BVB-Aktie unverändert: Frankfurt gegen Dortmund 3:3
Die eigentlichen Hauptprotagonisten von Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund wiederum ärgerten sich zum Start ins Jahr 2026 über eine verpasste Chance, machten aber Lust auf mehr in dieser Bundesliga-Saison.
"Was ein Spiel! Fußball-Herz, was willst du mehr?", schwärmte Frankfurts Coach Dino Toppmöller von dem Spektakel beim 3:3 gegen den BVB. Dortmunds Sportgeschäftsführer Lars Ricken bezeichnete die Partie als "Werbung für die Liga". Wirklich zufrieden konnte er aber nicht sein.
Ricken: "Unnötig zwei Punkte liegen gelassen"
Denn um vielleicht doch noch mal das Meisterschaftsrennen mit dem schon enteilten Spitzenreiter FC Bayern spannend zu machen, war das Unentschieden des BVB am 16. Spieltag wieder einmal zu wenig.
Es sei "definitiv mehr möglich gewesen", erklärte Ricken. Man habe "hier unnötig zwei Punkte liegen gelassen", fügte der 49-Jährige hinzu. Immerhin festigten die Dortmunder mit dem Zähler den zweiten Rang in der Tabelle und sind im Gegensatz zur siebtplatzierten Eintracht auf Kurs Champions League. Mehr scheint für den BVB derzeit einfach nicht drin zu sein.
Ereignisse überschlagen sich in Nachspielzeit
Und nach Abpfiff konnten die Schwarz-Gelben glücklich sein, überhaupt einen Punkt mitgenommen zu haben. Nach dem Treffer des Ex-Dortmunders Mahmoud Dahoud für die Eintracht in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 3:2 sah alles nach einem Frankfurter Sieg aus. Mit der quasi letzten Aktion des Spiels rettete Carney Chukwuemeka (90.+6) dem BVB das Remis.
"Nach der 91. kannst du zufrieden sein, davor unzufrieden. Jetzt haben wir einen Punkt mitgenommen, das ist okay, aber nicht das, was wir wollten", sagte Dortmunds Nationalspieler Nico Schlotterbeck.
Nach den kommenden beiden Heimspielen gegen Werder Bremen am Dienstag (20.30 Uhr) und den FC St. Pauli am kommenden Samstag (15.30 Uhr) werde sich zeigen, wie viel der Punkt wert gewesen sei, äußerte Ricken.
Guirassy als Sorgenkind
Ob dann auch die Torflaute von Stürmer Serhou Guirassy endet, bleibt abzuwarten. Der Angreifer machte in Frankfurt wie auch schon in den Wochen vor der Weihnachtspause einen unglücklichen Eindruck.
Dem 29-Jährigen, der seit dem neunten Spieltag am 31. Oktober gegen den FC Augsburg (1:0) auf einen Treffer wartet, gelang wenig bis gar nichts. Jeder Stürmer müsse "immer mal wieder durch solch eine Durststrecke durch", erklärte Dortmunds Trainer Niko Kovac und kündigte an: "Er kommt da wieder raus."
Guirassy blieb nicht nur torlos, sondern verschuldete auch noch das zwischenzeitliche 1:1 durch Can Uzun per Foulelfmeter (22.). Der Profi aus Guinea hatte zuvor Eintracht-Verteidiger Robin Koch mit einer plumpen Aktion zu Fall gebracht. Ein unnötiges Vergehen. "Er weiß selbst, dass er da nicht so hingehen darf. Das passiert von zehnmal einmal, es ist in der Situation ärgerlich, da wir die Frankfurter in den ersten 20 Minuten gut im Griff hatten", sagte Guirassys Mitspieler Waldemar Anton.
Frankfurts Zugänge liefern direkt
Während Guirassy im Formtief steckt, zeigten die Frankfurter Zugänge Younes Ebnoutalib und Arnaud Kalimuendo ihr Potenzial auf. In Co-Produktion sorgten die beiden für das 2:2. Während der von Nottingham Forest ausgeliehene Kalimuendo das Tor vorbereitete, erzielte der vom Zweitligisten SV Elversberg gewechselte Ebnoutalib seinen ersten Treffer im ersten Bundesliga-Spiel.
"Ich glaube, das ist ein ganz besonderer Tag heute für ihn, auch noch vor der Kurve", sagte Toppmöller über seinen neuen Angreifer, der gebürtiger Frankfurter ist. Der Torjäger selbst zeigte sich beim Pay-TV-Sender Sky nach der Partie überwältigt. "Ich bin noch immer ein bisschen sprachlos, es ist wirklich ein sehr, sehr krasses Gefühl, dass ich bei meinem Debüt auch noch ein Tor schieße."
Für Ebnoutalib setzt sich der rasante Aufstieg fort. Vor etwas mehr als einem Jahr spielte er noch in der Regionalliga für den FC Gießen. Wenigstens einer der Protagonisten vom 3:3 durfte sich also doch noch wie ein Sieger fühlen.
BVB-Trainer Kovac: Dass wir Bayern nicht angreifen können, sieht jeder
Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac hat die Ausnahmestellung des FC Bayern in dieser Saison deutlich gemacht. "Dass wir die Bayern nicht angreifen können, ich glaube, das sieht jeder", sagte der Coach des aktuellen Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga.
Kovac ergänzte: "Und die Bayern sind ja nicht nur in der Bundesliga Erster, sie sind auch in der Champions League ganz weit vorn. Das bedeutet, dieses Team, diese Mannschaft hat schon eine Extraklasse, die in der Bundesliga im Moment so nicht zu sehen ist."
Der Vorsprung des deutschen Rekordmeisters auf den ersten Verfolger vor dem letzten Hinrunden-Spieltag beträgt satte elf Punkte. Hinzu kommt eine Torbilanz der noch ungeschlagenen Mannschaft von Kovacs Trainerkollege Vincent Kompany von 63:12. Der BVB kommt auf 29:15.
Ziel des BVB ist ein anderes
"Wir wissen, wo wir herkommen. Wir wissen, wo die Bayern sind", betonte Kovac - einst selbst mal Trainer bei den Münchnern - bei einer Pressekonferenz in Dortmund. "Wir wissen letzten Endes, wo die Bayern einkaufen und wir einkaufen. Das ist einfach so. Das müssen wir alle so hinnehmen."
Ziel der Dortmunder sei es auch, so schnell wie möglich unter die Top Vier zu kommen, bekräftigte Kovac vor dem Heimspiel an diesem Dienstag (20.30 Uhr/Sky) gegen den SV Werder Bremen. Das würde die erneute Qualifikation für die Champions League bedeuten.
Die BVB-Aktie notiert im XETRA-Handel zeitweise unverändert bei 3,35 Euro.
FRANKFURT (dpa-AFX)
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