Geldsorgen im Alter vermeiden

Die beste Altersvorsorge: Alterssicherung von Aktien bis Rentenversicherung

Ob Aktien, Immobilien oder klassische Renten­versicherung - für die Altersvorsorge gibt es viele Möglichkeiten. Wie Sie optimal für den Ruhestand vorsorgen und welche Rolle dabei gesetzliche Rente, Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge einnehmen sollten, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Altersvorsorge - das Wichtigste in Kürze

Das Renten­system in Deut­schland besteht aus drei Säu­len, auch Schichten genannt.
Säule 1 (gesetz­liche Alters­vorsorge) bildet die Basis. Dazu gehören ge­setz­liche Renten­ver­siche­rung, berufs­ständische Ver­sor­gungs­werke und Rürup-Rente.
Säule 2 (geförderte Vor­sorge) bilden zum Beispiel die be­trieb­liche Alters­vor­sor­ge und die Riester-Rente.
Säule 3 (pri­vate Alters­vor­sorge) ist nicht gefördert. Dazu zählen unter anderem private Renten­ver­siche­rungen, Fonds­spar­pläne und Aktien­invest­ments.

Altersvorsorge - Empfehlungen & Tipps

Welche Altersvorsorge die richtige für Sie ist, hängt von einigen Faktoren ab: Wieviel Zeit bleibt Ihnen bis zum Renten­ein­tritt? Wie ist Ihre Risiko­bereit­schaft? Sind Sie selbst­ständig oder angestellt? Wie ist Ihre Ein­kommens­si­tua­tion?
Unsere Empfehlung: Mit einer Riester-Rente inves­tieren Sie staat­lich unter­stützt in eine Viel­zahl von An­lage­pro­dukten, darunter Immo­bilien und Fonds. Beson­ders chan­cen­reich bauen Sie mit Aktien­fonds (ETFs) Ver­mögen auf.
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Säule 1: Die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rente reicht für ein gutes Leben im Ruhestand oft nicht aus. Durch die ge­stie­ge­ne Lebens­er­war­tung haben immer mehr Men­schen An­spruch auf diese Form der Rente – daher wird der tatsächlich ausgezahlte Rentenbetrag immer geringer. Vielen Rentnern in Deutschland droht deshalb die Altersarmut.

Während hierzulande der Anteil der gesetzlichen Rente am Nettoeinkommen vor Renten­beginn nur rund 51 Prozent beträgt, sind es laut OECD-Daten in der gesamten Euro­pä­ischen Union im Schnitt 71 Prozent. Spitzenreiter ist Kroatien mit 129 Prozent des Netto­einkommens gefolgt von den Niederlanden mit 101 Prozent. Deutschland liegt innerhalb der EU gerade einmal auf dem fünftletzten Rang. Dennoch hält der über­wiegende Teil der Bevölkerung an der gesetzlichen Rente als alleiniger Absicherung im Alter fest.

Ein Beispiel: Ein Ruhe­ständ­ler, der 45 Jahre lang Beiträge zur gesetzlichen Renten­ver­siche­rung gezahlt und immer durch­schnitt­lich verdient hat, erhält in Deutschland knapp 1.327 Euro – nach Abzug von Kranken-und Pflege­versicherungs­beitrag sowie vor Steuern. Diese Rente wird auch als Standardrente bezeichnet.

Hinweis: Das Grundrenten-Modell könnte das Problem der Altersarmut in Zukunft verkleinern. Doch wer später eine gute Altersversorgung haben möchte, kommt an einer privaten Altersvorsorge auch dann kaum vorbei.

So funktioniert die gesetzliche Rentenversicherung

Wer länger einzahlt, bekommt auch mehr ausgezahlt: Wenn Sie als Arbeitnehmer 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, dann steht Ihnen im Alter von 63 oder 65 Jahren je nach Geburtsdatum die Rente ohne Abschläge zu.

Wenn Sie 35 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben, können Sie ebenfalls mit 63 Jahren in Rente gehen. Allerdings wird Ihre Rente dann um 0,3 Prozent pro Monat vor Ihrem regulären Rentenalter gekürzt.

Sollten Sie weniger als 35 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, können Sie frühestens zwischen 65 und 67 Jahren in Rente gehen.

Das reguläre Renten­alter für Arbeitnehmer steigt schritt­weise an. Je nach Jahr­gang müssen die Versicherten länger arbeiten, um die volle Rente ohne Abschläge zu erhalten: Wer 1953 geboren wurde, kann beispiels­weise mit 65 Jahren und 7 Monaten ohne Abzüge in Rente gehen. Wer nach 1964 geboren ist, geht dann mit 67 Jahren in Rente.

Basisrente für Unternehmer: Rürup-Rente

Für Freiberufler oder Unternehmer gibt es die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt. Ursprünglich war diese Form der gesetzlichen Altersvorsorge für all diejenigen Selbstständigen gedacht, die weder in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, noch in ein berufsständisches Versorgungswerk. Dabei werden die Beiträge frühestens ab Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt. Der Vorteil der Rürup-Rente ist, dass die steuerlichen Freibeträge seit Anfang 2019 bei 24.305 Euro für Ledige und bei 48.160 Euro für verheiratete Paare liegen. Die Beitragsbemessunsgrenze liegt bei 98.400 Euro.

Die Rente eignet sich wegen der Steuervorteile auch für selbstständige Gutverdiener, die nicht pflichtversichert sind, und gutverdienende Pflichtversicherte, die mit der Rürup-Rente Ihre gesetzliche Rente aufstocken.

