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Rezession: So sollten Anleger auf einen Wirtschaftsabschwung reagieren

Die Mischung aus steigenden Zinsen, fallenden Börsenkurse und einer hohen Inflation ist toxisch, sie kann langfristig zu einer Rezession führen. Wenn die Wirtschaftsleistung eines Landes sinkt, sind sowohl Verbraucher als auch Sparer und Anleger betroffen. Doch was ist eine Rezession genau? Wie entsteht sie und welche Auswirkungen hat sie konkret? Und vor allem: Wie können Sie sich bei einer drohenden Rezession verhalten? Gleich zu Beginn gibt's die besten Tipps und beantworten wir das Wichtigste in Kürze!

Rezession - Empfehlungen & Tipps

Lassen Sie sich von einer Rezession nicht verunsichern. Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre Investments und die Chancen der verschiedenen Assets, bevor Sie vorschnell handeln.
Unsere Empfehlung: Betrachten Sie, ob die Rezession einen bestimmten Auslöser wie beispielsweise einen politischen Konflikt hatte. Je nach Auslöser können verschiedene Assets zukunftsweisend sein und sich als Anlage eignen.
Tipp: Der Bärenmarkt während einer Rezession kann die Chance bieten, spannende Titel nachzukaufen und von den niedrigen Preisen zu profitieren.

Rezession - das Wichtigste in Kürze

Wenn die Wirtschaftsleistung eines Landes über mehrere Monate hinweg sinkt, sprechen Experten von einer Rezession.
Die Rezession ist Teil des Konjunkturzyklus. Das bedeutet, dass auch wieder Phasen des Wirtschaftsaufschwungs folgen werden.
Wichtig: Um der Rezession Einhalt zu gebieten, ergreifen Regierungen und Notenbanken Maßnahmen . Mit dem richtigen Anlageplan können Sie Ihr Geld in diesen Zeiten schützen.

Rezession: So sollten Anleger auf einen Wirtschaftsabschwung reagieren

Was bedeutet Rezession?

Bevor Anleger Maßnahmen zum Schutz ihres investierten Geldes ergreifen, ist es wichtig, die Rezession sowie ihre Auswirkungen zu verstehen. Grundsätzlich ist die Rezession eine der vier Phasen des Konjunkturzyklus einer Volkswirtschaft. Ihr Auftreten ist normal und eine logische Konsequenz der vorherigen Phasen des Wirtschaftszyklus.

„Rezession“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Rückgang. Die Rezession ist dementsprechend eine Abschwungphase, in welcher die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen sinkt – und damit verbunden auch die Wirtschaftsleistung. Die Wirtschaft wächst also nicht weiter oder stagniert, sondern schrumpft.

Ob in einem Land eine Rezession herrscht, zeigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Dieses misst, wie viele Waren und Dienstleistungen in einem Land in einem bestimmten Zeitraum hergestellt werden. Wenn in einer Volkswirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen ein schrumpfendes BIP festgestellt wurde, sprechen Wirtschaftsexperten von einer Rezession. Es gibt allerdings noch weitere Definitionen des Begriffs Rezession. Das deutsche Forschungsinstitut für Wirtschaft verfolgt einen anderen Ansatz: Es vergleicht, wie groß die Differenz der aktuellen Wirtschaftsleistung zum maximal möglichen Produktionspotenzial ist. Wenn die Unterauslastung der Produktionen und Dienstleistungen zwei Quartale in Folge ansteigt, gilt die Wirtschaftsphase als Rezession.

Um eine Rezession einzudämmen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln, muss die Regierung einige Maßnahmen ergreifen. Bei einer Rezession können einige Geldanlagen eher weniger zu empfehlen sein. Welche Anlageklassen sich für Sparer und Anleger während einem Wirtschaftsabschwung lohnen können, erfahren Sie später.

Rezession als Teil des Konjunkturzyklus

Da die Rezession nur eine von vier Phasen des Wirtschaftszyklus ist, ist es wichtig, diesen Ablauf zu verstehen, um langfristige Entscheidungen für die eigene Geldanlage zu treffen. Die erste Phase ist eine Expansion der Wirtschaft, in welcher es einen deutlichen Anstieg an Aufträgen für Dienstleister und erhöhte Produktionsauslastungen gibt. Aufgrund der hohen Nachfrage sinkt automatisch die Zahl der Arbeitslosen, da mehr Erwerbstätige benötigt werden. Dieser Wirtschaftsaufschwung führt zu einer Hochkonjunkturphase, in welcher die Wirtschaftskapazitäten vollständig ausgelastet sind. Da Unternehmen schwarze Zahlen schreiben, können sie zusätzlich die Löhne der Arbeitnehmer erhöhen.

Auf einen solchen Boom folgt allerdings häufig die bereits beschriebene Rezession. Falls die Regierung keine ausreichenden Maßnahmen ergreift, um die Rezession einzudämmen und die Wirtschaft wieder in einen Aufschwung zu versetzen, wird ein Konjunkturtief erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist die Zahl an Erwerbstätigen und an verkauften Waren oder Dienstleistungen am geringsten.

