Depot optimieren und Rendite verbessern

Depotcheck: Diese 5 Fragen sollten sich Anleger stellen, wenn sie ihr Wertpapierdepot optimieren

Einen Depotcheck sollte jeder Anleger regelmäßig vornehmen. Doch wie überprüfen Sie Ihr Wertpapierdepot am besten und was ist bei einem Börsencrash wie der Corona-Krise zu tun? Das sind unsere fünf goldenen Tipps.

Depotcheck: Tablet mit Aktienchart und Wertpapierdepot

Depotcheck - das Wichtigste in Kürze

Jeder Anlager sollte mindestens einmal jährlich sein Wertpapierdepot optimieren - in Krisenzeiten auch häufiger.
Wir haben die fünf wichtigsten Tipps für Sie, wie Sie einen Depotcheck am besten angehen und worauf Sie dabei achten sollten.

Wertpapierdepot optimieren - Empfehlungen & Tipps

Stellen Sie sich regelmäßig die Frage, ob ihre Anlagestrategie noch zu Ihrem Leben passt - und zu Ihren Renditewünschen.
Behalten Sie als Anleger jederzeit Ihre Anlagestrategie im Blick und tauschen Sie Wertpapiere ohne Emotionen aus. Dies gilt vor allem in Zeiten von Börsencrashs und Bärenmärkten wie der Corona-Krise.
Unsere Empfehlung: Beachten Sie jederzeit die Grundregeln der Geldanlage. Ersetzen Sie gegebenenfalls teure Wertpapiere durch günstigere. Aktiv gemanagte Investmentfonds lassen sich beispielsweise durch passive ETFs ersetzen. Verkaufen Sie gegebenfalls schlecht laufende Aktien.
Tipp: Was in Zeiten von Börsen-Crashs am besten zu tun ist, lesen Sie in unserem Abschnitt zur Corona-Krise - und in unserem Ratgeber Anlegen in der Krise.

Wertpapierdepot optimieren – und Chancen erhöhen

Am Ende eines jeden Kalenderjahres freuen sich Anleger über die Rendite, die sie in den vergangenen 12 Monaten eingefahren haben. Bei all der Euphorie sollte aber nicht vergessen werden, dass es im kommenden Jahr schnell ganz anders aussehen kann. Anleger sollten also regelmäßig ihr Wertpapierdepot optimieren, denn die Aktien, die gestern noch ordentlich Gewinne brachten, können morgen schon Verlustbringer sein.

Anlass für einen Depotcheck sollte aber nicht nur das Ende eines Kalenderjahres sein. Sobald Börsenkurse größere Schwankungen aufweisen oder gar ein Crash droht, sollten Anleger ihr Wertpapierdepot genau unter die Lupe nehmen.

Wir erläutern Ihnen, warum Sie von Zeit zu Zeit einen Depotcheck durchführen sollten, wie Sie dabei am besten vorgehen und wann Sie Ihre Anlagestrategie gegebenenfalls anpassen müssen. Auch für reine Zinssparer haben wir starke Tipps zur Optimierung der Geldanlage.

Depotcheck – warum ist das wichtig?

Einen Depotcheck sollte jeder Anleger mindestens einmal im Jahr durchführen. Aber auch reine Zinssparer sollten nicht davor zurückschrecken, ihre Anlagestrategie zu überdenken und eventuell anzupassen. Denn wer regelmäßig seine Wertpapiere und Fonds überprüft, baut langfristig mehr Vermögen auf:

 
Bei einem Depotcheck nehmen Sie ihre Anlagestrategie genau unter die Lupe und hinterfragen diese.
 
 
Sie können Geld sparen, wenn Sie sich von Wertpapieren trennen, die nicht genügend Rendite bringen – oder zu teuer sind.
 
 
Aus Angst, etwas falsch zu machen, zögern viele Investoren, ihre Anlagen zu überdenken. Dabei ist Passivität wohl der größte Fehler eines jeden Anlegers.

Beachten Sie die Grundregeln der Geldanlage

Regelmäßig das Wertpapierdepot zu optimieren, ist für Anleger wichtig, um die Renditechancen zu erhöhen. Doch dabei sollten Sie niemals die Grundregeln der Geldanlage aus den Augen verlieren.

Eine wichtige Regel lautet beispielsweise: Investieren Sie niemals Geld an der Börse, das Sie für Ihr alltägliches Leben benötigen. Das gilt selbstverständlich auch für den regelmäßigen Depotcheck. Kaufen Sie also niemals Wertpapiere, wenn Sie sich diese nicht leisten können, besser ist Folgendes: Verkaufen Sie schlecht laufende Papiere und investieren Sie das frei werdende Kapital in gut laufende Papiere.

