Musk schmiedet KI-Raumfahrt-Giganten: SpaceX und xAI vereint

03.02.2026 14:31:00

Musk hat die Raumfahrtfirma SpaceX und xAI zusammengelegt. Gemeinsam sollen die Unternehmen unter anderem Rechenzentren im All bauen, wie Musk ankündigte.

Er schätze, dass in zwei bis drei Jahren dies der günstigste Weg sein werde, um Rechenleistung für Künstliche Intelligenz zu generieren, schrieb er in einem Blogeintrag.

Zunächst wird der Deal es Musk aber ermöglichen, xAI mit Milliarden aus den Kassen von SpaceX zu versorgen. Die KI-Firma hat einen hohen Kapital-Verschleiß - und starke Konkurrenten unter anderem mit Google und dem ChatGPT-Erfinder OpenAI.

SpaceX und zuletzt auch der ebenfalls von Musk geführte Elektroauto-Hersteller Tesla steckten in Finanzierungsrunden bereits jeweils zwei Milliarden Dollar in xAI und bekamen dafür Beteiligungen.

SpaceX ließ sich die Übernahme von xAI der Website "The Information" zufolge 250 Milliarden Dollar kosten. Offizielle Angaben dazu gab es nicht. Die kombinierte Superfirma aus Raumfahrt und KI solle insgesamt mit 1,25 Billionen Dollar bewertet werden, schrieb zuvor der Finanzdienst Bloomberg. Musk war bereits der Chef sowohl bei SpaceX als auch bei xAI.

Große Ambitionen

Eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Rechenzentren im All soll die SpaceX-Rakete Starship spielen, die größere Lasten in die Umlaufbahn bringen kann. Musk sprach von stündlichen Starts der Starship-Raketen mit jeweils 200 Tonnen Nutzlast. Damit werde man Millionen Tonnen Technik starten. Den Strom sollen solche Rechenzentren nach Musks bereits bekannten Vorstellungen aus Sonnenenergie beziehen - während auf der Erde dafür in den USA gerade Atomkraft wieder ausgebaut wird.

Fabriken auf dem Mond könnten von dortigen Ressourcen profitieren und Satelliten bauen, die man noch tiefer im Weltall platzieren könnte, schrieb Musk weiter. In seinem Firmengeflecht entwickelt Tesla humanoide Roboter, die auch unter widrigen Bedingungen einsetzbar sein sollen.

Musk verkündet auch schon seit vielen Jahren, den Mars besiedeln zu wollen. Starship machte bisher lediglich Testflüge - von denen nicht alle erfolgreich waren.

USA auf SpaceX angewiesen

SpaceX und xAI sind beides nicht an der Börse notierte Unternehmen, was eine Fusion einfacher macht. Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge wurde bei SpaceX aber auch ein potenzieller Zusammenschluss mit Tesla durchgespielt.

SpaceX ist seit Jahren praktisch unverzichtbar für das US-Raumfahrtprogramm. Musk hält nach bisherigen Informationen einen Anteil von rund 40 Prozent an den Unternehmen. Früheren Medienberichten zufolge erwog SpaceX einen Börsengang, bei dem die Firma 50 Milliarden Dollar einnehmen und insgesamt mit bis zu 1,5 Billionen Dollar bewertet werden sollte. An den Börsenplänen werde weiterhin festgehalten, schrieb Bloomberg.

Kontroverse um xAI

Bei xAI wird der Chatbot Grok entwickelt, den Musk ins Rennen unter anderem mit ChatGPT schickte. Aktuell steht Grok in der Kritik, weil die Software dazu verwendet werden konnte, Frauen in Bikinis oder Dessous darzustellen. Nachdem Behörden aktiv wurden, schränkte xAI die Möglichkeiten dazu ein. Auch die Online-Plattform X, in die Musk das von ihm für 44 Milliarden Dollar gekaufte Twitter umbaute, wurde in xAI eingebracht.

Entwicklung, Training und Betrieb Künstlicher Intelligenz brauchen gewaltige Ressourcen. So wollen OpenAI, der Konkurrent Anthropic sowie Tech-Schwergewichte wie Google und der Facebook-Konzern Meta Platforms zusammen Hunderte Milliarden Dollar für den Ausbau von Rechenzentren ausgeben. Ob Musk mit der Auslagerung von Technik ins All tatsächlich einen Vorteil erzielen kann, steht allerdings noch in den Sternen.

Britischer Datenschützer leitet Untersuchung wegen Grok ein

Der britische Datenschutzbeauftragte hat eine Untersuchung zur Erstellung sexualisierter Bilder und Videos durch den KI-Chatbot Grok in Elon Musks Kurznachrichtendienst X eingeleitet. Der Schritt folge Berichten über die Erstellung solcher Bilder ohne Zustimmung der Betroffenen durch Grok, einschließlich von Kindern, hieß es in einer Mitteilung des Information Commissioner's Office (ICO).

Die Erstellung und Verbreitung solcher Bilder solcher Inhalte werfe "erhebliche Bedenken im Hinblick auf das britische Datenschutzrecht auf und birgt das Risiko erheblicher potenzieller Schäden für die Öffentlichkeit", so die Mitteilung weiter. Es gehe darum, ob persönliche Daten rechtmäßig, fair und transparent verarbeitet worden seien und ob es angemessene Sicherheitsmechanismen bei Grok gebe, um zu verhindern, dass persönliche Daten zur Erstellung schädigender manipulierter Bilder verwendet werden.

ICO kann Strafen in Millionenhöhe verhängen

Die Untersuchung solle feststellen, ob die Unternehmen XIUC und xAI bei der Entwicklung und Anwendung von Grok die Datenschutzgesetze eingehalten haben. Noch sei nicht festgestellt worden, ob ausreichende Hinweise für einen Verstoß gegen das Datenschutzrecht vorlägen. Sollte das der Fall sein, würden etwaige Stellungnahmen der Unternehmen geprüft werden, so die Mitteilung weiter.

Das ICO kann Verstöße gegen das Datenschutzrecht unter anderem mit Strafen in Höhe von bis zu 17,5 Millionen Pfund (etwa 20,3 Millionen Euro) oder vier Prozent des weltweiten Umsatzes ahnden, je nachdem was höher ist.

AUSTIN / LONDON (dpa-AFX)

Bildquelle: SpaceX

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