Wichtig: Die Phasen des Wirtschaftskreislaufes können unterschiedlich lang sein, eine Rezession kann beispielsweise auch nur wenige Monate anhalten. Grundsätzlich gilt, dass sich die Konjunkturzyklen nur selten 1:1 wie vergangene Kreisläufe verhalten. Genaue Aussagen darüber, wann ein Bärenmarkt vorbei ist, können dementsprechend nicht aus der Vergangenheit abgelesen werden.

Die Auslöser einer Rezession

Eine Rezession ist die Folge auf eine wirtschaftlich erfolgreiche Phase. Als Ausgangssituation dient eine Hochkonjunktur. Die Menschen in einem Land verdienen gut und konsumieren viel. Preise von Waren und Dienstleistungen können aufgrund der steigenden Nachfrage erhöht werden. Zudem sind die Löhne von Arbeitern während des Booms hoch, wodurch auch die Produktion von Waren teurer wird. Diese erhöhte Kosten werden an die Konsumenten weitergegeben.

Wenn die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen weiter hoch ist, können Lieferengpässe auftreten. Diese Engpässe können aber auch durch andere Umstände, wie beispielsweise politischen Entscheidungen, Rohstoffknappheit oder Kriegen ausgelöst werden. Ihre Folge: immer weiter steigende Preise für Konsumenten.

Wenn die Preise nach oben gehen, benötigen Konsumenten mehr Geld, um sich den Alltag zu finanzieren. Die Löhne erreichen allerdings nach einiger Zeit ihre Obergrenze. Das Geld verliert auf diese Weise langsam an Kaufkraft und es kommt zu einer Inflation.

Tipp: Wie sich Verbraucher und Anleger während der Inflation verhalten sollten, erfahren Sie in diesem Rategber-Artikel.

Aufgrund der Inflationen müssen Verbraucher mehr sparen, da sie sich weniger leisten können. Die Konsumbereitschaft geht allmählich zurück und führt damit zu einem stagnierenden Wirtschaftswachstum. Um die Inflation zu bekämpfen, muss die Geldmenge, welche sich im Umlauf befindet, beschränkt werden. Das wirksamste Mittel dagegen ist eine Anhebung des Leitzinses, um Kredite unattraktiver zu machen. Sowohl Konsumenten als auch Unternehmen investieren weniger Geld. Hält diese Situation allerdings an, schrumpft das Bruttoinlandsprodukt und ein Land rutscht in die Rezession. Die Inflation kann dementsprechend eine Rezession ankündigen und beide Wirtschaftsphänomene hängen stark miteinander zusammen.

Welche Auswirkungen hat eine Rezession?

Während einer Rezession ist die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen auf einem Tiefpunkt. Aufgrund dessen gibt es in vielen Sektoren eine hohe Zahl an Entlassungen, wodurch die Arbeitslosenquote deutlich steigt. Da Unternehmen rote Zahlen schreiben, können sie sich des Weiteren keine Lohnerhöhungen mehr leisten. Grundsätzlich können es sich in einer Phase des Wirtschaftsabschwungs nur wenige Firmen leisten, große Investitionen zu tätigen und ihr Geschäft weiter auszubauen.

Geringe Einnahmen und wenige langfristige Investments haben eine deutliche Auswirkung auf Unternehmen: Die Börsenkurse fallen, der Markt rutscht während einer Rezession in einen Bärenmarkt. Wer bei seinen Geldanlagen nur einen kurzfristigen Anlagehorizont verfolgt, sollte seine Investments in Aktien deswegen überdenken.

Für Verbraucher kann eine Rezession Vorteile bringen. Aufgrund der niedrigen Nachfrage am Markt sinken langsam die Preise von Waren. Darüber hinaus sind viele Lager überfüllt, da weniger konsumiert wird.

Maßnahmen gegen Rezession

Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, muss früher oder später die Regierung eingreifen. Eine der besten Maßnahmen, um Verbraucher zu entlasten, sind Steuersenkungen. Mit einer Senkung der Mehrwertsteuer sparen Verbraucher Geld und können ihren Konsum wieder erhöhen. Auch Unternehmen profitieren von den niedrigen Steuern und müssen weniger Geld an den Staat abgeben. Damit steigern sie gleichzeitig ihren Umsatz.

Die Zentralbank hat auch ein wirkungsvolles Mittel gegen die Rezession: eine Anpassung des Leitzinses. Während bei einer Inflation der Leitzins erhöht wird, um weniger Geld in Umlauf zu bringen, gilt bei der Rezession das Gegenteil. Mit einer Leitzinssenkung sinkt gleichzeitig die Hürde von Unternehmern und Bürgern, um Kredite aufzunehmen. Dank der Kredite werden große Investitionen ermöglicht und es kommt wieder mehr Geld in den Umlauf.

