Der beste Rechtsschutztarif

Rechtsschutzversicherung im Test – beim Rechtsstreit finanziell abgesichert

Ob erbitterter Nachbarschaftsstreit, teures Gerichtsverfahren oder Stress mit dem Arbeitgeber - mit einer Rechtsschutzversicherung sind Sie finanziell auf der sicheren Seite. Die Rechtsschutzversicherung trägt die Kosten für Anwalt und Gerichtsverfahren. In unserem Vergleich haben wir die besten Rechtsschutz-Tarife für Sie aufgespürt.

 

Rechtsschutzversicherung - darum geht es

Eine Rechtsschutzpolice schützt Sie bei juristischen Auseinandersetzungen vor hohen Kosten.

Rechtsschutzversicherungen sind teurer als andere Versicherungen. Um weniger Versicherungsprämie zu zahlen, lohnt sich die Wahl eines Selbstbehalts von 150 Euro.

Passend zu Ihrer Lebenssituation haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Bestandteile in Ihren Rechtsschutz-Tarif aufzunehmen. Zum Beispiel den Baustein Verkehrsrechtsschutz oder Berufsrechtsschutz.

Tipp: Mit einer Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder in einem Verein sind Sie oft bereits für bestimmte Bereiche rechtsschutzversichert. Prüfen Sie das vor einem Abschluss.

Rechtsschutzversicherung - Tipps & Tricks

Wählen Sie eine Rechtsschutz­versicherung, die zu Ihrer Lebenssituation passt. Dann Sie im Falle eines Rechtsstreits vor hohen Kosten geschützt.

Unsere Empfehlung: Sowohl für Singles, als auch für Familien empfehlen wir Rechtsschutztarife von Advocard. Geldanlegern, die sich als Einzelpersonen versichern wollen, raten wir insbesondere zur Ergo Versicherung. Diese eignet sich auch allgemein für Familien und Einzelpersonen.

Besonders verständlich sind die Versicherungsbedingungen bei Adam Riese dargestellt.

Darüber hinaus Familien sind mit dem Rechtsschutz der Örag und von Roland sehr gut abgesichert.

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Rentner bieten die Ergo Versicherung und die Huk24. Geldanlegern im Rentenalter bietet die Huk24 die beste Absicherung.

Warum überhaupt eine Rechtsschutz­versicherung?

Ein Streit mit dem Nachbarn oder eine Auseinandersetzung im Straßenverkehr – nicht immer lässt sich ein kleiner Streit schnell und einvernehmlich klären. Doch kommt es zum Rechtsstreit, warten oft hohe Kosten: Der Anwalt muss bezahlt werden. Darüber hinaus fallen Auslagen für Zeugen und Sachverständige an. Und im schlimmsten Fall müssen zusätzlich die Prozesskosten der Gegenseite übernommen werden.

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt diese Kosten im Fall der Fälle – so haben Sie nicht nur den Kopf frei, um sich voll auf den Rechtsstreit fokussieren zu können, Sie sind so auch finanziell komplett abgesichert. Welcher Rechtsschutz-Tarif ist für Sie der beste und wie finden Sie diesen? Hier geht es direkt zu unserem Anbieter-Test.

Wer braucht eine Rechtsschutz­versicherung?

Zu einer Auseinandersetzung vor Gericht kommt es in der Regel sehr unerwartet – und kann besonders belastend sein. Es ist dann sehr beruhigend, eine Rechtsschutzversicherung zu haben, die Ihnen zumindest finanziell den Rücken freihält. Ob für Sie allerdings eine Rechtsschutzversicherung wirklich sinnvoll, hängt sehr von Ihrer individuellen Lebenssituation ab – einige Beispiele:

Sie wohnen zur Miete und haben kein gutes Verhältnis zu Ihrem Vermieter? Dann sollten Sie über einen Mietrechtsschutz nachdenken. Dieser schützt Sie beispielsweise, wenn Ihr Vermieter die Miete ungerechtfertigt erhöhen möchte, Ihnen mit einer Eigenbedarfskündigung droht oder die Nebenkosten falsch abrechnet.

Beim Streit mit Ihrem Chef hilft Ihnen eine Arbeitsrechtsschutzversicherung. Diese unterstützt Sie, wenn Sie zum Beispiel eine Kündigung erhalten oder wenn Ihnen eine Abmahnung droht. Beamte können sich eine solche Versicherung in der Regel sparen.

Selbstständige in der Finanzbranche sollen über eine spezielle gewerbliche Rechtsschutzversicherung nachdenken. Sie laufen zum Beispiel eher Gefahr, von einem Kunden wegen schlechter Beratung verklagt zu werden als andere Berufsgruppen.

