SAP, RELX & Co. unter Druck: KI-Sorgen belasten Software- und IT-Aktien

04.02.2026 12:31:00

Unter den Anlegern bestimmter Technologiebranchen nehmen in diesen Tagen die Sorgen vor KI-Konkurrenz weiter zu.

So bleiben die Papiere des Software-Konzerns SAP unter Druck, die 2026 mit Einbußen von mehr als 20 Prozent der schwächste DAX-Wert ist. Dazu trug am Mittwoch ein Verlust des DAX-Schwergewichts im XETRA-Handel von 3,15 Prozent auf 161,74 Euro bei.

Gerade bei Aktien aus der Softwarebranche entwickelt sich die Stimmung in diesem Jahr negativ. Die Commerzbank verwies am Morgen auf die Sorge der Anleger über die Einführung neuer KI-Tools und deren potenzielle Störung traditioneller Geschäftsmodelle.

Diese hatte am Vortag auch die Aktien von Daten-Informationsdienstleistern wie RELX oder Wolters Kluwer schwer belastet, bei denen sich keine Erholung abzeichnet. Und auch die Aktien der London Stock Exhange blieben auf Talfahrt. Die RELX-Aktie verliert am Mittwoch in London zeitweise 1,85 Prozent auf 21,73 GBP, während die Aktien der London Stock Exchange 2,07 Prozent auf 70,32 GBP verlieren. Die Aktien von Wolters Kluwer verlieren in MAsterdam zeitweise 0,57 Prozent auf 69,64 Euro.

"Wir befinden uns in einem Umfeld, in dem der Sektor verurteilt wird, bevor der eigentliche Prozess beginnt", schrieb am Mittwoch der JPMorgan-Experte Toby Ogg mit Blick auf Software und IT. Besser als erwartete Ergebnisse einzelner Unternehmen reichten derzeit nicht mehr aus, um den Markt positiv zu überzeugen. "Es sei denn, es kann unwiderlegbar nachgewiesen werden, dass KI ein nachhaltiger Wachstumsmotor und nicht ein langfristiges Wachstumshemmnis ist", ergänzte er.

Die pessimistische Sichtweise ist Ogg zufolge vielschichtig. Auch Aktien aus dem Internetbereich wie AUTO1 oder Scout24 sind nicht immun gegen solche Gedanken, wie letztere auf einem Tief seit September 2024 zeigen. Sie fallen am Mittwoch im XETRA-Handel um 5,96 Prozent auf 74,90 Euro.

Der JPMorgan-Experte verwies auf die "Kannibalisierung" von Marktanteilen, neuen Wettbewerb mit neuen Lösungen und Gefahren beim Übergang zu neuen Umsatzmodellen. Dabei sei "Verteidigung an vielen Fronten" notwendig, was den Prozess zusätzlich erschwere.

Am Mittwoch wurden nun auch die Aktien von IT-Beratungsunternehmen wie adesso, Nagarro oder CANCOM mit Abschlägen zwischen 2,6 und 3,7 Prozent erfasst.

Dabei wurden die Nagarro-Titel zusätzlich von belastet von der Aufgabe einer bislang optimistischen Einstufung durch die Investmentbank Oddo BHF. Diese setzt jetzt mit einer Hochstufung auf Bechtle, woraufhin sich die Titel des MDAX-Mitglieds am Mittwoch mit einem Abschlag von 1,65 Prozent auf 41,82 Euro noch relativ gut schlugen.

/tih/mne/mis

FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX)

Bildquelle: Pavel Kapysh / Shutterstock.com

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