Private Vorsorge

Europarente: Wie Sie in die europaweite Altersvorsorge PEPP investieren und davon profitieren

Jeder EU-Bürger kann mit der Europarente in die Altersvorsorge investieren. Das Pan-European-Personal-Pension-Produkt (PEPP), wie die Europarente ganz korrekt heißt, wird von der Europäischen Union gefördert. Ziel ist es, die Altersarmut in Europa zu bekämpfen. Wie Sie als Anleger von der Europarente profitieren können und wie diese private Altersvorsorge überhaupt funktioniert, lesen Sie im Folgenden.

Europarente: In die Altersvorsorge PEPP investieren

Europarente - das Wichtigste in Kürze

Die Europarente ist eine private Altersvorsorge auf europäischer Ebene, die der Altersarmut entgegenwirken soll.
Auch wenn noch nicht viele Details zu PEPP bekannt sind, bietet die Europarente im Vergleich zu anderen Versicherungsprodukten doch einige Vorteile.
Wichtig: Um für den europäischen Markt zugelassen zu werden, durchläuft jedes PEPP-Produkt ein strenges Zulassungsverfahren.

Europarente - Empfehlungen & Tipps

Die Europarente wurde grundlegend für jeden Europäer konzipiert, der für das Alter vorsorgen will. Sowohl Angestellte und Selbstständige als auch Studierende, Auszubildende und Arbeitslose dürfen PEPP nutzen.
Unsere Empfehlung: Insbesondere für europaweit mobile Menschen lohnt sich ein Blick auf die Europarente-Besonderheiten und Europarente-Kosten.
Produktempfehlung: Ab 2022 können Sie beispielsweise in die Oskar-Europarente investieren. Informieren Sie sich hier am besten jetzt schon!

Was ist die Europarente?

Eine private Altersvorsorge auf europäischer Ebene? Das soll spätestens 2022 Realität werden. Das Pan-European-Personal-Pension-Product, kurz PEPP oder Europarente, wurde als Ergänzung zu bereits bestehenden staatlichen Renten konzipiert. Ob arbeitssuchend, im Studium, selbstständig oder angestellt – PEPP richtet sich an alle Personen, die in der EU ansässig sind.

PEPP als europäische Grundrente zu verstehen und ist deshalb insbesondere für Europäer, die grenzüberschreitend arbeiten, geeignet. Mit der Europarente können Anleger grenzüberschreitend Altersvorsorge privat betreiben, ohne bei einem Wohnortswechsel eine neue Rentenversicherung oder eine neue Grundrente abschließen zu müssen.

Wie funktioniert die Europarente?

Mit der Europarente als private Altersvorsorge entsteht erstmals innerhalb Europas ein Binnenmarkt für Rentenprodukte. Die Biographien der Menschen ändern sich, das Leben spielt sich internationaler ab, doch die Rentenprodukte sind meist national. An dieser Stelle setzt PEPP an, um international mobilen Menschen eine attraktive Lösung zur privaten Vorsorge zu bieten.

Des Weiteren sieht die Europäische Union die Europarente als ein Mittel, um die Altersarmut in Europa zu bekämpfen. So ist in einigen Mitgliedsstaaten und insbesondere in Osteuropa die Altersvorsorge nicht ausreichend entwickelt. Angesichts der demographischen Entwicklung scheint eine Vorsorge wie PEPP, die auch privat finanziert wird, notwendig.

Mit ihren Produkten soll die Europarente auch einen Wettbewerb zum Nutzen der Verbraucher anfeuern. PEPP könnte langfristig den Druck auf andere Vorsorgemodelle wie Lebensversicherungen erhöhen, ebenso auf hohe Gebühren. Denn nicht nur ein Kostendeckel sorgt bei der Europarente für Transparenz, ein Basisprodukt hilft Anlegern zusätzlich den Überblick zu behalten.

PEPP EIOPA: Zulassung der PEPP-Anlageprodukte

Jedes PEPP-Produkt muss ein strenges Zulassungsverfahren der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) durchlaufen, bevor es auf den europäischen Markt kommt. Das soll für eine hohe Qualität der angebotenen Produkte sorgen.

Transparenz und Kundeninformation stehen bei der Europarente an höchster Stelle. Deshalb muss den Kunden von den Anbietern der europäischen Altersvorsorgeprodukte vor Vertragsabschluss ein Produktinformationsblatt zur Verfügung gestellt werden, welches die wichtigsten Produktkennzahlen und eine transparente Kostenübersicht beinhaltet. Auch bei dem digitalen Vermögensverwalter OSKAR spielt Transparenz eine große Rolle. Deshalb eignet er sich auch zur einfachen Geldanlage für alle, die nicht bis zur Einführung der Europarente warten wollen.

