Jeden Monat 40 Euro mehr

Vermögenswirksame Leistungen – mit VL gibt’s Extra-Geld vom Chef

Extra-Geld vom Arbeitgeber erhalten? Vermögenswirksame Leistungen (VL/VwL) machen es möglich: Bis zu 40 Euro im Monat schenkt Ihnen Ihr Chef - ganz ohne Gehaltsverhandlung. Und je nach Einkommensklasse bekommen Sie sogar noch staatliche Zuschüsse. Mit diesen Tipps schöpfen Sie alle Möglichkeiten der vermögenswirksamen Leistungen aus und finden die besten Anbieter. Zuerst stellen wir Ihnen jedoch die besten Möglichkeiten zum VL-Sparen vor.

Vermögenswirksame Leistungen - darum geht es

Wenn Sie vermögenswirksame Leistungen bei Ihrem Arbeitgeber beantragen, bekommen Sie bis zu 40 Euro monatlich von Ihrem Chef "geschenkt".

Neben den Sparanteilen Ihres Arbeitgebers können Sie außerdem staatliche Förderungen erhalten.

Bei vermögenswirksamen Leistungen haben Sie die Wahl zwischen ver­schiedenen Anlageformen. Wählen Sie zwischen Banksparplänen, Bausparverträgen, der Tilgung Ihrer Baufinanzierung und Fonds­spar­plänen.

Vermögenswirksame Leistungen - Tipps und Tricks

Unsere Empfehlung: Verzichten Sie nicht auf das zusätzliche Geld von Ihrem Arbeitgeber und prüfen Sie, ob dieser vermögens­wirksame Leistungen zahlt.

Produktempfehlung: Beziehen Sie vermögens­wirksame Leistungen über einen Banksparplan der Degussa Bank oder der ING.

Für einen VL-Bausparvertrag raten wir Ihnen zur Alten Leipziger oder zu Schwäbisch Hall.

Sofern Sie auf der Suche nach einem VL-Fondssparplan sind, haben Sie bei Ebase eine gute Auswahl zwischen 90 VL-fähigen Indexfonds.

Vermögenswirksame Leistungen Vergleich – Die besten Spar-Möglichkeiten im Test

AnbieterVorteil
Schwäbisch HallVL-fähiger Bausparvertrag mit niedriger Mindesteinzahlung.
ING

VL-Banksparplan mit 1,00 Prozent Zinsen. Vorzeitige Kündigung ohne Nachteile möglich.

Degussa BankVL-Banksparplan mit Bonuszahlung am Ende der Laufzeit.
Ebase

Gutes und günstiges VL-Depot.

Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF 1C

Sehr guter VL-fähiger ETF mit der ISIN LU0274208692 und der WKN DBX1MW.

iShares Core MSCI World UCITS ETF

Sehr guter VL-fähiger ETF (ISIN IE00B4L5Y983/WKN A0RPWH) auf den MSCI World Index.

Produkt­empfehlung: Arbeitnehmer, die mit vermögens­wirksamen Leistungen Extra-Geld von ihrem Arbeitgeber erhalten wollen, können zwischen unterschiedlichen Sparformen wählen. Wer einen Bausparvertrag in Kombination mit vermögenswirksamen Leistungen abschließen möchte, sollte einen Blick auf das Angebot der Schwäbisch Hall werfen. Einen guten vl-fähigen Banksparplan bietet die ING an. Bonuszahlungen erhalten Sie am Ende der Laufzeit mit einem Banksparplan der Degussa Bank.

Besonders in Zeiten niedriger Zinsen lohnen sich außerdem Fondssparpläne, die mit vermögenswirksamen Leistungen kombiniert werden können. In unserem Test überzeugt die Direktbank Ebase mit einem fairen Angebot und einer großen Auswahl an vl-fähigen Fonds. Überdurchschnittlich schneiden in unserem Produkttest die vl-fähigen ETFs Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF 1C und iShares Core MSCI World UCITS ETF ab.

Nachdem wir wichtige Rahmenbedingungen für vermögenswirksame Leistungen aufgezeigt haben und darüber hinaus erklärt haben, für wen sich diese Art des Vermögensaufbaus richtig lohnt, stellen wir die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten von vermögenswirksamen Leistungen genauer vor. Hier erfahren Sie noch mehr über die dargestellten Produkte.