Sind Sie viel mit dem Auto unterwegs? Dann sollten Sie möglicherweise über einen Verkehrsrechtsschutz nachdenken – so sind Sie finanziell abgesichert, wenn Sie beispielsweise einen Auffahrunfall verursacht haben oder gegen einen Bußgeldbescheid vorgehen wollen.

Wichtig: Bevor Sie eine Rechtsschutzversicherung abschließen, sollten Sie immer zuerst Versicherungen gegen existenzielle Bedrohungen abschlißen. Eine Haftpflichtversicherung oder eine Risikolebensversicherung ist unverzichtbar, eine Rechtsschutzversicherung erweitert Ihren Schutz. In unserem Ratgeber Haftpflicht­versicherung erfahren Sie dazu mehr. Dort zeigen wir Ihnen auch auf, was beim Abschluss einer Haftpflichversicherung wichtig ist und welche Versicherungstarife die besten sind.

Welche Kosten übernimmt die Rechtsschutz­versicherung?

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt in der Regel die Kosten für Ihren Anwalt und das Gericht, kommt aber auch für weitere finanzielle Belastungen einer juristischen Auseinandersetzung auf.

Ihre Rechtsschutz­versicherung übernimmt Kosten für:

das Gericht
den Anwalt
Sachverständige und Gutachter
Zeugen

Diese Auflistung wirkt auf den ersten Blick recht überschaubar. Hinter jedem Punkt verstecken sich aber verschiedene Kosten, die im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung Ihren Geldbeutel mehr oder weniger belasten können. Zeugen haben zum Beispiel ein Anrecht auf die Erstattung von Fahrtkosten, eine Aufwandsentschädigung und eine Entschädigung für den Verdienstausfall bzw. das entstandene Zeitversäumnis.

Welche Kosten übernimmt die Rechtsschutz­versicherung nicht?

Eine Rechtschutzversicherung soll Ihnen bei Rechtsstreitigkeiten finanzielle Sicherheit geben. Doch nicht jede Rechtsschutzversicherung zahlt auch die Kosten der Gegenseite, wenn Sie in einem Rechtsstreit unterliegen sollten. Schauen Sie also in den Versicherungsbedingungen und im Kleingedruckten nach, wie Ihre Versicherung zum Thema Prozesskosten eingestellt ist.

Fakt ist: Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt niemals die Kosten eines Rechtsstreits, wenn Sie als Versicherungsnehmer eines Verbrechens für schuldig erklärt werden. Gemäß § 12 StGB sind Verbrechen rechtswidrige Taten, die eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr zur Folge haben.

Bei sogenannten Vergehen hingegen besteht Rechtsschutz, wenn Sie eine entsprechende Strafrechtsschutzversicherung haben. Vergehen sind rechtswidrige Taten, bei denen die zu erwartende Strafe weniger als ein Jahr Freiheitsstrafe beträgt oder eine Geldstrafe ist.

Wichtig: Viele Versicherungen legen Wartezeiten fest. In diesem festgelegten Zeitraum muss Ihre Versicherung dann die Kosten für einen Rechtsstreit nicht übernehmen. So schützen sich die Versicherer vor Kunden, die erst dann eine Versicherung abschließen, wenn ein Rechtsstreit bereits absehbar oder sogar bereits im Gange ist.

Thematisiert eine gerichtliche Auseinandersetzung ein Ereignis, das vor Versicherungsbeginn stattgefunden hat, zahlt die Versicherung in der Regel nicht. Sie sollten beachten, dass Versicherer immer sehr genau prüfen, ob sich ein Schadensfall in der Vergangenheit, also vor Versicherungsabschluss, abgespielt hat.

Es gibt außerdem weitere Kostenpunkte, deren Übernahme von der Rechtsschutzversicherung abgelehnt wird. Hier eine Komplettübersicht:

Ihre Rechtsschutzversicherung zahlt nicht bei:

Wechsel des Anwalts
einem Verbrechen
Scheidungen und anderen Rechtsstreitigkeiten innerhalb von Familien
einer vorbeugenden Beratung
nicht erfüllter Wartezeit
Misssbrauch der Rechtsschutzversicherung
Aussichtslosigkeit der Klage

Der Umfang Ihres Versicherungsschutzes hängt von Ihrer Versicherung ab. Welche Umstände durch die Rechtsschutzversicherung also abgedeckt sind, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Unsere Empfehlung: Sie sind unsicher, welche Gegebenheiten Ihr Anbieter versichert? Werfen Sie einen Blick in Ihre Versicherungsunterlagen.

