Tesla-Aktie im Blick: Tesla-Manager lehnt Exklusivität ab - und setzt auf Kooperation für die E-Zukunft
• Tesla verzichtet auf Exklusivvereinbarungen
• Eigenes Netzwerk soll gestärkt werden
• "Rechtliche Schutzgräben"
In einer Zeit, in der der Wettbewerb um die besten Standorte für E-Ladeinfrastruktur zunimmt, schlägt Tesla nun wohl einen anderen Weg ein: So verzichtet das Unternehmen offenbar bewusst auf Exklusivvereinbarungen mit Grundstückseigentümern. Statt den Ausbau seines globalen Supercharger-Netzwerks durch juristische Hürden zu schützen, setze der Auto-Konzern nun auf Kooperation und offene Strukturen, wie unter anderem Teslarati berichtet. Damit dürfte der Elektroautobauer eine Strategie verfolgen, die nicht nur das eigene Netzwerk stärken, sondern auch der gesamten Branche zugutekommen könnte.
Max de Zegher, Teslas Top-Manager im Ladeinfrastrukturbereich für Nordamerika, Europa, den Nahen Osten, Afrika und den asiatisch-pazifischen Raum, erklärte via X, dass Tesla Exklusivitätsangebote aktiv ablehne. Stattdessen werde den Vermietern nahegelegt, möglichst vielen Anbietern Zugang zu ihren Flächen zu gewähren. "Wir ermutigen Sie, so viel Ladeinfrastruktur wie möglich zu installieren. Wir halten an unserem Ziel fest, so viel zuverlässige und erschwingliche Ladeinfrastruktur wie möglich bereitzustellen, sei es von Tesla oder anderen Anbietern", so de Zegher.
When landlords offer us exclusivity, we actively reject it and explain our reasoning. We encourage them to install as much charging infrastructure as possible. We stand by our goal of ensuring as much dependable and affordable charging infrastructure as possible, whether from… https://t.co/pRFTL6YaYR
- Max (@MdeZegher) May 2, 2025
Diese Offenheit scheint sich zunächst auszuzahlen: Wie aus dem aktuellen Quartalsbericht von Tesla hervorgeht, betreibt das Unternehmen mittlerweile 7.131 Supercharger-Stationen mit insgesamt 67.316 Ladepunkten weltweit. Das dürfte das Netzwerk nicht nur zu einem der größten, sondern auch zu einem der zuverlässigsten im Markt machen.
Offene Standards statt "Rechtliche Schutzgräben"
Teslas Philosophie widerspricht der gängigen Praxis vieler Infrastrukturprojekte, die durch exklusive Partnerschaften eine Marktdominanz absichern wollen. Zwar hätte Tesla mit dem Ausbau seines Supercharger-Netzwerks leicht einen sogenannten "Burggraben" schaffen können - eine Art Marktzugangssperre für Konkurrenten. Doch der Autobauer verfolgt offenbar eine andere Logik: "Es gibt keinen Mangel an Parkplätzen, insbesondere angesichts der zunehmenden Autonomie am Horizont. Rechtliche Schutzgräben bremsen den Ausbau der Elektrofahrzeug-Infrastruktur nur", so de Zegher in seinem X-Beitrag.
Das Unternehmen öffnete sein Netzwerk daher schon vor Jahren für E-Fahrzeuge anderer Hersteller. Mit dem eigenen Ladeanschluss NACS (North American Charging Standard) setzte Tesla mittlerweile sogar einen neuen Industriestandard, dem sich bereits große Autobauer wie Ford, General Motors, Rivian und Lucid angeschlossen haben.
Für de Zegher steht fest: Die Zukunft der Mobilität braucht keine Abschottung, sondern Skalierbarkeit und Zugang. Rechtliche Hürden würden lediglich das Wachstum der Ladeinfrastruktur bremsen und damit die dringend nötige Transformation der Verkehrswelt verzögern.
Mit seiner klaren Ablehnung von Exklusivverträgen dürfte Tesla ein Zeichen im Markt setzen - inwiefern sich das auswirken wird, bleibt wohl abzuwarten.
Redaktion finanzen.net
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