Aktien von Microsoft und NVIDIA unter Druck: Zweifel an Milliarden-Investition in OpenAI verunsichern Anleger
• Zweifel an NVIDIAs Milliarden-Invest
• OpenAI-IPO birgt Chancen und Risiken
• KI-Aktien unter Druck
Zweifel an NVIDIAs geplanter Mega-Investition
Der vom Wall Street Journal veröffentlichte Bericht hat am Wochenende für Unruhe im KI-Sektor gesorgt: NVIDIAs angeblicher Plan, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu investieren, sei aufgrund interner Bedenken ins Stocken geraten, wie MarketWatch erklärt. Demnach zweifeln Führungskräfte bei NVIDIA an der künftigen Wettbewerbsposition des ChatGPT-Entwicklers. Statt einer Mega-Investition erwäge NVIDIA nun, sich lediglich an der nächsten Finanzierungsrunde zu beteiligen.
NVIDIA-CEO Jensen Huang äußerte sich bei einem Besuch in Taiwan zur Situation und stellte klar, er wolle "weiterhin sehr viel Geld" in OpenAI investieren - allerdings keine Summe in der Größenordnung von 100 Milliarden US-Dollar. Berichte über eine mögliche Unzufriedenheit mit OpenAI bezeichnete er als "Unsinn". Dennoch verstärkt die Unsicherheit rund um das Vorhaben die Zweifel am künftigen Wachstumstempo der KI-Branche, deren Entwicklung eng mit großen Akteuren wie NVIDIA, Microsoft und OpenAI verknüpft ist.
OpenAI-Börsengang rückt in den Fokus: Chancen und Risiken - auch für NVIDIA
OpenAI wird laut Barron’s derzeit mit rund 500 Milliarden US-Dollar bewertet und erzielte 2025 laut Unternehmensangaben einen Jahresumsatz von über 20 Milliarden US-Dollar. CEO Sam Altman erwartet bis 2027 einen Umsatzsprung auf 100 Milliarden US-Dollar. Parallel bereitet das Unternehmen laut Informationen des Wall Street Journal einen Börsengang im vierten Quartal 2026 vor und strebt dafür eine Finanzierungsrunde über bis zu 100 Milliarden US-Dollar an - bei einer möglichen Bewertung von bis zu 830 Milliarden US-Dollar.
Ein erfolgreicher IPO könnte den gesamten KI-Aktienmarkt beflügeln, einschließlich NVIDIA, erklärt Barron’s weiter. Zugleich bestehen jedoch Zweifel, ob OpenAI seine ambitionierten Wachstumsziele erfüllen kann. Besonders die gemeldeten Verpflichtungen über rund 1,4 Billionen US-Dollar für Cloud- und Chipverträge mit Partnern wie Microsoft, Oracle, AMD, Broadcom und CoreWeave gelten als Belastungsfaktor.
Trotz der Unsicherheiten bleibt NVIDIA mit seinen Grafikprozessoren und KI-Chips ein zentraler Profiteur des KI-Booms - auch wenn kurzfristig Marktschwankungen und Investorenverunsicherung auf die Aktie drücken.
So reagiert der Markt
Die Diskussion über NVIDIAs Investitionspläne trifft auf eine zunehmend nervöse Marktstimmung. Trotz eines Jahresplus von rund zwei Prozent liegen die Erwartungen an den KI-Sektor weiterhin hoch. Analysten warnen, dass eine Rücknahme der Investition in OpenAI ein Signal der Vorsicht sein könnte - und damit Zweifel an der kurzfristigen Profitabilität künstlicher Intelligenz nährt.
Am Montag ging es für die NVIDIA-Aktie via NASDAQ deshalb um 2,89 Prozent abwärts auf 185,61 US-Dollar. Auch andere Halbleiterwerte wie AMD und Marvell Technology gaben zeitweise nach. Die AMD-Aktie konnte jedoch in die Gewinnzone drehen und 4,03 Prozent auf 246,27 US-Dollar gewinnen, während Marvell Technologys Anteilsscheine um 0,13 Prozent auf 78,66 US-Dollar fielen. Die Papiere von OpenAI-Partner Microsoft fielen unterdessen um 1,61 Prozent auf 423,37 US-Dollar.
Redaktion finanzen.net
Bildquelle: Asif Islam / Shutterstock.com, Below the Sky / Shutterstock.com, Ken Wolter / Shutterstock.com