Mit vermögenswirksamen Leistungen für das Alter vorsorgen

Was sind vermögenswirksame Leistungen? Stellen Sie sich vor, Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen monatlich mehr Geld und das ohne eine hart erkämpfte Gehaltserhöhung – klingt nicht schlecht, oder? Mit wenig Aufwand gelingt das durch sogenannte vermögenswirksame Leistungen (auch VL oder VwL genannt). Mit diesen beteiligt sich Ihr Chef freiwillig an Ihrem Vermögensaufbau.

Die Sparvarianten sind unterschiedlich, die Rahmenbedingungen gleich: Wenn Ihr Arbeitgeber sich freiwillig an der Vermögensbildung beteiligen soll, müssen Sie ihm eine Bestätigung über einen VL-Vertrag vorlegen. Sind die niedrigen bürokratischen Hürden genommen, fließt das Geld von Ihrem Chef automatisch in Ihren Sparvertrag ein. Allerdings entscheidet Ihr Arbeitgeber selbst, wie hoch seine Beteiligung ausfällt. Höchstens darf er sich jedoch mit 40 Euro im Monat beziehungsweise 480 Euro im Jahr an Ihrer Vermögensbildung beteiligen. Welche Varianten von vermögenswirksamen Leistungen es gibt und welche für Sie am besten geeignet sind, sagen wir Ihnen in diesem Ratgeber-Artikel – konkrete Angebotsempfehlungen inklusive.

So funktionieren vermögenswirksame Leistungen

Das Konzept von vermögenswirksamen Leistungen ist einfach: Sie schließen einen Vertrag ab, der mit vermögenswirksamen Leistungen kompatibel ist. Wenn Sie bei Ihrem Arbeitgeber einen Antrag stellen, zahlt dieser über einen Zeitraum von sechs Jahren einen bestimmten monatlichen Betrag ein. Selbstverständlich können auch Sie zusätzlich in diesem Vwl-Vertrag sparen. Nach sieben Jahren gehört das Geld Ihnen und Sie können damit machen, was Sie wollen.

Diese freiwillige Zusatzleistung Ihres Arbeitgebers soll Sie bei der privaten Vermögensbildung unterstützen. Allerdings hat nicht jeder Arbeitnehmer automatisch ein Anrecht auf diese Sparoption: Zum einen ist die Beteiligung des Arbeitgebers an vermögenswirksamen Leistungen freiwillig und zum anderen müssen Arbeitnehmer über 16 Jahre alt sein. Grundsätzlich können unter diesen Voraussetzungen alle Arbeitnehmer, Auszubildenden, Beamte, Richter oder Soldaten vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber erhalten. Selbstständige können diese Möglichkeit der Geldanlage nicht nutzen.

Vermögenswirksame Leistungen - schon gewusst?

Vermögenswirksame Leistungen sind im fünften Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) festgehalten. Für viele Berufe werden VwL sogar im Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag garantiert.

Unsere Empfehlung: Sprechen Sie mit Kollegen und prüfen Sie in Ihrem Vertrag, ob Ihr Arbeitgeber Ihnen vermögenswirksame Leistungen zahlt.

Damit Sie das Geldgeschenk Ihres Arbeitgebers in Anspruch nehmen können, haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Spar-Varianten. Grundsätzlich zahlen Arbeitgeber in Banksparpläne, Bausparverträge und Aktienfondspläne ein oder beteiligen sich an der Tilgung eines Kredits. Welche Variante sich für Sie lohnt, zeigen wir Ihnen weiter unten in diesem Ratgeber-Artikel.

Tipp: Achten Sie bei allen Sparoptionen unbedingt darauf, dass Sie mit vermögenswirksamen Leistungen kombinierbar sind.

Wenn Sie eine dieser Varianten besparen, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber eine Bestätigung vorlegen, dieser zahlt dann monatlich eine bestimmte Rate zu dem Vertrag. Wenn Sie noch keinen vorhandenen Vertrag besitzen, müssen Sie vor der Meldung erst einen entsprechenden Vertrag abschließen. Für alle VwL-fähigen Sparmöglichkeiten liegt die Summe, die ein Arbeitgeber höchstens zahlen darf, bei 40 Euro im Monat und damit bei 480 Euro im Jahr.

Wichtig: Vermögenswirksame Leistungen von Ihrem Arbeitgeber müssen Sie ganz normal versteuern und dafür Sozialabgaben leisten, denn diese sind wie eine Gehaltserhöhung zu verstehen: Ihr Bruttolohn steigt beispielsweise um 40 Euro, wenn Ihr Arbeitgeber 40 Euro als vermögenswirksame Leistungen in Ihren Sparvertrag investiert.

