Extra-Geld für Ihr Eigenheim

Baukindergeld – wie Sie die staatliche Eigenheimförderung beantragen und erhalten

Seit September 2018 können Sie als Unterstützung für Ihre Eigenheimfinanzierung Baukindergeld beantragen und erhalten pro Kind über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich 1.200 Euro vom Staat geschenkt. Wir erklären, wie Sie den Antrag auf Baukindergeld stellen, worauf Sie achten sollten und welche Unterlagen Sie beim Antrag der staatlichen Förderung einreichen müssen.

Bau­kinder­geld -
darum geht es

Seit dem 18. September 2018 können Fa­milien mit Kindern Bau­kinder­geld beantragen, wenn Sie eine eigen­genutzte Im­mobilie kaufen oder bauen.

Mit dem Bau­kinder­geld ge­fördert wird nur der erst­malige Bau oder Kauf einer selbst­ge­nut­zten Immobilie.

Das staat­liche Förder­geld kann rück­wirkend zum 1. Januar 2018 be­an­tragt werden.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren erhal­ten Sie pro Kind jähr­lich 1.200 Euro Bau­kinder­geld.

Baukindergeld beantragen - Tipps & Tricks

Das Bau­kinder­geld können Sie online bei der staat­lichen KfW-Bank be­antragen.

Ausgezahlt wird das Bau­kinder­geld ver­mutlich ab März 2019.

Unsere Empfehlung: Haben Sie im Jahr 2018 gebaut oder gekauft? Dann sollten Sie den An­trag auf Bau­kinder­geld bis zum Jahres­ende stellen.

Grund­sätzlich gilt: Sind Sie in Ihre eigenen vier Wände ein­gezogen, haben Sie drei Monate Zeit, den Antrag auf das Bau­kinder­geld zu stellen.

Mit staatlicher Förderung zum Eigenheim – so klappt’s mit dem Baukindergeld!

Knapper Wohn­raum und teure Mieten – ins­besondere in Ballungs­gebieten haben es vor allem Fa­mi­lien und Allein­er­ziehende schwer, eine geeignete und bezahl­bare Wohnung oder ein Haus zu finden. Der Traum vom Eigen­heim erspart die langwierige Suche nach einem Zu­hause zu fai­ren Mieten und sichert die Eigen­ständig­keit. Dank des Bau­kinder­gelds wird der Bau oder Kauf eines Eigen­heims jetzt mit einem neuen Förderprogramm vom Staat fi­nan­ziell unter­stützt. Pro Kind können Fa­milien über einen Zeit­raum von zehn Jahren jähr­lich 1.200 Euro erhalten. In diesem Rat­geber haben wir alles Wichtige rund um das neue Baukindergeld zusammen­gefasst . 

Baukindergeld – Voraussetzungen im Überblick

Familien und Allein­erzie­hende mit Kindern unter 18 Jahren, die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 erstmalig eine Immo­bilie kaufen oder bauen, kön­nen Ihren Traum vom Eigen­heim mit­hilfe des staat­lichen Bau­kinder­gelds ver­wirk­lichen. 

Wichtig: Wenn Sie als Antrags­steller das Bau­kinder­geld be­antragen, muss Ihnen die Immo­bilie zu mindestens 50 Prozent gehören. 

Besonders interessant ist an dieser Form des staatlichen Zu­schusses, dass Sie das Bau­kinder­geld in voller Summe behalten dürfen. Aller­dings gilt wie bei fast allen staatlichen Förder­programmen auch beim Bau­kinder­geld eine fest­gelegte Ein­kommens­ober­grenze: Nur wenn Ihr zu ver­steuerndes Ein­kommen unter 75.000 Euro plus jeweils 15.000 je Kind liegt, steht Ihnen das staatliche Extra-Geld zu. Ist Ihr zu ver­steuern­des Ein­kommen höher, haben Sie leider keinen An­spruch auf das Bau­kinder­geld. Die folgende Tabelle ver­an­schaulicht, wie viel Geld Sie pro Kind als  Unter­stützung für den Bau- oder Kauf Ihres Eigen­heims erhalten. 

Übersicht: So viel Bau­kinder­geld ist drin

Anzahl der KinderBaukindergeld
pro Jahr
Baukindergeld 
in 10 Jahren
Höchstes zu ver­steuerndes Ein­kommen 
11.200 Euro12.000 Euro90.000 Euro
22.400 Euro24.000 Euro105.000 Euro
33.600 Euro36.000 Euro120.000 Euro
44.800 Euro48.000 Euro135.000 Euro

Eine Begrenzung der Wohn­fläche gibt es übrigens nicht. Es war zwar ursprüng­lich eine Begrenzung des Bau­kinder­geldes nach Wohn­fläche vorgesehen. Diese Ein­schränkung ist jedoch wieder gekippt worden.