Tipp: Sie sind selbstständig? Dann benötigen Sie einen speziellen Rechtsschutz für Selbstständige oder eine Gewerberechtsschutzversicherung.

Rechtsschutz­versicherung individuell zuschneiden

Rechtsschutzversicherungen sind in einer Hinsicht sehr verbraucherfreundlich: Sie funktionieren nach einem Baukastenprinzip. Je nach Lebenslage können Sie unterschiedliche Bestandteile in den Versicherungsschutz aufnehmen oder nicht. Wohnen Sie zum Beispiel in einem Eigenheim, brauchen Sie beispielsweise keinen Rechtsschutz für Streitigkeiten mit einem Vermieter.

Vorsicht: Wer allerdings einen Bestandteil nicht in seine Versicherung aufnimmt und in diesem Bereich ein Rechtsstreit droht, bleibt auf den Kosten eines Prozesses sitzen, obwohl er grundsätzlich eine Rechtsschutzversicherung besitzt. Die beliebtesten Bausteine einer Rechtsschutzversicherung sind neben dem privaten und beruflichen Schutz der Verkehrsrechtsschutz und der Rechtsschutz für eine Immobilie.

Beliebteste Rechtsschutzversicherungen

Privattrechtsschutz
Berufsrechtsschutz
Verkehrsrechtsschutz
Wohnrechtsschutz und Immobilienrechtsschutz

Die Verkehrsrechtsschutzversicherung

Wenn Sie einen Verkehrsrechtsschutz besitzen, zahlt Ihre Versicherung die Kosten von Rechtsstreitigkeiten, die durch Vorfälle im Straßenverkehr entstehen – egal ob mit dem Auto, Motorrad, Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Im Auto sind Sie im Straßenverkehr bereits durch die verpflichtende Kfz-Haftpflichtversicherung und die freiwillige Kaskoversicherung für Sach- und Personenschäden gut geschützt, nicht aber für daraus entstehende juristische Auseinandersetzungen. Dafür benötigen Sie den Verkehrsrechtsschutz. Nur so trägt das Versicherungsunternehmen im Ernstfall die Kosten für das Gericht, Ihren Anwalt und – falls nötig – für Gutachter.

Auch, wenn Sie im Zuge eines Autokaufs Probleme haben, sind Sie mit dem Verkehrsrechtsschutz auf der sicheren Seite. Falls Sie Mitglied in einem Automobilclub sind, zum Beispiel beim ADAC, dann prüfen Sie, ob Sie durch Ihre Mitgliedschaft bereits über einen Verkehrsrechtsschutz verfügen.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Verkehrsrechtsschutz nicht nur den Schutz an Ihrem eigenen Fahrzeug absichert, sondern sie auch für Schäden an fremden Fahrzeugen greift. Schließlich besteht bei Verkehrsunfällen stets die Gefahr, dass Sie zu Unrecht beschuldigt werden. Dann übernimmt die Rechtsschutzpolice auch die Kosten für den Prozess, in dem Ihr Anwalt Ihre Unschuld beweisen soll.

Unsere Empfehlung: Sie haben kein eigenes Auto, benutzen aber häufig Carsharing-Angebote oder leihen sich bei Freunden ein Auto? Dann lohnt sich eine spezielle Form des Verkehrsrechtsschutzes: die Fahrerrechtsschutzversicherung. Welches Fahrzeug Sie auch fahren, mit einer Fahrerrechtsschutzversicherung sind Sie für Rechtsstreitigkeiten in diesem Zusammenhang gewappnet.

Die Privatrechtsschutzversicherung

Einen Privatrechtsschutz benötigen Sie, wenn Sie in Ihrem privaten Lebensbereich gerichtliche Auseinandersetzungen befürchten, zum Beispiel ein Streit mit einem Bekannten, mit einem Nachbarn oder mit Ihrer Versicherung. Mit der Privatrechtsschutzversicherung sind Sie abgesichert, wenn solche Fälle juristisch ausgetragen werden.

Aber: Oft kommt es in solchen Fällen nicht zu einem Gerichtsverfahren, häufig wird der Streit mithilfe einer Mediation beigelegt, es wird also ein Vermittler eingeschaltet. Das hat für Sie einen zentralen Vorteil: Die Mediation ist in der Regel schneller als ein Gerichtsverfahren.

Tipp: Ihre Rechtsschutzversicherung sollte deshalb die Kosten für eine Mediation unbedingt abdecken.