Zwei Hauptvarianten gibt es bei der Rürup-Rente: Die klassische Rentenversicherung als garantierte Rente, die in etwa die Rendite der gesetzlichen Rente abwirft, und die fondsgebundene Rentenversicherung sowie Fondssparpläne – mit eingeschränkter oder ohne Garantie, dafür mit höhere Renditechancen. In der zweiten Variante ähnelt die Rürup-Rente stark dem Fondssparplan der privaten Altersvorsorge – mehr zu Spar­plänen und Invest­ment­fonds erfahren Sie später noch.

Hinweis: Die Rürup-Rente bietet im Gegensatz zum privaten Fondssparplan die oben genannten Steuervorteile. Allerdings ist anders als beim privaten Fondssparplan eine Auszahlung des Guthabens erst ab Rentenbeginn möglich. Dabei wird die Rürup-Rente immer monatlich ausgezahlt. Eine einmalige Auszahlung ist dagegen nicht möglich. Wer als Selbstständiger zum Beispiel in Zahlungsschwierigkeiten kommt, kann den Vertrag beitragsfrei stellen, muss also nicht weiter einzahlen, oder auf einen Mindestbeitrag umstellen. Die Verträge lassen sich allerdings nicht kündigen.

Säule 2: Betriebliche Altersvorsorge

Im Regelfall überweist bei der betrieblichen Altersvorsorge (kurz bAV) das Unternehmen einen bestimmten Geldbetrag monatlich auf einen Altersvorsorge-Vertrag. In der Lohn­abrechnung des Arbeitsgebers ist der Betrag, der im Rahmen des bAV-Vertrags angespart wird, bereits abgezogen.

Die Sparbeiträge können durch den Arbeitgeber bezuschusst werden. Dabei zahlt der Betrieb zusätzlich zum Lohn einen Betrag in einen Sparvertrag eines externen Dienst­leister, wie einer Pensionskasse, einen Pensionsfonds, einer Direktversicherung oder einer Unterstützungskasse ein. Die Verwaltungs- und Abschlusskosten können bei der privaten Altersvorsorge günstiger sein, weil sie sich auf mehr Personen verteilen. Möglicherweise erhält der Arbeitgeber auch einen Mengenrabatt vom Anbieter oder einen speziell auf das Unternehmen zugeschnittenen Tarif mit niedrigeren Verwaltungs­kosten.

Je nach Durchführungsweg und Abschlussdatum des Vertrags können Sie sich das Geld zu Rentenbeginn ganz oder teilweise auszahlen lassen. Arbeitnehmer haben einen Rechts­anspruch im Rahmen der bAV zu sparen, außer der Tarifvertrag schließt dies ausdrücklich aus.

Entgeltumwandlung

Wenn die Betriebsrente durch Beiträge aufgebaut wird, die direkt aus dem Bruttogehalt entnommen werden, heißt dies Brutto-Entgeltumwandlung. Die Beiträge bleiben hierbei bis zu einem gewissen Höchstbetrag steuer- und abgabenfrei. Allerdings fallen wegen der Sozialabgabenfreiheit die Arbeitnehmer-Ansprüche bei der gesetzlichen Rente, aber auch bei der Arbeitslosenversicherung oder dem Krankengeld, dann entsprechend geringer aus.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet mindestens einen der Durchführungswege zur Entgelt­umwandlung anzubieten. Arbeitnehmer können aber weder einen bestimmte Variante, noch einen speziellen Anbieter verlangen. Sollte das Unternehmen weder Pensionsfonds noch Pensionskasse anbieten, haben Arbeitnehmer zumindest das Recht auf eine Direkt­versicherung.

Durch die betriebliche Altersvorsorge werden Sie staatlich gefördert, sprich entlastet. Bis zur Höchstgrenze müssen also weder Sozialabgaben noch Steuern entrichtet werden, wie schon oben erläutert. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt im Jahr 2019 (West­deutsch­land) bei 6.700 Euro Bruttolohn im Monat. Die Bemessungsgrenze steigt jedes Jahr etwas an. Vier Prozent des Bruttoeinkommens sind dabei von Steuern und Sozialabgaben befreit. Weitere vier Prozent sind darüber hinaus steuerfrei, allerdings nicht sozialab­gabenfrei. Somit sind höchstens 536 Euro im Monat steuerfrei, davon 268 Euro sozialversicherungs- als auch steuerfrei.

Laut Empfehlung der Verbraucherzentrale NRW sollte eine steuerliche Förderung in der Ansparphase nicht den Ausschlag für den Vertragsabschluss geben. Entscheidender sei, dass der Vertrag zu den eigenen Zielen passt, denn trotz der Entlastung in der Anspar­phase wird die Rente vor ihrer Auszahlung besteuert. Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss zudem in der Auszahlphase Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Dann lohnt sich die Betriebsrente

Die Betriebsrente lohnt sich vor allem, wenn Ihr Chef sich finanziell an Ihrer Alters­­vor­sor­ge betei­ligt. Wenn Sie für Ihre private Zusatzrente auf Sicherheit setzen wollen und ein Investment an der Börse scheuen, können bestimmte Formen der betrieblichen Alters­vorsorge für Sie eine Option sein.

Sollte Ihnen aber bei Ihrer Altersvorsorge Flexibilität wichtig sein, sollten Sie andere Spar­formen für den Ruhestand bevorzugen, da man vor Rentenbeginn über den Sparbetrag oft nicht flexibel verfügen kann.

