Aktien von Rheinmetall, RENK, HENSOLDT & TKMS im Blick: Putin informiert Trump über angeblichen Angriff durch Kiew

30.12.2025 21:54:00

Wladimir Putin will seine Position bei den Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump über ein Kriegsende in der Ukraine wegen eines angeblichen Terroranschlags Kiews überarbeiten.

Der Kreml verbreitet mit Hochdruck die Geschichte von einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Residenz von Staatschef Wladimir Putin und droht mit einer härteren Haltung in Friedensgesprächen. Auf Gehör stießen die Moskauer Vorwürfe vor allem bei US-Präsident Donald Trump. "Das ist nicht gut", sagte Trump. Er bestätigte, dass Putin ihn am Telefon informiert habe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Anschuldigungen zurück. Moskau suche einen Vorwand, um den Krieg fortzusetzen und erneut Regierungsgebäude in Kiew anzugreifen.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schrieb im Netzwerk X, Russland habe seit Montag keine Belege für den angeblichen Angriff vorgelegt. "Denn es gibt sie nicht. Es gab keinen solchen Angriff", erklärte der Minister. Er kritisierte, dass Staaten wie Indien, Pakistan oder die Vereinigten Arabischen Emirate sich wegen der angeblichen Attacke besorgt gezeigt hätten. Putin ließ sich nach Kreml-Angaben auch von seinen Kollegen aus Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan Solidarität zusichern.

Kreml spricht von Terror der Ukraine

Kremlsprecher Dmitri Peskow trieb am Dienstag die Vorwürfe weiter voran und sprach von Terror. "Das ist ein terroristischer Akt, der auf einen Abbruch des Gesprächsprozesses zielt", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Der Angriff richte sich nicht nur gegen Putin, sondern auch gegen Trumps Friedensbemühungen.

Der Kreml macht sich bei seiner Argumentation zunutze, dass die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg täglich Ziele in dem Land angreift. Es gibt schwere Schäden, Tote und Verletzte. Auch bei Bombenattentaten des ukrainischen Geheimdienstes in Russland wurden schon Generäle und Propagandisten getötet. Zudem lässt sich Selenskyj gern vor einem Gemälde in seinem Amtssitz fotografieren, das einen Kreml in Flammen zeigt.

Wie zuvor Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow drohte auch Peskow damit, dass Russland nun eine härtere Haltung bei den laufenden Gesprächen über ein Kriegsende einnehmen werde. Es sei aber nicht zielführend, Details dazu zu nennen. Der Kremlsprecher verneinte, dass Moskau ganz aus dem Prozess aussteigen wolle. "Russland wird natürlich den Gesprächsprozess fortsetzen und den Dialog, vor allem mit den Amerikanern", sagte er.

Hinweise auf Abwehr eines Drohnenangriffs fehlen

Der angebliche Angriff hatte nach russischen Angaben eine Residenz Putins im Waldai zum Ziel. Das ist eine waldige Hügelkette zwischen Moskau und St. Petersburg im Verwaltungsgebiet Nowgorod. Der russische Staatschef hat in seinem Riesenreich mehrere Residenzen, aber speziell im Waldai soll er sich nach inoffiziellen Berichten mit seiner Familie treffen. Nach Medienrecherchen ist die Flugabwehr um das große Anwesen im Sommer verstärkt worden.

Aus bisherigen Mitteilungen des russischen Militärs ließ sich der Angriff nicht genau herauslesen. Das Verteidigungsministerium in Moskau sprach am Montagmorgen erst von 89 ukrainischen Drohnen, die über verschiedenen Regionen abgefangen worden seien - davon 18 über dem Gebiet Nowgorod. Später wurde der Abschuss von 23 weiteren Drohnen über dem Gebiet ergänzt.

Die russische Internetplattform "Sota" verwies darauf, dass nach Angaben von Bewohnern der Region kein Flugabwehrfeuer zu hören gewesen sei. Nach Angaben des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) fehlten auch die sonst bei Drohnenangriffen üblichen Internet-Berichte über Trümmer oder Brände am Boden. "Die Umstände dieses angeblichen Angriffs entsprechen nicht dem beobachteten Muster von Beweisen, wenn ukrainische Streitkräfte Angriffe auf Russland durchführen", hieß es dort.