Die Berufsrechtsschutzversicherung

Sie haben ungerechtfertigt eine Abmahnung erhalten oder Ihr alter Arbeitgeber hat Ihnen ein schlechtes Arbeitszeugnis ausgestellt, das Sie nicht nachvollziehen können? Für derartige Rechtsstreitigkeiten benötigen Sie einen Berufsrechtsschutz.

Wichtig: Die Berufsrechtsschutzversicherung wird innerhalb von Rechtsschutzversicherungen meistens in Kombination mit der Privatrechtsschutzversicherung angeboten. Das begründen Versicherungsunternehmen damit, dass viele private und berufliche Streitigkeiten nicht immer trennscharf unterschieden werden können.

Die Wohnrechtsschutzversicherung

Ein Wohnrechtsschutz, auch als Immobilienrechtsschutz bezeichnet, ist für verschiedene Personenkreise relevant. Sowohl Mieter als auch Vermieter benötigen diesen Baustein, da beide Parteien mit diesem Baustein vor möglichen Kosten von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem gemieteten bzw. vermieteten Objekt geschützt sind. Vor diesem Hintergrund wird dieser Baustein Wohnrechtsschutz auch als Mietrechtsschutz oder Vermieterrechtsschutz bezeichnet.

Mietern hilft der Mietrechtsschutz oder Wohnungsrechtsschutz für juristischen Streitigkeiten mit dem Vermieter oder der Hausverwaltung. Ist Ihr Vermieter beispielsweise der Auffassung, dass in Ihrer Wohnung der Schimmel nur entstanden ist, weil Sie nicht richtig gelüftet haben, dann übernimmt die Kosten Ihre Wohnungsrechtsschutzversicherung, falls es zu einer juristischen Auseinandersetzung kommt.

Auch bei überhöhten Nebenkostenabrechnungen, einer ungerechtfertigten Mieterhöhung, einer Anmeldung von Eigenbedarf oder einer ungerechtfertigten Kündigung durch den Vermieter sind Sie mit dem Wohnungsrechtsschutz auf der sicheren Seite.

Auch Vermieter bleiben dank des Vermieterrechtsschutzes nicht auf den Gerichtskosten sitzen, wenn es zum Rechsstreit kommt, weil Mieter zum Beispiel die Miete nicht zahlen. Wenig anfangen können hingegen Eigenheimbesitzer mit einer Wohnrechtsschutzversicherung: Sie sind im Falle von Rechtsstreits im Zusammenhang mit Ihrer Immobilie nicht durch diesen Versicherungsbaustein versichert.

Tipp: Wer mehrere Rechtsschutzbausteine gleichzeitig abschließt, erhält bei manchen Versicherungen Rabatte.

Diese Bestandteile sind für einen guten Rechtsschutz wichtig

Wählen Sie immer eine hohe Deckungssumme, damit Sie im Ernstfall nicht auf Teilen der Kosten sitzen bleiben.

Oft werden Streitigkeiten durch Mediationen oder Widersprüche schnell aus der Welt geschafft und Ihnen bleibt so emotionaler Stress erspart. Ihre Rechtsschutzversicherung sollte Sie deshalb finanziell auch bei Widersprüchen und Mediationen unterstützen und nicht erst, wenn ein Streit vor Gericht landet.

Gehen Sie sicher, dass die Versicherung bei Erbrechts- und Familienrechtsfällen nicht lediglich die Kosten einer Anwaltsberatung übernimmt, sondern im Rechtsstreit auch für Prozesskosten aufkommt oder für vom Anwalt geleistete Arbeiten vor einem Gerichtsprozess.

Ihre Rechtsschutzversicherung sollte Ihnen eine kostenlose, telefonische Beratung für alle Rechtsgebiete anbieten. Manche Versicherungstarife enthalten lediglich die kostenlose Beratung für versicherte Bestandteile. Haben Sie beispielsweise den Baustein Wohnrechtsschutz nicht gewählt, erhalten Sie zu diesem Gebiet auch keine kostenlose Auskunft Ihrer Versicherung.

Kostenübernahme einer Online-Rechtsberatung – schon gewusst?

Viele Rechtsschutzversicherungen sind bereit, die Kosten für eine rechtliche Erstberatung über eine Online-Rechtsberatungsplattform zu übernehmen. Durch solche Online-Plattformen wird Ihnen der Weg zum Anwalt erspart. Per Chat oder Skype-Gespräch ist dann zeitlich flexibel eine Beratung durch einen Rechtsanwalt möglich. Diese Form der Rechtsberatung spart in der Regel viel Zeit. 

