Hoffnungsträger der Corona-Pandemie

Pharma- und Biotech-Aktien kaufen: Das sollten Anleger jetzt wissen

Die Pharma- und Biotech-Branche boomt - und das spiegelt sich an der Börse wider. Aktuell sind die meisten mit der Forschung an einem Corona-Impfstoff beschäftigt. Doch welche Unternehmen sind hier besonders vielversprechend und wie können Sie als Anleger davon profitieren?

Corona-Konjunkturpaket: Maßnahmen der Regierung

Pharma- und Biotech-Aktien - das Wichtigste in Kürze

Pharma- und Biotech-Aktien stehen derzeit besonders im Fokus der Anleger. Der Grund: Die Unternehmen konkurrieren um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19.
Die bisher relativ unbekannten Unternehmen BioNTech, Moderna und CureVac sind bereits weit in ihrer Impfstoffforschung vorangeschritten.
Die Augen der Anleger richten sich aber auch auf große Konzerne wie Johnson & Johnson: unsere Biotech- und Pharma-Aktien.

Pharma- und Biotech-Aktien - Empfehlungen & Tipps

Wollen Sie Pharma-Aktien kaufen, benötigen Sie ein Wertpapierdepot. Unser Depot-Vergleich hilft Ihnen bei der Suche.
Unsere Empfehlung: Moderna, Johnson & Johnson, CureVac sowie BioNTech sind Unternehmen, die bereits einen zugelassenen Impfstoff auf den Markt bringen konnten - für Anleger auf alle Fälle einen Blick wert.
Wichtig: Pharma-Aktien bieten aktuell große Renditechancen. Aber es gibt auch Risiken, die Sie vor einer Investition kennen sollten.
Tipp: Streuen Sie Ihr Kapital auf mehrere Pharma-Aktien. Besonders einfach geht das mit dem ETFs - zum Beispiel auf den MSCI World Health Care-Index.

Pharma- und Biotech-Branche: Welche Aktien während Corona-Pandemie kaufen?

Die Pharma- und Biotech-Branche ist eine der wichtigsten und gleichzeitig mächtigsten der Welt. Die Aktien der großen Pharmaunternehmen sind nicht nur in Zeiten wie der Corona-Pandemie für Anleger ein besonders attraktives Investment. Doch seit der Corona-Krise hat sich vor allem eines geändert: Vorher unbekannte Unternehmen rücken immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit – und von Investoren. Denn eins ist klar: Das Unternehmen, das zu Bekämpfung des Coronavirus beitragen kann oder gar einen rettenden Impfstoff entwickelt, wird an der Börse als strahlender Gewinner hervorgehen.

Kandidaten gibt es viele, aber welche davon sind besonders erfolgversprechend? Wir haben im Folgenden die Unternehmen unter die Lupe genommen, die bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs schon weit gekommen sind. Teilweise wurden einige der Impfstoffkandidaten dieser vielversprechenden Pharma- und Biotech-Aktien bereits zugelassen und haben alle 4 Phasen der Impfstoff-Zulassung durchlaufen.

Vier klinische Phasen der Impfstoff-Zulassung - schon gewusst?

Phase 1: Klinische Tests an sehr wenigen Probanden. Diese klinische Phase hilft den Ärzten, die richtige Dosis zu ermitteln.
Phase 2: Impfstoff-Tests an einer größeren Gruppe von weniger als 1.000 Freiwilligen.
Phase 3: Hier werden mehrere Tausend Freiwillige gleichzeitig getestet und untersucht.
Phase 4: Der Zulassungsprozess beginnt, sofern Phase 1 bis 3 erfolgreich abgeschlossen wurden.

Pharma- und Biotech-Aktien: Vielversprechende Corona-Impfstoffkandidaten

Biotech- und Pharmaaktien wie Novartis oder Johnson & Johnson sind vor allem für langfristig orientierte Investoren einen Blick wert. Aber auch chancenorientierte Anleger können mit Unternehmen aus der Gesundheitsbranche derzeit auf steigende Kurse hoffen. Das liegt vor allem an der Corona-Pandemie und des dadurch erhöhten Wettbewerbs rund um die Bekämpfung von SARS-CoV-2.

