Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen

Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen – so finden Sie die besten Bonitätsanleihen

Hohe Zinsen machen bonitätsabhängige Schuldverschreibungen für Anleger interessant. Wir verraten Ihnen, wo Sie die besten Bonitätsanleihen finden und was diese auszeichnet. Darüber hinaus geben wir hilfreiche Tipps, wie Sie die Kreditwürdigkeit eines Schuldners richtig einschätzen und wo Sie eine geeignete bonitätsabhängige Schuldverschreibung für Ihre Investition finden.

Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen - darum geht es

Mit Bonitätsanleihen können Anleger auf die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten setzen - und damit Rendite erzielen.

Für Ihre Einschätzung erhalten Anleger in der Regel eine über dem Marktzins liegende Verzinsung.

In diesem Ratgeber erklären wir, wie Sie die besten bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen finden.

Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen - Tipps & Tricks

In Zeiten niedriger Zinsen ist der Kauf von bonitäts­abhängigen Schuld­ver­schreibungen für Anleger interessant.

Holen Sie genaue Informationen über den Schuldner ein, bevor Sie in Bonitäts­anleihen investieren.

Produktempfehlung: Deka Investments, die DZ Bank und die Commerzbank bieten beispielsweise eine Vielzahl an bonitätsabhängigen Schuldver­schrei­bungen an.

Was ist eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung?

Eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung bezieht sich nicht auf den Kurs eines beliebigen Basiswerts, sondern auf die Bonität oder Kreditwürdigkeit einer öffentlichen oder privaten Schuldnerin. Das können Staaten sein, gängig sind aber insbesondere Unternehmen. Anleger setzen mit einer Anlage in eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung also nicht auf die Kursentwicklung einer Aktie, sondern darauf, dass bei dem Unternehmen während der Laufzeit des Produktes kein sogenanntes Kreditereignis eintritt. Im Gegenzug erhalten Anleger in der Regel eine über dem Marktzins liegende Verzinsung.

Allgemeine Hinweise zum Handel mit Zertifikaten lesen Sie übrigens im Ratgeber zum Zertifikatehandel.

Wenn Sie auf der Suche nach dem besten bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen sind, dann erfahren Sie weiter unten in diesem Ratgeber mehr dazu – so finden Sie die passende Schuldverschreibung.

Wann lohnt sich die Investition in bonitätsabhängige Schuldverschreibungen?

Für Anleger könnte sich eine Anlage in eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung lohnen, wenn sie davon ausgehen, dass beim Referenzschuldner während der Produktlaufzeit kein Kreditereignis eintritt. Unter einem Kreditereignis sind mehrere, nach objektiven Kriterien und internationalen Standards definierte Formen eines Zahlungsausfalls zu verstehen. Nur bei Ausbleiben eines solchen Ereignisses erwirtschaften Anleger aus den Zinszahlungen der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung die angestrebte Rendite.

Welche Risiken bergen Bonitätsanleihen?

Ein Risiko bei der Anlage in eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung liegt in der Verschlechterung der Bonität des Referenzschuldners, denn in diesem Fall kann der Preis der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung stark sinken. Solange aber kein Kreditereignis eintritt, wird er sich bis zur Fälligkeit wieder erholen und die Anleihe wird zum Nennwert zurückgezahlt.

Das größte Risiko besteht im Eintritt eines Kreditereignisses – denn bei Ausfall des Referenzschuldners durch Konkurs oder Insolvenz kann der Rückzahlungsbetrag weit unter dem investierten Betrag oder dem Nennwert der Anleihe liegen und im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust führen.

Weitere Informationen, wie Sie Ihr Geld richtig anlegen, haben wir im Ratgeber Geldanlage für Sie zusammengefasst.

Geldanlage in eine Bonitätsanleihe – ein Beispiel

Anleger, die davon ausgehen, dass sich die Bonität der XYZ AG in den nächsten 36 Monaten nicht verschlechtert und das Unternehmen solvent bleibt und weder von Konkurs noch Zahlungsunfähigkeit bedroht ist, können davon mit einer bonitätsabhängigen Schuldverschreibung profitieren.

Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen werden – wie klassische Staats- und Unternehmensanleihen – in Nennwerten begeben. Die kleinste handelbare Stückelung liegt zumeist bei 1.000 Euro Nennwert. Kauf- und Verkaufsaufträge müssen demnach über 1.000 Euro oder ein Vielfaches von 1.000 Euro lauten; der Kauf von Bruchteilen ist nicht möglich. Entsprechend erfolgt nun auch die Preisstellung nicht wie bei Aktien in Euro pro Stück, sondern als Prozentnotiz bezogen auf den Nennwert.