Eine Drohung in Selenskyjs Weihnachtsansprache?

Als Beleg dafür, dass Selenskyj Putin nach dem Leben trachte, zitierten Peskow und andere russische Vertreter die Weihnachtsansprache des Ukrainers. Selenskyj hatte zu Heiligabend gesagt, wenn jeder Ukrainer einen Wunsch habe, wäre das wohl, "dass er stirbt". Er nannte keinen Namen, doch ließ sich dies auf Putin beziehen. Selenskyj fuhr fort: "Aber wenn wir uns an Gott wenden, bitten wir natürlich um mehr. Wir bitten um Frieden für die Ukraine."

Der frühere russische Staatschef Dmitri Medwedew stieß deshalb Todesdrohungen gegen Selenskyj aus. Dieser werde sich zeitlebens verstecken müssen, schrieb er auf Englisch auf X. Für ein heimisches Publikum schrieb Medwedew auf Russisch, dass Selenskyj nicht nur Putin, sondern alle Russen töten wolle. Auf Telegram prophezeite er dem Ukrainer einen baldigen gewaltsamen Tod.

Putin ruft zweimal bei Trump an

Die Moskauer Informationskampagne folgt auf ein Treffen Trumps mit Selenskyj in Florida vom Sonntagabend. Unterhändler der USA und der Ukraine haben in den vergangenen Wochen intensiv an einem Plan gearbeitet, wie der Krieg beendet werden könnte und welche Sicherheitsgarantien die Ukraine künftig erhält. Russland wurde nur über den jeweiligen Stand informiert.

Putin brachte sich wieder ins Spiel, indem er am Sonntag kurz vor dem Treffen in Florida beim US-Präsidenten anrief. Trump überraschte dann Selenskyj mit Aussagen wie der, dass der Kremlchef eigentlich einen Erfolg der Ukraine wolle. Alle Seiten sprachen nach dem Gipfel zwar von Fortschritten, tatsächlich blieben aber konkrete Ergebnisse aus. Am Montag telefonierte Putin erneut mit Trump, Hauptthema war dann schon der angebliche Drohnenangriff.

In dem seit fast vier Jahren dauernden russischen Angriffskrieg haben beide Seiten Luftangriffe auf das gegnerische Staatsoberhaupt bislang vermieden. Russische Spezialkräfte machten in den ersten Kriegstagen 2022 Jagd auf Selenskyj. Danach sind nach Angaben ukrainischer Sicherheitsdienste mehrere russische Attentatspläne vereitelt worden. Im September dieses Jahres schlug eine russische Rakete im Gebäude des Ministerrates in Kiew ein.

Europäer und Kanadier beraten

Europäer und Kanadier stimmten sich am Dienstag erneut über weitere Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine ab. Das schrieben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) auf der Plattform X. "Wir treiben den Friedensprozess voran. Transparenz und Ehrlichkeit sind nun von allen gefordert, einschließlich Russland", schrieb Merz auf Englisch.

Selenskyj kündigt neues Treffen mit Trump in Paris an

In den Bemühungen um eine Beendigung des russischen Kriegs in der Ukraine soll es nach Angaben aus Kiew Anfang Januar einen weiteren Gipfel geben. Geplant sei zunächst ein Treffen der nationalen Sicherheitsberater aus der "Koalition der Willigen" am 3. Januar in der Ukraine, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Kurz darauf, am 6. Januar, sei dann ein weiteres Treffen auf der Ebene der Staatschefs geplant.

"Wir sind dem Team von Präsident Trump für die Bereitschaft dankbar, an beiden Formaten teilzunehmen", fügte er mit Blick auf US-Präsident Donald Trump hinzu. Als "Koalition der Willigen" verstehen sich westliche Länder, die der Ukraine helfen.

Erst am Wochenende hatte Trump Selenskyj in Florida zu Gesprächen über ein Kriegsende empfangen. Obwohl sich beide Seiten anschließend optimistisch zum Fortgang der Verhandlungen gaben, wurden keine konkreten Fortschritte bekannt.