Tipp: Mittlerweile bieten immer mehr Arbeitgeber Zeitwertkonten, auch Wertguthaben­vereinbarungen genannt, an. Das sind Konten, auf denen Sie Ihr Gehalt ansparen, das Sie später in der Freistellung ausgezahlt bekommen. Dies ermöglicht Ihnen, dass Sie sich eine Auszeit von Ihrer Arbeit nehmen können, wie ein Sabbatical oder ein Bildungsurlaub, und währenddessen vom angesparten Gehalt leben. Auch Arbeitszeit können Sie auf dieses Konto einzahlen. Dabei wird die Arbeitszeit dann in Arbeitslohn umgerechnet. Den ange­sparten Betrag können Sie auch für den Ruhestand oder den Vorruhestand nutzen.

Vorsicht: Sie sollten auch daran denken, dass bei der betrieblichen Altersvorsorge, je nach gewähl­ten Modell, nicht immer der Umzug zu einem anderen Arbeitgeber ohne weiteres möglich ist. So haben Sie bei der Pensionskasse, der Direktversicherung und beim Pensionsfonds in der Regel einen Rechtsanspruch auf die Übertragung der eingezahlten Beträge. Bei der Unterstützungskasse und der Direktzusage ist dieser Anspruch hingegen rechtlich nicht gesichert.

Wenn Sie mehr über die Vor- und Nachteile sowie die verschiedenen Modelle der betrieb­lichen Altersvorsorge erfahren wollen, lesen Sie unseren Ratgeber zum Thema Betrieb­liche Altersvorsorge.

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Säule 3: Private Alters­vorsorge – großes  Angebot

Die Lebenserwartung hat sich in den letzten 150 Jahren verdoppelt: Männer werden in Deutschland rund 79 Jahre und Frauen 81 Jahre alt. Somit hat sich die Zeit nach 65, der sogenannten ferneren Lebenserwartung, beinahe verdoppelt. Um während Ihrem Ruhe­stand Geld­sorgen zu vermeiden, sollten Sie daher privat in Ihre Rente investieren.

Die private Altersvorsorge ist nichts anderes als Vermögensbildung auf lange Sicht hin. Je nach Lebenssituation und Alter kommen hierfür verschiedene Strategien infrage. Neben Wertpapieren, wie Aktien und Anleihen, können Sie sich auch für Sparpläne, Fonds, ETFs, Versicherungen oder Immobilien entscheiden.

Kapital-Lebensversicherung: nicht ohne Tücken

In den letzten Jahren erlebten viele Versicherungsnehmer, dass die Überschüsse gegen Null gingen. Bei Verträgen, die ab Anfang 2005 neu abgeschlossen wurden, wartet am Ende der Laufzeit auch keine steuerfreie Auszahlung mehr. Die Kapital-Lebens­versicherung macht vor allem in speziellen Fällen Sinn. Wer sich dennoch für eine kapitalbildende Lebensversicherung entscheidet, sollte die Beiträge jährlich be­zahlen, um Zuschläge zu sparen. Die Verbraucherzentrale rät aufgrund der wesentlichen höheren Kosten, auf eine eingeschlossene Unfalltod-Zusatzversicherung zu verzichten.

Wichtig: Wer die Laufzeit nicht durchhalten kann, sollte keine Kapital-Lebens­versicherung abschließen, denn vorher kündigen führt zu Verlusten.

Private Rentenversicherung

Wer in eine private Rentenversicherung einzahlt, bekommt dafür im Alter eine Rente ausgezahlt. Sicher ist allerdings nur ein Teil der Auszahlung. Der nicht garantierte Teil, die „Gewinnrente“, kann vom Versicherer gekürzt werden. Ob er dies tut, ist unter anderem abhängig von seinem Geschäftserfolg. Es gibt hier zwei Varianten: die aufgeschobene Rente und die sofort beginnende Rente. Bei der ersten Variante beginnt die Auszahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Achtung: Bedenken Sie, dass Sie bei vorzeitiger Kündigung in der Regel hohe Verluste hinnehmen müssen. Bei Kündigung in den ersten Jahren erhalten Sie oft nur knapp die Hälfte der eingezahlten Beiträge zurück. Der Grund hierfür ist, dass die hohen Kosten nicht auf die Laufzeit verteilt, sondern am Anfang von den Beiträgen einbehalten werden. Bei Vertragsabschluss rutschen Sie also erst einmal ein paar Hundert oder Tausend Euro ins Minus.

Die Rentenversicherung wird als klassische oder als fondsgebundene Variante angeboten. Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung trägt in der Regel allein der Versicherungs­nehmer das Risiko einer schlechten Wertentwicklung. Bei der klassischen Variante – wie auch bei der Kapital-Lebensversicherung – gibt es laut Verbraucherzentrale Nieder­sachsen eine Garantieverzinsung des Sparanteils. Der Sparanteil ist der Teil, der nach Abzug von Kosten, wie Provision und Verwaltungskosten, übrigbleibt. Dabei können Kosten bis zu 30 Prozent der eingezahlten Summe betragen. Der Garantiezins auf den Sparanteil beträgt seit Januar 2017 nur noch 0,9 Prozent.

