BASF-Aktie in Rot: Gewinnrückgang im abgelaufenen Jahr größer als erwartet

23.01.2026 13:59:00

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im abgelaufenen Jahr weniger verdient als von ihm selbst und Experten erwartet.

Der operative Gewinn ging empfindlicher zurück als vom Unternehmen selbst in Aussicht gestellt, wie die Ludwigshafener am Donnerstagabend nach Börsenschluss überraschend mitteilten. Zwar stiegen die verkauften Mengen leicht. Doch niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte belasteten. Anleger zeigten sich enttäuscht und ließen die im DAX notierte Aktie am Freitag fallen.

So bewegt sich die BASF-Aktie

Ein unerwartet deutlicher Rückgang des operativen Gewinns im vergangenen Jahr hat die Aktien von BASF am Freitag belastet. Sie fielen zuletzt via XETRA um 1,66 Prozent auf 45,75 Euro und beendeten damit ihre jüngste Erholung. m Vortag waren die Papiere des Chemiekonzerns noch auf 46,71 Euro und damit den höchsten Stand seit Ende August gestiegen. Das Chartbild bleibt indes weiterhin positiv und im noch jungen Jahr steht ein Kursplus von rund 3 Prozent zu Buche.

Analyst Peter Spengler von der DZ Bank sprach von einer Ernüchterung zum Jahresstart. BASF habe erneut enttäuscht. Bereits tags zuvor hatte der im DAX notierte Konzern nach Börsenschluss Eckdaten für 2025 vorgelegt. Der operative Gewinn ging demnach stärker zurück als BASF selbst und der Markt erwartet hatten. Niedrigere Verkaufspreise und Währungseffekte wirkten sich negativ aus. Der Umsatz ging ebenfalls zurück, lag aber im Rahmen der Erwartungen.

Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan rechnet nun mit deutlich sinkenden Analystenschätzungen. Struktureller sowie zyklischer Gegenwind lasse die hohe Bewertung der BASF-Aktie anfällig erscheinen. Allgemein sei das schwache vierte Quartal des Chemiekonzerns kein gutes Signal für die gesamte Branche. Es bleibe allerdings unklar, wo genau der Schuh drückt, da BASF die vorläufigen Zahlen nicht auf einzelne Geschäftsteile heruntergebrochen habe, so Udeshi.

Aus Sicht von UBS-Experte Geoff Haire ist immerhin der freie Barmittelzufluss von BASF besser ausgefallen als gedacht. Laut Metzler-Analyst Thomas Schulte-Vorwick hilft das bei der Entschuldung und untermauert weitere Dividendenausschüttungen sowie Aktienrückkäufe. Katie Richards von der britischen Investmentbank Barclays bewertete die Kassenlage mit Blick auf die Kosten für die Restrukturierung des Chemiekonzerns jedoch als nicht mehr ganz so beeindruckend.

Dass BASF die Investitionen zurückgefahren habe, sei hingegen eindeutig positiv, ergänzte Richards. Außerdem erwartet die Analystin im ersten Halbjahr 2026 weitere Unterstützung durch Wintershall Dea. Die Beteiligung am Ölkonzern hatte den Eckdaten zufolge einen deutlich höheren Beitrag zum Ergebnis von BASF geleistet als im Vorjahr.

Citigroup-Fachmann Sebastian Satz baut derweil auf die milliardenschweren Investitionen der Bundesregierung in Infrastruktur und Rüstung. Dieser Stimulus werde die Chemie-Nachfrage im zweiten Halbjahr ankurbeln. Deswegen sei der Konsens für das Gesamtjahr noch immer erreichbar, obwohl BASF bereits ein schwaches erstes Quartal in Aussicht gestellt habe. Es brauche allerdings zeitnah höhere Absatzmengen.

Obwohl der Chemiekonzern ebenso wie die gesamte Branche weiter in der Schwebe sei, bleibe BASF doch sein Favorit im Sektor, schrieb Christian Faitz von der Investmentbank Kepler Cheuvreux. Jede Form anziehender Nachfrage dürfte die Profitabilität künftig signifikant erhöhen. Das Management habe all jene Dinge im Griff, die der Konzern tatsächlich kontrollieren könne.

Umsatz sinkt

Der Umsatz sank 2025 von 61,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf 59,7 Milliarden. Dies lag in etwa im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn voraussichtlich von 1,3 auf 1,6 Milliarden Euro. Zwar hatte BASF höhere Umbaukosten als ein Jahr zuvor zu schultern. Dafür gab es aber einen deutlich höheren Ergebnisbeitrag der Beteiligung am Ölkonzern Wintershall Dea und einen Sonderertrag aus dem Verkauf des Bautenanstrichmittelgeschäfts an den US-Konzern Sherwin-Williams.

Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) lag bei 1,3 Milliarden Euro und damit über dem Vorjahreswert von 700 Millionen sowie den Konzern- und Expertenerwartungen. Im Vergleich zum Vorjahr sei der freie Mittelzufluss durch niedrigere Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen gestützt worden.

Ende Oktober hatte Konzernchef Markus Kamieth eine massive Drosselung der Investitionen angekündigt. Betroffen war auch der Wachstumsmarkt China. Die Investitionen in den neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang würden bei 8,7 Milliarden Euro liegen, hieß es. Das sind 1,3 Milliarden weniger als ursprünglich kalkuliert. /he

LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX)

Bildquelle: BASF

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