Aktien von Alibaba, Meituan und JD.com mit Kursplus: China will Preiskampf eindämmen
• Meituan, Alibaba und JD.com profitieren zum Wochenstart
• Chinas Kartellbehörde nimmt Wettbewerbspraktiken im Liefersektor unter die Lupe
• Preiskämpfe belasten Margen, fördern Deflation und setzen die Branche unter Druck
Aktien von Alibaba & Co. klettern
Zum Wochenstart legten die Aktien der größten chinesischen Essenslieferdienste zu. So geht es für die Aktie des Marktführers Meituan in Honkong letztlich um 6,6 Prozent auf 105,00 HKD hoch. Die Anteilsscheine von Alibaba, dem größten Konkurrenten von Meituan, kletterten derweil um 5,32 Prozent auf 154,30 HKD, während die JD.com-Aktie 2,01 Prozent höher bei 116,90 HKD notierte.
Im NYSE-Handel notierte die Alibaba-Aktie schlussendlich 10,18 Prozent höher bei 166,33 US-Dollar.
Untersuchung der Kartellbehörde
Grund für die Kursgewinne dürfte die Ankündigung einer Untersuchung der obersten Kartellbehörde des Landes zu Wettbewerbspraktiken in der Branche sein. Die chinesische Regierung will den intensiven Preiswettbewerb im Markt für Essenslieferdienste eindämmen und damit ein wettbewerbliches Umfeld schaffen, das als fair, geordnet und qualitativ hochwertig gilt und zugleich angemessene Preise gewährleistet, berichtet Reuters.
Der Markt für Sofort-Lieferungen in China, bei dem Waren von Lebensmitteln bis hin zu rezeptfreien Medikamenten meist innerhalb einer Stunde zugestellt werden, gelte als besonders umkämpft. Unternehmen wie Alibaba, Meituan und JD.com haben dafür Investitionen in Milliardenhöhe getätigt.
Der harte Preiskampf habe bereits Auswirkungen auf die Geschäftszahlen gezeigt: Meituan meldete im dritten Quartal des vergangenen Jahres den ersten Quartalsverlust seit Ende 2022 und warnte vor weiteren Belastungen für die Margen. Sowohl Meituan als auch Alibabas Lieferplattform erklärten laut der Nachrichtenagentur, sie würden die Untersuchung begrüßen und sagten eine vollständige Zusammenarbeit mit den Behörden zu.
Belastung für die Realwirtschaft
Nach Angaben der Behörde hätten exzessive Subventionen und aggressive Preisstrategien im Liefersektor die Realwirtschaft belastet und einen zerstörerischen Konkurrenzkampf verschärft, so Reuters weiter. In diesem Zusammenhang werde häufig der Begriff "Neijuan" verwendet, der einen übersteigerten Wettbewerb beschreibt, der letztlich häufig zu sinkenden Erträgen führt. Diese Entwicklung habe auch deflationäre Tendenzen verstärkt, die derzeit auf der chinesischen Wirtschaft lasten. So stagnierten die Verbraucherpreise im Jahr 2025 und blieben damit deutlich unter dem von der Regierung angestrebten Inflationsziel von rund zwei Prozent.
Redaktion finanzen.net
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