Preisrutsch bei Edelmetallen: Gold- und Silber geben weiter nach - Erholung von Tagestiefs

02.02.2026 15:24:00

Bei Edelmetallen haben sich die Kursturbulenzen in der neuen Woche fortgesetzt. Nach einem Höhenflug mit Rekordpreisen bei Gold und Silber sind die Notierungen weiter auf Talfahrt.

Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) fiel am Montag zuletzt um 3,65 Prozent auf 4.687,69 US-Dollar, nachdem er am Freitag bereits um neun Prozent abgesackt war.

Zeitweise war der Goldpreis im frühen Handel sogar bis auf 4.406,72 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen. Das sind fast 1.200 Dollar oder etwa ein Fünftel weniger als beim Rekordhoch am Donnerstag. Trotz des jüngsten Einbruchs ist Gold immer noch etwas teurer als Ende 2025. Analysten bleiben optimistisch gestimmt und rechnen in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Preisen.

Beim Silber fällt der Einbruch vom Rekordhoch noch drastischer aus. Der Preis für eine Feinunze sackte am Montag zeitweise auf 71,73 US-Dollar nach einem Rekordhoch von 121,65 Dollar in der vergangenen Woche. Im Handelsverlauf konnte die Notierung aber einen Teil der Verluste wettmachen und wurde zuletzt bei 81,07 Dollar gehandelt.

Heftige Preisschwankungen gab es auch beim Preis für Kupfer, das ebenso wie Silber auch ein wichtiger Rohstoff für die Industrie ist. Unter anderem wird Kupfer in der Elektrotechnik, in der Bauwirtschaft und im Maschinenbau gebraucht. Der Preis für Kupfer fiel an der Börse in London am Montag um 5,7 Prozent auf 12.414 Dollar je Tonne. Hier war in der vergangenen Woche noch ein Rekordhoch bei mehr als 14.500 Dollar erreicht worden.

Experten vom Edelmetallhändler Heraeus wiesen darauf hin, dass der Preis für Platin von seinem Rekordstand bei 2.919 Dollar bis auf 1.885 Dollar je Unze korrigierte, was einem Rückgang von rund 35 Prozent entspricht. "Die Schwäche setzte bereits vor den Rückgängen bei Gold und Silber ein, was die größere Abhängigkeit Platins von Konjunktur und Industrieerwartungen widerspiegelt", heißt es in einer Analyse von Heraeus.

Wesentlicher Auslöser für die Einbrüche bei den Preisen sind jüngste Kursgewinne beim US-Dollar. Die amerikanische Währung profitierte von der Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger des US-Notenbankchef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.

Da Metalle in der Regel in Dollar gehandelt werden, spielt der Kurs der amerikanischen Währung eine wichtige Rolle für die Nachfrage. Ein starker Dollar macht die Metalle auf dem Weltmarkt teurer, was die Nachfrage bremst und die Preise belastet.

Hinzu kommen Spekulanten, die auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Diese hatten auf noch höhere Metallpreise gesetzt. Da diese spekulativen Geschäfte oft über Kredit laufen, kommen die Investoren bei fallenden Preisen schnell in Bedrängnis und müssen Positionen verkaufen. Das setzt den Preis dann weiter unter Druck und löste eine Abwärtsspirale aus.

Trotz der heftigen Marktturbulenzen haben Rohstoffexperten der Deutschen Bank das Ziel für den Goldpreis nicht verändert und weiter bei 6.000 Dollar je Unze im laufe dieses Jahres belassen. Ihrer Einschätzung nach bleiben unter anderem Anleger in China ein wichtiger Treiber bei den Goldkäufen.

Zuletzt haben vor allem geopolitischen Risiken die Preise für Edelmetalle angetrieben. Hinzu kommt die Aussicht auf weiter fallende Zinsen, die als Preistreiber wirkt. Beim Gold haben zudem die Käufe von Notenbanken die Nachfrage hochgehalten. Auch Analysten von Heraeus sehen die Gründe für steigende Preise weiter intakt: "Fundamentale Veränderungen waren für die jüngste Entwicklung hingegen nur von untergeordneter Bedeutung", heißt es in der Analyse.

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LONDON (dpa-AFX)

Bildquelle: Ravital / Shutterstock.com

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