Die Laufzeit für vermögenswirksame Leistungen beträgt in der Regel sieben Jahre. Jedoch zahlen Sie und Ihr Arbeitgeber bei der Mehrzahl der VL-fähigen Produkte nur sechs der sieben Jahre in den Vertrag ein. Das siebte Jahr ist ein Ruhejahr, auch Sperrjahr genannt.

Aber: Erst nach Ende des siebten Jahres eines VL-Vertrags können Sie über das angesparte Geld verfügen. Dann können Sie das Guthaben für persönliche Wünsche ausgeben, beispielsweise für einen wohl verdienten Urlaub, ein neues Sofa oder eine andere Form der Geldanlage.

Nach dem sechsten Jahr informiert Sie in der Regel Ihr Anbieter über den baldigen Ablauf des Vertrages und bietet Ihnen meistens einen neuen VwL-fähigen Vertrag an. Ist das sechste Sparjahr nämlich abgeschlossen, können Sie bereits den nächsten Vertrag beginnen, in den Ihr Chef auch weiter einzahlt.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Bausparverträge richten sich in der Regel nicht nach den sieben Jahren Sparphase, sondern werden länger bespart. Wie lange Sie Ihren Bausparvertrag besparen, hängt von Ihrer monatlichen Einzahlungssumme und den Rahmenbedingungen des Vertrags ab.

So lohnen sich vermögenswirksame Leistungen richtig

Nicht nur der Arbeitgeber beteiligt sich an der Vermögensbildung, manche Varianten der vermögenswirksamen Leistungen sind zudem staatlich gefördert. Allerdings erhalten Sie diese staatliche Förderung nur, wenn Sie bestimmte Einkommensgrenzen nicht übersteigen. Grundsätzlich existieren zwei staatliche Förderungsmöglichkeiten: die Arbeitnehmersparzulage und die Bausparprämie.

Die Arbeitnehmersparzulage wird bei allen VL-Varianten gezahlt außer bei der Variante des Banksparplans. Die Bausparprämie können Sie lediglich bei Abschluss eines Bausparvertrags erhalten und im Normalfall nur, wenn das im Bausparvertrag angesparte Vermögen tatsächlich im Zusammenhang mit einer eigenen Immobilie verwendet wird. Wie genau bei einem Bausparvertrag die staatlichen Förderungen greifen und welche Ausnahmen es gibt, erklären wir Ihnen etwas später in diesem Ratgeber.

Wichtig: Ob Ihnen eine staatliche Unterstützung zusteht, hängt nicht von Ihrem Bruttoeinkommen, sondern von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab. Das ist bei Familien beispielsweise das Bruttoeinkommen abzüglich der Kinderfreibeträge.

Tipp: Sie wissen nicht wie hoch Ihr zu versteuerndes Einkommen ist? Das können Sie in Ihrem Steuerbescheid nachschauen.

In den folgenden Tabellen haben wir Ihnen die möglichen Förderbeträge und Bedingungen für Einzelpersonen und Ehepaare zusammenfassend dargestellt. Auf dieser Grundlage erklären wir Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten und empfehlen Ihnen konkrete Spar-Produkte.

Förderung für Einzelpersonen

AnlagevarianteArt der FörderungMaximal zu versteuerndes EinkommenHöhe der jährlichen Förderung
 Banksparplankeine
 BausparvertragArbeitnehmersparzulage17.900 Euro9,0 Prozent der eingezahlten Summe; höchstens 43 Euro
 BausparvertragWohnungsbauprämie25.600 Euro8,8 Prozent der eingezahlten Summe; höchstens 45 Euro
Tilgung eines BaukreditsArbeitnehmersparzulage17.900 Euro9,0 Prozent der eingezahlten Summe; höchstens 43 Euro
Sparplan für AktienfondsArbeitnehmersparzulage20.000 Euro20 Prozent der eingezahlten Summe; höchstens 80 Euro

