09.01.2017 22:20
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Digitalwährung Bitcoin schlug sich 2016 besser als jede andere Währung

Überraschendes Ergebnis: Digitalwährung Bitcoin schlug sich 2016 besser als jede andere Währung | Nachricht | finanzen.net
Überraschendes Ergebnis
Im Jahr 2016 standen aufgrund diverser politischer Ereignisse eher Währungen wie der US-Dollar, der Euro oder das Britische Pfund im Fokus vieler Anleger. Die größten Kurszuwächse gab es allerdings woanders.
Im noch jungen Jahr 2017 sorgte ein Wert bereits für einen lauten Paukenschlag am Markt: Die Digitalwährung Bitcoin konnte in den ersten Januartagen sowohl zum Euro als auch zum US-Dollar auf einen neuen Rekordstand steigen. Ein Bitcoin war in der Spitze 1.087 Euro wert, der Wechselkurs der Kryptowährung zur US-Währung lag zeitweise bei 1.161 Dollar.

Der Bitcoin-Kurs brach zwar kurz darauf wieder kräftig ein, die neuen Höchststände reichten aber aus, um die Digitalwährung zurück ins Gedächtnis vieler Investoren zu rufen. Denn abgesehen von einem Hack gegen die Bitcoin-Börse Bitfinex im August 2016 und einem darauffolgenden Kurssturz war es im vergangenen Jahr recht ruhig um die noch junge Währung geworden. Allerdings zu Unrecht, wie ein kurzer Blick zurück zeigt. Denn die Performance der Kryptowährung im Jahr 2016 kann sich durchaus sehen lassen.

Bitcoin ließ 2016 alle andere Währungen hinter sich

Im vergangenen Jahr hat sich der Bitcoin-Kurs gegenüber dem US-Dollar mehr als verdoppelt. Der letzte Kurs lag 2016 bei 968,23 Dollar und damit 126,2 Prozent höher als noch zu Jahresbeginn, wie "Visual Capitalist" berechnet hat. Damit wies die digitale Währung 2016 nicht nur eine bessere Performance auf als DAX, Dow Jones, S&P 500, Gold oder Öl, sondern war auch die Währung mit der besten Performance überhaupt - und zwar mit riesigem Abstand. Denn auf Rang zwei der stärksten Währungen des vergangenen Jahres folgt laut "Visual Capitalist" erst mit großem Abstand der Brasilianische Real, der 2016 ein Kursplus von 21,9 Prozent gegenüber dem Dollar verbuchen konnte.

Die starke Performance der Kryptowährung im vergangenen Jahr ist aber kein Einzelfall. Auch schon 2015 und 2013 war der Bitcoin laut "Visual Capitalist" mit Kurszuwächsen von 35 Prozent beziehungsweise sagenhaften 5.429 Prozent die stärkste Währung überhaupt. Momentan scheint die Digitalwährung also einen guten Lauf zu haben. Ob der sich allerdings auch 2017 fortsetzen kann, ist fraglich. Immerhin brachen die Kurse schon kurz nach Jahresstart und dem Erreichen der neuen Bestmarken wieder kräftig ein: Momentan kostet ein Bitcoin bereits wieder "nur" rund 860 Euro bzw. 900 Dollar.

Bitcoin-Kurs von Volatilität geprägt

Eine starke Volatilität ist nichts Ungewöhnliches für die Kryptowährung. Seit der Einführung des Bitcoin im Jahr 2009 hat der Kurs extreme Ausschläge gesehen. So ging es nach dem starken Anstieg aus dem Jahr 2013 wieder kräftig abwärts bis unter 200 Dollar. 2014 tat sich die Digitalwährung dann auch besonders hervor, da jedoch als Währung mit der schlechtesten Performance. Um 56 Prozent ging es 2014 gegenüber dem Dollar nach unten.

Für den jüngsten Anstieg des Bitcoin-Kurses zum Jahreswechsel sehen Experten verschiedene Gründe. Zum einen machen sie die misslungenen Bargeldreformen in Indien und Venezuela dafür verantwortlich. Die Einwohner dieser Länder würden zunehmend das Vertrauen in die heimische Währung verlieren und die Digitalwährung könne dafür an Beliebtheit zulegen, schreibt die Nachrichtenagentur "dpa-AFX".

Thomas Glucksmann von der Bitcoin-Börse Gatecoin sagte gegenüber der "NZZ", dass außerdem die Zinspolitik der US-Notenbank den Kurs der digitalen Währung befeuern würde. Die jüngste Zinserhöhung der Fed hätte den Dollar gestärkt und im Gegenzug die Währungen der Schwellenländer unter Druck gesetzt, so dass Anleger vermehrt aus diesen Währungen und in Bitcoins flüchten würden, so der Experte.

Daneben ist es auch wahrscheinlich, dass sich Anleger in der Niedrigzinsphase mehr nach anderen Investments mit einer potenziell hohen Rendite umsehen und dabei auch auf Bitcoins gestoßen sind.

China als größter Einflussfaktor

Als Hauptgrund für die starken Zugewinne und den anschließenden Einbruch beim Bitcoin-Kurs wird von Marktkennern jedoch die aktuelle Situation in China genannt. Die chinesische Regierung hat strenge Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, um die Kapitalflucht aus dem Land einzudämmen und die Talfahrt der heimischen Währung zu stoppen. Sowohl der Abwertungsdruck beim Yuan als auch die Kontrollen könnten zu einer Flucht chinesischer Anleger in Bitcoins geführt haben, da die digitale Währung Anonymität garantiert und nicht von Staaten kontrolliert werden kann. Dazu passt, dass chinesische Börsen laut "Fortune" behaupten, 90 Prozent des weltweiten Bitcoin-Handels würde über sie laufen.

Auch der jüngste Kurseinbruch des Bitcoin könnte seinen Ursprung in China haben, denn die chinesische Notenbank hatte den Yuan zum Ende der ersten Januarwoche überraschend aufgewertet und so für ein kleines Kursplus gesorgt. Schon zuvor war immer wieder aufgefallen, dass der Bitcoin-Kurs dann fällt, wenn der Kurs des Yuan steigt und umgekehrt. Experten warnen daher auch davor, dass die Entwicklung des Kurses der Digitalwährung vermutlich nicht nachhaltig sei. Der Bitcoin sei für Anleger eher eine Notfalllösung als ein Wunschinvestment, heißt es bei der "NZZ". Eine Wertstabilität darf man sich daher von ihm nicht erhoffen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Lightboxx / Shutterstock.com, igor.stevanovic / Shutterstock.com

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NameKurs+/-%
Dollarkurs1,0754-0,0013
-0,12
Japanischer Yen119,59650,0565
0,05
Britische Pfund0,8645-0,0014
-0,16
Schweizer Franken1,0723-0,0002
-0,02
Russischer Rubel60,9408-0,0782
-0,13
Bitcoin972,21008,4300
0,87
Chinesischer Yuan7,4099-0,0077
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