Zollsorgen im Grönland-Streit: DAX verbucht letztlich erneut herbe Verluste - zeitweise Rückschlag an 24.500er-Marke
Der DAX eröffnete den Dienstagshandel mit einem Abschlag von 0,85 Prozent bei 24.747,35 Zählern. Danach blieb er in der Verlustzone stecken und näherte sich zeitweise sogar der 24.500er-Marke an. Das Tagestief liegt bei 24.507,11 Zähler. Schlussendlich verabschiedete sich der deutsche Leitindex 1,03 Prozent leichter bei 24.703,12 Einheiten aus dem Handel.
Schon zum Start lag der Leitindex unmittelbar unter der charttechnisch wichtigen Unterstützung von 24.750 Punkten. In diesem Bereich verläuft die 21-Tage-Durchschnittslinie, die als maßgeblicher kurzfristiger Trendindikator angesehen wird. Mit dem Sprung unter diese Marke notierte der DAX erstmals seit Anfang Dezember wieder unter dieser Trendlinie.
Der jüngste DAX-Rekord
Am Dienstag, den 13. Januar, hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Eskalation im Grönland-Streit: Trump kündigt Strafzölle an
Bereits am Vortag hatten Ankündigungen möglicher neuer Zölle gegen acht europäische NATO-Staaten, darunter Deutschland, für Belastungen an den Börsen gesorgt. "Da hat man gedacht, wenigstens dies eine große Thema wäre mehr oder weniger erledigt, da geht es schon wieder los - der Zollkrieg", schrieb Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Es drohten Auseinandersetzungen, neue Zölle und Gegenzölle sowie zunehmende Unsicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks.
Netflix, Davos, ZEW & Co.: Was die Märkte bewegt/h2>
In den USA stehen am Dienstag nachbörslich Quartalszahlen von dem Streaming-Riesen Netflix an.
Grundsätzlich liege der Finger zwar weiter auf der Verkaufstaste, hieß es, jedoch würden konkrete politische Entscheidungen der EU abgewartet. Gerade die persönliche Nähe der Politiker auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erlaube kurze Entscheidungswege, um eine Eskalation wegen Trumps Grönland-Drohungen zu vermeiden. Solange diese Hoffnung noch bestehe, dürfte ein erneuter Abverkauf an den Börsen vermieden werden. Die Konjunkturdaten seien aktuell irrelevant, da sie die Eskalation um Grönland kaum einfangen können. Viele deutsche Unternehmensverbände wie der VCI hatten am Vortag über die Unberechenbarkeit der Lage geklagt. Weder Kosten, noch Aufträge und Einnahmen seien bei den unzuverlässigen Rahmenbedingungen kalkulierbar. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen fängt diese Situation nicht ein. Die vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Deutschland ermittelten Konjunkturerwartungen haben sich im Januar etwas stärker als prognostiziert verbessert. Wie das ZEW mitteilte, stieg der Index der Konjunkturerwartungen auf 59,6 (Dezember: 45,8) Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf nur 50,0 prognostiziert. Der Index der Lagebeurteilung erhöhte sich auf minus 72,7 (minus 81,0) Punkte. Erwartet worden waren minus 75,5 Punkte. Dazu steht ein Urteilstermin des US-Supreme-Court an. Er könnte sich dann zur Rechtmäßigkeit der US-Zölle äußern, muss es aber nicht.
Redaktion finanzen.net / dpa-AFX / Dow Jones Newswires
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