Erklärvideo: Grundregeln der Geldanlage

Beim Depotcheck raten wir dazu, immer die Grundregeln der Geldanlage im Hinterkopf zu behalten. Im Erklärvideo 5 wichtige Geldanlage-Tipps erfahren Sie, wie Sie Rendite, Risiko und Kosten in ihrem Wertpapierdepot miteinander in Einklang bringen.

Frage 1: Wie viel Risiko möchte ich eingehen?

Dass Aktien- und Wertpapiergeschäfte ein gewisses Risiko beinhalten, sollte jedem Anleger bewusst sein. Doch auch hier gibt es gewaltige Unterschiede – nicht nur was die Anlage angeht, sondern auch den Anleger selbst. Denn nicht jeder, der Wertpapiere besitzt, hat sich eine ehrliche Antwort darauf gegeben: Also, wie viel Risiko können Sie wirklich eingehen?

Sie sollten nur das Geld in Aktien anlegen, dass sie wirklich langfristig entbehren können – und langfristig bedeutet mindestens 10 Jahre. Und selbst wenn Sie lange auf das angelegte Geld verzichten können, sollten Sie nicht ihr ganzes Vermögen nur in Aktien stecken. Denn es kommt auch darauf an, was Sie später mit dem Geld vorhaben. Möchten Sie sich zum Beispiel eine Immobilie kaufen oder für den späteren Lebensunterhalt vorsorgen? Dann sollten Sie zumindest mit einem Teil ihrer Anlage auf Nummer sicher gehen und etwas in Zinsprodukte anlegen – so unattraktiv diese zurzeit auch sind.

Ihr Konto kann Verluste ohne weiteres Verkraften, doch Sie haben nach dem Blick auf einen Depotauszug trotzdem schlaflose Nächte? Auch dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht mit einem Aktienanteil von 50/50 in ihrem Depot besser schlafen würden.

Frage 2: Passt die Mischung im Wertpapierdepot?

Manche Depots sind so übersichtlich, dass Anleger den Überblick über ihr Risiko verlieren – Sie auch? Nehmen Sie sich ein Mal im Jahr Zeit, um Ihre Depotmischung zu überprüfen. Denn das mindert die Verluste. So können gibt es komplexe Zertifikate oder flexible Mischfonds, bei denen sich das Risiko schwer abschätzen lässt. Überlegen Sie sich, ob Sie solche Produkte wirklich in Ihrem Portfolio haben möchten – wenn nicht, dann weg damit!

Denn solange Sie es nicht übertreiben und Ihr gesamtes Vermögen auf unverzinsten Konten bunkern, schadet eine gewisse Vorsicht im Umgang mit dem eigenen Geld sicherlich nicht. Mit Zocker-Aktien riskieren sie deutlich höhere Verluste während eines Börsencrashs, wie zum Beispiel der Corona-Krise, als nötig.

Frage 3: Wie erfolgreich war mein Portfolio bisher?

Wenn Sie die Wertentwicklung ihres Depots richtig einschätzen wollen, müssen Sie auch das Risiko berücksichtigen. Denn je mehr Risiken Sie mit ihrer Geldanlage eingehen, umso mehr sollte dabei schließlich herausspringen. Eine objektive Richtlinie könnten dabei die Renditen der Indizes sein, die den globalen Aktienmarkt und die Euro-Staatsanleihen gut widerspiegeln.

Wenn Ihr Wert­papierdepot deutlich hinter den Indexrenditen zurück­bleibt, sollten sie in jedem Fall handeln. Wenn Ihre Aktien und Fonds permanent keine Rendite erzielen, bringt es nichts, sie zu behalten und auf bessere Zeiten zu hoffen. Deshalb sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie weiterhin an den Erfolg des Unternehmens glauben. In unseren Ratgebern Aktien kaufen und Aktienhandel erfahren Sie übrigens, wie Sie Unternehmen unter die Lupe nehmen und die besten Aktien herausfiltern.

Einzelne Aktien können Sie alternativ auch durch einen breit streuenden ETF ersetzen. ETFs sind langfristig besonders chancenreich und mit weniger Risiko behaftet als Einzelaktien. Welche ETFs sich zum Vermögensaufbau anbieten und mit welchen Indexfonds Sie einen Sparplan anlegen sollten, können Sie in unseren ausführlichen Ratgebern ETF kaufen und ETF-Sparplan nachlesen.