Auf­passen müssen Sie aller­dings beim Kauf­preis Ihrer Immobilie: Um das Baukindergeld zu erhalten, darf der Kaufpreis ohne Erwerbs­neben­kosten für das Wohneigentum nicht niedriger sein, als die För­derung durch das Bau­kinder­geld.

Tipp: Sie sind sich nicht sicher, ob Ihnen das Bau­kinder­geld zusteht? Für Sie haben wir die wich­tigsten Kri­terien hier einmal zusammen­gefasst. Auf der Website der KfW können Sie eben­falls ganz einfach über den Schnell­check prüfen, ob Sie einen An­spruch auf das Bau­kinder­geld haben. Auch Ihre finanzierende Bank unterstützt Sie, wenn Sie die beste Verwendungsmöglichkeit für Ihr Baukindergeld wählen wollen. 

Unter diesen Rahmen­be­dingungen erhalten Sie das Baukindergeld

Sie haben min­destens ein Kind unter 18 Jahren.
Sie erwerben zum ersten Mal eine Immobilie.
Sie bauen oder kaufen das Objekt zur Eigennutzung.
Der Immobilien­kauf oder -bau liegt zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020.
Ihr zu ver­steuerndes Ein­kommen liegt unter 75.000 Euro plus 15.000 Euro pro Kind.

Bau­kinder­geld – häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wann muss ich den Antrag auf Bau­kinder­geld stellen?

Wenn Sie vor dem Programm­start am 18. Sep­tember 2018 in Ihr Eigen­heim eingezogen sind, können Sie noch bis zum 31. Dezember Ihren Antrag einreichen. Für alle Eigenheimbauer, die Ihr Haus oder Ihre Wohnung nach dem 18. Sep­tember 2018 gebaut oder gekauft haben, gilt eine Frist von drei Monaten nach dem Einzug für die Antrags­stellung. Den Einzug müssen Sie mit einer gültigen und aktuellen Melde­bestätigung Ihres Bürger­amtes bestätigen. Vor Ihrem Einzug ist die Antragsstellung noch nicht möglich.

Erst wenn Sie alle Nach­weise erbracht haben, wird das Bau­kinder­geld an Sie aus­gezahlt. Nach Programm­start im September 2018, werden die ersten Bau­kinder­gelder ver­mutlich Anfang 2019 aus­ge­geben.

Welche Unterlagen benötigen Sie für den Antrag auf Baukindergeld?

Um Baukindergeld zu beantragen, benötigen Sie eine Melde­bestätigung zum Nach­weis der Selbst­nutzung, die not­wen­digen Ein­kommens­steuer­bescheide des zweiten und dritten Jahres vor Antragsstellung sowie einen Grund­buch­aus­zug als Nach­weis über den Eigen­tums­erwerb. 

Wenn Sie also im Jahr 2018 einen Antrag auf Baukindergeld stellen, müssen Sie die Einkommensnachweise aus den Jahren 2015 und 2016 einreichen. Der Durchschnitt des Einkommens aus diesen beiden Jahren gilt als Grundlage für Prüfung, ob Sie ein Anrecht auf Baukindergeld haben.

Tipp: Oft dauert es einige Zeit, bis die Grundbuchämter, um Sie als Eigentümer in das Grundbuch einzutragen und Ihnen den entsprechenden Nachweis zur Verfügung zu stellen. Deshalb reicht es in der Regel, wenn Sie den Nachweis zur Ein­tragungs­vor­merkung Ihrem Antrag beifügen. 

Was passiert mit dem Baukindergeld bei Immobilienverkauf?

Ver­kaufen Sie Ihr gefördertes Eigen­heim, erhalten Sie kein Bau­kinder­geld mehr. Allerdings müssen auch nicht die bereits bezogene Summe zurück­zahlen.  

Wie lange können Sie Bau­kinder­geld be­an­tragen?

Das Bau­kinder­geld ist derzeit eine befristete Förder­aktion, die von der Bundes­regierung bis Ende 2020 befristet wurde. Selbst­ver­ständlich er­halten Sie auch nach 2020 im Rahmen des Aus­zahl­planes die Ihnen zustehende För­derung, wenn Sie den An­trag auf Bau­kinder­geld vor dem 1. Januar 2021 gestellt haben. Planen Sie Ihren Traum vom Eigen­heim erst nach 2020 zu ver­wirk­lichen, müssen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung ohne die staatliche För­derung kaufen be­ziehungs­weise bauen. 

