BioNTech-Aktie im Fokus: Zwischen Bayer-Klage und der Entwicklung von Krebsmedikamenten

09.01.2026 23:05:05

BioNTech sieht sich einem neuen rechtlichen Konflikt gegenüber, während das Unternehmen gleichzeitig seinen strategischen Wandel zum Krebsmedikamentenentwickler vorantreibt.

• Bayer verklagt BioNTech, Pfizer und Moderna wegen angeblicher Verletzung von mRNA-Patenten aus den 1980er-Jahren
• BioNTech plant die Markteinführung seines ersten Krebsmedikaments für 2026
• Analysten sehen das Potenzial der Onkologie-Pipeline noch nicht vollständig im aktuellen Aktienkurs reflektiert

Neuer Patentstreit belastet BioNTech

Bayer hat vor wenigen Tagen beim Bundesgericht im US-Bundesstaat Delaware Klage gegen BioNTech, Pfizer und Moderna eingereicht. Der Pharmakonzern wirft den Unternehmen vor, bei der Entwicklung und Herstellung ihrer Corona-mRNA-Impfstoffe geschützte Technologien verletzt zu haben, die ursprünglich von der Bayer-Tochter Monsanto in den 1980er-Jahren entwickelt wurden. Bemerkenswert ist, dass Bayer zwar Schadenersatz fordert, aber kein Verkaufsverbot der Impfstoffe anstrebt, was darauf hindeutet, dass es primär um finanzielle Kompensation geht.

Parallele Rechtsverfahren erhöhen den Druck

Die Situation wird dadurch komplexer, dass Bayer parallel eine weitere, ähnliche Klage gegen Johnson & Johnson vor einem Bundesgericht in New Jersey führt. Dort geht es um ein DNA-basiertes Herstellungsverfahren. Für BioNTech bedeutet diese rechtliche Auseinandersetzung eine zusätzliche Unsicherheit bezüglich der früheren COVID-Impfstofferlöse, ohne dass das laufende operative Geschäft aktuell direkt eingeschränkt würde. Die Entscheidung in diesem Rechtsstreit könnte jedoch weitreichende finanzielle Folgen haben.

Strategische Neuausrichtung auf Krebsmedikamente

Trotz der rechtlichen Herausforderungen treibt BioNTech seine strategische Neuausrichtung konsequent voran. In einer Übersicht zu neuen Arzneimitteln für 2026 wird hervorgehoben, dass BioNTech in diesem Jahr sein erstes Krebsmedikament auf den Markt bringen will. Dies markiert einen entscheidenden Schritt in der Transformation des Unternehmens: weg vom pandemiegetriebenen COVID-Umsatz hin zu einer Onkologie-Pipeline mit personalisierten Krebsimpfstoffen und Kombinationstherapien. Der Markt blickt daher besonders gespannt auf die klinischen Daten in Phase-2-/Phase-3-Programmen, die für die Bewertung von BioNTech als Krebsimmuntherapie-Unternehmen entscheidend werden dürften.

Künstliche Intelligenz als Wettbewerbsvorteil

Ein weiterer strategischer Schwerpunkt für BioNTech ist die systematische Integration von Künstlicher Intelligenz in Forschung und Entwicklung. Ziel ist es, die Trefferquoten bei Wirkstoffkandidaten zu erhöhen und Entwicklungszyklen zu verkürzen. Besonders erwähnenswert ist der 2023 abgeschlossene Kauf von InstaDeep für rund 500 Millionen Euro sowie die Entwicklung interner KI-Tools wie "Laila" für automatisierte Labor-Workflows. Diese technologischen Investitionen sollen die Entwicklung der Onkologie-Pipeline beschleunigen und BioNTechs Position im Markt für Krebsimmuntherapien stärken.

Moderate Performance trotz Zukunftsaussichten

Obwohl BioNTech in Marktkommentaren als Aktie mit struktureller Fantasie (u. a. KI-Einsatz in der Onkologie) diskutiert wird, zeigt der Kurs seit Anfang Dezember 2025 trotz CureVac-Übernahme eine eher seitwärts gerichtete Tendenz um etwa 96-100 US-Dollar. Dies unterstreicht, dass die jüngsten Nachrichten zum Patentstreit, zu Pipeline-Fortschritten und zum KI-Fokus bisher noch nicht zu einer starken, nachhaltigen Neubewertung geführt haben. Analysten wie Berenberg sehen die umfangreiche Onkologie-Pipeline weiterhin nicht vollständig im Kurs reflektiert. So verspreche das Mittel Gotistobart mit Blick auf das so zentrale Gesamtüberleben, zum Medikament der Wahl gegen eine bestimmte Lungenkrebsform zu werden. Und so hoben die Berenberg-Experten ihr Kursziel für die BioNTech-Aktie jüngst auf 155 US-Dollar an und bekräftigten ihre Kaufempfehlung.

BioNTech-Aktie aktuell

An der NASDAQ hat die BioNTech-Aktie in den letzten 12 Monaten 19,54 Prozent an Wert verloren. Seit Jahresbeginn ging es immerhin 3,83 Prozent nach oben. Am Freitag zeigte sich das Papier im Handel letztlich 1,01 Prozent höher bei 99,85 US-Dollar.

Redaktion finanzen.net

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Bildquelle: Thomas Lohnes/Getty Images

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