Barclays Investmentausblick Q1 2026: KI als Treiber - Aktien im Vorteil gegenüber Anleihen

12.01.2026 23:20:00

Barclays hat seinen globalen Ausblick für Q1 2026 veröffentlicht. Die Analysten positionieren sich in der Frage, welche Anlageklasse im kommenden Jahr die Nase vorn haben dürfte.

• Barclays bevorzugt in seinem Q1 2026 Global Outlook Aktien gegenüber Anleihen
• Die Analysten erwarten ein globales Wirtschaftswachstum von 3 Prozent im Jahr 2026
• KI sei der wichtigste Wachstumstreiber der US-Wirtschaft

Aktien vor Anleihen

In ihrem am 20. November 2025 veröffentlichten Q1 2026 Global Outlook kommt Barclays zu einer eindeutigen Einschätzung: Die Analysten der Bank bevorzugen weiterhin Aktien gegenüber Anleihen. Obwohl die Bewertungen am US-Aktienmarkt Anlass zur Vorsicht gäben, dürften Aktien Anleihen übertreffen, solange das Gewinnwachstum anhalte - und genau davon gehen die Barclays-Analysten für 2026 aus.

Für die Weltwirtschaft erwartet Barclays 2026 ein Wachstum von 3 Prozent - etwas niedriger als die 3,3 Prozent im Jahr 2025. Die Expansion habe noch ein weiteres Jahr vor sich.

KI als Wachstumsmotor Nummer eins

Künstliche Intelligenz ist laut Barclays der wichtigste Wachstumstreiber der weltgrößten Volkswirtschaft. Die Analysten schätzen, dass rund ein Prozent des US-Wirtschaftswachstums 2025 auf Ausgaben für Rechenzentren, Chips, Stromnetze, Netzwerkausrüstung und andere KI-bezogene Investitionen entfiel. Die USA befänden sich mitten im größten Investitionszyklus seit Jahrzehnten - größer noch als der Telekommunikationsboom der 1990er Jahre.

Die KI-Ausgaben strahlten auf andere Wirtschaftsbereiche aus: Bauarbeiter errichteten Rechenzentren, die Energiewirtschaft installiere Turbinen und Transformatoren. Gleichzeitig hätten KI-getriebene Aktien den US-Markt auf Rekordhochs getrieben und Vermögenseffekte geschaffen, die den Konsum trotz Handelsunsicherheiten, schwacher Jobzuwächse und eines stagnierenden Immobilienmarkts stützten.

Allerdings warnt Barclays auch: Diese Abhängigkeit mache die US-Wirtschaft verwundbar, sollte der KI-Boom ins Stocken geraten. Die Analysten rechnen jedoch nicht mit diesem Szenario. Zunehmende KI-Adoption in Dienstleistungssektoren und Rekordgewinne der größten Tech-Konzerne zeigten, dass der Trend Bestand habe. KI sei keine vorübergehende Modeerscheinung, sondern eine transformative Technologie, die die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren umgestalten werde.

Europa widerstandsfähig, China im Umbruch

Die Eurozone habe sich trotz des Kriegs in der Ukraine, der Energiekrise und Handelsspannungen als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen und sei nahe am Trend gewachsen. Barclays erwartet, dass dies auch 2026 so bleibt. Allerdings liege Europas Wachstumstrend weiterhin deutlich hinter dem der USA. Der Grund für die geringere Volatilität - mangelnde KI-Investitionen - könnte zugleich der Grund sein, warum der Kontinent in den kommenden Jahren weiter zurückfalle.

Chinas Technologiesektor habe 2025 Erfolge verbucht - von DeepSeeks kostengünstigeren KI-Modellen über Alibabas Führungsrolle bei Cloud-Diensten bis zu BYDs Natrium-Ionen-Batterien. Doch die anhaltende Korrektur am Immobilienmarkt belaste weiterhin die Kaufkraft der Verbraucher. Trotz der US-Zölle laufe Chinas Exportmaschine weiter, gestützt durch Elektrofahrzeuge und die Dominanz bei kritischen Rohstoffen. Insgesamt sei dies eine Wirtschaft, die von Handel und Technologie angetrieben werde, aber unter anhaltender Konsumschwäche leide.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

Bildquelle: Viktoriia Hnatiuk / Shutterstock.com, chrisdorney / Shutterstock.com

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