Tipps und Tricks zur ETF-Auswahl

Die richtige ETF-Auswahl: Mit diesen Tipps finden Sie die besten ETFs

Die richtige ETF-Auswahl entscheidet über die Höhe Ihrer Rendite und den Erfolg Ihrer Geld­anlage. Sie können die Suche nach passenden Index­fonds für Ihren Ver­mögens­aufbau einem Robo-Advisor über­lassen oder sich in Eigen­regie auf ETF-Suche begeben. Welche ETF-Auswahl­kriterien grund­sätzlich wichtig sind und worauf Profis bei der ETF-Auswahl achten, erfahren Sie hier.

ETF-Auswahl - darum geht es

Es gibt mehr als 2.000 ver­schiedene ETFs am Markt. Zur ETF-Aus­wahl in Eigen­regie brau­chen Sie des­halb Zeit und Muße.

In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung ver­raten wir Ihnen, wie Sie den besten ETF für Ihre An­lage­stra­tegie finden.

Deutlich kom­for­tabler ist die ETF-Aus­wahl mit einem Robo-Advisor. Digi­ta­len Ver­mö­gens­verwalter wählen die besten ETFs für Sie aus und ver­walten Ihr inve­stier­tes Ka­pital auto­ma­tisch.

ETF-Auswahl - Tipps & Tricks

Legen Sie vor der eigenständigen ETF-Suche An­la­ge­ziel, Re­pli­ka­tion und Aus­schüt­tungs­art fest. Werfen Sie auch ei­nen Blick auf Per­for­mance und Kosten.

Unsere Empfehlung: Die ETF-Aus­wahl über Robo-Advisors ist be­que­mer als die ETF-Auswahl in Ei­gen­re­gie. Die Kosten liegen deut­lich unter de­nen ei­ner klassi­schen Ver­mö­gens­ver­wal­tung.

Produkt­empfehlung: OSKAR eig­net sich zur Geld­an­la­ge für Fa­mi­lien und Kin­der. Einen Blick wert sind auch Scalable, Quirion und Growney.

ETF-Auswahl: Eigenregie oder Robo-Advisor?

Immer mehr Anleger investieren ihr Geld in Exchange-traded funds, also in börsen­ge­han­del­te Indexfonds. Die Vorteile gegenüber anderen Börsenprodukten sind bekannt: ge­ringe Kosten, hohe Transparenz, große Flexibilität. Inzwischen können Anleger aus über 2.000 verschiedenen Indexfonds wählen – das steigert die Anlage­möglich­keiten enorm.

Wer bereits Erfahrung an der Börse gesammelt hat, kann sich in Eigenregie auf ETF-Suche begeben. Verschiedene Auswahl­kriterien helfen, den passenden ETF für die eigene Anlage­strategie zu finden. Was es dabei zu beachten gilt und wie Sie den besten ETF für Ihre Geldanlage aus dem breiten Produktangebot herausfiltern, verraten wir Ihnen in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Alternativ können Sie die ETF-Auswahl auch Profis anvertrauen. Digitale Ver­mö­gens­ver­walter, auch als Robo-Advisor bekannt, bieten von der professionellen ETF-Auswahl bis hin zur individuellen Anlagestrategie Komplettlösungen für Ihre Geldanlage an. Das ist be­sonders komfortabel und deut­lich günstiger als die klassi­sche Ver­mö­gens­ver­wal­tung. Das Beste: Eine Risikooptimierung Ihres Portfolios ist in der Regel inklusive.

ETF-Auswahl mit Robo-Advisors

Wenn Sie bei der ETF-Auswahl auf eine professionelle Expertise zurückgreifen wollen, dann können Sie sich durch Profis inspirieren lassen oder diesen die gesamte Ver­ant­wor­tung übertragen. Robo-Advisor treffen nicht nur eine pro­fessio­nelle ETF-Auswahl, Sie bieten eine Komplettlösung zur Geldanlage via ETFs an.

Die Komplettlösung zur ETF-Auswahl

Die Bezeichnung Robo-Advisor setzt sich aus den englischen Wörtern Robot (Roboter) und Advisor (Berater) zusammen. Wie der Name schon teilweise verrät, nutzen Robo-Advisor automatisierte und auf Algorithmen basierende Prozesse zur Geldanlage. Sie ermöglichen jedem Anleger einen komfortablen und individuellen Vermögensaufbau.