Tipp: Der Beitrag in eine sofort beginnende Rente, d. h. der Versicherungs­nehmer zahlt einen Einmalbeitrag in den Vertrag ein und erhält sofort die monatliche Rentenzahlung, kann nicht mehr zurückgefordert werden. Deshalb sollte immer nur ein Teil des Vermö­gens in die Sofortrente fließen, um finanziell flexibel zu bleiben. Das Kapitalwahlrecht, welches manche Versicherer anbieten, gibt dem Kunden die Möglichkeit kurz vor Renten­beginn zu entscheiden, ob er das Ersparte lieber gestückelt pro Monat oder als Gesamt­betrag auf einmal erhalten möchte.

Fondsgebundene Rentenversicherung

Die fondsgebundene Rentenversicherung kombiniert den Fondssparplan mit der lebens­langen Rentenzahlung. Hier zahlen Sie regelmäßige Beiträge oder einmalig einen Gesamt­beitrag in Ihre Ver­sicherung ein. Mit dem sogenannten Spar­anteil kauft Ihr Ver­si­cherungs­an­bieter nach Abzug von Kosten und Ver­si­che­rungs­­prämie für Sie monatlich Anteile an Aktien-, Renten-, Misch- oder Immo­bi­lien­­fonds. So sollen Sie langfristig von der Ent­wicklung an den Märkten profitieren.

Vorsicht

Die Höhe Ihrer monatlichen Rente steht zu Vertragsabschluss nicht fest, sie hängt von der Wertentwicklung Ihrer Kapitalanlage ab. Hohe Ab­schluss­kosten ma­chen viele fonds­gebun­denen Poli­cen un­attrak­tiv. Wir empfehlen daher pro­vi­sions­freie Renten­ver­siche­rungen, auch Netto­po­licen ge­nannt.

Manche Versicherungsanbieter garantieren eine Mindestrente, die als Garantierente bezeichnet wird. Das sorgt für Planungssicherheit, doch hat auch Nachteile. Denn damit Ihr Versicherungs­anbieter die Mindest­rente gewährleisten kann, muss er zum Teil auf sicherere, aber auch renditeärmere Anlage­klassen zurück­greifen.

Es ist dringend ratsam die jeweiligen Rentenversicherungs-Anbieter zu vergleichen und sich die Performance sowie Zusammensetzung der jeweiligen Fonds, in die investiert wird, genau anzuschauen.

Die Riester-Rente: Fall für Fall

Die Riester-Rente ist eine von vielen Optionen – und sie ist besser als ihr Ruf. Riester-Sparer profitieren von staatlicher Förderung und Steuerersparnissen. Unter bestimmten Umständen kann sich diese staatlich geförderte Privatrente lohnen.

Sollten Sie bei Ihrer zusätzlichen Rentenvorsorge Wert auf eine monatliche Auszahlung legen, kann der Riestervertrag für Sie eine gute Option sein, denn die Riester-Rente bringt Sicherheit. Inwieweit Sie von der Riester-Rente profitieren, hängt aber von Ihrer persönlichen Einkommens- und Familiensituation ab. Diese entscheidet nämlich über die staatliche Förderung, also die Höhe der Zulagen, sowie über die Steuer­vorteile.

Die staatliche För­de­rung setzt sich aus einer jährlichen Grund- und Kinder­zu­lage sowie Steuer­­vor­tei­len zu­sammen. Vor allem für Familien ist die Riester-Rente aufgrund der Kinderzulagen interessant. Neben der jährlichen Förderzulage von 175 Euro erhalten Eltern nämlich für jedes kindergeldberechtigte Kind zusätzlich eine Zulage in Höhe von 185 Euro, wenn das Kind vor 2008 geboren wurde, und 300 Euro, wenn das Kind im Jahr 2008 oder später geboren wurde.

Bei der Riester-Rente haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen geförderten Formen der Rente, wie dem Riester-Fondssparplan, dem Riester Bank-Sparplan, der fondsgebundenen Riester-Rente, der Riester-Rentenversicherung und Wohn-Riester.

Welche Vor­teile und Nach­teile die Riester-Rente hat und wann die Zusatz-Alters­vor­sorge wirk­lich sinnvoll ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber Riester-Rente.

Unsere Empfehlung: Riesterrente – lohnt sich mit Kindern

Insbesondere Familien mit Kindern und Alleinerziehenden raten wir aufgrund der hohen Zulagen zu einer geförderten Altersvorsorge über die Riester-Rente. Wenn Sie Durchschnittsverdiener ohne Kinder sind, raten wir hingegen ab. Denn dann profi­tieren Sie weder von einem relevanten Steuervorteil noch von Kinderzulagen. Wenn Sie weniger als 15 Jahre bis zum Ruhestand haben, sollten Sie ebenfalls von einem Riestervertrag absehen – denn dann rentieren sich die meist hohen Abschluss­ge­bühren nicht mehr.

Auch für Gutverdiener lohnt sich die private Altersvorsorge der staatlich bezu­schussten Rente durch die damit einhergehenden Steuererleichterungen, denn Sie können die Beiträge Ihrer Riester-Rente bis zu einer Höchstgrenze von 2.100 Euro jährlich beim Finanzamt absetzen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Auszahlung der Riesterrente nicht an einen Wohnsitz in Deutschland geknüpft ist. Wenn Sie Ihr Altersdomizil allerdings außerhalb der EU wählen, müssen Sie die erhaltenen staatlichen Zulagen zurückzahlen.