Zusätzlich werden Kunden einerseits vorab über die unterschiedlichen steuerlichen, rechtlichen und regulatorischen Aspekte aller EU-Länder, in denen das Produkt angeboten wird, informiert. Zum anderen erhalten Kunden regelmäßig Updates zu ihrem angesparten Kapital.

Europarente: Digitales Beratungsgespräch möglich

Ein obligatorisches Gespräch zur Kundeninformation ist vor Vertragsabschluss ein wesentliches Element der Europarente. Dieses Beratungsgespräch kann persönlich oder digital erfolgen.

Während des Gesprächs wird auf die Präferenzen und auf die Lebenssituation des potentiellen Kunden eingegangen. Daraufhin kann ermittelt werden, wie und welche Summe der Kunde sparen möchte.

Europarente: Besonderheiten von PEPP

Mit der Europarente existiert erstmals ein europäischer Markt für Rentenprodukte über alle Landesgrenzen hinweg. Motivation und Ziel: Die Europarente soll der Bekämpfung der Altersarmut in der Europäischen Union dienen. Um PEPP noch attraktiver zu machen, können die Mitgliedsstaaten der EU Subventionen gewähren, beispielsweise Steuererleichterungen. Allerdings ist es länderabhängig, ob und welche Europarente-Subventionen angeboten werden.

Eine weitere Besonderheit dieser privaten EU-Rente ist, dass Bürger, die innerhalb der Europäischen Union umziehen, ihren Europarente-Vertrag einfach mitnehmen können. Eine Kündigung oder ein Wechsel der privaten Rentenvorsorge ist nicht mehr zwingend notwendig.

Ein PEPP kann beispielsweise von Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltern oder Fintechs angeboten werden. Allerdings wird bei jedem Unternehmen vorausgesetzt, dass die Kriterien der Verordnung zur Europarente eingehalten werden. Zu diesen Kriterien gehören beispielsweise eine Preisobergrenze, hohe Transparenz und die Möglichkeit, das Produkt online abzuschließen. Des Weiteren müssen flexible Auszahlungen und Wechsel in andere Verträge möglich sein.

Steuer- und aufsichtsrechtliche Aspekte der Europarente

Da die Europäische Kommission PEPP im Rahmen einer Verordnung einführt, gilt diese in allen EU-Mitgliedsstaaten sofort als Gesetz.

Des Weiteren hat die Europäische Kommission auch eine Empfehlung zur steuerlichen Behandlung der Europarente veröffentlicht. Insbesondere steuerliche Anreize werden als das wirksamste Mittel zur Förderung eines europaweiten Altersvorsorgeproduktes angesehen. Allerdings fallen steuerliche Themen grundsätzlich in den Verantwortungsbereich der einzelnen Mitgliedsstaaten. Deshalb richtet die EU einen Appell an die Nationalstaaten, damit steuerliche Förderungen auf die Europarente angewandt werden, selbst wenn PEPP nicht den Anforderungen an eine nationale steuerliche Förderung enspricht. Inwieweit die Länder dieser Aufforderung nachkommen und wie sie eine steuerliche Förderung im Detail umsetzen, bleibt den Mitgliedsstaaten überlassen.

Wird die Europarente in Deutschland steuerlich begünstigt?

Alle Mitgliedsstaaten werden wie bereits erwähnt von der Europäischen Kommission dazu angehalten, die Europarente steuerlich zu begünstigen. Der Hintergrund: Die Produkte sollen unter anderem ähnliche Vorteile haben wie vergleichbare private Altersvorsorgeprodukte. Als Beispiel ist an dieser Stelle die Riester-Rente zu nennen, welche durch den deutschen Staat gefördert wird und steuerlich absetzbar ist. Die Steuern fallen bei der Riester-Rente in der Auszahlungsphase an.

Hinweis: Ob die Europarente in Deutschland steuerlich begünstigt wird, muss die Zukunft zeigen.

Welche PEPP-Produkte gibt es?

Bei allen Anbietern gibt es auf alle Fälle ein Basis-PEPP-Produkt. Dieses bildet eine einfache, sichere und günstige Standardoption, für die über alle Anbieter hinweg die gleichen Regeln gelten. Das soll die Transparenz fördern.

Insgesamt gibt es sechs Typen bzw. Anlagemöglichkeiten. Diese können von den Anbietern auf freiwilliger Basis angeboten werden, während das Basis-PEPP-Produkt in allen Angebotspaletten angeboten werden muss.

Aber: Noch gibt es keine fertig konzipierten Europarente-Produkte. Die ersten PEPP-Produkte kommen vermutlich spätestens ab 2022, zum Beispiel wird es auch bald die Oskar-Europarente geben – mehr dazu erfahren Sie direkt bei Oskar. Wenn Sie rund um die Europarente immer auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie zusätzlich auch den Newsletter des finanzen.net-Ratgebers abonnieren. Wir informieren Sie, sobald Europarente-Vorsorgeprodukte angeboten werden.