Frage 4: Wie räume ich mein Depot am besten auf?

Wir können es nicht oft genug sagen: Regelmäßiges Überprüfen ist das A und O für jeden Anleger – vor allem bei aktiv gemanagten Fonds. Selbst Überflieger können mal abstürzen und dann ist der Ärger groß. Besser ist es, vorher zu überlegen, ob die Aktie noch Luft nach oben hat – also das Chancen-Risiko-Verhältnis abzuwägen. Fonds, die ein mäßiges Chancen-Risiko-Verhältnis haben, sollte man am besten aus seinem Depot verbannen und sich überlegen, eventuell in einen ETF zu investieren oder einen ETF-Sparplan anzulegen. Das spart Kosten und macht auf lange Sicht viel aus.

Öko-Depot - so geht der Nachhaltigkeits-Check

Nachhaltigkeit ist Trend - und das spiegelt sich auch an der Börse wieder. Denn immer mehr Anlager achten auf die ethisch-ökologischen Punke bei der Wahl eines Fonds. Ihren jährlichen Depotcheck können sie auch dazu nutzen, ihre Anlagen auf Nachhaltigkeit zu überprüfen. Es gibt bereits einige ETFs, die nachhaltiger sind, als die "klassischen" Fonds.

Tipp: In unserem Ratgeber Nachhaltige Geldanlagen erfahren Sie alles über Ökofonds, nachhaltige ETFs und Co.

Frage 5: Wie kann ich Kosten für Wertpapiere senken?

Wer eine langfristige Anlage plant, sollte nicht nur auf die Anschaffungskosten achten, sondern vor allem auch, welche Kosten Fonds und andere Wertpapiere regelmäßig verursachen. Denn eben diese sind für die Performance besonders entscheidend.

Aktiv gemanagte Investmentfonds oder andere Finanzprodukte, die jährlich mehr als 2 Prozent im Jahr kosten, sollten Sie daher auf den Prüfstand stellen. Bringt der Fonds Ihnen am Ende mehr ein, als ein ETF oder ein sogenanntes „Pantoffel-Portfolio“, das für Anleger mit besonders wenig Aufwand verbunden ist, dann lohnt es sich, diesen zu behalten. Sie sollten aber die Entwicklung nicht aus den Augen lassen und das Chancen-Risiko-Verhältnis jährlich abwägen. Auch Finanztest zeigt anhand eines echten Depots, was Anleger bei zu hohen Kosten tun können.

Tipp: Wenn Sie feststellen, dass Ihr Fond zu viele Kosten verursacht, sollten Sie sich überlegen, stattdessen in einen ETF zu investieren. Wer dabei seine Anlage breit streuen möchte, für den eignet sich zum Beispiel ein MSCI World-ETF gut.

Depotcheck in der Corona-Krise: Das können Sie tun!

Das Coronavirus hat das Weltgeschehen fest im Griff und auch die Aktienmärkte blieben von den Auswirkungen nicht verschont. Viele Anleger werden mit Verlusten in ihren Portfolios konfrontiert, Unsicherheit macht sich breit und die Frage nach dem richtigen Umgang mit dieser außergewöhnlichen Situation ist in den Köpfen vieler präsent. Doch wie können Sie in der Corona-Krise als Anleger reagieren, um die Verluste möglichst gering zu halten oder davon zukünftig sogar zu profitieren? Wir haben einige Tipps zusammengestellt:

Diese Aktien profitieren von der Corona-Krise

Zum einen lässt sich beobachten, dass Aktien in den Bereichen Gesundheitswesen, SaaS-Anbieter im Bereich Videotelefonie und -konferenzen und Einzelhandel von der aktuellen Situation profitieren – sei es in Bezug auf die Produktion vom Schutzmasken und -kleidung, die Entwicklung eines Impfstoffs, das kollaborative Arbeiten im Homeoffice oder die hohen Absatzzahlen wegen Hamsterkäufen. Auch Energieversorger wie RWE oder Versicherer wie die Allianz halten aktuell die Kurse recht stabil und werden auch zukünftig wohl ein wertvoller Bestandteil eines Depots bleiben. Welche Unternehmen außerdem die großen „Gewinner“ der Krise sind, lesen Sie im Artikel über Corona-Aktien unserer News-Redaktion.

