Attraktive Zinsen?

Zinsportale: Darum können Angebote für Tagesgeld und Festgeld riskant sein

Zinsportale wie Weltsparen oder Zinspilot werben mit attraktiven Zinsen auf Festgeld und Tagesgeld bei ausländischen Banken. Allerdings gibt es einige Risiken, die Anleger unbedingt beachten müssen. Besonders die Sicherheitssysteme sind nicht vergleichbar mit denen Deutschlands. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Kriterien die internationalen Geldhäuser erfüllen sollten und was Ratingagenturen dazu sagen. Direkt auf den ersten Blick finden Sie unsere Empfehlungen.

Zinsportale - Empfehlungen & Tipps

Möchten Sie Ihr Geld bei einem Zinsportal anlegen, machen Sie sich zunächst mit den Risiken vertraut, welche es gibt.
Vermeiden Sie ausländische Banken aus wirtschaftsschwachen Regionen oder Ländern, die eine Quellensteuer verlangen.
Unsere Empfehlung: Im Festgeldvergleich finden Sie vertrauenswürdige Festgeldkonten.

Zinsportale - das Wichtigste in Kürze

Zinsportale wie Weltsparen* oder Zinspilot* versprechen gute Zinsen bei ausländischen Banken.
Häufig sind bonitätsschwache Länder vertreten, deren Banken nicht als sicher bewertet werden können.
In unserem Überblick erfahren Sie, welche Kriterien Sie bei Ihrer Recherche unbedingt berücksichtigen sollten.
Wichtig: Wir empfehlen die Nutzung von Zinsportalen nur bedingt, da sie unkalkulierbare Risiken für Anleger beinhalten können.
Weltsparen, Zinspilot & Co. – warum Zinsportale riskant sein können

Was sind Zinsportale?

Bereits seit Jahren herrscht in Deutschland eine Niedrigzinsphase, wodurch selbst lukrative Bankangebote kaum einen positiven Realzins für ihre Kontoinhaber erzielen können. Deswegen wächst das Interesse an Alternativen stetig. Viele Anleger mit Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto beschäftigen sich mit der Möglichkeit, ihr Erspartes bei internationalen Geldinstituten unterzubringen. Denn in den meisten Fällen können Banken im Ausland deutlich bessere Konditionen anbieten als jene im Inland. Zinsportale setzen hier an und locken damit, über das Internet Kunden einen attraktiveren Zinssatz zu ermöglichen.

Der Gedanke hinter dem Prinzip ist relativ simpel: Möchten Sie sich als Anleger von den niedrigen Zinsen deutscher Geldhäuser verabschieden und ein Konto im Ausland eröffnen, ist dies nicht so einfach. Einerseits stellt nicht selten die Landessprache eine Kommunikationsbarriere dar. Andererseits ist auch heutzutage eine persönliche Vorstellung vor Ort meist obligatorisch für die Kontoeröffnung. An dieser Stelle treten Zinsportale wie Weltsparen oder Savedo als Vermittler in Kraft. Auf den Plattformen können Sie ohne großen Aufwand ein Anlagekonto erstellen und die Banken verschiedener Länder sowie deren Angebote vergleichen. Deutsche Zinsportale werden aufgrund ihrer Einfachheit immer beliebter. In den vergangenen Jahren wurden auf Weltsparen, Zinspilot und Co. knapp sieben Milliarden Euro angelegt.

So funktionieren Zinsportale wie Weltsparen

Wer sich die verschiedenen Anbieterplattformen genauer anschaut, der wird erkennen, dass die meisten recht gleich aufgebaut sind. Zuallererst müssen Sie sich auf dem jeweiligen Portal registrieren. Für diesen Schritt benötigt es eine persönliche Authentifizierung, welche Sie entweder über ein VideoIdent- oder das PostIdent-Verfahren abschließen können. Nach diesem Schritt können Interessenten direkt ihre ersten Erfahrungen sammeln und ihr Verrechnungskonto eröffnen, auf welches der zu besparende Betrag überwiesen wird. Dabei ist es Ihnen selbst überlassen, ob Sie sich auf ein Angebot konzentrieren oder sich dazu entschließen, bei mehreren Banken Geld einzubringen. Alle weiteren Schritte wie Überweisungen vom Verrechnungskonto auf die Anlagekonten und die gesamte Kommunikation mit den Banken im Ausland tätigt dann das jeweilige Zinsportal.