Robo-Advisor wie Scalable Capital, OSKAR oder Quirion übernehmen von der in­di­vi­du­ellen ETF-Aus­wahl bis hin zur voll­automa­tisier­ten Um­schich­tung Ihres Portfolios über­nehmen Robo-Advisor für Sie die gesamte Ver­wal­tung Ihrer Geld­anlage. Trotz dieses um­fang­reichen Gesamt­pakets sind Robo-Advisor günstiger als klassische Vermögens­ver­walter.

Das Beste: In welchem Umfang der Robo-Advisor Ihre Geldanlage ver­walten soll, können Sie selbst ent­schei­den. Passive Robo-Advisor (Half-Service-Robos) treffen zum Bei­spiel aus­schließ­lich eine professionelle ETF-Auswahl, passen aber das Port­folio nicht an. Aktive Robo-Advisor (Full-Service-Robos) wählen die passenden ETFs aus und reagieren zu­sätz­lich vollautomatisiert auf ak­tuelle Marktereignisse. Wenn nötig, schichten Full-Service-Robos Ihre Geld­anlage im Fall der Fälle automatisch um.

Ob aktiv oder passiv, bei der ETF-Komplettlösung müssen Sie le­dig­lich vorab einige An­gaben zu Ihrer Anlage­stra­tegie machen und festlegen, wie viel Geld Sie investieren wollen. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen Robo-Advisor, die Sie bei Ihrer ETF-Auswahl unterstützen und mit besonders innovativen sowie Erfolg versprechenden Konzepten aufwarten.

OSKAR – Sparen für Familien

Die digitale Vermögensverwaltung OSKAR ist ganz neu am Markt und wartet mit einem besonders spannenden Konzept auf: Mit OSKAR können Sie ganz einfach Vermögen für Ihre Familie aufbauen. Zum Beispiel legen Sie größere Beträge für sich an und richten einen Sparplan mit kleineren Beträgen für Ihre Kinder oder Enkel ein.

Bereits ab einem Betrag von 25 Euro pro Monat können Sie dort für sich und Ihre Liebsten Geld anlegen. Ihr Kapital wird, wie bei fast allen digitalen Ver­mögens­ver­wal­tern, in ETFs mit welt­weiter Abdeckung investiert und pro­fessio­nell verwaltet. Die ETF-Aus­wahl erfolgt nach strengen Kriterien und über einen ma­thema­ti­schen Algo­rithmus – so bauen Sie Ihr Vermögen immer mit den günstigsten und besten ETFs auf.

Über eine moderne App können Sie alle wichtigen Daten jederzeit und überall ganz leicht einsehen. Das Beste: Wenn Sie wollen, kommen Sie bei OSKAR jederzeit an Ihr Geld.

Die Gebühren für den Service der ETF-Auswahl und -Verwaltung sind bei OSKAR überschaubar: Sie als OSKAR-Kunde zahlen jährlich maximal ein Prozent Ihres angelegten Vermögens, es gibt keine Aus­gabe­auf­schläge, keine Perfor­mance­gebühren und keine versteck­ten Kosten.

Tipp: OSKAR startet im Frühjahr 2019. Wenn Sie an diesem ganz besonders innovativen Konzept interessiert sind, können Sie sich bereits jetzt über die Angabe Ihrer E-Mail-Adresse re­gistrie­ren. Sie werden dann sofort beim Start von OSKAR be­nach­rich­tigt – informieren Sie sich hier.

Quirion – Robo-Advisor der Quirin Bank

Quirion ist der Robo-Advisor der Quirin Privatbank AG und einer der älte­sten Anbie­ter im Be­reich digi­tale Ver­mögens­ver­waltung in Deutsch­land: seit 2014 ist Quirion am Markt aktiv. Quirion setzt überwiegend auf ETFs, zum Quirion-Portfolio kommen aber auch noch zwei aktiv gemanagte und indexnahe Fonds. Die ETF-Auswahl erfolgt ebenfalls anhand automatisierter Auswahlkriterien.

