VW-Aktie mit Verlusten: Absatzflaute bei klassischen Transportern

15.01.2026 16:20:00

Die VW-Transportersparte hat im vergangenen Jahr weniger Fahrzeuge verkauft.

Weltweit wurden 401.000 Fahrzeuge aller Baureihen ausgeliefert, 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover mitteilte. Deutliche Rückgänge gab es vor allem beim meistverkauften Modell VW Transporter und beim Pick-up Amarok. Die beiden in Hannover gebauten Modelle ID. Buzz und Multivan legten dagegen deutlich zu.

Beim Elektro-Bulli ID. Buzz verdoppelte sich die Auslieferungszahl auf gut 60.000 Stück, beim Multivan ging es um rund ein Drittel nach oben auf knapp 39.000 Fahrzeuge. Beides seien neue Bestwerte. Auch Caddy und Crafter, die VW in seinem polnischen Werk baut, legten etwas zu. Das konnte die Rückgänge bei Transporter und Amarok aber nicht ganz ausgleichen. Beide Modelle hat VW zusammen mit Ford (Ford Motor) entwickelt und lässt sie auch dort bauen.

"Bei den vollelektrischen Fahrzeugen haben wir in Europa fast 25 Prozent Marktanteil mit dem ID. Buzz in seinem Segment", sagte Markenchef Stefan Mecha im Interview mit der "Automobilwoche". Doch Marktanteil allein reiche nicht. "Entscheidend für die Auslastung und die Kostenstruktur unserer Werke sind die absoluten Volumina - und die bleiben hinter den Erwartungen zurück, wenn der Gesamtmarkt nicht wächst."

Einigung zum Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland bei MAN

Knapp zwei Monate nachdem der Bus- und Lastwagenhersteller MAN den Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland angekündigt hat, gibt es eine Einigung mit der Arbeitnehmerseite. Unter anderem verspricht das zu Volkswagen gehörende Unternehmen, bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte zu investieren. Zudem wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 vereinbart, die - abhängig von der Entwicklung des Unternehmens - bis 2040 verlängert werden kann. Betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen.

MAN hatte im November angekündigt, über zehn Jahre hinweg 2.300 Jobs abbauen zu wollen. Schon damals hatte das Unternehmen Beschäftigungssicherung und den Erhalt der Produktionsstandorte in Deutschland angeboten und angekündigt, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Betroffen vom Abbau sind der Hauptstandort München mit 1.300 wegfallenden Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400. Die IG Metall hatte damals scharfe Kritik geübt und war zudem von höheren Zahlen ausgegangen. Jetzt nennt auch sie 2.300 Jobs.

Gespräche standen "mehrfach vor dem Scheitern"

"Nach teils sehr kontroversen Gesprächen, die mehrfach vor dem Scheitern standen, konnten wir mit dem Unternehmen eine belastbare Beschäftigungssicherung für 10 Jahre vereinbaren", sagt die Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, Sibylle Wankel von der IG Metall. Zudem blieben alle tariflichen Leistungen erhalten.

MAN-Chef Alexander Vlaskamp sprach von einem ausgewogenen Programm, das die Wettbewerbsfähigkeit von MAN sichere. Das Unternehmen will durch die Maßnahmen bis 2028 die Kosten um 900 Millionen Euro senken. Teil der Maßnahmen ist allerdings auch, dass wesentliche Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration in Osteuropa vorgenommen werden. Dies sieh die IG Metall kritisch, weil sie eine weitere Abwanderung dorthin befürchtet.

Die VW-Aktie verliert im XETRA-Handel zeitweise 0,92 Prozent auf 102,75 Euro.

/fjo/DP/men

HANNOVER (dpa-AFX)

Bildquelle: Bocman1973 / Shutterstock.com, FotograFFF / Shutterstock.com, pokchu / Shutterstock.com

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