Erfahrungen mit Zinsportalen – diese Kriterien sind wichtig

Dadurch, dass es viele verschiedene Zinsportale gibt, kann es für Anleger auf den ersten Blick etwas unübersichtlich wirken. Der Vergleich der Angebote im Vorhinein ist wichtig, um nicht nur ein Gefühl für die beworbenen Zinsen zu bekommen, sondern auch die Sicherheit der Geldanlage zu prüfen. Dafür gibt es einige wichtige Kriterien, auf die Sie achten sollten.

Die Einlage

Je nachdem, welche Summen Sie bei Ihrer Geldanlage in die Zinsportale einbringen möchten, eignen sich hier unterschiedliche Anbieter. Denn diese haben häufig unterschiedliche Höhen, was die Mindesteinlagen und auch die Maximaleinlagen angeht. Möchten Sie beispielsweise nur einen Bruchteil Ihres Ersparten einbringen, können andere Plattformen besser geeignet sein, als wenn Sie einen großen Betrag anlegen möchten. Besonders die Obergrenze der Einlagesumme ist bei nicht wenigen Anbietern begrenzt. Es ist daher wichtig, sich die Rahmenbedingungen ganz genau durchzulesen, bevor man sich dafür entscheidet, ein Konto bei einem Zinsportal zu eröffnen.

Die Zinsgutschriften

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der zu beachten ist, sind die Zinsgutschriften und deren Häufigkeit. Viele Anleger möchten vom Zinseszinseffekt profitieren, was bei manchen Zinsportalen aber gar nicht möglich ist. Denn häufig werden die Zinsen nicht auf das Sparkonto ausgezahlt, sondern direkt auf das Verrechnungskonto. Auf diese Weise geht Kunden Geld verloren. Deswegen sollte dies bei einem Vergleich der Portale auf jeden Fall berücksichtigt werden. Auf der sicheren Seite ist auch, wer sich für ein Zinsportal mit jährlicher Auszahlung der Zinserträge entscheidet.

Die Laufzeiten

Für Ihre Zufriedenheit als Anleger ist es essenziell, dass die Gegebenheiten der Kontoführung zu Ihren Anforderungen und Wünschen passen. Deswegen sollten Sie in jedem Fall vor dem Abschluss eines Vertrages prüfen, welche Laufzeiten für Ihre Geldanlage angeboten werden. Gute Zinsen bringen Ihnen wenig, wenn Ihr Geld über Jahre fest angelegt ist und Sie es nicht zu dem Zeitpunkt nutzen können, in dem Sie es brauchen. Darüber hinaus ist es möglich, dass bei mehrjährigen Festgeldanlagen die Zinsen erst zum Schluss gesammelt versteuert werden. Bei größeren Summen werden hierdurch relativ schnell die steuerlichen Freibeträge überschritten und Sparern könnte somit ein Teil ihrer Rendite verloren gehen. Weniger Risiko bei der Laufzeit und mehr Flexibilität bieten Zinsportale mit Tagesgeld-Option. Hier können jederzeit Beträge vollständig oder auch in Teilen vom Konto ausgezahlt werden.

Die Partnerbanken

Je nachdem, in welchen Ländern die Banken sitzen, mit denen die Zinsportale zusammenarbeiten, kann dies auch zu Nachteilen für die Anleger führen. Einerseits weil viele Banken existieren, die nicht als sicher eingestuft werden können oder in wirtschaftsschwachen Ländern wie beispielsweise Griechenland, Tschechien oder Kroatien ansässig sind. Andererseits gibt es in einigen Ländern eine Quellensteuer, die verlangt wird. Durch eine Bescheinigung vom Finanzamt kann diese zwar reduziert werden, jedoch nicht vollständig ausgeglichen. Somit entsteht hier für Anleger ein finanzieller Nachteil sowie ein bürokratischer Mehraufwand. Dies ist unter anderem in Bulgarien, Polen oder auch Portugal der Fall.