Weltweit gibt es viele große Pharma- und Biotech-Unternehmen, die an der Börse gelistet sind – darunter auch viele, die gerade an der Erforschung, Entwicklung und Produktion eines Corona-Impfstoffs beteiligt sind. Vor allem jetzt könnte es sich lohnen, in die Pharma-Branche zu investieren. Doch welche Unternehmen forschen gerade an Corona-Impfstoffen?

Einen besonders interessanten Überblick liefert der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Doch welche Unternehmen sind wirklich vielversprechende Kandidaten bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion? Das verraten wir Ihnen gleich, zuvor wollen wir aber noch die Pharmabranche von der Biotechbranche abgrenzen.

Pharmabranche? Biopharmabranche? Biotechbranche?

Alle Unternehmen in diesen Branchen stellen Medikamente her. Eine Abgrenzung der einzelnen Branchen voneinander ist inzwischen relativ schwer geworden. Der Grund ist relativ einfach: Während noch vor einigen Jahrzehnten Pharmaunternehmen ihre Produkte ausschließlich chemisch und Biotech-Unternehmen Medikamente biotechnologisch herstellten (zum Beispiel mithilfe von lebenden Organismen wie Bakterien), haben sich diese Entwicklungsmethoden inzwischen vermischt.

Die Pharmaindustrie verbreiterte ihr „Portfolio“ mit Zukäufen von Biotech-Unternehmen sowie Umstrukturierungen in der eigenen Forschung und Entwicklung. Die Folge: Pharmakonzerne wie Novartis, Pfizer, Roche und Sanofi gehören zu den größten Arzneimittelherstellern der Welt.

Heutzutage werden Unternehmen, die ausschließlich biologische Pharmazeutika entwickeln und herstellen als Biopharmaunternehmen bezeichnet. Firmen, die chemisch und biologisch entwickelte Medikamente herstellen, gehören zu den klassischen Pharmaunternehmen. Zur Biotechbranche gehören die Unternehmen, die zwar biotechnologisch arbeiten, aber eben nicht pharmazeutisch.

Doch wie können Sie als Anleger dies unterscheiden? Oft sind Dividendenzahlungen ein Indiz. Während Pharmakonzerne Gewinbeteiligungen in der Regel zahlen, sind sie bei Biopharmaunternehmen (noch) die Ausnahme.

Johnson & Johnson

Johnson & Johnson ist ein US-Pharmahersteller mit einer Marktkapitalisierung von annähernd 370 Milliarden US-Dollar (Stand: Juli 2020). Es gilt als eines der wertvollsten Unternehmen weltweit. Der größte Anteilseigner ist die Vanguard Group. Mit rund 130.000 Mitarbeitern in 60 Ländern – davon knapp 4.000 in Deutschland. Johnson & Johnson besteht aus drei großen Sparten: Pharma (51,4 Prozent), medizinische Produkte und Geräte (31,6 Prozent) und Konsumprodukte (17 Prozent). Es gibt wohl kaum einen Menschen, der Produkte des Unternehmens noch nicht genutzt hat. Große Marken wie das Pflegeprodukt Bebe oder Neutrogena, die jeder aus der Drogerie kennt, aber auch Dolormin oder Olynth aus der Apotheke, sind Produkte von Johnson & Johnson.

Johnson & Johnson ist vor allem während der Corona-Pandemie für Anleger besonders interessant: Das Unternehmen wollte bereits im Januar 2021 einen Corona-Impfstoff bereitstellen. Die US-Regierung orderte bereits Impfstoff für insgesamt 456 Millionen US-Dollar. Die Phase III-Studie startete am 23. September 2020 in den USA und weiteren Ländern. In der EU wurde der Impfstoff offiziell am 11. März 2021 zugelassen und ist damit auch der erste, der für eine Einmalgabe ausreichend ist.

Alleine die Information, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt werden könnte, ließ die Johnson & Johnson-Aktie nach oben schießen: um knapp 18 Prozent in nur einer Woche. Am 13. April 2021 sollte die Belieferung der EU mit dem Vakzin beginnen. Allerdings stoppte Johnson & Johnson die geplante Auslieferung am 14. April, da es nach der Impfung mit dem Impfstoff ebenfalls zu Thrombose-Fällen gekommen war. Eine Überprüfung soll nun Klarheit bringen. Sollte diese erfolgreich verlaufen und die Auslieferung des Impfstoffs fortgesetzt werden, wird die Wertsteigerung wahrscheinlich noch größer sein.