Wer darf PEPP anbieten?

Versicherungen
Einrichtungen mit betrieblicher Altersvorsorge
Investmentfirmen
Vermögensverwaltungen
Banken

PEPP: Kosten für Anleger

Kunden können bei Vertragsabschluss aus bis zu sechs verschiedenen Optionen der europäischen Altersvorsorge wählen. Insbesondere für das Basis-PEPP gibt es schon jetzt genaue Vorgaben zu Konzept und Kosten. Für die Kosten gilt: sie dürfen ein Prozent des angesparten Kapitals nicht übersteigen. Was nach wenig klingt, ist relativ viel. Allerdings soll genau das den Anbietern genügend Spielraum geben, um vernünftige Produkte auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig gibt es bei der Standardoption eine Mindestgarantie für die eingezahlten Beiträge.

Tipp: Wenn Sie sich für eine Option entschieden haben, dann können sie diese alle fünf Jahre kostenfrei ändern. Zudem dürfen alle Anleger ihre Spareinlagen alle fünf Jahre oder bei einem Umzug in ein anderes Land jederzeit zu einem anderen Anbieter ihrer Wahl übertragen.

Grundsätzlich müssen alle möglichen Kosten völlig transparent für den Kunden aufgeführt werden. Zudem sind die Europarente-Kosten nach oben begrenzt. Für die Auszahlung des angesparten Kapitals dürfen die PEPP-Anbieter ihren Kunden verschiedene Optionen, beispielsweise eine Rente oder eine Einmalzahlung, zur Auswahl anbieten.

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Wer profitiert von der Europarente?

Grundsätzlich richtet sich die Europarente an alle in der EU ansässigen Personen. Jeder der privat für das Alter vorsorgen möchte, kann sie abschließen – völlig egal ob jung oder alt, angestellt, arbeitslos, studierend oder selbstständig.

Insbesondere können aber jene Europäer davon profitieren, die grenzüberschreitend arbeiten und trotzdem nicht ständig ihre Verträge bei einem Umzug in ein anderes EU-Land wechseln wollen.

Ist die Europarente sinnvoll? Die Vorteile auf einen Blick

Zwar sind noch nicht alle Einzelheiten der Europarente final geklärt, doch schon jetzt lässt PEPP sehr viele Vorteile für Anleger erkennen.

Da PEPP grenzübergreifend angeboten wird, fördert es den europaweiten Wettbewerb der Anbieter, wovon die Kunden profitieren können. Des Weiteren ist der Kostendeckel ein großer Pluspunkt, wenn man die Kosten der Europarente mit den höheren und versteckten Kosten anderer Versicherungsprodukte vergleicht.

Insbesondere für international mobile Menschen bietet das von der Europäischen Union geförderte Altersvorsorgeprodukt eine spannende und gleichzeitig flexible Alternative zu einer klassischen Altersvorsorge. Außerdem sorgen die Kriterien, denen alle PEPP-Anbieter unterliegen, für eine größere Transparenz und eine bessere Vergleichbarkeit bei den Kunden.

Die flexiblen Auszahlungen und das Wechselrecht in andere Produkte bieten zusätzliche Vorteile für alle Anleger.

Europarente - das sollten Sie tun

1
Mit der Europarente möchte die Europäische Union Altersarmut bekämpfen. Spätestens 2022 sollen hierfür die ersten Produkte auf den Markt kommen.
2
PEPP-Anbieter sollen mindestens ein Standardprodukt anbieten, welches strengen Voraussetzungen unterliegt. Das erhöht die Vergleichbarkeit für die Kunden.
3
Die Europarente-Kosten sind nach oben gedeckelt. Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich für Anleger trotzdem. Warum? Vertragsdetails können sich unterscheiden.
4
Ihre gewählte Option können Sie alle fünf Jahre kostenfrei ändern oder Ihr angespartes Kapital zu einem anderen Anbieter übertragen. Hierfür könnten allerdings Kosten anfallen.
5
Bei einem Umzug in ein anderes Land der EU können Sie jederzeit Ihren Anbieter wechseln. Beachten Sie dabei aber die jeweiligen Gebühren des Anbieters für den Wechsel.

Beitrag verfasst von:

JASMIN MENCIN – RATGEBER-REDAKTEURIN

Jasmin Mencin - Redakteurin finanzen.net RatgeberJasmin Mencin ist seit Anfang 2021 Teil der Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Robo-Advisor, Corona-Rubrik und Kryptowährungen. Ihr Studium in den Fächern Germanistik und Pädagogik hat sie mit einem Master abgeschlossen. Während ihres Studiums sammelte sie bereits erste Erfahrungen als Content Writerin im Bereich Sprachen.

Bildquelle: DesignRage / Shutterstock.com

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