Wer einen Nennwert von 10.000 Euro zum Kurs von 100 Prozent kauft, findet also auf seiner Wertpapierabrechnung einen Kaufpreis von 10.000 Euro. Kurse unterhalb 100 Prozent – auch „unter pari“ genannt – sorgen für eine Extra-Rendite, sofern die Rückzahlung zu 100 Prozent erfolgt. Umgekehrt werden Anleger bei einem Kaufkurs von 101,50 Prozent (= 10.150 Euro) in jedem Fall 1,5 Prozentpunkte (=150 Euro) verlieren, wenn sie das Papier bis zum Laufzeitende halten und es dann zu pari (= 100 Prozent, entsprechend 10.000 Euro) zurückgezahlt wird.

Die bonitätsabhängige Schuldverschreibung zahlt an jedem Zinstermin und zur Fälligkeit den festen Zinssatz in Höhe von 4,75 Prozent – das entspricht 47,50 Euro pro 1.000 Euro Nennwert – an Anleger aus, sofern es bis zum Zinstermin zu keinem Kreditereignis kommt.

Kreditereignis - schon gewusst?

Ein Kreditereignis ist durch die Eröffnung eines in- oder ausländischen Insolvenz-, Konkurs-, Liquidations- oder Vergleichsverfahrens über das Vermögen des Referenzschuldners definiert. Hierzu zählen neben der Beschlagnahmung von Vermögensgegenständen auch die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Außerdem löst auch die nicht ordnungsgemäße Rückführung von Verbindlichkeiten (darunter fällt auch deren nicht termin gerechte Bedienung) ein Kreditereignis aus, sollte der infrage stehende Betrag den Gegenwert von einer Million US-Dollar übersteigen. Zudem sind alle Formen einer Um- oder Restrukturierung, Stundung und Reduktion von Verbindlichkeiten zur Vermeidung einer Insolvenz als Kreditereignis anzusehen, wenn das betreffende Volumen zehn Millionen US-Dollar übersteigt. Alle Regelungen für Kreditereignisse wurden durch den unabhängigen Branchenverband ISDA (International Swaps and Derivatives Association) definiert. Die Feststellung eines Ereignisses übernimmt die ISDA oder aber der Emittent der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung nach den ISDA-Kriterien.

Sollte tatsächlich ein Kreditereignis eintreten, löst dies zunächst den Ausfall aller noch ausstehenden Zinszahlungen und zudem die vorzeitige Fälligkeit der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung aus. Anleger müssen sich in diesem Fall auf Kapitalverluste größeren Ausmaßes einstellen; der Rückzahlungsbetrag ihrer Anleihe entspricht dann der Quote, die aus einem offiziellen Insolvenzverfahren oder aber in einem öffentlichen Auktionsverfahren über das Vermögen des Referenzschuldners ermittelt wurde. Diese Ermittlung kann sehr zeitaufwendig sein und den ursprünglich geplanten Investitionszeitraum des Anlegers stark überschreiten. Sofern vorhanden, können die Preise von klassischen Unternehmensanleihen des Referenzschuldners eine Orientierungsgröße bieten.

Mögliche Szenarien

Im Idealfall tritt während der gesamten Laufzeit der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner ein. In diesem positiven Szenario erwirtschaften Anleger die jährlichen Zinszahlungen in Höhe von 47,50 Euro und erzielen damit die maximal mögliche Rendite. Am Laufzeitende erfolgt die Rückzahlung und Tilgung der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung zum vollständigen Nennwert von 1000 Euro.

Ein neutrales Szenario, in dem Anleger am Laufzeitende ausschließlich ihr investiertes Kapital zurückerhalten und keine Zinserträge erwirtschaften, ist bei diesem Produkt nicht möglich, da die Zinszahlungen nur durch den Eintritt eines Kreditereignisses ausfallen könnten. Sollte dies allerdings tatsächlich vorkommen, dann steht zugleich auch die vollständige Rückzahlung des Nennwerts infrage; wesentlich drastischere Verluste sind wahrscheinlich.

In einem negativen Szenario kommt es zu einem Kreditereignis, durch das zunächst die bonitätsabhängige Schuldverschreibung vorzeitig fällig gestellt wird. Zunächst fallen damit alle zukünftigen Zinszahlungen aus; die Ermittlung des Rückzahlungsbetrags erfolgt im Anschluss an ein öffentliches Insolvenz- oder Auktionsverfahren über das verbleibende Vermögen des Referenzschuldners; hier wird eine Rückzahlungsquote von 33 Prozent pro 1000 Euro Nennwert, also 330 Euro, angenommen.

