Fondsdiscount – Fonds ohne Ausgabeaufschlag

Fondsdiscount – Fonds ohne Ausgabeaufschlag Fondskauf mit Rabatt

Die Summe ist gewaltig: Mehr als eine halbe Billion Euro haben Anleger hierzulande in Investmentfonds angelegt. Doch beim Kauf schauen viele Anleger nicht auf den Ausgabeaufschlag und die sonstigen Fondskosten. Ein teurer Fehler!

Nach Lektüre der Fondsrubrik in der Euro am Sonntag hatte Elke Gebhardt vor 15 Jahren DWS-Fondsanteile im Wert von 10.000 Euro gekauft. Eine kluge Entscheidung, denn aus ihrer Einlage sind mittlerweile mehr als 27.700 Euro geworden. Was Frau Gebhardt nicht weiß: Beim Kauf über die Hausbank hatte sie für ihren DWS-Fonds einen Ausgabeaufschlag von 6,25 Prozent bezahlt. Ein Kostenblock, der beim Kauf über einen Fondsdiscounter nicht angefallen wäre. Satte 625 Euro, die bei der Hausbank als Vertriebs­provision gelandet und nicht im Fondsvermögen angekommen waren.

Ausgabeaufschlag ist der entscheidende Kostenfaktor beim Fondskauf

Der Ausgabeaufschlag ist der bedeutendste Kostenfaktor beim Kauf von Investmentfonds. Die auch Agio genannte Gebühr wird von der Kapitalanlage­gesellschaft festgelegt und kann im Verkaufsprospekt nachgeschlagen werden. Bei mehr als der Hälfte der in Deutschland zugelassenen Publikumsfonds liegt der Ausgabeaufschlag bei mindestens fünf Prozent, bei knapp einem Viertel sogar bei mehr als sechs Prozent. Die hohe Gebühr dient vor allem der Deckung der Vertriebskosten. Das Agio fließt somit größtenteils dem Vertriebspartner der Fondsgesellschaft zu, beispielsweise also der Hausbank von Elke Gebhardt.

Fondsdiscount bei finanzen-broker.net

Fondsdiscount: Fondsvermittler bieten Fonds ohne Ausgabeaufschlag

Heutzutage bieten einige Fondsvermittler den Kauf von Fonds ohne Ausgabeaufschlag an. Andere "Fondsdiscounter" bieten Fonds mit Rabatt an und locken die Investoren mit einem Discount von 25, 50 oder 75 Prozent auf das Agio. Anders als bei der Hausbank überlassen die Fondsdiscount-Anbieter die Auswahl der Investmentfonds allerdings vollständig dem Anleger. Eine Beratungshaftung ist für Anleger daher ausgeschlossen. Als Gegenleistung dafür, dass die Anleger auf eine Beratung verzichten, reduzieren die Fondsvermittler die meist happige Vertriebsgebühr. Häufig wird dem Anleger das Agio nach dem Fondskauf erstattet. Auch der ein oder andere Online Broker bietet mittlerweile den Fondskauf ohne Ausgabeaufschlag an. So können beispielsweise finanzen.net Brokerage-Kunden mehr als 9.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag kaufen. Infos zu diesem Angebot finden Sie unter www.finanzen-broker.net.

Das Agio wirkt gleich zweifach negativ

Dass sich ein Ausgabeaufschlag für den Anleger doppelt ungünstig auswirkt, verdeutlicht das Beispiel von Frau Gebhardt. Nach 15 Jahren hat sie das Agio deutlich mehr als "nur" 625 Euro gekostet. Der Grund: Die Kaufgebühren werden auf lange Sicht immer teurer, da sie für immer verloren sind und somit auch keine Rendite abwerfen. Wäre der Ausgabeaufschlag von Frau Gebhardt nicht zur Hausbank gewandert, sondern in das Fondsvermögen übergegangen, hätte sie heute DWS-Fonds im Wert von mehr als 29.500 Euro im Depot. Eine Differenz von rund 1.850 Euro zum tatsächlichen Kontostand.

Unterschied Fondskauf mit/ ohne Rabatt auf den Ausgabeaufschlag

Auch beim Fondssparen lohnt der Blick aufs Agio

Im Einkauf liegt der Gewinn! Auch für Fondssparer gilt diese alte Kaufmannsweisheit. Mit einem Fondssparplan investieren Anleger Monat für Monat kleine Beträge in einen Fondssparplan. Neben dem Agio sollten Fondssparer im Besonderen auch die Ordergebühren Ihrer Hausbank unter die Lupe nehmen.

Beim Agio liegt die Ersparnis für Fondssparer zwar nur bei wenigen Euro pro Monat. Über einen längeren Zeitraum hinweg kommen jedoch auch hier Gebühren im dreistelligen Euro-Bereich zusammen, wenn die Fondsanteile ohne Rabatt auf den Ausgabeaufschlag erworben werden. Selbst bei einem Fondssparplan von monatlich nur 50 Euro summieren sich die Ausgabeaufschläge. Bei einem zehnjährigen Fondssparplan kommen über die Jahre 375 Euro zusammen (bei einem Agio von 6,25%). Hinzu kommen die "Renditeverluste", die den Nachteil auch für Sparplan-Fans schnell in den vierstelligen Bereich treiben.

Auch die Ordergebühren spielen für Fondskäufer eine wichtige Rolle. Anbieter, die bei jedem Kauf eine Mindestgebühr von beispielsweise "nur" 6,00 Euro berechnen, treiben die Kosten für Fondssparer bei kleinen 50 Euro-Sparplänen auf mehr als 10 Prozent. Fondssparer sollten daher ausschließlich auf Anbieter setzen, die bei Fondssparplänen auf Orderkosten verzichten. Kundenfreundlich sind auch hier die Konditionen im finanzen.net Brokerage-Depot. Fondssparer bezahlen hier weder Ordergebühren noch Ausgabeaufschläge. Das Anlegergeld fließt somit vollumfänglich in die gewählten Investmentfonds.

Alternative No-Load-Fonds?

Vorsicht sollten Investoren übrigens bei sogenannten No-Load-Fonds walten lassen. Zwar sind No-Load-Fonds grundsätzlich ohne Aufgeld bzw. Ausgabeaufschlag handelbar. Allerdings richten sich diese Fonds eher an Trader oder Anleger, die über einen Zeitraum von wenigen Monaten investieren wollen. Für die Fondsgesellschaften rechnen sich diese Fonds vor allem wegen der vergleichsweise hohen Verwaltungsgebühren. Gerade die hohen Verwaltungsgebühren machen diese Fonds aber für Fondssparer und Langfristanleger uninteressant.

Zum Weiterlesen:
» Fonds kaufen - 8 wichtige Tipps zum Fondskauf und Vermögensaufbau mit Investmentfonds
» Fonds und Fondskurse

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Autor: Volker Altvater

Bildquelle: TZIDO SUN / Shutterstock.com

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