Anleger können bereits ab einer Einmalanlage von 5.000 Euro Kunde von Quirion werden, ab 10.000 Euro bietet Quirion eine professionelle Vermögensverwaltung an. Performancegebühren erhebt Quirion nicht. Verglichen mit anderen Anbietern im Robo-Advisor-Vergleich verlangt Quirion relativ geringe Gebühren.

Stiftung Warentest beurteilte in „Finanztest“-Ausgabe 08/2018 die Anlageempfehlungen von Quirion als „gut“ und machte den Robo-Advisor der Quirin Bank zum Testsieger. Übrigens: Quirion ist ein aktiver Robo-Advisor und reagiert jederzeit auf aktuelle Ent­wick­lungen an den Aktien­märkten. Ihr Port­folio wird also regelmäßig automatisch an die Situation an den Märkten angepasst.

Scalable Capital – der Marktführer

Scalable knackte Ende Mai 2018 knackte die Marke von einer Milliarde Euro Kunden­ein­lagen, wie das Nach­richten­magazin Spiegel berichtete. Damit ist der digitale Ver­mögens­ver­walter aus München Markt­führer unter den Robo-Advisors in Deutschland.

Dank des innovativen „Value-at-Risk“-Ansatzes können Scalable-Kunden aus 23 Risikoklassen wählen, jeder Kunde kann beim Marktführer also mehr oder weniger chancenorientiert anlegen. Scalable passt das Risikoprofil eines jeden Anlegerportfolios an die jeweilige Marktsituation an. Das bedeutet, dass die Aktienquote in starken Börsen­phasen deutlich über 50 Prozent liegen kann, in turbulenten Zeiten darunter.

Ab einer Mindesteinzahlung von 10.000 Euro können Anleger Kunde von Scalable werden. Deutschlands größter Robo-Advisor investiert ausschließlich in ETFs und bildet so alle wichtigen Anlageklassen ab, zum Beispiel Aktien, Staatsanleihen, Rohstoffe und Immobilien.

Der passive Robo-Advisor: Growney

Anleger, die lediglich bei der ETF-Auswahl professionelle Unterstützung benötigen, sollten einen Blick auf den An­bieter Growney werfen. Growney investiert in Aktien und Anleihen und bildet deren Entwicklung über ETFs ab. Kunden können zwischen fünf ver­schiedenen Anlage­strategien und einer unter­schied­lichen Ge­wichtung von Aktien und An­leihen wählen. Mit mehr Aktien im Portfolio steigt auch das Risiko – und die Chance auf eine höhere Rendite.

Wie bei einem passiven Robo-Advisor (Half-Service-Robo) üblich, müssen Sie als Anleger immer wieder zustimmen, wenn ihr Depot umgeschichtet werden soll. Growney verlangt weder Min­dest­anlage­beträge noch Min­dest­spar­beiträge, theo­retisch ist eine Depot­eröff­nung bereits ab einem Euro möglich. Die monatliche Sparrate können Growney-Kunden jederzeit auf dem Portal anpassen und Ein­zahlungen sowie Aus­zahlungen mit wenigen Klicks vornehmen.

Das Deutsche Kunden­institut (DKI) und die Zeitschrift €uro am Sonntag kürten Growney übrigens zum Sieger (Note „sehr gut“) ihres Tests „Bester Robo-Advisor 2018“. Im Mittel­punkt des Ver­gleichs von ins­gesamt 17 digi­talen Vermö­gens­ver­waltern standen „die Kon­di­tionen und die Güte­klasse der Angebote“.

Großer Robo-Advisor-Vergleich

Eine ausführliche Übersicht über alle wichtigen Robo-Advisor finden Sie in unserem Robo-Advisor-Vergleich. Dort haben wir Performance­daten, Kos­ten und Anlagestrategie der verschiedenen Anbieter genau unter die Lupe genommen. Außerdem erklären wir in unserem großen Test, worauf Sie bei der Geld­anlage mit Robo-Advisors grundsätzlich achten sollten und wie sich die Anlagestrategien der einzelnen Anbieter unterscheiden. Wer einen Blick auf die amerikanischen Robo-Advisor werfen will, liest hier weiter: Betterment und Wealthfront im Porträt.