Mit bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen erzielen Anleger zwar laufende Zins- erträge, die potenzielle Kapitalverluste abmildern – diese Verluste würden allerdings die Höhe der Zinszahlungen bei Weitem übersteigen. Im ungünstigsten Fall entsteht Anlegern in bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen ein Totalverlust.

Exkurs: Stückzinsen

Die Wertpapierabrechnung über den Kauf oder Verkauf einer bonitätsabhängigen Schuldverschreibung weist neben dem Kurswert und den jeweiligen Gebühren die Position „Stückzinsen“ aus. Da Anleger den kompletten Zinskupon nur dann vereinnahmen, wenn sie die bonitätsabhängige Schuldverschreibung zum Tag der Emission (per Zeichnung) kaufen und bis zur Fälligkeit halten, müssen die bereits aufgelaufenen Zinsen bei einem Kauf zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Laufzeit durch den Käufer gezahlt werden (die Stückzinsen werden also aufgeschlagen). Bei einem unterjährigen Verkauf erhält der Verkäufer dafür die gesamten bislang aufgelaufenen Stückzinsen wieder gutgeschrieben. Die Berechnung der Stückzinsen erfolgt nach der von den Emittenten angegebenen Zinsberechnungsmethode.

Auszahlungsprofil von Bonitätsanleihen

Bonitätsanleihen – Chancen und Risiken

Bonität der XYZ AG am finalen BewertungstagRückzahlungsbetrag der bonitäts- abhängigen SchuldverschreibungGewinn/Verlust der bonitätsabhängigen Schuld- verschreibung in Euro / in Prozent (ohne Kosten)
AAA, AA, A (kein Kreditereignis)1.000 Euro Nennwert
+ 237,50 Euro Zinsen insgesamt
+237,50 Euro/+ 4,75 % p.a.
BBB, BB, B(kein Kreditereignis)1.000 Euro Nennwert
+237,50 Euro Zinsen insgesamt
+237,50 Euro/+4,75 % p.a.
… (kein Kreditereignis)1.000 Euro Nennwert
+237,50 Euro Zinsen insgesamt
+237,50 Euro/+4,75 % p.a.
KreditereignisZukünftige Zinszahlungen entfallen, Rückzahlungsbetrag richtet sich nach Quote im Konkurs-, Vergleichs-, oder LiquidationsverfahrenHohe Verluste bis hin zum Totalverlust

Wie funktionieren Bonitätsanleihen?

Bei der Konstruktion einer bonitätsabhängigen Schuldverschreibung kombiniert der Emittent eine Long-Position in einer verzinslichen Anlage mit dem Verkauf eines Credit Default Swaps (CDS). Die Prämie, die aus dem Verkauf dieser Kreditversicherung erzielt wird, dient zur Finanzierung des Zinssatzes, der oberhalb des Marktdurchschnitts liegt. Alternativ kann der Emittent auch einfach eine bereits durch den Referenzschuldner begebene Anleihe erwerben, sofern diese hinsichtlich der Ausstattungsmerkmale eine gewisse Ähnlichkeit mit der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung aufweist und etwa über eine ähnliche Restlaufzeit verfügt.

Tritt kein Kreditereignis ein, dann ist die Prämie für den CDS komplett vereinnahmt und Anleger erhalten die regelmäßigen Zinszahlungen und die vollständige Rückzahlung des Nennwerts am Laufzeitende.

Sollte aber ein Kreditereignis eintreten, dann wird der Emittent aus dem verkauften CDS in Anspruch genommen und muss für Verluste beim Käufer der Kreditversicherung aufkommen. Deren genaue Höhe wird nach objektiven Kriterien und standardisierten Verfahren durch den Emittenten und unabhängige Dritte festgestellt. Zumeist wird in einer Art Auktionsverfahren ein durch Vermögen gedeckter Restwert der Unternehmung des Referenzschuldners festgestellt und daraus eine Rückzahlungsquote ermittelt. Entsprechend wird nur ein prozentualer Anteil des Nennwerts der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung zurückgezahlt.

Vorsicht: Diese Rückzahlung kann sehr weit unter dem investierten Kapitalbetrag liegen und schlimmstenfalls komplett ausfallen.

