Branche im Blick

Pharma- und Biotech-Aktien kaufen: Das sollten Anleger jetzt wissen

Spätestens durch die Corona-Pandemie ist seit dem Frühjahr 2020 deutlich geworden, was für eine enorme Bedeutung die Biotech- und Pharma-Branche in unserer Gesellschaft hat. Es geht dabei längst nicht nur um die Eindämmung und Überwindung von Krankheiten wie Covid-19 und Malaria. Die beteiligten Unternehmen tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass unsere Wirtschaft reibungslos läuft. Doch welche sind hier besonders vielversprechend und wie können Sie als Anleger davon profitieren? Die spannendsten Tipps und Empfehlungen gibt's direkt zu Beginn!

Pharma- und Biotech-Aktien - Empfehlungen & Tipps

Wollen Sie Pharma-Aktien kaufen, benötigen Sie ein Wertpapierdepot. Unser Depot-Vergleich hilft Ihnen bei der Suche.
Unsere Empfehlung: Moderna, Johnson & Johnson, CureVac sowie BioNTech sind Unternehmen, die bereits einen zugelassenen Impfstoff auf den Markt bringen konnten - für Anleger auf alle Fälle einen Blick wert.
Wichtig: Pharma-Aktien bieten aktuell große Renditechancen. Aber es gibt auch Risiken, die Sie vor einer Investition kennen sollten.
Tipp: Streuen Sie Ihr Kapital auf mehrere Pharma-Aktien. Besonders einfach geht das mit dem ETFs - zum Beispiel auf den MSCI World Health Care-Index.

Pharma- und Biotech-Aktien - das Wichtigste in Kürze

Die Biotechbranche ist am wachsen und erschließt neue Märkte, zum Beispiel aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung.
Die bisher relativ unbekannten Unternehmen BioNTech, Moderna und CureVac sind bereits weit in ihrer Impfstoffforschung vorangeschritten.
Die Augen der Anleger richten sich aber auch auf große Konzerne wie Johnson & Johnson: unsere Biotech- und Pharma-Aktien.
Corona-Konjunkturpaket: Maßnahmen der Regierung

Pharma- und Biotech-Branche: Welche Aktien während Corona-Pandemie kaufen?

Die Pharma- und Biotech-Branche ist eine der wichtigsten und gleichzeitig mächtigsten der Welt. Die Aktien der großen Pharmaunternehmen sind nicht nur in Zeiten wie der Corona-Pandemie für Anleger ein besonders attraktives Investment. Doch seit der Corona-Krise hat sich vor allem eines geändert: Vorher unbekannte Unternehmen rücken immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit – und von Investoren. Denn eins ist klar: Das Unternehmen, das zu Bekämpfung des Coronavirus beitragen kann oder gar einen rettenden Impfstoff entwickelt, wird an der Börse als strahlender Gewinner hervorgehen.

Kandidaten gibt es viele, aber welche davon sind besonders erfolgversprechend? Wir haben im Folgenden die Unternehmen unter die Lupe genommen, die bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs die Nase vorne hatten.

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Vier klinische Phasen der Impfstoff-Zulassung - schon gewusst?

Phase 1: Klinische Tests an sehr wenigen Probanden. Diese klinische Phase hilft den Ärzten, die richtige Dosis zu ermitteln.
Phase 2: Impfstoff-Tests an einer größeren Gruppe von weniger als 1.000 Freiwilligen.
Phase 3: Hier werden mehrere Tausend Freiwillige gleichzeitig getestet und untersucht.
Phase 4: Der Zulassungsprozess beginnt, sofern Phase 1 bis 3 erfolgreich abgeschlossen wurden.

Pharma- und Biotech-Aktien: Vielversprechende Corona-Impfstoffkandidaten

Biotech- und Pharmaaktien wie Novartis oder Johnson & Johnson sind vor allem für langfristig orientierte Investoren einen Blick wert. Aber auch chancenorientierte Anleger können mit Unternehmen aus der Gesundheitsbranche derzeit auf steigende Kurse hoffen.