Diese Aktien fallen der Corona-Krise zum Opfer

Die großen Verlierer der Krise finden sich in den Bereichen Tourismus und Events. Diese Branchen leiden unter den globalen Maßnahmen der eingeschränkten Bewegungsfreiheit und verzeichnen deshalb große Verluste. Auch der Kultursektor wird in Mitleidenschaft gezogen durch das Nicht-Stattfinden von Veranstaltungen. Unternehmen in den Bereichen Luft- und Kreuzfahrt müssen besonders starke Rückschläge in Kauf nehmen, hier gilt es zu beobachten, ob und inwiefern diese nach der Krise in der Lage sein werden, sich wieder zu erholen. Auch der Ölpreis ist nach wie vor ein Krisenindikator und so überrascht es nicht, dass führende Unternehmen aufgrund rückläufiger Nachfrage Verluste über 30 Prozent hinnehmen mussten.

Corona-Crash – diese Tipps helfen beim Depotcheck

 
Haben Sie ETFs im Depot? Dann gibt es keinen akuten Grund zur Sorge. Die derzeitige Situation an den Märkten ist nicht der erste Börsen-Crash in dieser Form und der Blick auf vergangene Krisen zeigt, dass sich die Märkte auf lange Sicht wieder erholen werden
 
 
Haben Sie einzelne Aktien im Depot? Es lohnt sich, einen reflektierten Blick Ihre Wertpapiere zu werfen, um hektisches Verkaufen zu vermeiden. Die Bereiche Biochemie und Rohstoffe werden langfristig sinnvoll und notwendig bleiben. Falls sie jedoch auf eine hohe Gewichtung im Bereich Luftfahrt oder Tourismus gesetzt haben, sollten Sie über eine Umschichtung nachdenken.
 
Aber: Sie machen erst wirklich Verluste, sobald Sie Ihre Aktienanteile verkaufen. Wenn Sie glauben, dass sich das Unternehmen von der Corona-Krise erholen kann, lohnt es sich unter Umständen die Anteile fürs Erste zu behalten – viel tiefer sinken können diese schließlich auch nicht mehr.
 
 
Bietet der Börsen-Crash auch Chancen? Ja! Denn die aktuelle Situation lässt sich als Einstiegschance sehen, denn Online-Händler wie Delivery Hero oder HelloFresh zeigten bereits vor der Krise eine positive Entwicklung und behielten diese bei. Auch der Videokonferenzanbieter Teamviewer verzeichnete einen Kursanstieg. Der Medizintechnikproduzent Drägerwerk konnte außergewöhnlich gut punkten. Es lohnt sich also, auch in Aktien zu investieren, die Sie vorher vielleicht noch nicht im Blick hatten.

Depotcheck: Welche Papiere eignen sich am besten?

Nicht alle Arten von Geldanlagen sind für jedermann geeignet. Hier kommt es vor allem auf das Wissen an und die Zeit, die man hat, sich um sein Depot zu kümmern. So sind zum Beispiel ETFs aufgrund ihrer breiten Streuung, einem geringen Zeitaufwand und nicht zu vergessen den vergleichsweise geringen Kosten besonders gut für Börsen-Anfänger zum Investieren geeignet.

Doch auch Aktien, die die Grundlage für ETFs bilden, sind für einen Vermögensaufbau geeignet – jedoch mit Einschränkungen. Privatanleger sollten bereits einige Erfahrung an der Börse gesammelt und das nötige Wissen aufgebaut haben. Optionsscheine und CFDs sind um ein Vielfaches risikoreicher, Anleger sollten Chancen und Risiken kennen.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie mehr über die verschiedenen Arten der Geldanlage erfahren wollen und weitere Tipps für Ihre Investitionen bekommen möchten, lesen Sie unseren Ratgeber zur Geldanlage.

Depotcheck - das ist zu tun

1
Unterziehen Sie ihr Depot mindestens einmal im Jahr einem Check.
2
Stellen Sie sich die fünf wichtigen Fragen und beantworten Sie diese ehrlich für sich.
3
Trennen Sie sich von zu teuren Fonds, die zu wenig Rendite bringen und ersetzen diese zum Beispiel durch ein ETF.
4
Handeln Sie in Krisenzeiten wie dem Corona-Crash besonnen - Angst ist nie ein guter Ratgeber.

Beitrag verfasst von:

JANA BUCH – REDAKTEURIN RATGEBER

Jana Buch ist seit März 2020 für die Themen Börse und Wertpapiere zuständig. Sie schloss ihr Volontariat bei der Mediengruppe Dr. Haas ab und hospitierte bei der tz.de sowie dem Münchner Merkur. Zuletzt arbeitete sie als Lokal-Journalistin und Promi-Expertin in einer Online-Redaktion.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: tsyhun / shutterstock.com

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