Zollsorgen im Grönland-Streit: DAX verbucht erneut herbe Verluste - Fall nahe 24.500er-Marke

20.01.2026 10:35:00

Der deutsche Aktienmarkt wird auch am Dienstag von den aktuellen Entwicklungen an der Zollfront belastet. Anleger blicken derweil gespannt nach Davos.

Der DAX eröffnete den Dienstagshandel mit einem Abschlag von 0,85 Prozent bei 24.747,35 Zählern. Danach bleibt er in der Verlustzone stecken und nähert sich der 24.500er-Marke immer weiter an.

Schon zum Start lag der Leitindex unmittelbar unter der charttechnisch wichtigen Unterstützung von 24.750 Punkten. In diesem Bereich verläuft die 21-Tage-Durchschnittslinie, die als maßgeblicher kurzfristiger Trendindikator angesehen wird. Mit dem Sprung unter diese Marke notiert der DAX erstmals seit Anfang Dezember wieder unter dieser Trendlinie.

Der jüngste DAX-Rekord

Am Dienstag, den 13. Januar, hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.

Eskalation im Grönland-Streit: Trump kündigt Strafzölle an

Bereits am Vortag hatten Ankündigungen möglicher neuer Zölle gegen acht europäische NATO-Staaten, darunter Deutschland, für Belastungen an den Börsen gesorgt. "Da hat man gedacht, wenigstens dies eine große Thema wäre mehr oder weniger erledigt, da geht es schon wieder los - der Zollkrieg", schrieb Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Es drohten Auseinandersetzungen, neue Zölle und Gegenzölle sowie zunehmende Unsicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks.

Netflix, Davos, ZEW & Co.: Was heute die Märkte bewegt/h2>

In den USA stehen am heutigen Dienstag nachbörslich Quartalszahlen von dem Streaming-Riesen Netflix an.

Grundsätzlich liege der Finger zwar weiter auf der Verkaufstaste, heißt es, jedoch würden konkrete politische Entscheidungen der EU abgewartet. Gerade die persönliche Nähe der Politiker auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erlaube kurze Entscheidungswege, um eine Eskalation wegen Trumps Grönland-Drohungen zu vermeiden. Solange diese Hoffnung noch bestehe, dürfte ein erneuter Abverkauf an den Börsen vermieden werden. Die Konjunkturdaten seien aktuell irrelevant, da sie die Eskalation um Grönland kaum einfangen können. Viele deutsche Unternehmensverbände wie der VCI hatten am Vortag über die Unberechenbarkeit der Lage geklagt. Weder Kosten, noch Aufträge und Einnahmen seien bei den unzuverlässigen Rahmenbedingungen kalkulierbar. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen dürfte diese Situation nicht einfangen. Dazu steht am Nachmittag ein Urteilstermin des US-Supreme-Court an. Er könnte sich dann zur Rechtmäßigkeit der US-Zölle äußern, muss es aber nicht.

Redaktion finanzen.net / dpa-AFX / Dow Jones Newswires

Bildquelle: Aleksandra Gigowska / Shutterstock.com

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