Das Ziel der Regierung und der Politik ist damit dasselbe: Die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen soll nachhaltig erhöht werden, um einen Wirtschaftsaufschwung einzuläuten. Ist dies geschafft und das Bruttoinlandsprodukt wächst wieder, ist die Rezession offiziell beendet.

Welche Anlagen lohnen sich während einer Rezession?

Die Börsenkurse fallen, der Konsum lässt nach. Ist die Rezession eine Phase, in welcher Anleger ihr Geld besser beisammen halten und nicht investieren sollten? Das Gegenteil ist der Fall! Eine Rezession kann eine gute Kaufgelegenheit für alle sein, die einen langfristigen Anlagehorizont verfolgen. Wenn Sie vor der Rezession in Aktien investiert haben, können Sie die niedrigen Kurse dafür nutzen, Ihre Positionen im Portfolio weiter auszubauen. Ein Verkauf von Anteilen während eines Bärenmarktes lohnt sich hingegen meistens nicht. Die Börsenkurse rutschen während einer Rezession häufig auf den tiefsten Stand seit einigen Jahren. Verkaufen Sie zu diesem Zeitpunkt, realisieren Sie häufig hohe Verluste. Stattdessen können Sie die Aktien halten oder weiter nachkaufen, um von der Erholung des Marktes nach der Rezession zu profitieren. Gleiches gilt für ETF-Sparpläne: Bei niedrigen Kursen erhalten Sie mehr ETF-Anteile, weswegen es sich lohnen kann, Sparpläne weiter laufen zu lassen.

Aber: Beachten Sie, dass sich nicht alle Aktien vollständig von der Rezession erholen. Unternehmen mit zukunftsorientierten Geschäftsmodellen werden sich nach der Rezession stärker regenerieren als die Konkurrenz.

Vorsicht: Nicht alle Wertpapiere verlieren aufgrund der Rezession an Wert. Bei manchen Unternehmen können auch andere Gegebenheiten zu einem Kursrutsch führen. Eine Aufschwungphase wird auf solche Aktien keine Auswirkung haben.

Sie möchten Ihr Geld lieber kurzfristig anlegen? Besonders Staatsanleihen profitieren, wenn die Zentralbanken den Leitzins senken. Anleihen sind eine relativ sichere Anlageform, die während einer Rezession mit hohen Renditen locken kann.

Sollten Sie Geld während der Rezession auf dem Konto sparen oder es anlegen?

Wer sein Geld in Zeiten des Wirtschaftsabschwungs auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto spart, wird feststellen, dass er wenige bis keine Zinsen erhält. Der Grund hierfür ist, dass die Zentralbank den Leitzins als Gegenmaßnahme für die Rezession verringert. Stattdessen kann es sich deswegen lohnen, das Geld anzulegen. Mit einem diversifizierten Portfolio, in welchem Aktien, ETFs und Anleihen vertreten sind, sind Sie während der Rezession gut aufgestellt. Die Anleihen stabilisieren das Portfolio während des Bärenmarktes, die Aktien und ETFs profitieren hingegen von der Markterholung im Anschluss an diese Wirtschaftsphase.

Rezession - das sollten Sie tun

1
Handeln Sie nicht kurzfristig. Statt Panikverkäufe zu tätigen, sollten Sie sich überlegen, welche Unternehmen vom Aufschwung nach der Rezession profitieren können.
2
Stabilisieren Sie Ihr Portfolio mit Staatsanleihen. Wenn die Zinsen fallen, steigen die Kurse der Anleihen.
3
Prüfen Sie Ihre laufenden Sparpläne. Bei einem langfrsitigen Anlagehorizont können Sie diese weiterlaufen lassen.

Beitrag verfasst von:

JANINA SCHMIDT – RATGEBER-REDAKTEURIN

Janina Schmidt - Redakteurin finanzen.net RatgeberJanina Schmidt verstärkt seit Januar 2022 das Team der Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Trading, Fonds und Recht. Während Ihres Studiums im Fach Kommunikation und Medienmanagement konnte sie bereits erste Erfahrungen als Online-Redakteurin im Bereich Produkt-Testberichte sammeln.

*Das bedeutet das Sternchen: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Wir wollen so möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig Vermögen aufzubauen und in Finanzfragen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Damit unsere Informationen kostenlos abrufbar sind, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet. Diese sogenannten Affiliate Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen. Geld bekommt die finanzen.net GmbH, aber nie der Autor individuell, wenn Leser auf einen solchen Link klicken oder beim Anbieter einen Vertrag abschließen. Ob die finanzen.net GmbH eine Vergütung erhält und in welcher Höhe, hat keinerlei Einfluss auf die Produktempfehlungen. Für die Ratgeber-Redaktion ist ausschließlich wichtig, ob ein Angebot gut für Anleger und Sparer ist.

🌳Das bedeutet das Bäumchen: Anlageprodukte, die im Sinne des Emittenten als nachhaltig klassifiziert werden, zeichnen wir mit einem Bäumchen-Symbol aus.

Bildquelle: Andrii Yalanskyi / Shutterstock.com

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