Förderung für Ehepaare und Personen in eingetragenen Partnerschaften

AnlagevarianteArt der FörderungMaximal zu versteuerndes EinkommenHöhe der jährlichen Förderung
Banksparplankeine
BausparvertragArbeitnehmersparzulage35.800 Euro9,0 Prozent der eingezahlten Summe; höchstens 86 Euro
BausparvertragWohnungsbauprämie51.200 Euro8,8 Prozent der eingezahlten Summe; höchstens 90 Euro
Tilgung eines BaukreditsArbeitnehmersparzulage35.800 Euro9,0 Prozent der eingezahlten Summe; höchstens 86 Euro
Sparplan für AktienfondsArbeitnehmersparzulage40.000 Euro20 Prozent der eingezahlten Summe; höchstens 160 Euro

Extra-Tipp: In vielen Fällen macht es Sinn, die Sparrate selbst aufzustocken, wenn Ihr Arbeitgeber nicht die maximale VwL-Summe zahlt. Denn nur wenn die monatliche Sparsumme erreicht ist, erhalten Sie auch die vollen staatlichen Förderzulagen.

Ein Beispiel: Ihr Arbeitgeber sichert Ihnen als Einzelperson vermögenswirksame Leistungen für Ihren Bausparvertrag zu, zahlt jedoch nur 20 Euro monatlich in Ihren Vertrag ein. In diesem Fall ist es sinnvoll, dass Sie zusätzlich jeden Monat mindestens 20 Euro in den bestehenden Vertrag einzahlen. Sonst erhalten Sie nur anteilig die staatlichen Zulagen.

Die verschiedenen VwL-Varianten

Um vermögenswirksame Leistungen in Anspruch zu nehmen, haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Sparoptionen. Die wichtigsten VwL-Arten sind der Banksparplan, der Bausparvertrag, die Tilgung eines Baukredits und der Aktienfondssparplan. Welche Variante für Sie am sinnvollsten ist, hängt jedoch von Ihrer individuellen Lebenssituation ab: Wie ist Ihre Wohnsituation? Wie hoch ist Ihr zu versteuerndes Einkommen? Wie hoch ist Ihre Risikobereitschaft? Diese Fragen sollten Sie sich im Hinblick auf die richtige Möglichkeit vermögenswirksamer Leistungen stellen. Die unterschedlichen Sparoptionen bieten bestimmte Vor- und Nachteile, die wir Ihnen im Folgenden näherbringen wollen.

Der Banksparplan

Der Banksparplan ist die einzige VwL-Variante bei der Sie nie eine zusätzliche staatliche Förderung erhalten. Außerdem bieten durch die Niedrigzinsphase nur noch sehr wenige Banken diese Anlagemöglichkeit überhaupt an, denn durch die Niedrigzinsen ist die Rendite von Banksparplänen nicht sehr hoch. Eine feste Verzinsung von Banksparplänen bietet Ihnen als Anleger jedoch große Sicherheit, außerdem locken Banken manchmal mit einem hohen Bonus zum Ende der Vertragslaufzeit. Dieser Bonus kann mehr als zehn Prozent der angesparten Beträge ausmachen. Wenn eine Bank einen derart hohen Bonus anbietet, lohnt sich meistens keine frühzeitige Kündigung, da Sie als Anleger dann die Bonuszahlung verschenken.

Weitere hilfreiche Tipps zur Anlage mithilfe von Banksparplänen, geben wir Ihnen in unserem Ratgeber Sparplan.

Wir haben verschiedene Anbieter von Banksparplänen mit vermögenswirksamen Leistungen unter die Lupe genommen und empfehlen Ihnen zwei konkrete Banksparpläne:

Die Degussa Bank bietet das „VLSparen“ an. Hier haben Sie einen variablen Basiszins von 0,05 Prozent und erhalten nach Ablauf der siebenjährigen Laufzeit zusätzlich einen Bonus in Höhe von 11,5 Prozent. Allerdings ist der Basiszins bei der Degussa Bank variabel, sodass bei Vertragsbeginn nicht feststeht, wie viel Rendite Sie nach den sieben Jahren tatsächlich haben. Wir gehen jedoch durch die hohe Bonuszahlung am Ende der Laufzeit von einer deutlich höheren Rendite aus, als bei anderen Anbietern von VwL-Sparplänen. Voraussetzung für diese Annahme ist allerdings, dass der Basiszins bei 0,05 Prozent bleibt.

Damit Sie die Bonuszahlung am Ende der Laufzeit erhalten, müssen Sie den Banksparvertrag durchgehend besparen. Monatlich können Sie bei der Degussa Bank höchstens 100 Euro inklusive des Arbeitgeberanteils einzahlen, jährlich müssen Sie mindestens 30 Euro im Sparvertrag anlegen.