Anleger, die Biotech-Aktien kaufen möchten, werden sich vermehrt auf die Hersteller von Corona-Medikamenten und Corona-Impfstoff stürzen. Die Pandemie hat der Branche einen unvergleichbaren Push gegebenen und sie ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Nicht nur hochprofessionelle Investoren interessieren sich nun für Big Pharma Player, sondern auch kleinere Anleger wollen am Wachstum teilhaben. Dabei hat die Branche bereits in der Vergangenheit immer mehr geleistet und macht große Sprünge bei einer Vielzahl von Krankheiten, wie in der Krebsforschung.

Einen besonders interessanten Überblick liefert der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Doch welche Unternehmen sind wirklich vielversprechende Kandidaten bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion? Das verraten wir Ihnen gleich, zuvor wollen wir aber noch die Pharmabranche von der Biotechbranche abgrenzen.

Pharmabranche? Biopharmabranche? Biotechbranche?

Alle Unternehmen in diesen Branchen stellen Medikamente her. Eine Abgrenzung der einzelnen Branchen voneinander ist inzwischen relativ schwer geworden. Der Grund ist relativ einfach: Während noch vor einigen Jahrzehnten Pharmaunternehmen ihre Produkte ausschließlich chemisch und Biotech-Unternehmen Medikamente biotechnologisch herstellten (zum Beispiel mithilfe von lebenden Organismen wie Bakterien), haben sich diese Entwicklungsmethoden inzwischen vermischt.

Die Pharmaindustrie verbreiterte ihr „Portfolio“ mit Zukäufen von Biotech-Unternehmen sowie Umstrukturierungen in der eigenen Forschung und Entwicklung. Die Folge: Pharmakonzerne wie Novartis, Pfizer, Roche und Sanofi gehören zu den größten Arzneimittelherstellern der Welt.

Heutzutage werden Unternehmen, die ausschließlich biologische Pharmazeutika entwickeln und herstellen als Biopharmaunternehmen bezeichnet. Firmen, die chemisch und biologisch entwickelte Medikamente herstellen, gehören zu den klassischen Pharmaunternehmen. Zur Biotechbranche gehören die Unternehmen, die zwar biotechnologisch arbeiten, aber eben nicht pharmazeutisch.

Doch wie können Sie als Anleger dies unterscheiden? Oft sind Dividendenzahlungen ein Indiz. Während Pharmakonzerne Gewinbeteiligungen in der Regel zahlen, sind sie bei Biopharmaunternehmen (noch) die Ausnahme.

Johnson & Johnson

Johnson & Johnson ist ein US-Pharmahersteller mit einer Marktkapitalisierung von annähernd 370 Milliarden US-Dollar (Stand: Juli 2020). Es gilt als eines der wertvollsten Unternehmen weltweit. Der größte Anteilseigner ist die Vanguard Group. Mit rund 130.000 Mitarbeitern in 60 Ländern – davon knapp 4.000 in Deutschland. Johnson & Johnson besteht aus drei großen Sparten: Pharma (51,4 Prozent), medizinische Produkte und Geräte (31,6 Prozent) und Konsumprodukte (17 Prozent). Es gibt wohl kaum einen Menschen, der Produkte des Unternehmens noch nicht genutzt hat. Große Marken wie das Pflegeprodukt Bebe oder Neutrogena, die jeder aus der Drogerie kennt, aber auch Dolormin oder Olynth aus der Apotheke, sind Produkte von Johnson & Johnson.

BioNTech: Mainzer Unternehmen arbeitet an Corona-Impfstoff 

BioNTech war vor der Corona-Pandemie den meisten Anlegern wohl ziemlich unbekannt. Doch seitdem bekannt wurde, dass das Mainzer Unternehmen zusammen mit dem US-Riesen Pfizer an einem Corona-Impfstoff arbeitete und offensichtlich große Fortschritte erzielte, schoss die Aktie, die an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet ist, in die Höhe.

CureVac

CureVac diesen Namen haben die Menschen zu Beginn der Corona-Pandemie wohl mehr als nur ein Mal gehört und gelesen. Das deutsche Pharma-Unternehmen schoss wie aus dem Nichts empor. Der Grund: CureVac, das zum grössten Teil SAP-Gründer Dietmar Hopp gehört, entwickelte ebenso wie BioNTech seinen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus.

Die deutsche Bundesregierung förderte CureVac mit 300 Millionen Euro – und sicherte sich damit annähernd ein Viertel der Anteile an Dietmar Hopps Unternehmen. Das Unternehmen genoss im Laufe des Jahres 2020 auch im Ausland grosse Aufmerksamkeit: Sogar Tesla-Boss Elon Musk unterstützt CureVac und baut RNA-Minifabriken für die Impfstoffproduktion.