Russland will Position überdenken

Selenskyj sprach zwar zunächst davon, dass nun Einigkeit über die US-Sicherheitsgarantien für sein Land nach Ende des Kriegs herrsche. Doch später räumte er ein, dass noch über die Laufzeit dieser Garantien verhandelt werde. Die USA hätten 15 Jahre vorgeschlagen, die Ukraine bitte um bis zu 50 Jahre.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat vor fast vier Jahren den Krieg gegen die Ukraine befohlen. Obwohl auch Moskau zuletzt Fortschritte in den Verhandlungen sah, hat der Kreml nun seine Tonlage wieder verschärft: Wegen angeblicher Angriffe auf eine der Residenzen von Putin drohte Russland damit, in den Verhandlungen künftig eine härtere Position einzunehmen. Nach außen hin hat Russland dabei schon jetzt keine wesentlichen Eingeständnisse gemacht und beharrt etwa weiterhin darauf, dass die Ukraine auf eigene Territorien und den Nato-Beitritt verzichtet.

Putin will Gebietshauptstadt Saporischschja einnehmen lassen

Die russische Armee rückt in der Ukraine nach Angaben der Militärführung in Moskau in den Gebieten Saporischschja und Donezk "sehr dynamisch" vor. Die russischen Truppen stünden bereits 15 Kilometer im Süden vor der Grenze der Gebietshauptstadt Saporischschja, teilten Militärs bei einer Sitzung mit Kremlchef Wladimir Putin mit. Putin sagte, dass die ukrainischen Streitkräfte sich zwar sehr lange auf eine Verteidigung vorbereitet hätten, aber die russische Armee erledige die Aufgabe der Einnahme Saporischschjas. Die Einheiten "Dnepr" und "Wostok" (Osten) sollten die Stadt gemeinsam einnehmen, sagte er.

Verteidigungsminister Andrej Beloussow sagte, alles laufe "sehr dynamisch" und nach Plan. "Tatsächlich haben wir im Dezember das maximale Tempo des Jahres erreicht", sagte er. Es werde derzeit mehr erreicht als vorgesehen.

Generalstabschef Waleri Gerassimow informierte Putin, dass im Gebiet Donezk nun Slowjansk als nächstes Ziel in Angriff genommen werde. Insgesamt liefen die Operationen zur vollständigen Einnahme der Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson gemäß den Planungen. Die russischen Truppen stießen tief in die Verteidigungsstellungen der ukrainischen Streitkräfte vor, sagte er.

Putin: Ukrainische Truppen ziehen sich zurück

"Die Truppen der Gruppierungen rücken sicher vor und durchbrechen die Verteidigungslinien des Gegners. Die Einheiten der ukrainischen Streitkräfte ziehen sich überall, entlang der gesamten Frontlinie, zurück", behauptete Putin. Von unabhängiger Seite sind die russischen Angaben nicht überprüfbar. Die ukrainischen Streitkräfte hatten zuletzt von Putin behauptete Eroberungen immer wieder als Lüge und Wunschdenken zurückgewiesen.

Russland führt seit bald vier Jahren seinen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Obwohl die Besatzer die vier annektierten Gebiete größtenteils erobert haben, fehlen ihnen überall Teile für die komplette Kontrolle. Eingenommen haben die Russen auch Teile der Gebiete Sumy, Charkiw und Dnipropetrowsk, auf die Putin bisher nicht offiziell Anspruch erhebt.

So reagieren Rüstungsaktien wie Rheinmetall, HENSOLDT, RENK und TKMS

Im XETRA-Handel zog die Rheinmetall-Aktie am Dienstag letztlich um 2,29 Prozent auf 1.561,00 Euro an. Für HENSOLDT ging es ebenfalls aufwärts. Sie notierte 1,24 Prozent stärker bei 73,40 Euro. RENK-Papiere wiesen einen Aufschlag von 2,33 Prozent auf 53,62 Euro aus, während TKMS 0,15 Prozent auf 66,10 Euro gewannen.

/mau/DP/nas

MOSKAU/KIEW (dpa-AFX)

Bildquelle: PromesaArtStudio / Shutterstock.com, danielo / Shutterstock.com, Photo Veterok / Shutterstock.com

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