Deutsche Bank-Aktie stabil: Eigene Erwartungen für das abgelaufene Jahr erfüllt - Dividende angehoben

29.01.2026 15:46:00

Die Deutsche Bank hat im vierten Quartal wieder einen Milliardengewinn erzielt. Anleger dürfen sich außerdem über eine höhere Ausschüttung freuen.

Trotz einer unterdurchschnittlichen Rendite im Schlussquartal hat die Bank ihr vor gut drei Jahren ausgegebenes Renditeziel für 2025 erreicht. Aktionäre können sich über eine höhere Dividende und weitere Aktienrückkäufe freuen.

Der den Aktionären zurechenbare Gewinn stieg im Dreimonatszeitraum bis Ende Dezember wie von Analysten erwartet auf 1,3 Milliarden Euro von 106 Millionen im Vorjahr, als hohe Rückstellungen das Ergebnis massiv belastet hatten.

Im Gesamtjahr erzielte die Bank einen Gewinn von 6,12 Milliarden Euro nach 2,7 Milliarden im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite kletterte auf 10,3 Prozent. Die Bank hatte eine Rendite von über 10 Prozent angepeilt. Analysten hatten 10,1 Prozent prognostiziert. Im Quartal lag sie bei 8,7 Prozent.

Die Erträge kletterten 2025 um 7 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Die Bank hatte 32 Milliarden in Aussicht gestellt.

Die Aktionäre sollen eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie bekommen nach 0,68 Euro im Vorjahr. Zudem hat die Deutsche Bank die Genehmigung für ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Euro erhalten.

Die Deutsche Bank hat im November bereits neue Ziele für den Strategiehorizont bis 2028 ausgegeben. Sie strebt bis dahin eine Steigerung der Rendite auf über 13 Prozent an. Die Erträge sollen um mehr als 5 Prozent pro Jahr auf dann 37 Milliarden Euro zulegen.

Die Aufwand-Ertrags-Relation soll auf unter 60 Prozent sinken, womit die Bank für einen Euro Ertrag nur noch knapp 60 Cent aufwenden müsste. Sie will weiter in Wachstum und Technologie investieren, gleichzeitig 2 Milliarden Euro einsparen. 2025 lag die Kostenquote bei 64 Prozent.

Sewing: Unterstützen Aufklärung der Geldwäschevorwürfe

Die Deutsche Bank will sich ihre Rekordbilanz 2025 nicht von Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts verderben lassen. "Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen", betonte Konzernchef Christian Sewing in einem Schreiben an die Belegschaft. Der Manager sieht Deutschlands größtes Geldhaus "auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der europäische Champion zu werden".

Mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielte der Frankfurter DAX-Konzern im vergangenen Jahr das höchste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte und zugleich mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Unter dem Strich standen 6,1 Milliarden Euro Überschuss. Höher war der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn nur im Rekordjahr 2007.

Razzia und Ermittlungen

Getrübt wird der Geschäftserfolg von erneuten Ermittlungen gegen nicht näher benannte Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Vortag bekannt wurden: Ermittler durchsuchten die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurter sowie Geschäftsräume in Berlin. Nach Angaben der federführenden Frankfurter Staatsanwaltschaft geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.

Sewing verspricht Aufklärung

"Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu spät abgegebene Geldwäscheverdachtsanzeige", sagte Sewing. "Und auf dieser Basis prüft die Staatsanwaltschaft, ob es Anhaltspunkte für mögliche Geldwäsche gibt."

Sewing versicherte: "Selbstverständlich arbeiten wir vollumfänglich mit den Behörden zusammen." Eingehender wollte sich der Manager auch auf mehrfache Nachfrage nicht zu dem Thema äußern: "Die Untersuchungen laufen jetzt, damit setzen wir uns auseinander. Wir kooperieren, mehr gibt es nicht dazu zu sagen."

Immer wieder Ärger wegen Geldwäscheverdachts

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, geht es um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Dieser steht seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU und ließ über einen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt.

Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spät abgegeben zu haben, haben der Deutschen Bank schon mehrfach Ärger mit Justiz und Aufsicht eingebrockt. Das Institut bekam Bußgelder aufgebrummt, die Finanzaufsicht Bafin ließ über Jahre bis Ende 2024 einen Sonderaufpasser überwachen, welche Fortschritte die Bank bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung macht.

Sewing betonte, die Bank habe in den vergangenen zehn Jahren "enorm" in ihre Kontrollen investiert. Es gebe aber keine Garantie, dass nicht doch mal Fehler passierten.

Alle Sparten liefern - eine besonders

Den Löwenanteil seines Gewinns verdankte das Geldhaus auch 2025 der hauseigenen Investmentbank: Diese steigerte ihr Vorsteuerergebnis um ein Fünftel auf gut vier Milliarden Euro. Aber auch die Unternehmensbank und die Privatkundenbank samt Postbank und Norisbank konnten ihr Ergebnis zum Vorjahr kräftig steigern. Ein Rekordergebnis lieferte die Fondstochter DWS (DWS Group GmbHCo) ab.

Im Gesamtjahr 2024 hatte die Deutsche Bank vor Steuern noch knapp 5,3 Milliarden Euro verdient, der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss lag bei rund 2,7 Milliarden Euro. Ursächlich für den damaligen Gewinnrückgang war vor allem die Entschädigung früherer Postbank-Aktionäre.

Vorstand schraubt Geschäftsziele nach oben

Für die nächsten Jahre hat der Vorstand die Ziele bereits nach oben gesetzt: Deutlich höhere Erträge und weitere Einsparungen sollen die Eigenkapitalrendite bis zum Jahr 2028 auf mehr als 13 Prozent hieven. Den für 2025 angepeilten Wert von über 10 Prozent hat die Bank mit 10,3 Prozent erreicht.

Für 2026 hat sich die Bank zudem höhere Einnahmen vorgenommen: Nachdem die Erträge im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro stiegen, sollen sie nun auf etwa 33 Milliarden zulegen. Allerdings dürften auch die Kosten wegen hoher Investitionen leicht steigen.

Den Anteilseignern winkt nun eine Dividende von einem Euro je Aktie, rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Außerdem will die Deutsche Bank weiteres Geld in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Für eine Summe von einer Milliarde Euro hat sie nach eigenen Angaben schon die notwendigen Genehmigungen erhalten.

Aktie im Minus

An der Börse wurden die Neuigkeiten zunächst mit Kursverlusten quittiert. Im Verlauf drehte das Vorzeichen aber. Am Nachmittag legte die Aktie via XETRA zeitweise um 0,17 Prozent auf 32,92 Euro zu. Sie hat in den vergangenen zwölf Monaten schon fast zwei Drittel gewonnen.

Sewing hatte die Führung 2018 in einer langen und tiefen Krise übernommen. Mit dem Abbau Tausender Stellen und einer starken Verkleinerung der Investmentbank brachte er den DAX-Konzern wieder auf Gewinn- und Wachstumskurs. 2025 war das sechste Jahr in Folge, das die Deutsche Bank mit Gewinn abgeschlossen hat.

DOW JONES / dpa-AFX

Bildquelle: Nessluop / Shutterstock.com

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