Intel-Aktie sackt ab: Enttäuschender Ausblick wirkt weiter nach
• Intel-Aktie bricht ein
• Enttäuschender Ausblick wirkt weiterhin nach
• Analysten raten mehrheitlich zum Halten
Die Intel-Aktie steht aktuell stark unter Druck. Im Montagshandel an der NASDAQ ging es letztlich 5,72 Prozent auf 42,49 US-Dollar nach unten. In den letzten fünf Handelstagen ist die Bilanz mit -12,5 Prozent tiefrot. Immerhin: Seit Jahresbeginn ging es bisher 15,15 Prozent nach oben und auf 12-Monats-Sicht sogar 114,6 Prozent.
Die schlechte Stimmung rund um den Chipriesen liegt an der jüngsten Zahlenvorlage letzte Woche, als über das vierte Geschäftsquartal sowie das Gesamtjahr 2025 berichtet wurde. So zog der Gewinn in beiden Berichtsperioden jeweils an, der Umsatz schrumpfte, lag jedoch immer noch über den Vorabschätzungen von Wall Street-Experten.
Ausblick sorgt für lange Gesichter
Was für lange Gesichter sorgte, war der Ausblick für das laufende Quartal, der von Lieferengpässen überschattet wird. Finanzchef David Zinsner erklärte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass der Ausbau der Produktionskapazitäten für Intels neue Chipgeneration Zeit in Anspruch nehme. Vor diesem Hintergrund wolle der Konzern in den kommenden Monaten vorrangig die hohe Nachfrage aus dem Rechenzentrumsbereich bedienen. Den Bedarf in diesem Segment habe Intel bei seinen Planungen unterschätzt.
Analyst Jay Goldberg von Seaport Research verwies im US-Sender CNBC zudem auf Engpässe bei Speicherchips, die dazu führten, dass weniger PCs mit Intel-Prozessoren gefertigt werden könnten. Ursache der Knappheit sei der stark gestiegene Speicherbedarf von KI-Rechenzentren, der die Produktionskapazitäten an ihre Grenzen bringe.
Unterschiedliche Analystenstimmen
JPMorgan hat das Kursziel für die Intel-Aktie nach der Zahlenvorlage zwar von 30 auf 35 US-Dollar angehoben, das Underweight-Rating wurde jedoch bekräftigt. Wie es in der Analyse heißt, hätten die Kennziffern des Halbleiterkonzerns die Erwartungen zwar übertroffen, wegen des enttäuschenden Ausblicks aufs laufende Jahr, habe Analyst Harlan Sur jedoch seine Gewinnschätzung (bereinigtes EPS) für 2026 gesenkt. Er begründete das angehobene Kursziel mit den gestiegenen Bewertungsmultiplikatoren im Sektor.
Am Montag bekräftigte auch die DZ Bank ihre Einstufung "Verkaufen", hob jedoch ebenso das Kursziel von 30 auf 36 US-Dollar an. Produktionsprobleme setzten den Halbleiterhersteller kurzfristig unter Druck, schrieb Ingo Wermann in der Studie. Die Fertigung von Chips mit neuer Prozessorarchitektur sei weiterhin von einer zu hohen Fehlerquote geprägt. Zudem bleibe die Aktie trotz des jüngsten Kursrückgangs hoch bewertet.
Auf der Analyseplattform TipRanks trifft die Intel-Aktie auf insgesamt 30 Ratings, wovon der Großteil (19 Stück) eine Halteempfehlung darstellt. Dazu kommen sieben Kaufempfehlungen und vier Verkaufsempfehlungen. Das durchschnittliche Kursziel liegt hier bei 48,04 US-Dollar und suggeriert damit ein Aufwärtspotenzial von 13,06 Prozent gegenüber dem jüngsten Schlusskurs bei 42,49 US-Dollar.
Die Intel-Aktie am Dienstag
Am Dienstag zeichnet sich eine Erholung ab: Im vorbörslichen NASDAQ-Handel geht es stellenweise 3,25 Prozent auf 43,87 US-Dollar nach oben.
Redaktion finanzen.net
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