BioNTech: Mainzer Unternehmen arbeitet an Corona-Impfstoff 

BioNTech war vor der Corona-Pandemie den meisten Anlegern wohl ziemlich unbekannt. Doch seitdem bekannt wurde, dass das Mainzer Unternehmen zusammen mit dem US-Riesen Pfizer an einem Corona-Impfstoff arbeitet und offensichtlich große Fortschritte erzielt, schoss die Aktie, die an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet ist, in die Höhe. Erste Tests mit dem Corona-Impfstoff Mitte April 2020 verliefen erfolgreich. Dieses basiert auf der Basis sogenannter Boten-RNA und soll die menschlichen Zellen dazu anregen, spezielle Proteine zu bilden, die den Erreger bekämpfen können. Allein in der ersten Jahreshälfte 2020 kletterte die BioNTech-Aktie um 65 Prozent in die Höhe.

Denn die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte zwei Impfstoff-Kandidaten von BioNTech bereits den „Fast Track“-Status. Das bedeutet, dass sie bei Erfolg mit einer beschleunigten Zulassung in den USA rechnen können. Phase III startete bereits im Juli mit rund 30.000 Probanden in Brasilien. Ende Juli folgten auch Studien in den USA, Genehmigungen für Deutschland und Argentinien liegen seit September vor.

Anfang November verkündet BioNTech dann den entscheidenden Durchbruch: Die bisherigen Tests mit dem Impfstoff haben einen 90 prozentigen Schutz vor dem Coronavirus nachgewiesen. Daraufhin kletterte der Aktienwert gewaltig nach oben. Die Analysten bleiben optimistisch, dass die BioNTech-Aktie sogar noch höher klettern könnte.

CureVac: Corona-Hoffnung des SAP-Gründers Dietmar Hopp

CureVac – diesen Namen haben die Menschen in den letzten Wochen wohl mehr als nur ein Mal gehört und gelesen. Das schwäbische Pharma-Unternehmen schoss in der Corona-Pandemie wie aus dem Nichts empor. Der Grund: CureVac, das zum größten Teil SAP-Gründer Dietmar Hopp gehört, entwickelt ebenso wie BioNTech seinen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus. Doch im Gegensatz zu BioNTech konnten sich Anleger zunächst nicht am Erfolg von CureVac beteiligen. Der lang ersehnte Börsengang wurde erst am 14. August 2020 realisiert.

Die Bundesregierung beteiligte sich bereits vor dem Parkett-Debüt mit 300 Millionen Euro bei CureVac – und sichert sich damit 23 Prozent der Anteile an Dietmar Hopps Unternehmen. So will sie verhindern, dass jemand anderes Mehrheitseigner wird und CureVac ins Ausland abwandert. Denn das Unternehmen genießt große Aufmerksamkeit im Ausland: Sogar Tesla-Boss Elon Musk unterstützt CureVac und baut RNA-Minifabriken für die Impfstoffproduktion. Wie wertvoll das Unternehmen tatsächlich ist, wird sich noch zeigen.

Die EU-Zulassung für Curevacs mRNA-Coronaimpfstoff wird wohl länger dauern als ursprünglich angenommen. Das Tübinger Unternehmen rechnet nun damit, den Impfstoff frühestens Juni 2021 auf den Markt zu bringen, was nach Angaben von CureVac mit den Corona-Varianten zu tun hat. Diese Info drückte die CureVac-Aktie nach unten. Haben Anleger doch schon mit einem fertigen Impfstoff bis Ende 2020 gerechnet.

Wichtig: Analysten empfehlen die Aktie zu kaufen beziehungsweise zu halten und geben eine Jahresprognose für CureVac ab: Sie schätzen den Aktienkurs in einem Jahr auf 68 US-Dollar.