Extra-Tipps für den besten Versicherungsschutz

Sie haben bereits seit einigen Jahren eine bestehende Rechtsschutzversicherung? Dann sollten Sie diese auf jeden Fall behalten. Mit Ihrem alten Vertrag verfügen Sie vermutlich über deutlich bessere Konditionen als bei neueren Verträgen.

Senioren können durch spezielle Tarife deutlich günstigere Rechtsschutzversicherungen abschließen als Berufstätige. Denn für Senioren entfällt meistens der Bestandteil der Berufsrechtsschutzversicherung.

Prüfen Sie, ob Sie über die Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Gewerkschaft bereits über eine Rechtsschutzversicherung verfügen. So vermeiden Sie eine kostspielige Doppel-Versicherung.

Ist Ihnen die Rechtsschutzversicherung zu teuer, dann sollten Sie einen Selbstbehalt wählen. Bis zu 100 Euro günstiger kann dann der Versicherungstarif werden.

Wichtig: Wählen Sie nur einen Selbstbehalt, wenn Sie diesen zu jeder Zeit auch eigener Tasche bezahlen können.

Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie zu einem Familientarif greifen. Allerdings gilt für diese der Rechtsschutz oft nur solange, wie sie auch mit Ihnen in einem Haus wohnen oder bis die erste Ausbildung abgeschlossen ist.

Zahlen Sie Ihre Rechtsschutzversicherung jährlich. So ist der Tarif oft günstiger als bei einer monatlichen Zahlweise.

Prüfen Sie, ob Ihre Rechtsschutzversicherung Ihnen einen Schadensfreiheitsbonus gewährt. Wenn Sie mehrere Jahre keinen „Schaden“ melden, sinkt dann beispielsweise die Versicherungsprämie oder die Selbstbeteiligung.

Tipp: Sie wollen Vorsorgedokumente für den Ernstfall aufsetzen lassen? Einige Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten für eine Erstberatung zu Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten oder Betreuungsverfügungen.

Die besten Rechtsschutz­versicherungen

Um die beste Rechtsschutzversicherung zu identifizieren, haben wir unterschiedliche Anbieter und deren Leistungen für Sie verglichen. Wir haben dabei den besten Rechtsschutz für Singles, Rentner und Familien aufgedeckt.

So haben wir getestet

Zwar existieren auf dem Markt viele Anbieter von Rechtsschutzversicherungen, nur wenige versichern Sie aber im Ernstfall umfassend. Vor diesem Hintergrund haben wir die für Sie besten Versicherungen aufgespürt.

Unsere Testperson für den Vergleich der Single- und Familienversicherung ist Arbeitnehmer, aber nicht im öffentlichen Dienst beschäftigt. Für unseren Vergleich der Seniorentarife ist unsere Testperson bereits in Rente. Wir haben die Tarife nach dem besten Rundumschutz für Sie bewertet – Privatrechtsschutz, Berufsrechtsschutz, Verkehrsrechtsschutz und Wohnrechtsschutz sollen deshalb Teil der Rechtsschutzversicherung sein.

Unsere Testpersonen sind bereit, 150 Euro Selbstbeteiligung zu zahlen, die Versicherungsprämie zahlen Sie jährlich und die Deckungssumme der Versicherungstarife soll mindestens 500.000 Euro betragen. Es besteht keine Vorversicherung, die Testperson ist bisher „schadensfrei“. Darüber hinaus haben wir nur Versicherungen in unseren Test aufgenommen, die die Kosten für eine Mediation übernehmen. Bei allen Versicherungen haben wir stets die besten Tarife eines Anbieters verglichen, da diese den größten Versicherungsschutz bieten. Daneben gibt es bei allen Anbietern auch noch günstigere Versicherungen – diese decken aber auch weniger Schadensfälle ab.

Bei einigen Anbietern unseres Vergleichs mussten wir darüber hinaus Angaben zum Wohnort und zum Alter machen. In diesem Fall haben wir unseren Firmensitz in Karlsruhe angegeben und sind von einer 40-jährigen Testperson für Single- und Familientarife ausgegangen. Unsere Testperson für die Renten­rechtsschutzversicherung ist 60 Jahre alt.

Wichtig: Bevor Sie unterschiedliche Versicherungstarife vergleichen, sollten Sie sich ein Bild darüber verschaffen, welche Bausteine Ihre Versicherung abdecken sollte.

Die beste Rechtsschutzversicherung für Einzelpersonen

Für Singles bietet der Versicherer Advocard einen sehr guten Schutz. Der Versicherungstarif „360° Privatrechtsschutz“ kostet Sie jährlich 410,40 Euro. Die Selbstbeteiligung liegt bei 150 Euro und die Deckungssumme im Inland ist unbegrenzt.