Sparpläne: unterschiedliche Risiko- und Ertragsprofile

Sie können zwischen verschiedenen Arten von Sparplänen wählen: Der Banksparplan hat den Vorteil, dass Ihr angespartes Guthaben über die gesetzliche Einlagensicherung im Fall eines Zahlungsausfalles Ihrer Bank bis zu einem Betrag von 100.000 abgesichert wird. Allerdings sind dort die Renditechancen begrenzt: Im besten Fall sind es drei Prozent, in der Regel aber nicht mehr als ein Prozent im Jahr.

Beim ETF-Sparplan haben Sie Chance auf eine höhere Rendite: Ihr Vermögen kann hier über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich stärker wachsen. Auf der anderen Seite sind hier auch die Risiken deutlich höher. Je nach ETF und Risiko können Sie in einem Jahr 20 Prozent oder mehr an Verlusten einfahren. Dies kann passieren, wenn zum Beispiel der DAX im Zuge einer Finanz- und Wirtschaftskrise stark nachgibt, wie zwischen Deze­mber 2007 und Frühjahr 2009, als der deutsche Leitindex in der Spitze um mehr als 50 Prozent einbrach. Mittlerweile liegt der DAX hingegen mehr als 50 Prozent über dem Höchstkurs vor Krisenbeginn.

ETF-Sparplan

Wenn Sie für Ihre finanzielle Freiheit im Alter mit renditestarken Anlagen vorsorgen möchten, kommen Sie an Aktien nicht vorbei. Um das Risiko zu reduzieren, können Sie Ihr Kapital mit Einzelaktien über Länder und Branchen breit streuen. Dies ist jedoch sehr zeitaufwändig und setzt eine gewisse Erfahrung an den Kapitalmärkten voraus.

Alternativ können Sie mittels eines ETF-Sparplans in Aktien investieren – und so Ihr Kapital mehr oder weniger „automatisch“ streuen. Beim ETF-Spar­en kaufen Sie Anteile von ETFs (Index­fonds) in regelmäßigen Abständen und partizipieren so an der Entwicklung eines ganzen Börsen­index teil. Mit einem MSCI World-ETF legen Sie Ihr Geld gleichzeitig in mehr als 1.600 Unternehmen aus aller Welt an. Steigt nun der Index, dann steigt auch IHR MSCI World-ETF.

Entsprechend positiv fällt das Urteil von Stiftung Warentest aus: In „Finanztest“-Ausgabe 07/2014 bezeichnete das unabhängige Verbrauchermagazin das Sparen mit einem In­dex­fonds als „Königsweg des Fondssparens“.

ETFs zählen zu den beliebtesten Produkten an der Börse, das weltweit in ETFs angelegte Vermögen liegt bei rund fünf Billionen Dollar. Der Grund ist einfach: Die Gebühren für die Verwaltung sind bei Exchange Traded Funds (ETFs) deutlich geringer als bei aktiv verwalteten Investmentfonds.

Tipp: Möchten Sie Ihr Risiko reduzieren, können Sie zum Beispiel in einen ETF-Sparplan inves­tieren, der neben risikoreicheren Anlagen, wie Aktienindizes, auch Indizes auf fest­ver­­zinste Papiere, wie Anleihen, enthält.

Unsere Empfehlung: Besonders einfach legen Sie Ihr Geld mit OSKAR in ETF-Spar­plä­nen an. Die digitale Vermögensverwaltung ist ein für Ein­stei­ger ge­eig­ne­tes und gün­sti­ges Kom­plett­pro­dukt für ETF-Spar­pläne. Mit OSKAR können Sie ganz einfach Geld für Ihre Alters­vor­sorge anlegen und bereits ab einem Betrag von 25 Euro pro Monat Ver­mögens­aufbau betreiben. Als OSKAR-Kunde zahlen Sie jährlich ein Prozent Ihres an­ge­leg­ten Ver­mögens an Ge­bühren, es gibt weder Aus­­gabe­­auf­­schläge noch Perfor­mance­ge­büh­ren – OSKAR kümmert sich um alles und ebnet den Weg zu Ihrer Alters­versor­gung.

Aktien-Indexfonds versus aktiv gemanagte Aktienfonds

Eine Alternative zu ETFs sind klassische Aktien­fonds. Anders als passive ETFs werden diese von einem Fonds­manager aktiv gemanagt. Er wählt also die Aktien aus, stellt das Portfolio zusammen und tauscht Titel gegebenenfalls aus. Aktiv verwaltete Aktienfonds haben das Ziel, den Markt, also den Vergleichsindex zu schlagen. Dies gelingt jedoch meist nicht.

Wichtig: Aktiv gemanagte Investmentfonds sind zudem in der Regel wesentlich teurer als die passiven ETFs.

Banksparplan

Beim Banksparplan schließt der Kunde einen Sparvertrag mit der Bank ab, der die Höhe des regelmäßig zu zahlenden Betrags, den Rhythmus und die Dauer der Einzahlungen regelt. In der Regel hat der Banksparplan eine Laufzeit von zwei bis 25 Jahren und das Sparguthaben wird variabel verzinst. Die Höhe des Zinssatzes orientiert sich dabei an einem Referenzzins, zum Beispiel der Umlaufrendite von deutschen Staatsanleihen.

Wichtig: Der Zins für das angesparte Guthaben liegt immer unter dem Re­ferenz­zins. Die Differenz zwischen Referenz­zins und Spar­plan­zins geht als „Auf­wands­ent­schä­di­gung“ an die Bank. Dafür fallen die Abschlusskosten weg und in der Regel auch Konto­führungs­gebühren.