Moderna: beim Corona-Impfstoff vorne mit dabei

Das Unternehmen ist der US-Hoffnungsträger im globalen Rennen um den Corona-Impfstoff und konkurriert mit vielversprechenden Kandidaten wie CureVac, BioNTech und Johnson & Johnson. Moderna wird an der Börse mit etwas mehr als 21 Milliarden gehandelt. Das Biotech-Unternehmen konzentriert sich wie die deutschen Forscher auch auf die Bildung eines Boten-RNAs. Wer vor der Corona-Pandemie oder relativ am Anfang bereits in Moderna investiert hat, konnte sich über einen dreifachen Wertzuwachs allein in 2020 freuen. Ende Mai befand sich die Aktie auf dem absoluten Hoch – bis sie plötzlich wieder um sieben Prozent einsackte, nachdem berichtet wurde, dass es bei der Impfstoff-Entwicklung Verzögerungen geben würde. Es sollen laut dem US-Gesundheitsnachrichtenportal Stat nicht genügend kritische Daten vorliegen, die die Wirksamkeit des Impfstoffes belegen könnten.

Phase III startete trotzdem im Juli mit 30.000 Freiwilligen. Diese war auch für den weiteren Verlauf des Aktienkurses entscheidend. Ende Juli pumpte die US-Regierung weitere 472 Millionen US-Dollar in das Unternehmen, damit die Probandenzahl in der Studie erhöht werden konnte. Die Nachricht verhalf der Moderna-Aktie zu einem großen Sprung von zeitweise 7,21 Prozent nach oben.

Nachdem Moderna am 30. November 2020 die Zulassung beantragt hatte, wurde diese für den von Moderna entwickelten COVID-19-Impfstoff am 06. Januar 2021 europaweit erteilt. Nur wenige Stunden nach der positiven wissenschaftlichen Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und der anschließenden Billigung durch die Mitgliedstaaten erfolgte die Zulassung. Die Empfehlung der EMA stützt sich dabei auf eine gründliche Bewertung der Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität des Impfstoffs. Europa habe sich bis zu zwei Milliarden Dosen des Impfstoffes gesichert, so die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Zwischen dem ersten und dem dritten Quartal in 2021 sollen 160 Millionen Impfdosen des Moderna-Vakzins an die EU geliefert und auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden.

AstraZeneca: Oxford Universität an Forschung beteiligt

Das britische Unternehmen AstraZeneca gehört mit einer Marktkapitalisierung von 122,86 Mrd. Euro zu einem der größten Pharma-Unternehmen weltweit. Zusammen mit der Oxford Universität forschte es an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und hat sich neben CureVac, Moderna und Biontech eine Vorreiterposition gesichert. Die EU hat sich bereits 300 Millionen Dosen eines möglichen Corona-Impfstoffs gesichert – als eine Zulassung noch unklar war.

AstraZenecas Impfstoffkandidat war der erste, der die groß angelegte klinische Studie der Phase III erreichte. Dieser basiert auf Basis eines Adenovirus und transportiert genetisches Material des Coronavirus in den menschlichen Körper. Studien haben eine Wirksamkeit von über 70 Prozent ergeben. Diese ist zwar nicht so hoch, wie die des Impfstoffs von BioNTech, jedoch gut genug, um eine Zulassung zu bekommen. Allerdings wächst die Kritik an der Impfstoffstudie von AstraZeneca, denn offenbar wurde den Probanden nur die Hälfte der Dosis indiziert. Auf die Kritik reagierte auch die Börse und der Kurs sackte ab. Im Februar und März 2021 kam es in einigen Ländern, darunter auch Deutschland, Dänemark und viele weitere, zu einem Impfstopp des Vakzins, da es in Verbindung mit der Impfung von AstraZeneca zu Thombose-Fällen gekommen war. Nach einer eingehenden Prüfung der EMA wurden in Deutschland die Impfungen nach einigen Tagen aber wieder fortgesetzt. Am 28. März jedoch hatten Bund und Länder nach weiteren Fällen von Hirnthrombosen beschlossen, das Vakzin in Deutschland nur noch an Über-60-Jährige zu verimpfen. Zudem werde das Präparat künftig unter dem Namen Vaxzevria vertrieben, wie der Hersteller verkündete. Dies habe jedoch nichts mit den jüngsten Ereignissen zu tun. Wie der Börsenkurs auf diese immer neuen Überraschungen im Zusammenhang mit AstraZeneca reagiert, bleibt abzuwarten.