Wichtig: Das Unternehmen und auch die CureVac-Aktie mussten im Nachgang des IPOs leider einige Rückschläge hinnehmen. Letztlich zog CureVac seinen ersten Impfstoffkandidaten sogar aus behördlicher Prüfung zurück.

Moderna: beim Corona-Impfstoff vorne mit dabei

Moderna wird an der Börse mit etwas mehr als 21 Milliarden gehandelt. Das Biotech-Unternehmen konzentriert sich wie die deutschen Forscher auch auf die Bildung eines Boten-RNAs. Wer vor der Corona-Pandemie oder relativ am Anfang bereits in Moderna investiert hat, konnte sich über einen dreifachen Wertzuwachs allein in 2020 freuen.

AstraZeneca: Oxford Universität an Forschung beteiligt

Das britische Unternehmen AstraZeneca gehört mit einer Marktkapitalisierung von 122,86 Mrd. Euro zu einem der größten Pharma-Unternehmen weltweit. Zusammen mit der Oxford Universität forschte es an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und hat sich neben CureVac, Moderna und Biontech eine Vorreiterposition gesichert.

Tipp: AstraZeneca ist auch ohne einen Corona-Impfstoff interessant für Anleger, weil das Unternehmen unter anderem Krebsmedikamente herstellt.

CanSino Biologics: Corona-Impfstoff bereits seit März 2020 getestet

Das Biotech-Unternehmen aus Hongkong schien am Anfang der Corona-Pandemie der Hoffnungsträger für einen Impfstoff zu sein. Schon Mitte März startete eine klinische Studie mit dem Covid-19-Impfstoff in Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie. Die ersten Tests entwickelten sich positiv: Der Wirkstoff war nicht nur verträglich, sondern zeigte auch die gewünschten Immunreaktionen an den Probanden.

Pharma- und Biotech-Aktien kaufen: Die Risiken

Natürlich sind Investitionen an der Börse immer risikoreicher, als sein Erspartes auf einem Tagesgeldkonto liegenzulassen. Allerdings können Aktien, wenn man sich denn nicht verspekuliert, auch deutlich mehr Rendite bringen – dafür nehmen Anleger ein gewisses Risiko in Kauf. Doch welche Risiken sollten Sie speziell auf die Pharma- und Biotech-Branche beachten?

 
Regulatorisches Risiko: Selbst wenn das Unternehmen, in das Sie investieren wollen, gerade einen Durchbruch erlangt hat, kann die Zulassung eines Medikaments schon mal 10 Jahre dauern. Das heißt, dass der in dieser Zeit fallen können. Wenn das Medikament am Ende nicht zugelassen wird, wird der Kurs einbrechen.
 
 
Preisrisiko: Wer bezahlt am Ende das Medikament? Da viele neue Medikamente sehr teuer sind, kann es oft passieren, dass Krankenkassen sich weigern, diese zu bezahlen – oder den Einsatz dieser einschränken. Dadurch sinkt der geplante Umsatz der Pharmaunternehmen stark.
 

Pharma-ETF kaufen: Welche lohnen sich?

Die Recherche für einzelne Aktien ist aufwendig und erfordert einige Kenntnisse. Wer sich die Mühe ersparen will, kann, wie bei anderen Aktien auch, direkt in einen ETF (Exchange Traded Fund) investieren – zum Beeispiel in den NASDAQ. Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie Ihr Geld breit über die Pharma- und Biotech-Branche streuen und nicht auf die Ergebnisse eines einzelnen Unternehmens angewiesen sind. Doch welche ETFs sind jetzt während der Corona-Pandemie besonders interessant? Das verraten wir Ihnen hier:

Biotech-ETF: iShares NASDAQ Biotech

Der iShares-ETF bildet den US-Technologiebörse NASDAQ mit Schwerpunkt Biotechnologie und Pharma ab. Das bedeutet, dass Sie nicht nur in Pharma- und Biotech-Unternehmen investieren, die gerade an einer Corona-Impfung forschen, sondern auch in führende Unternehmen, die vielleicht gar nichts mit dem Coronavirus zu tun haben. Unter anderem ist auch das US-Unternehmen Moderna im ETF vertreten – und da CureVac ebenfalls einen Gang auf das Parkett gewagt hat, haben Sie dieses Unternehmen auch automatisch im ETF mit drin.