Achtung: Für Rechtsstreitigkeiten außerhalb von Deutschland liegt die Deckungssumme bei 500.000 Euro. Wenn Versicherungsnehmer zwei Jahre lang keinen „Schaden“ geltend machen, reduziert sich die Selbstbeteiligung auf 100 Euro. Meldet ein Versicherungs­nehmer sogar vier Jahre lang keinen „Schaden“, zahlt er nur noch 50 Euro Selbstbehalt. Nach sechs Jahren ohne Schadensmeldung muss ein Versicherungsnehmer bei Advocard überhaupt keine Selbstbeteiligung mehr zahlen. Kleines Manko: Nur für Rechtsstreits im Bereich Verkehr haben Kunden mit diesem Tarif keine Wartezeit. Für alle anderen Bereiche kommt die Versicherung erst drei Monate nach Versicherungsbeginn für Gerichtskosten auf.

Im Privatrechtsschutz von Advocard sind risikoreiche Kapitalanlagen (zum Beispiel Aktien) nicht versichert. Im verkehrsrechtlichen Bereich übernimmt Advocard keine Kosten für Rechtsstreits in Verbindung mit Halte- und Parkverstößen, gegen die Versicherungsnehmer gerichtlich vorgehen wollen.

Der Tarif „D.A.S. Premium-Rechtsschutz“ von der Ergo Versicherung schneidet in unserem Test sehr gut ab. Für jährlich 412,60 Euro erhalten Kunden mit diesem Tarif eine Rechtsschutzversicherung mit unbegrenzter Deckungssumme. Allerdings müssen Kunden für die Bausteine Beruf und Wohnen eine dreimonatige Wartezeit hinnehmen. Eine kostenlose Anwaltshotline darf außerdem nur für die Bereiche in Anspruch genommen werden, die auch versichert sind.

Im Gegenzug wird auch bei der Ergo Versicherung Ihre Selbstbeteiligung bei längerer Schadensfreiheit reduziert. Nach drei Jahren wird der Betrag um die Hälfte verringert, nach fünf Jahren zahlen Sie gar keine Selbstbeteiligung mehr. Wie bei Advocard sind Sie auch bei Ergo für Kosten im Zusammenhang mit Halte- und Parkverstößen nicht geschützt. Dafür kommt die Versicherung für Kosten im Zusammenhang mit Rechtsstreits über Urheberrechtsverletzungen im Internet auf und übernimmt darüber hinaus auch Kosten für juristische Streits im Zusammenhang mit falschen Beratungen zu risikoreichen Kapitalanlagen bis zu einer Anlagesumme von maximal 50.000 Euro.

Ein weiterer Anbieter einer Rechtsschutzversicherung, der in unserem Test sehr gut abschneidet, ist Adam Riese. Die Tochter der Württembergischen Versicherung AG ist  deutlich günstiger als viele ihrer Konkurrenten: Ein 40-jähriger Arbeitnehmer zahlt für den Tarif „Rechtsschutz XL“ einen jährlichen Beitrag von 234,21 Euro bei einer Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro. Adam Riese gewährleistet eine unbegrenzte Deckungssumme. Für die Bereiche Privatrechtsschutz und Wohnrechtsschutz besteht auch bei Adam Riese jeweils eine dreimonatige Wartezeit. Was wir besonders gut finden: Kunden von Adam Riese können die kostenlose Anwaltshotline auch für Rechtsstreitigkeiten in nicht versicherten Bereichen nutzen. Darüber hinaus übernimmt der Versicherungsanbieter die Kosten für ein Beratungsgespräch, wenn Ihnen eine Urheberrechtsverletzung im Internet vorgeworfen wird und Sie können Ihre Rechtsschutzversicherung täglich kündigen. Bei dieser Versicherung gefällt uns außerdem, dass die Versicherungsbedingungen in den online zugänglichen Vertragsinformationen ausführlich und verständlich dargestellt sind. Allerdings sollten Sie nur zur Rechtsschutzversicherung von Adam Riese greifen, wenn Sie kein Problem damit haben, Schadensmeldungen im ersten Schritt telefonisch melden zu müssen.

Die beste Rechtsschutzversicherung für Rentner

Für Rentner gibt es auf der einen Seite die Möglichkeit, spezielle Seniorentarife abzuschließen oder auf der anderen Seite normale Tarife ohne den Bestandteil des Berufsrechtsschutzes zu wählen. Vor dem Hintergrund, dass Rentner weniger Versicherungsleistungen benötigen, zahlen Sie auch niedrigere Versicherungsbeiträge.