Tipp: AstraZeneca ist auch ohne einen Corona-Impfstoff interessant für Anleger, weil das Unternehmen unter anderem Krebsmedikamente herstellt.

CanSino Biologics: Corona-Impfstoff bereits seit März 2020 getestet

Das Biotech-Unternehmen aus Hongkong schien am Anfang der Corona-Pandemie der Hoffnungsträger für einen Impfstoff zu sein. Schon Mitte März startete eine klinische Studie mit dem Covid-19-Impfstoff in Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie. Die ersten Tests entwickelten sich positiv: Der Wirkstoff war nicht nur verträglich, sondern zeigte auch die gewünschten Immunreaktionen an den Probanden. In China hatte der Impfstoff von CanSino Biologics Ende Juni 2020 bereits Phase 2 erreicht und auch in Kanada sollte die Genehmigung dafür bald folgen.

Im Februar 2020 berichtete Reuters, dass die Phase III – Studie des Vakzins – welche seit August 2020 in einer Reihe von Ländern, darunter Pakistan, Russland, Mexiko und Chile durchgeführt wurde – fortgesetzt werden könne, da eine Zwischenbetrachtung der Studie keine Sicherheitsbedenken aufgezeigt habe. Bisher wurde für den Impfstoff aus China keine Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gestellt. Ob dies geschehen überhaupt wird, ist unklar, aber nicht unwahrscheinlich.

Convidecia soll, genau wie der Impfstoff von Johnson & Johnson, nur ein einziges Mal verabreicht werden müssen, um einen ausreichenden Impfschutz zu garantieren. Allerdings gibt es auch viel Kritik: Die Vakanz basiert auf dem Adenovirus „Ad5“, das als Träger dient. Tests auf dieser Basis mit anderen Wirkstoffen hatten keine besonders guten Ergebnisse. Die Kritik schadet CanSino Biologics nicht. Die Aktie steigerte ihren Wert allein in 2020 um fast 300 Prozent – Ausgang offen.

Pharma- und Biotech-Aktien kaufen: Die Risiken

Natürlich sind Investitionen an der Börse immer risikoreicher, als sein Erspartes auf einem Tagesgeldkonto liegenzulassen. Allerdings können Aktien, wenn man sich denn nicht verspekuliert, auch deutlich mehr Rendite bringen – dafür nehmen Anleger ein gewisses Risiko in Kauf. Doch welche Risiken sollten Sie speziell auf die Pharma- und Biotech-Branche beachten?

 
Regulatorisches Risiko: Selbst wenn das Unternehmen, in das Sie investieren wollen, gerade einen Durchbruch erlangt hat, kann die Zulassung eines Medikaments schon mal 10 Jahre dauern. Das heißt, dass der in dieser Zeit fallen können. Wenn das Medikament am Ende nicht zugelassen wird, wird der Kurs einbrechen.
 
 
Preisrisiko: Wer bezahlt am Ende das Medikament? Da viele neue Medikamente sehr teuer sind, kann es oft passieren, dass Krankenkassen sich weigern, diese zu bezahlen – oder den Einsatz dieser einschränken. Dadurch sinkt der geplante Umsatz der Pharmaunternehmen stark.
 

Pharma-ETF kaufen: Welche lohnen sich?

Die Recherche für einzelne Aktien ist aufwendig und erfordert einige Kenntnisse. Wer sich die Mühe ersparen will, kann, wie bei anderen Aktien auch, direkt in einen ETF (Exchange Traded Fund) investieren – zum Beeispiel in den NASDAQ. Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie Ihr Geld breit über die Pharma- und Biotech-Branche streuen und nicht auf die Ergebnisse eines einzelnen Unternehmens angewiesen sind. Doch welche ETFs sind jetzt während der Corona-Pandemie besonders interessant? Das verraten wir Ihnen hier:

Biotech-ETF: iShares NASDAQ Biotech

Der iShares-ETF bildet den US-Technologiebörse NASDAQ mit Schwerpunkt Biotechnologie und Pharma ab. Das bedeutet, dass Sie nicht nur in Pharma- und Biotech-Unternehmen investieren, die gerade an einer Corona-Impfung forschen, sondern auch in führende Unternehmen, die vielleicht gar nichts mit dem Coronavirus zu tun haben. Unter anderem ist auch das US-Unternehmen Moderna im ETF vertreten – und da CureVac ebenfalls einen Gang auf das Parkett gewagt hat, haben Sie dieses Unternehmen auch automatisch im ETF mit drin.