Der thesaurierende ETF mit der ISIN IE00BYXG2H39 hat eine TER von 0,35 Prozent und eine Fondsgröße von rund 196 Millionen Euro. Innerhalb des letzten Jahres legte dieser übrigens eine Wertsteigerung von über 27 Prozent hin.

Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF

Der ETF von Xtrackers bildet den MSCI World Health Care nach, der Unternehmen aus verschiedenen Industrieländern aus dem Gesundheitsbereich enthält. So investieren Sie ebenfalls gleichzeitig in mehrere Unternehmen der gleichen Branche und minimieren das Risiko durch die breite Streuung – unter anderem sind hier auch Anteile des US-Riesen Johnson & Johnson dabei. Der Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF hat eine Fondsgröße von 832 Millionen Euro und eine TER von 0,30 Prozent.

Tipp: Auch von Finanztest erhält der Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF eine sehr gute Bewertung.

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Fazit: Pharma- und Biotech-Aktien mit Fokus auf Corona

In Zeiten der Corona-Pandemie scheint sich fast jedes Pharma-Unternehmen mit dem Impfstoff zu beschäftigen. Davon können Sie als Anleger ebenfalls profitieren – wenn Sie regelmäßig die Nachrichten verfolgen und klug investieren. Doch natürlich bringt jede Investition, so gut sie auch durchdacht ist, Risiken mit sich. So könnte sich ein vielversprechender Kandidat als Nullnummer entpuppen, wenn die Tests des Corona-Impfstoffs negativ verlaufen.

Wer nicht alles auf eine Karte setzen will, kann direkt in einen Index, der die Pharma- und Biotech-Branche abbildet, investieren und so das Risiko minimieren. Damit haben Sie nicht nur Unternehmen im Depot, die nur an der Corona-Impfung forschen, sondern auch etablierte große Unternehmen, die ihr normales Tagesgeschäft weiterführen.

Tipp: Wer sich für langfristige Investments interessiert und auf der Suche nach zukunftsträchtigen Branchen ist, der sollte einen Blick auf Wasser-Aktien und Wasserstoff-Aktien werfen. Beide Branchen sind vielversprechend und gehen Probleme an, die uns in naher Zukunft besonders beschäftigen werden.

Biotech- und Pharma-Aktien kaufen - das sollten Sie tun

1
Sie haben zwei Möglichkeiten in die Branche zu inverstieren: Sie kaufen einzelne Pharma-Aktien oder Sie investieren in einen ETF, der die Pharma- und Biotechbranche abbildet.
2
Wollen Sie einzelne Pharma-Aktien kaufen und einem gut diversifizierten Portfolio beimischen, benötigen Sie ein Wertpapierdepot.
3
Einfacher und übersichtlicher ist es mit einem ETF, der zum Beispiel die US-Technologiebörse NASDAQ oder den MSCI World Health Care-Index abbildet.
4
Behalten Sie in jedem Fall Ihre Pharma-Aktien im Blick und informieren Sie sich regelmäßig über den aktuellen Stand der Forschung.

Beitrag aktualisiert von:

JASMIN MENCIN – RATGEBER-REDAKTEURIN

Jasmin Mencin - Redakteurin finanzen.net RatgeberJasmin Mencin ist seit Anfang 2021 Teil der Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Robo-Advisor, Corona-Rubrik und Kryptowährungen. Ihr Studium in den Fächern Germanistik und Pädagogik hat sie mit einem Master abgeschlossen. Während ihres Studiums sammelte sie bereits erste Erfahrungen als Content Writerin im Bereich Sprachen.

Beitrag verfasst von:

JANA BUCH – REDAKTEURIN RATGEBER

Jana Buch ist seit März 2020 für die Themen Börse und Wertpapiere zuständig. Sie schloss ihr Volontariat bei der Mediengruppe Dr. Haas ab und hospitierte bei der tz.de sowie dem Münchner Merkur. Zuletzt arbeitete sie als News-Redakteurin und Promi-Expertin in einer Online-Redaktion.

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1Hinweis: finanzen.net zero ist ein Angebot der finanzen.net zero GmbH, einer Tochter der finanzen.net GmbH. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bildquelle: 

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