RWE-Aktie im Höhenflug: 50-Euro-Marke nach Erfolg in Großbritannien im Visier
Analysten wie die von Bernstein Research sehen die Essener als "großen Gewinner" einer Windkraftauktion in Großbritannien. RWE habe sich den Löwenanteil der ausgeschriebenen Projekte auf See gesichert. Auch für den britischen Stromerzeuger SSE sei der Ausgang ein Erfolg. SSE-Aktien stiegen in London um bis zu 3 Prozent.
Für RWE ging es in der Spitze um 3,5 Prozent auf 49,93 Euro nach oben. Zuletzt gewann die RWE-Aktie via XETRA 1,58 Prozent auf 49,01 Euro. Mit einem Aufschlag von gut 9 Prozent seit Jahresbeginn liegen die Papiere der Essener auf Rang fünf im 40 Aktien umfassenden DAX.
Mit der bei einer staatlichen Auktion von Windkraft gewonnenen Kapazität von knapp sieben Gigawatt sei RWE der größte Sieger, schrieb auch Analyst Ahmed Farman von der US-Bank Jefferies. Insgesamt habe Großbritannien in der Auktionsrunde mit 8,245 Gigawatt deutlich mehr Kapazität versteigert als erwartet. Er selbst und wohl auch der Markt hätten mit nur fünf Gigawatt gerechnet.
Hinzu komme, dass die bei der Auktion gezahlten Preise auf eine Rendite der Projekte von über 10 Prozent hindeuten, so Farman. Das liege deutlich über der Zielmarke von RWE von 8,5 Prozent und am oberen Ende der Renditespanne von 7,5 bis 11 Prozent, die weltweit bei Windkraftprojekten auf See angesetzt werde. Auch Siemens Energy wurden als Profiteur der Auktion gesehen. Ihre Aktien tun sich nach dem Rekord der Vorwoche aber schwer und verzeichnen leichte Gewinnmitnahmen.
Im Zusammenhang mit der Auktion gab zudem die Beteiligungsgesellschaft KKR eine strategische Partnerschaft mit RWE bekannt. Sie wollen damit die Offshore-Windprojekte Norfolk Vanguard East und Norfolk Vanguard West in Großbritannien finanzieren, die Bestandteil der Auktion waren. Die beiden neuen Windparks werden eine Gesamterzeugungskapazität von gut drei GW haben.
Insgesamt sei ein Investitionsvolumen von über 15 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Die Inbetriebnahme der Windparks sei für 2029 beziehungsweise 2030 vorgesehen.
RWE erhält in britischer Offshore-Auktion Zuschlag über 6,9 Gigawatt
Der Energiekonzern RWE war bei der jüngsten Offshore-Wind-Auktion in Großbritannien erfolgreich. Insgesamt habe RWE in der siebten Ausschreibungsrunde (AR7) Zuschläge für eine Kapazität von 6,9 GW erhalten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. Die Aktie zog 3 Prozent an. Analysten sehen den DAX-Konzern als großen Gewinner der Ausschreibungsrunde.
In der Auktion sicherte sich RWE 20-jährige Differenzverträge in Höhe von 91,20 Britische Pfund je Megawattstunde für fünf Windparks: Die in der britischen Nordsee gelegenen Windparks Norfolk Vanguard East und West sowie zwei Projekte in der Dogger Bank South und das RWE-Projekt Awel y Môr in der Irischen See.
Mit Differenzverträgen wird der Ausbau von Erneuerbarer Energie gefördert. Sie bieten Planungssicherheit, indem Windparkbetreiber einen festen Strompreis über einen bestimmten Zeitraum erhalten. Liegt der Marktpreis unter diesem Referenzpreis, gleicht der Staat die Differenz aus, liegt er darüber, muss der Betreiber die Differenz zurückzahlen.
Jefferies-Analyst Ahmed Farman zufolge stieg der nun vereinbarte Auktionspreis im Vergleich zur sechsten Ausschreibungsrunde um 10 Prozent und damit deutlich über seine Erwartungen, ebenso wie die von RWE erzielten Zuschläge. Die gewonnenen Kapazitäten dürften seiner Meinung nach dazu beitragen, die langfristigen Wachstumsziele des Konzerns zu untermauern. Allerdings benötigten Investoren Transparenz, bei der von RWE geplanten Umsetzung und Kapitaldisziplin.
RWE hat zudem mit der Beteiligungsgesellschaft KKR eine langfristige Partnerschaft vereinbart, um die Norfolk-Projekte gemeinsam zu realisieren. KKR beteiligt sich dafür mit jeweils 50 Prozent an den Windparks. Vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen wird der Abschluss der Transaktion im Sommer erwartet. Die Zusammenarbeit bei weiteren Projekten soll geprüft werden.
Auch die anderen drei Windparks realisiert RWE nicht allein, sondern arbeitet hier mit Siemens, den Stadtwerken München, sowie dem Energiekonzern Masdar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen.
/ag/mis
FRANKFURT (dpa-AFX)
Bildquelle: rafapress / Shutterstock.com, Dennis Diatel / Shutterstock.com, Andre Laaks, RWE
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