Preisfaktoren bei Schuldverschreibungen

Preisfaktoren bei bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen

Der Preis einer bonitätsabhängigen Schuldverschreibung unterliegt während der Produktlaufzeit Schwankungen, die auf mehrere Einflussfaktoren zurückgeführt werden können. Da allerdings keine optionalen Komponenten enthalten sind, entfallen die üblichen Kennzahlen.

Auf den Preis einer bonitätsabhängigen Schuldverschreibung wirken insgesamt drei Faktoren ein: das allgemeine Zinsniveau, die spezifische Bonität des Referenzschuldners und die Bonität des Emittenten selbst.

Steigt das allgemeine Zinsniveau an, so wirkt es sich grundsätzlich immer negativ auf die Preise von Anleihen aus – das gilt auch für die bonitäts- abhängige Schuldverschreibung. Ein fallendes Zinsniveau kann sich umgekehrt positiv auswirken.

Verschlechtert sich die Bonität des Referenzschuldners, dann bedeutet dies für den Referenzschuldner in der Regel, dass seine Refinanzierungskosten steigen. Für potenzielle Bankkredite müsste er also nun höhere Zinsen bezahlen, was seine betrieblichen Ergebnisse belasten wird. Auf die bonitätsabhängige Schuldverschreibung wirkt sich eine Verschlechterung der Bonität also genauso aus wie ein steigendes Zinsniveau. Umgekehrt kann sich die Bonität eines Referenzschuldners, etwa durch eine Verbesserung des betrieblichen Ergebnisses, auch temporär oder dauerhaft verbessern. Dies wirkt sich – ebenso wie ein fallendes Marktzinsniveau – positiv auf den Preis der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung aus.

Wichtig: Zuletzt hat auch eine Veränderung der Bonität des Emittenten Einfluss auf den Preis der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung. Die Anleihe reagiert mit Abschlägen im Fall einer Verschlechterung der Bonität und mit Aufschlägen, wenn es zu einer Verbesserung kommt.

So finden Sie die besten Bonitätsanleihen

Anleger sollten sich vor dem Kauf einer bonitätsabhängigen Schuldverschreibung über den Schuldner informieren und eine Einschätzung seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ausbilden. Da die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens auf dessen Profitabilität und Finanzierung (bei Staaten hingegen u. a. auf der Fähigkeit zur Erhebung von Steuern) beruht und folglich eine dynamische Größe darstellt, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld einer Investition in bonitätsabhängige Schuldverschreibungen mit den wesentlichen preisbeeinflussenden Faktoren, also dem wirtschaftlichen Ausblick des Referenzschuldners, auseinanderzusetzen.

Die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen wird regelmäßig von internationalen Rating-Agenturen, wie etwa Standard & Poor’s, Moody’s Investors Services oder FitchRatings, bewertet. Solche Bonitätseinstufungen, bei denen ein Triple A (AAA oder Aaa) die beste Qualität darstellt, können bei der Investitionsentscheidung hilfreich sein – sie stellen jedoch keine Garantie für ein erfolgreiches Investment dar, denn bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit stützen sich auch Rating-Agenturen auf Datenmaterial der Vergangenheit.

Ratingklasse nach Standard & Poor’sRating nach Standard & Poor’sBeurteilung nach Standard & Poor’s
AAAAAABeste Bonität, geringstes Insolvenzrisiko
AAAA+, AA, AA-Sehr gute Bonität, sehr geringes Insolvenzrisiko
BBBA+, A, A-Gute Bonität, geringes Insolvenzrisiko
BBBB+, BB, BB-Stark befriedigende Bonität, geringes bis mittleres Insolvenzrisiko
BB+, BB, BB-Befriedigende Bonität, mittleres Insolvenzrisiko
CCCC, CC, CKaum ausreichende Bonität, hohes bis sehr hohes Insolvenzrisiko
DDUngenügende Bonität, Insolvenz, Negativmerkmale

Wesentlich schneller als Rating-Agenturen reagiert allerdings der Markt für Unternehmensanleihen auf Veränderungen der Bonität von Schuldnern. Diese Märkte reflektieren dabei nicht nur individuell-betriebswirtschaftliche Faktoren, sondern auch die Lage des Sektors sowie die volkswirtschaftliche und konjunkturelle Gesamtsituation. Anleger könnten also Anhaltspunkte sammeln, indem sie die Renditen von Anleihen des Unternehmens mit ähnlicher (Rest-)Laufzeit betrachten – diese sind allerdings nicht immer verfügbar.

