahle ab sofort keine Order­gebühren mehr (nur markt­übliche Spreads)!

Informiere Dich jetzt und nutze ZERO-Konditionen für Deine Sparpläne!

Weitere News zum Thema