Alle ETFs sind nun "steuereinfach" - schon gewusst?

Lange Zeit galten einige Fonds und ETF als "steu­er­einfach", andere wurden als "steu­er­hässlich" be­zeich­net. Seit der Steuer­reform ist die Ver­steue­rung von Fonds­antei­len deut­lich ein­facher, zum Beispiel werden in- und aus­län­dische Fonds jetzt gleich be­steu­ert - alle Än­de­rungen auf einen Blick: Invest­ment­steu­er­re­form 2018.

ETF-Auswahl in Eigenregie: Schritt für Schritt

ETF ist nicht gleich ETF. Zwischen den verschiedenen Indexfonds-Produkten existieren zum Teil große Unterschiede bezüglich Performance und Kosten. Damit Sie die besten ETFs aus dem enorm breiten Produktangebot herausfiltern können, gibt es verschiedene Auswahlkriterien, anhand derer Sie einen guten von einem sehr guten ETF unterscheiden können – dazu gleich mehr in unserer ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Bevor Sie sich die Details von ETFs näher betrachten, sollten Sie sich zunächst mit einigen Begriffen rund um das Thema Indexfonds vertraut machen – schließlich geht es um Ihr Geld und um Ihren langfristigen Vermögensaufbau. Dabei hilft Ihnen unser ETF-Lexikon. Darin erfahren Sie unter anderem, was synthetisch replizierende ETFs sind, was ein Tracking Error ist und wie sich die Ausschüttungsarten unterscheiden – so fällt es Ihnen leichter, die besten ETFs für Ihre Anlagestrategie einzugrenzen. Was sind ETF? In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen außerdem, was ETF-Fonds auszeichnet und wie Sie damit Vermögen aufbauen.

Tipp: Nehmen Sie Ihre ETF-Auswahl systematisch vor. Mit unserem 5-Schritte-Plan wird Ihre ETF-Suche garantiert erfolgreich sein.

Schritt 1: Definieren Sie Anlageziel und Anlagefokus

Grundsätzlich ist bei der Geldanlage Folgendes zu beachten: Machen Sie sich vor Ihrer Investition klar, welches Anlageziel Sie verfolgen. Möchten Sie Ihr Geld eher kurzfristig anlegen oder wollen Sie langfristig ein Vermögen aufbauen?

ETFs eignen sich vor allem für den langfristigen Vermögensaufbau, sie spielen Ihre Stärken bei einem Anlagehorizont von zehn und mehr Jahren besonders gut aus. In unserem Ratgeber Geldanlage erfahren Sie noch mehr darüber, wie Sie Ihre Anlageziele bestimmen können und was Sie grundsätzlich beim Börsenhandel beachten sollten.

Für die richtige ETF-Auswahl sollten Sie vor der kon­kre­ten Produktsuche auch noch einen Anlagefokus bestimmen. Damit legen Sie fest, in welche Anlage­klassen, Märkte oder Themen Sie investieren wollen. Schwellenländer-ETFs sind zum Beispiel riskanter als ETFs, die die Märkte von Industrie­na­tionen ab­bilden, bieten jedoch auch größere Renditechancen. Über die Gewichtung ver­schie­de­ner Anlage­klassen können Sie Ihr Risiko außer­dem streuen.

Unsere Empfehlung: Streuen Sie Ihr Geld breit auf viele Unternehmen in aller Welt. Mit ETF auf die gesamte Welt geht das am besten, zum Beispiel mit einem Indexfonds auf den FTSE All World oder einem MSCI World-ETF – als Basis­investment perfekt.

Hinweis: Nicht alle ETFs sind sparplanfähig. Wissen Sie bereits jetzt, dass Sie regel­mäßig im Rah­men eines ETF-Spar­plans Ihr Geld anlegen wollen, können Sie also vorab die Fonds aus Ihrer Suche aus­schließen, die nicht sparplanfähig sind. Weitere Tipps dazu gibt’s im Ratgeber ETF-Sparplan

Schritt 2: Legen Sie Ertragsverwendung und Replikation fest

Wählen Sie im zweiten Schritt aus, wie Ihr Wunsch-ETF den zugrundeliegenden Index replizieren soll und wie die Erträge Ihres Indexfonds verwendet werden sollen. Damit nehmen Sie eine noch engere Fokussierung vor und kommen Ihrem Wunsch-ETF einen weiteren Schritt näher.