Eine andere, aber seltenere, Variante ist der Banksparplan mit festem Zinssatz über die gesamte Lauf­zeit und der Sparplan mit Staffel­zinsen: Hier steigt der Zins in regel­mäßigen Abständen bis zum Vertragsende.

Der Banksparplan muss eine lange Gesamtlaufzeit haben, um ausreichend Rendite zu erzielen. Da die Zinsen dem Sparkonto gutgeschrieben werden, profitieren die Einlagen vom Zinseszins-Effekt. Je nach Vertragslänge zahlen einige Banken zum Ende des Ver­trages noch einen Bonus obendrauf, allerdings nur wenn Sie nicht vor Ende der Lauf­zeit kündigen.

Sicher und planbar, aber renditeschwach

Wenn Ihnen für Ihren Ruhestand vor allem wichtig ist, dass Ihr angespartes Vermögen sicher ist, dann dient der Banksparplan vor allem dem Vermögenserhalt. Durch den Zinseszins können Sie zwar auch hier Ihr Vermögen steigern, jedoch angesichts niedriger Zinsen nicht in dem Maße wie das bei ETF-Sparplänen der Fall ist. So betragen die Zinsen auch nach einer Laufzeit von 10 Jahren oft kaum mehr als ein Prozent, bei einigen Anbietern maximal zwei bis drei Prozent.

Ein Vorteil des Banksparplans im Gegensatz zum ETF-Sparplan ist seine Planbarkeit: Bereits beim Abschluss des Banksparplans mit einem fest vereinbarten Zins steht fest wie hoch das Vermögen am Ende der Sparphase ist. Das bedeutet, dass der Einzahler weiß wie hoch seine private monatliche Rente ist, je nach Sparsumme, Einzahldauer und Ver­zinsung.

Beim Banksparplan mit variablem Zins ist dagegen zu Beginn der Sparphase nicht klar, wie hoch der Auszahlbetrag ist. In einer Phase der Niedrigzinspolitik, wie wir sie zurzeit erleben, kann der Betrag hier bescheidener ausfallen.

Hinweis: Einlagensicherung auch für Banksparplan

Das Guthaben eines Banksparplans gilt als Bankeinlage, das durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Person und pro Kredit­institut abgesichert wird. Sie würden also im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Bank Ihre Einlagen inklusive der aufgelaufenen Zinsgewinne (bis zu einem Betrag von insgesamt 100.000 Euro) zurückerhalten.

Zusätzlich zur gesetzlichen haben viele deutsche Banken eine freiwillige Einlagen­sicherung und Anlegerentschädigung zur Sicherung von Einlagen, die über die gesetzliche Sicherungssumme hinausgeht. Hier besteht allerdings kein Rechts­anspruch auf eine Entschädigung. Die freiwillige Sicherung unterliegt auch nicht der Aufsicht der BaFin.

Welche Banken dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. (BdB) angehören sowie die genaue Höhe der Absicherung, können Sie direkt beim BdB oder in dieser Online-Liste des Einlagensicherungsfonds in Erfahrung bringen.

Welche öffentlichen Banken im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundes­verbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) sind, können Sie direkt beim Bundesverband erfragen oder auf der Homepage des Einlagensicherungsfonds der VÖB abrufen.

Aktien und Anleihen

Historisch betrachtet ist der Kauf von Aktien eine lohnenswerte Anlage für Ihren Ruhe­stand. Anleger, die über die letzten 30 Jahren im DAX investiert waren, konnten trotz einiger Jahre mit starken Rücksetzern im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 7,2 Prozent erzielen.

Sie sollten in jedem Fall nur Geld in Aktien investieren, auf das sie mittelfristig verzichten können, um Ihre Aktien in Zeiten von Kursrückgänge nicht mit Verlust verkaufen zu müssen. Beim Aktieninvestment ist es entscheidend mit einem langen Anlagehorizont zu planen. Das kann sogar bedeuten, dass es sich Sie für Sie lohnen kann die Aktien bis zum Ruhestand zu halten.

Wenn der Rentenbeginn näher rückt, sollten Sie nach und nach den Anteil risikoreicher Investments reduzieren und Geld, das Sie für Ihre Rente benötigen, schrittweise und über einen längeren Zeitraum hinweg aus dem Aktienmarkt nehmen – und in sichere Anlage­formen investieren, die weniger schwankungsanfällig sind.

Aktien kaufen

Aktien können Sie in der Regel persönlich über Ihre Hausbank kaufen. Einfacher geht es allerdings bei Online-Brokern oder Direktbanken. Hierzu benötigen Sie nur die Wert­papierkennnummer (WKN oder ISIN) der Aktie, die Sie kaufen möchten. In unserem ausführlichen Rat­geber Aktien kaufen erhalten Sie die besten Tipps zum Kauf von Anteilsscheinen. Darüber hinaus erfahren Sie dort, welche Fehler Sie beim Wertpapierkauf vermeiden sollten und wie Sie besonders günstig Aktien kaufen.

Wenn Sie Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder Zertifikate kaufen möchten, benötigen Sie zunächst eine Depotbank, über die Sie ihre Wertpapiere handeln können. Ein Depot lässt sich recht einfach bei einer Hausbank oder bei einem Online Broker eröffnen. In diesem Ratgeber-Beitrag erklären wir Ihnen, wie Sie das passende Wertpapierdepot finden.

Um das Risiko einzelner Aktien zu reduzieren, können Sie als Anleger Ihr Geld über Länder und Branchen breit streuen, indem Sie in einen ETF oder investieren – mehr dazu erläutern wir Ihnen weiter unten im Abschnitt Altersvorsorge mit ETF-Sparplan und besonders ausführlich im Ratgeber ETF-Sparplan.