Unter­scheidet sich das Bau­kinder­geld je nach Bundes­land?

Das Bau­kinder­geld gilt für alle Bundes­länder. Wenn Sie in Bayern ein Haus bauen wollen, können Sie sogar noch mehr Bau­kinder­geld bekommen. Denn der Frei­staat ver­teilt ein sogenanntes Bau­kinder­geld Plus, womit die jähr­liche För­derung pro Kind von 1.200 Euro auf 1.500 Euro erhöht wird. 

Tipp: In Bayern haben Sie außer­dem ein An­recht auf die Eigen­heim­bau­zulage von ein­malig 10.000 Euro, die un­abhängig vom Bau­kinder­geld sowohl Familien, als auch kinder­losen Paaren und Singles zusteht. 

Wie wird das Baukindergeld ausgezahlt?

Nach der erfolgreichen Prüfung Ihres An­rechts auf Bau­kinder­geld, wird die erste Rat auf Ihr Konto als An­trags­steller überwiesen. In der Bestätigung über das Bau­kinder­geld ist der Aus­zahlungs­termin fest­gehalten. Die weiteren Raten werden in den weiteren neun Jahren der Förderung jährlich auf Ihr Konto gezahlt, solange Sie die Im­mobilie nicht vor­zeitig ver­kaufen.     

Kosten beim Immobilienkauf - schon gewusst?

Wenn Sie planen, eine Immobi­lie zu kaufen oder zu bauen, sollten Sie sich vorab einen Überblick über die an­fallenden Kos­ten ver­schaffen.

In Deutschland fallen nämlich verhältnis­mäßig hohe Kauf­neben­kosten: Planen Sie mit bis zu zwölf Prozent der Kaufsumme für die Neben­kosten, die bei einer Bau­finan­zierung oft als Eigen­kapital vor­handen sein müssen. Denn beim Kauf einer Immobilie fallen in der Regel eine Maklercourtage, Notar- und Grundbuchkosten und eine zusätzliche Grunderwerbssteuer an. Wie hoch die Kaufnebenkosten bei Ihnen ausfallen, hängt stark von dem Bundesland ab, in dem Sie Ihre Immobilie erwerben.

Fazit: Für wen lohnt sich das Bau­kinder­geld?

Das Bau­kinder­geld lohnt sich definitiv, wenn Sie ohnehin vor­haben zwischen 2018 und 2020 ein Eigenheim zu bauen oder zu kaufen. Denn mit dem Zusatz­geld vom Staat können Sie Ihre Bau­finanzierung zum Beispiel früher tilgen und müssen effektiv weniger Geld in­ves­tieren, um sich Ihren Traum von der eigenen Im­mobilie zu verwirklichen. Aller­dings sollten Sie nicht um des Bau­kinder­gelds Willen allein eine Immobilie zur Eigen­nutzung erwerben – diese Rechnung geht aufgrund horrender Immobilien­preise insbesondere in Ballungs­gebieten nicht auf.

Tipp: Neben dem Bau­kinder­geld bietet die KfW weitere Förder­programme an, die im Einzel­fall für Sie in­teressant sein können. Eine Kom­bi­nation aus KfW-Förderung und Bau­kinder­geld ist nämlich problem­los mög­lich.

Bau­kinder­geld be­antragen - das sollten Sie tun

1
Wenn Sie ein An­recht auf Bau­kinder­geld haben, sammeln Sie die not­wen­digen Unter­lagen zu­sammen.
2
Stellen Sie bei der Kredit­anstalt für Wieder­auf­bau den An­trag auf das Bau­kinder­geld.
3
Wird Ihr An­trag bewilligt, er­halten Sie über einen Zeit­raum von zehn Jahren fi­nan­zielle Unter­stüt­zung für Ihr Eigen­heim vom Staat.

Beitrag verfasst von:

ANNIKA NIEDERKORN – FINANZEN.NET REDAKTEURIN
Annika Niederkorn - Redakteurin finanzen.net Ratgeber

Annika Niederkorn ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Zuvor schrieb Sie als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen und hospitierte unter anderem bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Ihr Studium der Politischen Kommunikation hat sie mit einem Master abgeschlossen.

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Bildquelle: Alexander Raths / Shutterstock.com

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