Replikationsmethode

Die Replikationsmethode gibt an, wie der ETF-Anbieter den zugrundeliegenden Index nachbildet. Grundsätzlich wird zwischen der direkten und der indirekten Replikation unterschieden: ETFs mit direkter Replikation bilden einen Index exakt nach, sie werden auch als physisch replizierende ETFs bezeichnet.

Bei ETFs mit indirekter Replikation (synthetische oder künstliche Replikation) bilden die ETF-Anbieter die Indexentwicklung über sogenannte Swaps, also Tauschgeschäfte, ab. Wie das im Detail funktioniert und was dabei noch wichtig ist, erfahren Sie in unserem ETF-Lexikon.

Wichtig: Hinter synthetisch replizierenden ETFs steckt kein echter Wert. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie als Anleger durch die Wahl eines synthetisch replizierenden ETFs Nachteile haben, sehr gering.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie Wert auf geringe Gebühren legen, sollten Sie ETFs mit indirekter Replikation wählen, wem Sicherheit besonders wichtig ist, sollte sich für physisch replizierende ETFs entscheiden.

Ertragsverwendung: Thesaurierende und ausschüttende ETFs

Bei der ETF-Aus­wahl müssen Sie sich zwischen thesaurierenden oder ausschüttenden Indexfonds entscheiden. Bei einem thesaurierenden ETF werden Erträge (wie Aktien­­dividenden oder Anleihe­zinsen) direkt wieder im Fondsvermögen angelegt. Ausschüttende ETFs schütten regel­mäßig Erträge aus, die Sie zu festgelegten Zeitpunkten auf Ihrem Konto ver­buchen können.

Während Sie also bei aus­schüttenden ETFs bereits während der Ansparphase Geld zur Verfügung haben, pro­fi­tieren Sie mit thesaurierenden ETFs von einer Art Zinses­zins­effekt: Ihr Ver­mögen erhöht sich nicht nur durch Ihre Ein­zahl­ungen und die Kurs­gewinne des zugrundeliegenden Index’, sondern eben auch durch die er­zielten Erträge.

Unsere Empfehlung: Ins­besondere beim langfristigen Sparen via ETFs empfehlen wir Ihnen einen thesaurierenden ETF Fonds. Wer während der Ansparphase Erträge alternativ nutzen will, sollte einen aus­schüt­tenden ETF wählen.

Schritt 3: Vergleich von Kosten und Tracking Error

ETFs sind sehr günstig und kosten Sie als Anleger deut­lich weniger als aktiv ge­manag­te Fonds. So liegt bei aktiv gemanagten Fonds die Verwaltungs­gebühr in der Regel bei über einem Prozent pro Jahr, im Gegensatz dazu liegt die Verwaltungs­gebühr von ETFs normalerweise unter einem halben Prozent pro Jahr.

ETF-Kosten

Die verschie­denen ETFs unter­scheiden sich hin­sicht­lich der Kostenstruktur zum Teil deutlich von­ein­ander. Sie sollten deshalb die Gebühren vor Ihrer Ent­scheidung für oder gegen einen ETF Fonds un­bedingt vergleichen. Das können Sie ganz leicht, indem Sie die Gesamt­kosten­quote (Total Expense Ratio oder TER) vergleichen. Die TER spiegelt die laufenden Kosten eines ETFs pro Jahr wider und um­fasst damit fast alle Gebühren des Indexfonds.

In der Total Expense Ratio nicht enthalten sind aber unter anderem Trans­aktions­kosten, die durch den Kauf und Verkauf von Titeln im ETF entstehen. Wer alle Kosten eines ETFs vergleichen möchte, sollte einen Blick in die Produkt­informations­blätter der Emittenten werfen und die ETF-Ren­diten ver­gleichen. In den Ren­diten sind nämlich alle Kosten bereits ent­halten.

