Chemieaktien wie BASF, LANXESS und Wacker profitieren von Entlastung - Heidelberg Materials tiefrot

04.02.2026 13:26:00

Ein Bericht im "Handelsblatt" über die Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU hat am Mittwoch je nach Branche unterschiedliche Auswirkungen.

Mit zuletzt minus 5,96 Prozent auf 222,50 Euro im XETRA-Handel wurde die Aktie von Heidelberg Materials abgestraft, während viele Chemietitel profitierten. BASF stiegen im DAX mit plus 4,20 Prozent auf 49,39 Euro an die Spitze und im MDAX erreichten LANXESS Aufschläge von 7,45 Prozent auf 19,18 Euro und WACKER CHEMIE legten um 7,53 Prozent auf 74,25 Euro zu, während Evonik Kursgewinne von 5,84 Prozent auf 14,14 Euro einfuhren.

In dem "HB"-Bericht heißt es unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel (ETS), abschwächen. Geplant sei, über einen längeren Zeitraum als bisher vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten. Auch im Autosektor reagierten Anleger am Mittwoch erleichtert.

Heidelberg Materials dagegen litt nach gutem Lauf unter der Nachricht, denn die Aktien hatten erst vor wenigen Tagen ein Rekordhoch über der 240-Euro-Marke erreicht. Laut einem Händler galt der Zementkonzern als Vorreiter dabei, die Produktion emissionsfrei zu machen. Dies wollten sich die Heidelberger eigentlich teuer bezahlen lassen, argumentierte der Börsianer. Analyst Ben Rada Martin von Goldman Sachs verwies denn auch auf die Zementpreise, die kurzfristig unter niedrigeren Emissionseinflüssen leiden könnten.

Analystin Elodie Rall von JPMorgan schrieb indes, dass die aktuellen Meldungen wohl den längerfristigen Rechtsrahmen für den Emissionshandel nach 2030 prägen werden. Sie geht daher davon aus, dass kurzfristig keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten sind - und sieht in der Story noch keinen Wendepunkt. In dem Sektorrückschlag sieht sie daher eine gute Möglichkeit, um Aktien nachzukaufen.

Im Gegensatz zur Baustoffbranche steht die Chemiebranche an der Börse schon lange schlecht da. Erst im Dezember hatte der europäische Branchenindex ein Tief seit 2022 erreicht. Der Chef des Chemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, fordert mit Blick auf den europäischen Emissionshandel schon länger eine Reform, um die Wettbewerbsfähigkeit eines besonders wichtigen Wirtschaftszweigs in Europa zu sichern.

"Wir haben das weltweit schärfste CO2-Gebührenregime, aber das Klima kennt keine Grenzen", sagte Kullmann im Herbst der "Süddeutschen Zeitung". Er halte es daher für völlig falsch, eine Industrie, die weltweit in der Spitzenklasse spiele, scharf mit zusätzlichen Gebühren zu benachteiligen.

dpa-AFX

Bildquelle: BASF SE

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