Auch der Markt für Kreditderivate reagiert sehr schnell auf Änderungen von Kreditwürdigkeiten. Die hier gehandelten Kreditversicherungen (Credit Default Swaps, CDS), mit denen sich institutionelle Anleger gegen den Ausfall von Schuldnern wappnen können, geben in Prozent den Preis für die Eliminierung des Kreditrisikos eines bestimmten Schuldners wieder: Aus einer relativ hohen Versicherungsprämie kann also auf eine relativ niedrige Bonität geschlossen werden. Für Privatanleger können diese Informationen unter Umständen schwer zu beschaffen sein, da sie zum Teil nur über spezialisierte Datenanbieter wie etwa Bloomberg abrufbar sind.

Aber: Der Zugriff kann kostenpflichtig sein.

Produkt- und Ausstattungsvarianten

Bonitätsabhängige Schuldverschreibung in Fremdwährung

Anleger, die für einen höheren Zinssatz bereit sind, ein Wechselkursrisiko zu übernehmen, können in eine auf Fremdwährung lautende bonitätsabhängige Schuldverschreibung investieren. Hierzu ist es notwendig, bei Kauf den Gegenwert in Fremdwährung zu beschaffen – dies kann über ein separates Devisenkonto erfolgen, aber auch über das Euro-Wertpapierverrechnungskonto abgewickelt werden. Mit dem Fremdwährungsbetrag wird anschließend der gewünschte Nennwert erworben. Da die Zinszahlung in Fremdwährung erfolgt, wird sie entweder dem Devisenkonto gutgeschrieben oder aber durch die depotführende Bank in Euro umgetauscht und dem Wertpapierverrechnungskonto zugeschlagen. Wie hoch der tatsächliche Zinsertrag für den in Euro verrechnenden Anleger ist, hängt also von der Wechselkursentwicklung ab. Die weitaus größeren Risiken – und damit auch Chancen – liegen allerdings in der Rückzahlung des wesentlich höheren Nennwerts am Laufzeitende: Eine Aufwertung des Euro gegenüber dem Wechselkurs zum Investitionszeitpunkt führt zu Kapitalverlusten, eine Abwertung des Euro dagegen zu Wechselkursgewinnen auf das eingesetzte Kapital. Verluste aus der Wechselkursentwicklung können die erzielten Zins erträge bei Weitem übersteigen. Für Anleger, die den Zeitpunkt des Umtauschs ihrer Währungsbeträge selbst bestimmen möchten, empfiehlt sich die Einrichtung eines entsprechenden Fremdwährungskontos. Diese werden von Onlinebanken in der Regel kostenlos geführt.

Bonitätsabhängige Schuldverschreibung mit Besicherung

Bei dieser Form der bonitätsabhängigen Schuldverschreibung hinterlegt der Emittent in einem vom eigenen Vermögen separierten Pfanddepot Sicherheiten in Geld oder Wertpapieren, deren Höhe dem abgesetzten Nennwert einer bonitätsabhängigen Schuldverschreibung entspricht. Dadurch tragen Anleger lediglich das Kreditrisiko des Referenzschuldners und nicht des Emittenten.

Lineare bonitätsabhängige Schuldverschreibung mit mehreren Schuldnern

Diese Ausstattungsvariante bezieht sich auf mehrere Unternehmen, wobei die Risiken nicht akkumuliert, sondern diversifiziert werden. Sollte es bei einem der Referenzschuldner zu einem Kreditereignis kommen, ist nicht der gesamte Nennwert betroffen, sondern nur der Anteil, der das in Solvenzschwierigkeiten geratene Unternehmen betrifft. Wenn also bei einer linearen bonitätsabhängigen Schuldverschreibung mit fünf Referenzschuldnern einer davon zahlungsunfähig wird, wird der Rückzahlungsbetrag bei Fälligkeit nur um ein Fünftel reduziert. Zu beachten ist, dass sich die ausstehenden Zinszahlungen nach einem Kreditereignis nur noch auf den reduzierten Nennwert beziehen und entsprechend niedriger ausfallen.

Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen handeln - das sollten Sie tun

1
Informieren Sie sich vor dem Kauf einer Bonitätsanleihe über die wirtschaftliche Situation des Schuldners.
2
Bei der Einschätzung, ob bonitätsabhängige Schuldverschreibungen eines Unternehmens eine Investition wert sind, können die Bewertungen von Ratingagenturen helfen.
3
Wählen Sie zu Ihrer Anlagestrategie passende bonitätsabhängige Schuldverschreibungen und erzielen Sie Rendite.

Mit freundlicher Unterstützung vom DDV.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: filmfoto / Shutterstock.com

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