Für den Kauf von ETFs fallen außerdem Ordergebühren bei Ihrem Broker an. Diese unterscheiden sich von Depotanbieter zu Depotanbieter. Manche Broker bieten sowohl ein kostenloses Wertpapierdepot als auch kostenlose ETF-Sparpläne an.

Unsere Empfehlung: Beim finanzen.net Brokerage Depot können Sie mehr als 700 ETFs ohne Orderprovision kaufen, über 250 ETF-Sparpläne sind ab einer monatlichen Sparrate von 50 Euro kostenlos. Unser Broker-Vergleich hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Wertpapierdepot.

Tracking-Error

Die Kosten von ETFs sind für Sie als Anleger noch aus einem weiteren Grund ent­scheidend: Sie haben einen ent­schei­den­den Einfluss auf den Tracking-Error, weil die Ge­büh­ren die Performance belasten, wodurch eine nega­tive Ab­weichung vom Referenzindex entsteht. Der Tracking-Error ist deshalb ein wichtiges Qualitäts­merkmal von börsen­gehandelten Indexfonds und gibt an, wie gut ein ETF den zugrundeliegenden Index abbildet. Im Optimalfall bildet ein ETF seinen Vergleichs­index nämlich 1:1 ab.

Schritt 4: Die Performance von ETFs im Test

Wenn Sie sich für Ihre Geldanlage einen ETF ausgeguckt haben, sollte dieser natürlich auch die erhoffte Rendite erzielen. Deshalb sollten Sie bei Ihrer ETF-Auswahl die Wert­ent­wicklung verschie­dener Fonds genau vergleichen.

Auch wenn die Wertentwicklung aus der Vergangenheit keine Garantie für die Performance in der Zukunft ist, gibt sie Ihnen als Anleger dennoch eine wichtige Orientierung.

Tipp: Wir empfehlen Ihnen, ETFs auch innerhalb unterschiedlicher Zeiträume zu vergleichen. Je nach Zeitraum kann ein anderer ETF das Rennen um die beste Performance für sich entscheiden.

Schritt 5: ETF-Eigenschaften – Merkmale bei der ETF-Auswahl

Wenn Sie einige ETFs in der engeren Auswahl haben, lohnt sich schließlich noch ein Blick auf den Fondsanbieter, das Fondsdomizil, das Fondsvermögen und das Fondsalter der börsengehandelten Indexfonds. Fällt Ihre Prüfung positiv aus, steigert das die (ohnehin hohe) Sicherheit Ihres ETF-Investments.

ETF-Anbieter und Fonds­domizil bei der ETF-Auswahl

Überprüfen Sie Ihren potentiellen ETF-Anbieter auf Vertrauenswürdigkeit: Finden Sie auf der Homepage des Fonds­anbieters alle wich­tigen In­formationen? Wie einfach können Sie die Kosten des ETFs einsehen? Gelangen Sie schnell und einfach an das ETF-Factsheet und das Pro­dukt­informations­blatt (PIB)? Dies sagt zwar nicht viel über die Qualität und die Performance des ETFs aus, aber Sie stellen so unter anderem sicher, dass Sie sich jeder­zeit über Veränderungen in der Struktur Ihres gewählten ETFs informieren und die Kosten­struktur eigen­ständig nach­voll­ziehen können.

Das Fondsdomizil ist darüber hinaus wich­tig, weil ETFs aus dem EU-Ausland unter Umständen steuer­recht­liche Nach­teile bringen. Für europäische Anleger em­pfeh­len wir daher, in Eu­ropa aufgelegte ETFs mit dem Namens­zusatz „UCITS“ zu kaufen. Diese ETFs folgen nämlich der sogenannten UCITS-Richtlinie und erfüllen damit rechtliche Vorgaben und Quali­täts­an­for­derungen innerhalb der Europäischen Union.

Zusätzliche Sicherheit: Fondsvermögen und Fondsalter

Die ETF-Anbieter erweitern stetig Ihr ETF-Portfolio, immer wieder strömen neue Indexfonds auf den Markt. Für Ihre ETF-Auswahl raten wir Ihnen, Fonds zu berücksichtigen, die älter als ein Jahr sind. Der Grund ist einfach: Nur dann liegen ausreichende Daten vor, die einen Performancevergleich mit ETFs der Konkurrenz erlauben.