Allerdings können Sie den Vertrag der Degussa Bank nur gegen eine „Strafgebühr“ in Höhe von 20 Euro stilllegen. Und Rentner oder Berufstätige, die nur noch weniger als sechs Jahre arbeiten, dürfen diesen Sparplan nicht mehr abschließen. Dahingegen genießen Sie einen begrenzten Schutz, wenn Sie in Elternzeit gehen oder arbeitslos werden. Denn bis zu drei Ratenzahlungen Ihres Arbeitgebers können Sie selbst überbrücken. Allerdings fällt in diesem Fall auch eine Bearbeitungsgebühr von 20 Euro an.

Aus unserer Sicht ist der Banksparplan der Degussa Bank vor allem aufgrund der einmaligen Bonuszahlung für Sparer attraktiv. Wenn Sie allerdings auf eine Mindestanlagesumme verzichten möchten, empfehlen wir Ihnen den VL-Sparplan der VTB Direktbank. Hier erhalten Sie einen jährlichen Zins von 1,2 Prozent, eine Mindesteinzahlung verlangt die VTB Direktbank nicht. Zwar bietet die VTB Direktbank keine Bonuszahlung am Ende der Laufzeit an, dafür können Sie als Sparer im Zeitraum vom 10. November bis zum 10. Dezember eines jeden Jahres einmalig bis zu 5.520 Euro pro Jahr in den Banksparplan einzahlen. Bei einem hohen Zinssatz kann sich das richtig lohnen. Die Kontoführung bei der VTB Direktbank ist übrigens kostenlos.

Ein zusätzlichen vl-fähigen Banksparplan bietet die ING-DiBa an. Hier erhalten Kunden eine Verzinsung von 1,00 Prozent. Darüber hinaus fallen keine Kosten für den VL-Banksparplan an. Für Anleger, die vor Ablauf der sieben Jahre ihr Geld benötigen, lohnt sich dieser Banksparplan außerdem. Denn für eine frühzeitige Auflösung dieses VwL-Banksparplans zahlen Sie keine „Strafgebühr“. Anders als bei der Degussa-Bank erhalten Kunden der Ing-DiBa allerdings keinen Bonus am Ende der Laufzeit.

Der Bausparvertrag

Bei einem Bausparvertrag mit vermögenswirksamen Leistungen haben Sie verschiedene Optionen. Entweder Sie nutzen einen Bausparvertrag, um in Zukunft eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen. Dann sichern Sie sich mit Abschluss des Bausparvertrages bereits niedrige Zinsen für Ihr Vorhaben. Oder, Sie schließen einen Bausparvertrag ab, um Kapital aufzubauen. Das lohnt sich insbesondere, wenn Ihr Anbieter Ihnen höhere Zinsen bei Verzicht auf ein Darlehen gewährt.

Insgesamt sind VL-Bausparverträge attraktiv, da sie unter gewissen Voraussetzungen doppelt staatlich gefördert werden. Wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen als Einzelperson unter 17.900 Euro oder als Ehepaar unter 35.800 Euro liegt, haben Sie die Möglichkeit, eine Arbeitnehmersparzulage und eine Bausparprämie zu beziehen. Dann müssen Sie jedoch den VwL-fähigen Bausparvertrag selbst besparen, um neben der Arbeitnehmersparzulage auch die Bausparprämie zu beziehen. Denn die Arbeitnehmersparzulage wird für den Betrag ausgezahlt, den Ihr Arbeitgeber einzahlt, damit ist dieser sozusagen „belegt“. Wenn Sie den Vertrag selbst besparen, ist eine Sparsumme wieder „frei“ und für diesen Betrag kann die Bausparprämie ausgezahlt werden.

Wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen alleine über 17.900 Euro oder als Ehepaar über 35.800 Euro liegt, aber unter 25.600 Euro als Einzelperson oder unter 51.200 Euro als Ehepaar, haben Sie zwar kein Anrecht auf die Arbeitnehmersparzulage, dafür aber auf die Bausparprämie. Dann liegt Ihr Einkommen exakt zwischen den Förderbeträgen und die Bausparprämie wird bereits für die Einzahlung Ihres Arbeitgebers gezahlt – in diesem Ausnahmefall müssen Sie selbst kein zusätzliches Geld einzahlen, um die staatliche Prämie zu erhalten.