Tipp: Eine besonders einfache Möglichkeit Ihr angelegtes Geld zu streuen oder zu diversi­fi­zieren, bietet der ETF-Sparplan von OSKAR. Bereits ab einem Betrag von 25 Euro pro Monat können Sie dort für Ihre Altersversorgung Vermögen aufbauen. Als OSKAR-Kunde zahlen Sie übrigens jährlich maximal ein Prozent Ihres angelegten Vermögens (plus Kosten für die ETFs in Höhe von 0,14 Prozent). Weitere Kosten wie Aus­gabe­auf­schläge oder Perfor­mance­gebühren fallen hingegen weg.

Anleihen kaufen

Um sich mittel- bis langfristig Kapital zu beschaffen, geben Staaten oder Unternehmen am Rentenmarkt Papiere aus, die als Schuldverschreibungen, Anleihen, Pfandbriefe oder auch als Obligationen bezeichnet werden. Der Käufer der Anleihe wird durch den Erwerb Gläubiger, der Emittent hingegen Schuldner, der die Verzinsung und die Rückzahlung gewährleistet. Diese Zinsen bekommt der Anleger alle sechs Monate oder jährlich zu bestimmten Terminen ausgezahlt.

Im Vergleich zu Aktie sind Anleihen von seriösen Emittenten, wie soliden Unternehmen, oder Staatsanleihen von politisch, wirtschaftlich und finanzpolitischen stabilen Ländern ein schwankungsärmeres Investment, wobei die Renditechancen in der Regel geringer ausfallen. Das ist ein Grund, weshalb gerade konservative, risikoaversere Anleger häufig Anleihen kaufen.

Sie können die Anleihe ganz einfach über die Börse kaufen und verkaufen. Gerade An­leihen von seriösen Schuldnern können daher eine gute Alternative zu Festgeld-Anlagen sein.

Bei spekulativen Anleihen mit höheren Renditen, die von Schuldnern geringerer Bonität ausgegeben werden, müssen Sie allerdings genau hinsehen: hier kann im schlimmsten Fall auch der Totalverlust der investierten Summe drohen.

Auf was Sie beim Anleihenkauf achten müssen und was es für verschiedene Anleihen-Arten gibt, erfahren Sie in unserem Ratgeber Anleihenkauf. Über den ETF-Sparplan-Anbieter OSKAR können Sie je nach Risikoneigung und verbleibender Zeit bis zur Rente zwischen fünf Anlagestrategien auswählen. So investieren Sie in der offensivsten Strategie zu 5 Prozent in Anleihen und zu 90 Prozent in Aktien, in der defensivsten zu 50 Prozent in Aktien und zu 35 Prozent in Anleihen.

Immobilieninvestment: Direkt und indirekt

Eine Alterssicherung, die sich in Ihrer Art von den bisher Vorgestellten grundlegend unter­scheidet, ist die Anlage in Immobilien, die Sie direkt kaufen und dann entweder weiter verkaufen oder vermieten können. Hier gilt es verschiedene Faktoren zu beachten, um die passende Immobilie zu finden.

A und O ist natürlich die Lage. So sollte der Ort eine Mindestanzahl an Bewohnern haben. Andere Faktoren, die es zu berücksichtigen gibt, sind die Verkehrsanbindung und Attrakti­vität sowie die Infrastruktur vor Ort: Gibt es ausreichend Einkaufmöglichkeiten, eine Schule, Kindergärten, Arztpraxen und Grünflächen in der Nähe. Sie sollten auch auf Lärmquellen achten, wie Flughäfen, Straßen, Bahnverkehr oder Gewerbegebiete.

Ein wichtige Frage ist natürlich, ob die Gegend boomt oder strukturschwach ist, ob sie wichtige Firmen und somit Arbeitsplätze beheimatet, beziehungsweise ob diese wachsen und die Gegend oder Region für Unternehmen attraktiv ist und es weiterhin sein wird. Auch die Entwicklung der Immobilienpreise und Mietspiegel in der Vergangenheit sollten Sie hier im Blick haben.

Entscheidend ist natürlich auch, wie es um das Gebäude bestellt ist. Darunter sollten Sie vor allem auf den Zustand folgender Gebäudebestandteile achten: Alter und Zustand des Hauses innen und der Fassade, Zustand des Dachs, der Elektrik, der Heizungsanlage, Dämmung, Alter der Fenster und Verglasung, Energieeffizienz, Anschlüsse, Grundriss und Barrierefreiheit.

Vorsicht: Auf Gebäude entfallen in Deutschland laut Verbraucherzentrale knapp 40 Prozent des Energieverbrauchs. Die energetischen Anforderungen an Gebäude werden in der Energie­einsparverordnung (EnEV) festgelegt. Die EnEV gilt für fast alle Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden und bezieht sich neben der Heizungs- und Klimatechnik vor allem auf die Wärmedämmung des Gebäudes. Sie sollten also vor dem Haus- oder Wohnungskauf darauf achten, ob der Energieausweis auf einen hohen Verbrauch hin­weist, und daher energetische Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Hier könnten unerwartete Mehr­kosten auf Sie zu kommen.

Hinweis

Auf der Kostenseite können je nach Bundesland über 10 Prozent des Kaufpreises hinzu­kommen. Die Nebenkosten setzen sich aus Grunderwerbssteuer, Notar- und Grund­buchkosten, Maklerprovision (wenn Sie das Haus über einen Makler kaufen) und den Kosten für das Immobiliengutachten sowie eventuelle Moder­nisie­rungs­kosten zu­sammen.