Ein weiterer Pluspunkt älterer Indexfonds: Emittenten gewähren Ihren „ETF-Babys“ meistens eine Probezeit von einem Jahr. Spielt der ETF in diesem Zeitraum weniger Geld als erhofft ein, schließen viele Anbieter den ETF wieder. Die Folge: Sie als Anleger müssen sich erneut auf ETF-Suche begeben.

Sie sollten bei Ihrer ETF-Auswahl außerdem das verwaltete Fondsvermögen berücksichtigen, denn: Auch bei einem kleinen Fondsvermögen könnte sich ein ETF-Anbieter dazu entscheiden, den Fonds einzustellen. ETFs mit einem großen Fondsvermögen sind zudem häufig günstiger, weil mehr Anlegerschultern zur Verfügung stehen, auf die die Fixkosten verteilt werden können.

5-Stufen-Plan für die richtige ETF-Auswahl

1
Definieren Sie Ihr Anlageziel und bestimmen Sie Ihren Anlagefokus.
2
Legen Sie Ihre bevorzugte Ertragsverwendung und Fondsart fest.
3
Stellen Sie die ETF-Kosten gegenüber und betrachten Sie den Tracking Error.
4
Vergleichen Sie die Wertentwicklung in unterschiedlichen Zeiträumen.
5
Werfen Sie einen Blick auf Fondsvermögen, Fondsalter und Co.

ETF-Auswahl in Eigenregie: Produktempfehlungen

Mit unserem 5-Stufen-Plan sollten Sie schnell und zuverlässig die Anzahl der für Sie infrage kommenden Produkte einschränken. Einen Über­blick über die potentiellen ETFs können Sie sich gleich jetzt mit der ETF-Fonds­suche von finanzen.net verschaffen.

Je nachdem was Ihnen bei der ETF-Aus­wahl wichtig ist (Anlagefokus, Re­pli­ka­tions­me­tho­de, Ertrags­verwendung usw.) und welchen Anlage­horizont Sie haben, werden Sie bei Ihrer ETF-Suche zu einem anderen Ergebnis kommen. Im Folgenden listen wir Ihnen deshalb eine (kleine) Aus­wahl der be­lieb­testen ETF Fonds auf, die Sie gerne auch kom­binieren können.

NameISIN/ WKNIndex/ MarktVer­wendung der Erträge
iShares Core MSCI World UCITS ETFIE00B4L5Y983/ A0RPWHMSCI World/ Weltthesaurierend
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1DIE00BK1PV551/ A1XEY2MSCI World/ Weltausschüttend
Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1CIE00BTJRMP35/ A12GVRMSCI Emerging Markets/ Schwellen­länderthesaurierend
ComStage Emerging Markets UCITS ETFLU0635178014/ ETF127MSCI Emerging Markets/ Schwellen­länderausschüttend
Xtrackers DAX UCITS ETF 1CLU0274211480/ DBX1DADAX/ Deutschlandthesaurierend
ComStage DAX TR UCITS ETFLU0378438732/ ETF001DAX/ Deutschlandausschüttend
Deka MDAX UCITS ETFDE000ETFL441/ ETFL44MDAX/ Deutschlandthesaurierend
ComStage MDAX TR UCITS ETFLU1033693638/ ETF007MDAX/ Deutschlandausschüttend

Wichtig: Basisinvestment oder Renditebeschleuniger?

In unserer Tabelle finden Sie die beliebtesten ETFs auf verschiedene Märkte und Indizes. Sie sollten beachten, dass die Wahl des Marktes bzw. des zugrundeliegenden Index das Risiko Ihres Investments entscheidend mitbestimmt.

Ein ETF auf einen Weltindex wie den MSCI World ist perfekt als Basisinvestment geeignet, weil Sie damit Ihr eingesetztes Kapital besonders breit streuen. Denken Sie aber daran, dass bei einem MSCI World-ETF in der Regel ein Währungsrisiko besteht – mehr dazu erfahren Sie in unserem ETF-Lexikon.