Unsere Empfehlung: Prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf die staatlichen Förderungen haben. Wenn dies der Fall ist, lohnt sich ein VL-Bausparvertrag auf jeden Fall, denn Sie erhalten deutlich mehr Geld als sie selbst anlegen.

Extra-Tipp: Wenn Sie bei Abschluss des Bausparvertrags jünger als 25 Jahre sind, erhalten Sie auch dann einmalig die Wohnungsbauprämie für die siebenjährige Vertragslaufzeit, wenn Sie das Geld nicht für den Bau oder Kauf einer Wohnung verwenden.

Die deutliche Mehrheit der in Deutschland abschließbaren Bausparverträge ist VL-fähig. Allerdings sind in der Niedrigzinsphase die Zinsen für Sparer sehr unattraktiv. Bei einem Bausparvertrag der Alten Leipziger haben Sie mit bis zu 0,20 Prozent noch verhältnismäßig hohe Guthabenzinsen und erhalten einen Darlehenszins zwischen 0,00 und 1,88 Prozent. Die Mindestbausparsumme ist niedrig und liegt bei 5.000 Euro. Die Mindestsparzeit beträgt 24 Monate und Sie müssen mindestens 50 Euro jährlich in den Vertrag einzahlen. Auch die Abschlussgebühr kann je nach Rahmenbedingungen zwischen 1,00 und 1,60 Prozent liegen. Ein Tarifwechsel ist möglich.

Etwas günstiger sind die Abschlussgebühren beim Tarif „FuchsImmo 1 XL“ von Schwäbisch Hall, denn Sie beträgt in der Regel 1,00 Prozent. Allerdings sind die Guthabenzinsen mit 0,10 Prozent bei der Schwäbisch Hall niedriger, als bei der Alten Leipziger. Die Mindestbausparsumme ist mit 10.000 Euro höher, die Mindestsparzeit beträgt 45 Monate. Dahingegen müssen Sie den Bausparvertrag der Schwäbisch Hall nur mit mindestens 40 Euro jährlich besparen.

Vermögenswirksame Leistungen - drei Beispiele zum Bausparvertrag

Sie sind alleinstehend und beziehen ein zu versteuerndes Einkommen von 16.000 Euro. Dann haben Sie mit einem vwl-fähigen Bausparvertrag sowohl einen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage als auch auf die Bausparprämie. Allerdings müssen Sie den Vertrag selbst besparen, um beide Förderungen zu erhalten.
Sie haben als Ehepaar ein zu versteuerndes Einkommen von 48.000 Euro. Damit haben Sie keinen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage, sondern nur auf die Bausparprämie. Sie müssen Ihren Vertrag allerdings nicht extra besparen, um die Prämie zu erhalten.
Ihr zu versteuerndes Einkommen als Einzelperson liegt bei 40.000 Euro. Demzufolge haben Sie weder Anspruch auf eine Arbeitnehmersparzulage, noch auf die Bausparprämie.

Die Tilgung eines Baukredits

Wenn Sie einen Baukredit haben, können Sie die vermögenswirksamen Leistungen auf das Darlehenskonto überweisen lassen. Wenn Sie die Immobilie, die Sie mit diesem Baukredit abzahlen, selbst nutzen, haben Sie außerdem auch bei dieser Variante einen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage.

Unsere Empfehlung: Die Tilgung ist einfach und gut verzinst und lohnt sich insbesondere in Kombination mit vermögenswirksamen Leistungen, da Sie den Kredit so schneller zurückzahlen können. Leider bieten aber nicht alle Banken an, den Baukredit mit vermögenswirksamen Leistungen zu tilgen.

Tipp: Sie zahlen aktuell einen Baukredit ab? Fragen Sie bei Ihrem Kreditgeber nach, ob Sie die Tilgung mit vermögenswirksamen Leistungen kombinieren können

Vermögenswirksame Leistungen - schon gewusst?

In einigen Branchen haben Sie die Möglichkeit, sogenannte altersvorsorgewirksame Leistungen (AVwL) in Anspruch zu nehmen. Zu diesen Branchen zählen beispielsweise die Elektro- und die Metallindustrie. Die altersvorsorgewirksamen Leistungen sind allerdings zweckgebunden. Hier kann der Arbeitnehmer nicht selbst bestimmen, wie das Geld angelegt wird. Das Geld fließt immer in eine betriebliche oder private Altersvorsorge, zum Beispiel in einen Riester-Vertrag. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie im Ratgeber Riester-Rente.