Sollten Sie über einen längeren Zeithorizont, wie 20 oder 30 Jahre, anlegen kann sich ein direktes Immobilieninvestment durchaus lohnen. Allerdings müssen Sie die Nebenkosten, den Sanierungsbedarf, Reparaturen sowie Modernisierungen, Neben­kosten für Darlehen, aber auch die Entwicklung der Region und Gegend im Blick haben sowie den Kaufpreis angesichts langfristiger Entwicklungen und Marktüber­treibungen.

Viele deutsche Städte, allen voran München, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt am Main und Berlin sind nicht mehr günstig, wobei es auch hier zum Teil Unterschiede im Preise je nach Mikrolage innerhalb der jeweiligen Stadt gibt. Auch mittelgroße Städte, wie Konstanz, Bad Homburg und Ravensburg, können teuer sein. So liegen in diesen Städten die Quadratmeterpreise bei 10 Euro je Quadratmeter oder darüber.

Indirektes Investment: Fondskauf

Einfacher investieren Sie in Immobilien über einen Immobilienfonds. Immobilienfonds eignen sich für Anleger, die Immobilien nicht als Kapitalanlage selbst kaufen wollen und trotzdem von Mieterträgen und Wertsteigerungen verschiedener Immobilien profitieren möchten.

Der Vorteil zum Kauf einer Immobilie ist, dass Sie hier direkt an der Wertsteigerung und Mieteinnahme partizipieren ohne den Aufwand und die Kosten eines Kaufes. Auch können Sie so Ihre Anlage über verschiedene Immobilien, Gegenden und Nutzungsarten streuen, was eine gewisse Diversifikation des Risikos mit sich bringt.

Sie können entweder in offene oder geschlossene oder offenen Immobilienfonds inves­tieren. Offene Fonds sind bei Anlegern beliebt, weil sie mit nur einem Produkt gleichzeitig an mehreren Immobilien partizipieren können. Dabei sind geografisch und mit Blick auf die Nutzungsarten kaum Grenzen gesetzt und Sie können die Fonds über ihre Bank erwerben.

Auch sind die Anteile von offenen Immobilienfonds theoretisch nicht begrenzt. Wenn sich die Fondsanteile gut verkaufen, können die Gelder zum Kauf weiterer Immobilien genutzt werden. Dennoch kann es vorkommen, dass ein offener Fonds geschlossen wird, zum Beispiel weil das Anlegerinteresse  begrenzt ist. In offene Immobilien­fonds können Sie als Anleger auch mit einer geringen Mindestanlage investieren.

Geschlossene Immobilien­fonds investieren im Gegensatz zu offenen Fonds in der Regel nur in ein Gebäude oder in eine geringere Anzahl an Immobilien. Sie dienen meist einem konkreten Ziel, wie der Kapital­aufnahme, um ein Immobilien­projekt umsetzen zu können.

Auch sind die Anteile an geschlossenen Fonds begrenzt. Daher kann nur eine geringe Zahl von Anteils­eignern in den jeweiligen Fonds investieren. Die Mindestanlagesumme ist hoch und die Mindesthaltezeiten sind lange und festgelegt.

Das Fonds­volumen eines geschlossenen Fonds steigt auch nicht unendlich an, denn: Sind keine Fonds­anteile mehr verfügbar wird er für Anleger geschlossen. Daher ist die Laufzeit des Fonds – anders als bei einem offenen Immobilien­fonds – theoretisch auch begrenzt. Auch sind die geschlossenen Immobilienfonds im Gegensatz zu offenen Fonds nicht an der Börse handelbar und der Kauf oft mit hohen Kosten und Risiken verbunden.

Mehr zur Anlage in Immobilienfonds und eine Liste mit den besten Fonds finden Sie im Ratgeber Immobilienfonds-Vergleich. Generell gilt: Sowohl geschlossene als auch offene Immobilien­fonds haben Anlegern in der Ver­gangen­heit zum Teil hohe Gewinne, aber auch Verluste eingebracht.

Alterssicherung - das sollten Sie tun

1
Je nach Dauer bis zum Renteneintritt, eigener Risikoneigung und Lohnhöhe sollten Sie neben der gesetzlichen Altersvorsorge private Absicherungs- und Anlagemodelle berücksichtigen.
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Vor allem die private Absicherung über ETF-Sparpläne und Modelle wie die Riesterrente kann Ihnen helfen ein Polster für Ihren Ruhestand aufzubauen - und so die Alterversorgung zu sichern.
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Auch Direktanlagen in Aktien, Anleihen und Immobilien können eine gute Er­gänzung darstellen. Hier sollten Sie aber immer umfassend informiert sein, das Risiko mitberücksichtigen und langfristig anlegen.
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Die betriebliche Altersvorsorge kann sich je nach Angeboten lohnen, vor allem wenn der Arbeitgeber miteinzahlt. Auch steuerlich ist die Betriebsrente inter­essant.

Beitrag verfasst von:

Konstantin Riffler

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Hinweis zu OSKAR: Oskar ist eine Marke der Oskar.de GmbH, eine Ausgründung der finanzen.net GmbH. Die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH verwaltet das Vermögen, die Baader Bank AG führt die Depots mit Verrechnungskonten.

Bildquelle: Kurhan / Shutterstock.com

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