NVIDIA-Aktie tiefer: US-Exportgenehmigung für China und Milliarden-Deal mit Eli Lilly
• US-Regierung hat den Export von H200-Chips nach China offiziell genehmigt
• NVIDIA und Eli Lilly investieren gemeinsam in KI-Labor zur Beschleunigung der Medikamentenentwicklung
• Chinesische Tech-Konzerne haben bereits Aufträge für über zwei Millionen H200-Chips platziert
Export-Durchbruch: NVIDIAs H200-Chip erreicht den chinesischen Markt
Die Trump-Administration hat am Dienstag laut Reuters grünes Licht für den Verkauf des H200-Chips nach China gegeben, dem zweitstärksten KI-Beschleuniger im Portfolio von NVIDIA. Diese Entscheidung ist an strikte Bedingungen geknüpft: So darf die nach China gelieferte Menge 50 Prozent des US-Absatzvolumens nicht überschreiten. Zudem müssen chinesische Kunden nachweisen, dass die Chips ausschließlich für kommerzielle Zwecke und nicht für militärische Anwendungen genutzt werden.
NVIDIA begrüßte den Schritt als "durchdachte Balance", die es der US-Industrie erlaube, auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, zitiert die Nachrichtenagentur weiter. Kritiker befürchten hingegen, dass die Lieferung von schätzungsweise zwei Millionen Chips die KI-Kapazitäten Pekings massiv steigern könnte. Die Genehmigung erfolgt vor dem Hintergrund einer von Trump angekündigten 25-prozentigen Gebühr auf diese Exporte zugunsten der US-Regierung.
KI-Revolution in der Medizin: Kooperation mit Eli Lilly
Parallel zur geopolitischen Debatte fokussiert sich NVIDIA auf den Gesundheitssektor. Auf der JPMorgan Healthcare Conference stellten Jensen Huang und Eli Lilly-CEO Dave Ricks ein neues "KI-Co-Innovation Lab" in der San Francisco Bay Area vor. Ziel ist es, die langwierige Wirkstoffforschung von einem handwerklichen Prozess in ein effizientes "Engineering-Problem" zu verwandeln.
Das Labor kombiniert computergestützte Simulationen ("Dry Labs") mit automatisierten biologischen Laboren ("Wet Labs") in einem kontinuierlichen Lernsystem. Lilly nutzt hierfür bereits den leistungsstärksten KI-Supercomputer der Biopharma-Branche, einen NVIDIA DGX SuperPOD. Die Investition von bis zu einer Milliarde US-Dollar soll die Modellierung komplexer biologischer Systeme ermöglichen, um insbesondere Krankheiten des alternden Gehirns effektiver zu bekämpfen.
Wie die NVIDIA-Aktie auf die Neuigkeiten reagiert
Anleger reagierten verhalten positiv auf die Nachrichtenflut. Die NVIDIA-Aktie legte im regulären NASDAQ-Handel am Dienstag um 0,47 Prozent auf 185,81 US-Dollar zu. Am Mittwoch bewegte sich die Aktie letztlich mit 1,44 Prozent im Minus auf 183,14 US-Dollar. Analysten wie Jay Goldberg von Seaport Research weisen gemäß Reuters darauf hin, dass die neuen Exportregeln zwar kurzfristig den Umsatz stützen - chinesische Bestellungen übersteigen derzeit das verfügbare Inventar bei weitem -, die Durchsetzung der Endverbleibskontrollen in China jedoch eine Herausforderung für die US-Behörden bleiben wird.
Redaktion finanzen.net
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