AVwL-Verträge laufen nicht wie VwL-Verträge sieben Jahre, sondern werden meist erst zur Rente ausgezahlt.

Der VL-fondssparplan/das VL-Depot

Einen VL-Fondssparplan können Sie bei Direktbanken, Fondsvermittlern oder Ihrer Hausbank abschließen. Allerdings variieren die Kosten zwischen den Anbietern stark, weshalb sich hier ein Vergleich unterschiedlicher Angebote besonders lohnt. Der zentrale Vorteil bei Fondssparplänen ist die deutlich höhere Rendite, als bei den anderen Sparoptionen. Jedoch wissen Sie bei Abschluss eines Fondssparplans durch Kursschwankungen oft nicht, wie hoch der Auszahlbetrag am Ende der Laufzeit ausfällt.

Das hat aber auch Vorteile: Selbst, wenn die Börsenkurse in den Jahren vor dem Vertragende stark fallen sollten, haben Sie die Möglichkeit, den Sparplan auch nach Vertragsende im Depot zu belassen. Wenn sich die Börsenkurse wieder erholen, können Sie sich den Sparplan immer noch auszahlen lassen.

Unsere Empfehlung: Wählen Sie für einen VL-Aktienfondssparplan Indexfonds oder ETFs (Exchange-traded funds), die einen Aktienindex nachbilden. Denn bei einem ETF-Sparplan kaufen Sie in festgelegten zeitlichen Abständen einen ETF-Anteil oder mehrere ETF-Anteile und profitieren dann von der Entwicklung des Index, den der ETF abbildet.

Aus unserer Sicht bieten Ihnen ETFs, die den Weltaktienindex MSCI World oder Stoxx Europe 600 abbilden, vergleichsweise hohe Renditechancen für Ihre vermögens­wirk­samen Leistungen. Im MSCI World-Index sind die weltweit größten Firmen gelistet, unter anderem aus den USA und Japan. Er umfasst insgesamt mehr als 1.600 einzelne Aktien aus der ganzen Welt. Auch Facebook, Apple und Amazon sind Bestandteile dieses Index‘.

Besonders gut fahren Anleger mit dem synthetisch replizierenden Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF 1C (ISIN LU0274208692/WKN DBX1MW). Der Fonds wird von der Deutsche Bank-Tochter Xtrackers herausgegeben. Von Stiftung Warentest erhält dieser ETF die Note „1. Wahl“ und die laufenden Kosten liegen bei 0,45 Prozent.

Ebenfalls empfehlen können wir den ComStage MSCI World TRN UCITS ETF (ISIN LU0392494562/WKN ETF110). Beim ETF der Commerzbank-Tochter ComStage sind die Gebühren überschaubar und liegen bei 0,20 Prozent im Jahr. Dabei handelt es sich um einen ausschüttenden ETF, der den MSCI World-Index indirekt (synthetisch) nachbildet. Auch dieser ETF schneidet im Test von Stiftung Warentest mit der Bestnote „1. Wahl“ ab.

Ein dritter ETF ist bei manchen Depot-Anbietern vl-fähig: der iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983/WKN A0RPWH). Er bildet den MSCI World physisch nach, die Ausschüttungsart ist thesaurierend. Von Stiftung Warentest erhält der Fonds der BlackRock-Tocher die Bewertung „1. Wahl“. Mit 0,20 Prozent laufenden, jährlichen Fondskosten ist der ETF ebenso günstig wie der ComStage-ETF.

Eine ausführliche Erklärung zu diesen Begriffen und zum Kauf von ETFs erhalten Sie in unseren Ratgebern ETF-Sparplan, MSCI World-ETF und ETF kaufen. Alle wichtigen Begriffe rund um Fonds und ETF haben wir im ETF-Lexikon für Sie erklärt.

Im STOXX Europe 600 sind die 600 größten Unternehmen aus 18 europäischen Ländern gelistet. Dabei handelt es sich überwiegend um Firmen aus Großbritannien und der Schweiz. Wir empfehlen den Xtrackers STOXX Europe 600 (ISIN LU0328475792/WKN DBX1A7). Er bildet den zugrunde liegenden Index physisch mittels optimiertem Sampling nach und legt die Erträge wieder im Fondsvermögen an (thesaurierend). Mit jährlichen Gebühren von 0,20 Prozent gehört der ETF der Deutschen Bank-Tochter zu den günstigeren Indexfonds und erhält von Stiftung Warentest ebenfalls die Note „1. Wahl“.