Risiko für Anleger

Seit Jahren sind Zinsportale immer mal wieder in den Schlagzeilen, weil deren Sicherheiten unter anderem von Stiftung Warentest angezweifelt werden. Das bezieht sich speziell auf die jeweilige nationale Einlagensicherung, da sich diese in vielen Ländern noch im Aufbau befindet. Zwar ist in der Europäischen Union eine Entschädigung pro Bank und Anleger von bis zu 100.000 Euro bei Insolvenz einer Bank vorgeschrieben. Jedoch existiert seitens der EU keine allgemeine Einlagensicherung, die für alle Länder greift. Diese wird zwar bereits diskutiert, soll aber frühestens 2024 eingeführt werden. Es gibt berechtigte Zweifel, dass Länder wie zum Beispiel Rumänien, Lettland oder Bulgarien genügend Sicherheitsrücklagen besitzen, um im Notfall alle Anleger zu entschädigen. Denn deren Sicherheitsfonds sind selten höher als das gesetzlich vorgeschriebene Minimum.

Wirtschaftskraft und Bonität ausschlaggebend

Im Fall einer Bankeninsolvenz müsste hier dann rein theoretisch der jeweilige Staat einspringen. Bei wirtschaftlich schwächeren Ländern ist dies allerdings nicht immer sofort umsetzbar. Somit kann es zu langen Wartezeiten kommen, bevor Anleger ihre Entschädigung erhalten. Wir empfehlen daher, keine Anlagen in bonitätsschwachen Ländern zu tätigen. Ein Anhaltspunkt hierfür sind die Noten für Wirtschaftskraft, welche Ratingagenturen wie Moody’s oder Standard & Poor’s vergeben. Nur Banken mit der Auszeichnung „sicher“ und „sehr sicher“ sind vertrauenswürdig. Dies trifft leider nicht auf alle der bei Zinsportalen vertretenen Banken zu. Aus diesem Grund haben wir in unseren Festgeldvergleich nur Angebote unter die Lupe genommen, die ihren Sitz in Ländern mit einer positiven Bonität haben.

Fazit Zinsportale

Auf den ersten Blick scheint klar zu sein, weshalb Zinsportale wie Weltsparen* oder Zinspilot* immer beliebter werden. Die Zinsen sind im Vergleich zu deutschen Banken sehr attraktiv und auch der eigene Aufwand wird durch die Dienstleistung der Plattformen reduziert. Trotzdem sollten Sie darauf achten, welchen Banken Sie mit Ihrer Geldanlage vertrauen. Nicht alle Länder bieten die gleichen Sicherheitssysteme wie Deutschland und sollten daher nur bedingt in Betracht gezogen werden. Es besteht das Risiko, dass insbesondere in Ländern mit niedriger Bonität der Staat im Falle einer Bankeninsolvenz nicht einspringen kann.

Zinsportale - das sollten Sie tun

1
Bevor Sie sich bei einem der Zinsportale anmelden und ein Konto eröffnen, vergleichen Sie die verschiedenen Anbieter, um sich einen Überblick zu verschaffen.
2
Treffen Sie Ihre Entscheidung nicht nur anhand der beworbenen Zinshöhe, sondern informieren Sie sich auch über die Wirtschaftskraft der vertretenen Länder.
3
Beziehen Sie nur Banken in Ihre Überlegungen mit ein, welche von Ratingagenturen das Prädikat "sicher" oder "sehr sicher" erhalten haben.
4
Legen Sie Ihr Geld nicht in bonitätsschwachen Ländern an.
5
Möchten Sie sich über sichere Geldanlagen informieren, lesen Sie unseren Ratgeber zum Festgeldvergleich und Tagesgeldvergleich.

Beitrag verfasst von:

LESLIE SPRINGER – EHEMALIGE RATGEBER-REDAKTEURIN

Leslie Springer war 2021 Teil des Ratgeber-Teams von finanzen.net.

*Das bedeutet das Sternchen: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Wir wollen so möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig Vermögen aufzubauen und in Finanzfragen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Damit unsere Informationen kostenlos abrufbar sind, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet. Diese sogenannten Affiliate Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen. Geld bekommt die finanzen.net GmbH, aber nie der Autor individuell, wenn Leser auf einen solchen Link klicken oder beim Anbieter einen Vertrag abschließen. Ob die finanzen.net GmbH eine Vergütung erhält und in welcher Höhe, hat keinerlei Einfluss auf die Produktempfehlungen. Für die Ratgeber-Redaktion ist ausschließlich wichtig, ob ein Angebot gut für Anleger und Sparer ist.

🌳Das bedeutet das Bäumchen: Anlageprodukte, die im Sinne des Emittenten als nachhaltig klassifiziert werden, zeichnen wir mit einem Bäumchen-Symbol aus.

Bildquelle: Prostock Studio / Shutterstock.com

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