In unserem Test überzeugt vor allem der Tarif „D.A.S. Premium Rechtsschutz Vital“ der Ergo Versicherung. Rentner über 55 Jahren sind hier jährlich für 338,55 Euro mit einer unbegrenzten Deckungssumme geschützt, wenn sie im Schadensfall 150 Euro Selbstbeteiligung zahlen. Damit ist der Tarif günstiger als der normale Premium-Tarif für Singles. Jedoch übernimmt die Versicherung einige Kosten, die im weiter oben vorgestellten Single-Tarif enthalten sind, nicht. Zum Beispiel zahlt die Ergo Versicherung für Rentner unter anderem keine Kosten im Rechtsstreit um risikoreiche Kapitalanlagen. Dahingegen kommt die Ergo Renten-Rechtsschutzversicherung für Kosten im Zusammenhang mit Hausbesuchen von Anwälten auf. Wenn Sie zum Beispiel krankheitsbedingt nicht das Haus verlassen können und Ihr Anwalt dann zu Ihnen nach Hause kommt, übernimmt die Versicherung also die Reisekosten Ihres Anwalts. So können Sie trotz Krankheit von einer Rechtsberatung Gebrauch machen, ohne auf den Kosten sitzen zu bleiben. Wichtiger Zusatz: Die Ergo Versicherung unterstützt Sie in diesem Tarif außerdem für die Beratung zu Vorsorgedokumenten bis zu einer Höhe von 500 Euro während der Vertragslaufzeit.

Neben der Ergo Versicherung schneidet die Huk24 in unserem Vergleich der Rechts­schutz­versicherungen für Rentner besonders gut ab. Mit dem Tarif „Rechtsschutz60 Plus“ sind nicht berufstätige Personen über 60 Jahren für jährlich 362,07 Euro ideal versichert. Die Deckungssumme dieses Tarifs liegt bei einer Millionen Euro.

Achtung: Die Höhe des Huk24-Tarifes ist abhängig von Ihrem Wohnort. Der Betrag in unserem Test gilt für unseren Firmensitz in Karlsruhe.

In diesem Tarif sind für unsere Testbedingungen zwei wichtige Erweiterungen enthalten. Eine Erweiterung ist der Rechtsschutz für genutzte Wohneinheiten als Mieter und Eigentümer, der vor dem Hintergrund unserer Testbedingungen in unserem Anbieter-Vergleich obligatorisch ist. Ein weiterer Zusatz ist der sogenannte Rechtsschutz „PLUS“. Dieser Zusatz macht einen entscheidenden Mehrwert für Kapitalanleger aus, denn damit sind in Ihrer Rechtsschutzversicherung Kapitalanlagestreitigkeiten bis 10.000 Euro auch im Rentenalter versichert. Allerdings übernimmt die Huk24 keine Anfahrtskosten, wenn Ihr Anwalt Sie wegen Krankheit per Hausbesuch berät.

Wichtig: Derartige Rententarife sollten für Sie nur in Frage kommen, wenn keine mitversicherte Person noch berufstätig ist. Sonst ist nämlich der Bestandteil der Berufs-Rechtsschutzversicherung empfehlenswert. Greifen Sie in diesem Fall zu unseren Familienrechtsschutz-Empfehlungen.

Die beste Rechtsschutzversicherung für Familien

Die Versicherungen der Ergo Versicherung sowie von Advocard können wir Ihnen auch für einen Familientarif empfehlen. Wenn Sie Kinder haben, zahlen Sie für die Familienrechtsschutzversicherung bei Advocard 482,79 Euro. Der Familientarif der Ergo Versicherung ist da etwas günstiger. Hier genießen Sie den Familienrechtsschutz für jährlich 445,62 Euro. Wenn Sie allerdings einen Studienplatz eines Kindes einklagen wollen, empfehlen wir Ihnen den Tarif von Advocard. Zwar müssen Sie für diesen speziellen Fall eine Wartezeit von einem Jahr einhalten, trotzdem übernimmt die Versicherung in einem solchen Verfahren im Gegensatz zur Ergo Versicherung die Kosten.

Wer auf der Suche nach einer Familien-Rechtsschutzversicherung unter 400 Euro ist, für den bietet sich Versicherungstarif „Roland Rechtsschutz“ von Roland an. Arbeitnehmer mit Familie zahlen hier für den Rechtsschutz im privaten und beruflichen Bereich sowie im Bereich Verkehr einen Jahresbeitrag von 376, 76 Euro. Dafür nehmen Versicherungsnehmer eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro in Kauf.  Die Deckungssumme liegt bei Roland bei einer Millionen Euro. Ein zentraler Vorteil dieses Rechtsschutztarifs: Bei Streitigkeiten mit Behörden übernimmt die Versicherung bereits vor einem Prozess die Kosten für die Auseinandersetzung, also zum Beispiel für einen Briefwechsel über einen Anwalt. 