Der thesaurierende ETF mit der ISIN IE00BYXG2H39 hat eine TER von 0,35 Prozent und eine Fondsgröße von rund 196 Millionen Euro. Innerhalb des letzten Jahres legte dieser übrigens eine Wertsteigerung von über 27 Prozent hin.

Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF

Der ETF von Xtrackers bildet den MSCI World Health Care nach, der Unternehmen aus verschiedenen Industrieländern aus dem Gesundheitsbereich enthält. So investieren Sie ebenfalls gleichzeitig in mehrere Unternehmen der gleichen Branche und minimieren das Risiko durch die breite Streuung – unter anderem sind hier auch Anteile des US-Riesen Johnson & Johnson dabei. Der Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF hat eine Fondsgröße von 832 Millionen Euro und eine TER von 0,30 Prozent.

Tipp: Auch von Finanztest erhält der Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF eine sehr gute Bewertung.

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Fazit: Pharma- und Biotech-Aktien mit Fokus auf Corona

In Zeiten der Corona-Pandemie scheint sich fast jedes Pharma-Unternehmen mit dem Impfstoff zu beschäftigen. Davon können Sie als Anleger ebenfalls profitieren – wenn Sie regelmäßig die Nachrichten verfolgen und klug investieren. Doch natürlich bringt jede Investition, so gut sie auch durchdacht ist, Risiken mit sich. So könnte sich ein vielversprechender Kandidat als Nullnummer entpuppen, wenn die Tests des Corona-Impfstoffs negativ verlaufen.

Wer nicht alles auf eine Karte setzen will, kann direkt in einen Index, der die Pharma- und Biotech-Branche abbildet, investieren und so das Risiko minimieren. Damit haben Sie nicht nur Unternehmen im Depot, die nur an der Corona-Impfung forschen, sondern auch etablierte große Unternehmen, die ihr normales Tagesgeschäft weiterführen.

Tipp: Wer sich für langfristige Investments interessiert und auf der Suche nach zukunftsträchtigen Branchen ist, der sollte einen Blick auf Wasser-Aktien und Wasserstoff-Aktien werfen. Beide Branchen sind vielversprechend und gehen Probleme an, die uns in naher Zukunft besonders beschäftigen werden.

Biotech- und Pharma-Aktien kaufen - das sollten Sie tun

1
Sie haben zwei Möglichkeiten an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes zu profitieren: Sie kaufen einzelne Pharma-Aktien oder Sie investieren in einen ETF, der die Pharma- und Biotechbranche abbildet.
2
Wollen Sie einzelne Pharma-Aktien kaufen und einem gut diversifizierten Portfolio beimischen, benötigen Sie ein Wertpapierdepot.
3
Einfacher und übersichtlicher ist es mit einem ETF, der zum Beispiel die US-Technologiebörse NASDAQ oder den MSCI World Health Care-Index abbildet.
4
Behalten Sie in jedem Fall Ihre Pharma-Aktien im Blick und informieren Sie sich regelmäßig über den aktuellen Stand der Forschung.

Beitrag aktualisiert von:

JASMIN MENCIN – RATGEBER-REDAKTEURIN

Jasmin Mencin - Redakteurin finanzen.net RatgeberJasmin Mencin ist seit Anfang 2021 Teil der Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Robo-Advisor, Corona-Rubrik und Kryptowährungen. Ihr Studium in den Fächern Germanistik und Pädagogik hat sie mit einem Master abgeschlossen. Während ihres Studiums sammelte sie bereits erste Erfahrungen als Content Writerin im Bereich Sprachen.

Beitrag verfasst von:

JANA BUCH – REDAKTEURIN RATGEBER

Jana Buch ist seit März 2020 für die Themen Börse und Wertpapiere zuständig. Sie schloss ihr Volontariat bei der Mediengruppe Dr. Haas ab und hospitierte bei der tz.de sowie dem Münchner Merkur. Zuletzt arbeitete sie als News-Redakteurin und Promi-Expertin in einer Online-Redaktion.

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