Allerdings benötigen Sie zum VL Sparen ein vl-fähiges Wertpapierdepot, das VL-Sparpläne zulässt. Das geht überwiegend über (teure) Filialbanken, die oftmals nicht viele empfehlenswerte VL-Fonds zur Auswahl haben. Eine weitere Option an VL-Fonds zu gelangen, sind Depotbanken. Aber von diesen bieten nicht viele VL-Fonds an und Sie müssen über einen Fondsvermittler Kontakt zu einer Fondsbank aufnehmen. Das kostet zusätzlich Geld. Im Folgenden stellen wir Ihnen die besten VL-Depots kurz vor.

So finden Sie das beste VL-Depot

Nicht alle in Deutschland verfügbaren Aktienfonds können mit vermögenswirksamen Leistungen kombiniert werden. Auch wenn Sie bereits ein Depot besitzen, ist dieses nicht automatisch mit vermögenswirksamen Leistungen verknüpfbar. Vor diesem Hintergrund müssen Sie einen VL-Fondssparplan separat abschließen. Hier haben Sie dann die Wahl zwischen einer Direkt- und einer Filialbank, die die VL-Fondsanteile verwahrt und dafür in der Regel eine Gebühr verlangt.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen, das Angebot Ihrer Hausbank vor dem Hintergrund unserer ETF-Empfehlungen genau zu prüfen und bei Gelegenheit auf eine Direktbank auszuweichen.

Für Sie haben wir unterschiedliche VL-Depots verglichen. Im VL-Depot Test sticht die Fondsbank Ebase unter den Konkurrenzangeboten heraus. Hier sind die Depotkosten verhältnismäßig gering (pro Jahr, pro Kauf) und Sie haben die Auswahl zwischen 90 VL-fähigen Indexfonds. Jeder Finanzanlageberater kann Ihnen dieses Produkt vermitteln. Wer allerdings ein Depot bei Ebase eröffnen möchte, sollte wissen, dass die bisher zur Comdirect-Gruppe gehörende Depotbank im Jahr 2018 an die FNZ Group mit Sitz in London verkauft wurde. Ihr VL-Depot können Sie bei Ebase bisher auf drei Wegen  eröffnen. Der erste Weg der Depoteröffnung verläuft wie bereits angesprochen über einen Vermittler. Allerdings fallen hier normalerweise Vermittlungsgebühren an. Der zweite Weg ist die Depoteröffnung über die Ebase-Tochtergesellschaft Finvesto. Hier schließen Kunden ihr Depot online ab und weisen entweder per Postident-Verfahren oder per Videoident-Verfahren Ihre Identität nach. Der dritte Weg kommt nur für Bestandskunden von Comdirect/Ebase infrage, funktioniert aber besonders schnell und einfach: Wer bereits ein Giro-, Tagesgeldkonto oder auch ein Wertpapierdepot bei der Direktbank hat, kann online in wenigen Schritten und ohne zusätzliche Legitimation das VL-Depot eröffnen.

Vorsicht: Wenn Sie einen Fondssparplan über einen Anlageberater auswählen wollen, achten Sie darauf, dass die Verwaltungsgebühren und Provisionen nicht zu hoch ausfallen. Das schmälert Ihre Rendite.

Vermögenswirksame Leistungen beantragen - das sollten Sie tun

1
Wollen Sie das Extra-Geschenk Ihres Arbeitgebers in Anspruch nehmen, sollten Sie zunächst herausfinden, ob Ihr Arbeitsgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt.
2
Schließen Sie im nächsten Schritt einen Sparvertrag ab. Falls Sie bereits einen VL-Vertrag abgeschlossen haben, sollten Sie diesen nun Ihrem Arbeitgeber vorlegen.
3
Sind alle Formalitäten erledigt, überweist Ihr Arbeitgeber die Extra-Zahlung automatisch mit Ihrem nächsten Gehalt.

Beitrag verfasst von:

ANNIKA NIEDERKORN – FINANZEN.NET REDAKTEURIN
Annika Niederkorn - Redakteurin finanzen.net Ratgeber

Annika Niederkorn ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Zuvor schrieb Sie als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen und hospitierte unter anderem bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Ihr Studium der Politischen Kommunikation hat sie mit einem Master abgeschlossen.

Stand: August 2018

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: Joachim Wendler / Shutterstock.com

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