Familien, die jährlich nicht fast 500 Euro für eine Rechtsschutzversicherung ausgeben wollen, sind darüber hinaus mit dem noch etwas günstigeren Tarif „S-Direkt ÖRAG-Rechtsschutz“ bei der Örag günstig aufgehoben. Als Familie zahlen Sie hier jährlich 331,20 Euro. Die Örag ist die Rechtsschutzversicherung im Verbund der öffentlichen Versicherungen und der Sparkassen-Finanzgruppe. Der Tarif verfügt ebenfalls über eine unbegrenzte Deckungssumme. Allerdings erhalten Sie keinen Schadensfreiheitsrabatt und im Baustein für den Privatrechtsschutz übernimmt die Versicherung im Streit mit Verwaltungsbehörden erst die Kosten ab einem Gerichtsverfahren, aber nicht zum Beispiel für anwaltliche Tätigkeiten (wie Briefwechsel) vorab. Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Kapitalanlagen sind in diesem Tarif überhaupt nicht versichert. Demzufolge ist der Tarif der Örag zwar für die Familienrechtsschutzversicherung deutlich günstiger, beinhaltet aber auch entsprechend weniger Leistungen. 

Egal ob Single, Rentner oder Familientarif – auf vielen Vergleichsportalen wir der Versicherungstarif „Premium (Flex)“ der Arag als besonders umfangreiche Versicherung gelobt. Im Hinblick auf die Versicherungsbedingung stimmen wir diesem Urteil an und für sich zu. Die Deckungssumme dieses Tarifes ist unbegrenzt. Für Rechtsangelegenheiten, die die Bausteine Berufsrechtsschutz und Wohnrechtschutz betreffen, gilt eine Wartezeit von drei Monaten. Für die Bausteine Privatrechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz bestehen keine Wartezeiten. Allerdings zahlen Versicherungsnehmer lediglich 150 Euro Selbstbeteiligung, wenn der entsprechende Anwalt über den Versicherer durch Arag vermittelt wurde. Ansonsten liegt die Selbstbeteiligung schon bei 300 Euro. Nachteil gegenüber anderen Versicherungen: Die Arag bietet keine Vergünstigung der Selbstbeteiligung an, wenn Versicherungsnehmer länger keinen Schaden gemeldet haben.

Dieser Versicherungstarif hat jedoch noch einen größeren Haken. Der Versicherer hat im Zuge des Diesel-Skandals nämlich viele Klagewünsche von VW-Besitzern nicht übernommen. Das hat auch Stiftung Warentest festgestellt und urteilt in der „Finanztest“-Ausgabe 08/2017: „Auffällig oft lehnte die Arag die Finanzierung solcher Klagen gegen VW und Händler ab.“ Wer eine Rechtsschutzversicherung abschließt, sollte sich auch sicher sein, dass der Versicherer im Ernstfall einen Rechtsstreit übernimmt. Aus diesem Grund raten wir Ihnen trotz ansonsten guter Versicherungsleistungen der Arag zu den anderen hier präsentierten Anbietern.

Rechtsschutzversicherung abschließen - das sollten Sie tun

1
Machen Sie sich Gedanken darüber, welche Bestandteile der Rechtsschutzversicherung für Sie wichtig sind.
2
Haben Sie bereits länger einen passenden Rechtsschutztarif, kündigen Sie diesen nicht.
3
Wenn Sie Ihre Rechtsschutzversicherung wechseln oder eine neue Versicherung abschließen wollen, vergleichen Sie verschiedene Angebote auf der Basis unserer Empfehlungen.
4
Wenn Ihnen die Versicherungsprämie eines Tarifs zu hoch ist, wählen sie eine Selbstbeteiligung von 150 Euro.
5
Schließen Sie online oder direkt bei Ihrem Versicherungsberater eine Rechtsschutzversicherung ab. Jetzt sind Sie für kommende Streits abgesichert.
ANNIKA NIEDERKORN – FINANZEN.NET REDAKTEURIN
Annika Niederkorn - Redakteurin finanzen.net Ratgeber

Annika Niederkorn ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Zuvor schrieb Sie als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen und hospitierte unter anderem bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Ihr Studium der Politischen Kommunikation hat sie mit einem Master abgeschlossen.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: Africa Studio / Shutterstock.com

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