ETFs auf einzelne Länderindizes sind hingegen nicht zum Basisinvestment geeignet. Weder ein DAX-ETF noch ein Dow Jones-ETF ist breit genug gestreut. Wir raten dazu, Länder-ETFs einem gut diversifizierten Portfolio beizumischen.

ETFs auf kleine Märkte sollten Sie vor allem als Renditebeschleuniger nutzen, zum Beispiel einen MDAX-ETF oder einen SDAX-ETF. Die zugrundeliegenden Indizes, MDAX und SDAX, haben in der Vergangenheit den Leitindex DAX regelmäßig outperfomt.

Für besonders chancenorientierte Anleger haben wir in unsere Liste ETFs auf den MSCI Emerging Markets aufgenommen. Schwellenländern wird besonders großes Potential zugerechnet und Sie können einen kleinen Teil Ihres investierten Kapitals in ein MSCI Emerging Markets-ETF investieren.

Unsere Empfehlung: Nutzen Sie einen MSCI World-ETF als Basisinvestment und bauen Sie drumherum Ihr ETF-Portfolio auf.

Zusätzliche Unterstützung bei der ETF-Suche

Im Ratgeberbereich von finanzen.net finden Sie viele weitere Artikel, die Sie bei Ihrer ETF-Suche unterstützen und die Ihnen alternative Indexfonds auf verschiedene Indizes und Märkte bieten: ETF kaufen, MSCI World-ETF, DAX-ETF, SDAX-ETF, MSCI Emerging Markets-ETF und Nachhaltige Geldanlagen.

Extra-Tipp: Bei der ETF-Auswahl helfen Ihnen übrigens auch Fondsbewertungen unabhängiger Analysehäuser wie Morningstar und die fundierten Produkttests von Stiftung Warentest.

Fazit: Eigenständige ETF-Auswahl vs. Robo-Advisor

Für den Erfolg einer Geldanlage kann die Auswahl des ETFs entscheidend sein – gerade beim Vermögensaufbau über mehr als zehn Jahre. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung haben Sie als Anleger die wichtigsten Auswahlkriterien im Blick. Voraussetzung zur richtigen ETF-Auswahl ist aber, dass Sie sich etwas Zeit nehmen, um sich in das Thema einzulesen.

Die ETF-Auswahl in Eigenregie hat den Vorteil, dass Sie genaue Kenntnis über Ihre Produkte haben: Sie kennen die Replikationsmethode, die Kostenstruktur und die Ausschüttungsart. Darüber hinaus sind Ihnen vermutlich auch die Performance Ihres ETFs bestens bekannt.

Der Nachteil einer eigenständigen Produktauswahl zum langfristigen Vermögensaufbau ist allerdings, dass Sie als Anleger relativ viel Zeit investieren müssen. Sie sollten außer­dem bereits einige Erfahrung an der Börse gesammelt haben. Im Optimalfall besitzen Sie bereits ein Wertpapierdepot – in unseren Ratgebern Online Depot eröffnen und Wert­papier­depot eröffnen erfahren Sie mehr darüber.

Die ETF-Auswahl durch Profis ist im Gegensatz dazu wesentlich komfortabler: Sie eröffnen lediglich ein Kundenkonto bei einem digitalen Vermögensverwalter, zum Beispiel bei OSKAR, legen fest, wie viel Kapital Sie wann und wie oft ein­zahlen wollen – und lehnen sich zurück, den Rest erledigt der jeweilige An­bieter.

Diese Art der Geldanlage ist deut­lich gün­stiger als die klassische Ver­mögens­ver­waltung, trotz­dem wird Ihr Portfolio regelmäßig der aktuellen Markt­situation angepasst. Darüber hinaus über­nehmen Profis die ETF-Auswahl für Ihren Ver­mö­gens­auf­bau.

Die Kompromisslösung: Sie können alternativ auch auf so­ge­nann­te Muster­port­fo­lios von ETF-Pro­fis oder Emittenten zurück­greifen. In der Regel finden Sie so für ver­schie­dene Risikoprofile Möglich­keiten, wie Sie Ihr Kapital auf eine bestimmte Auswahl an Indexfonds verteilen können.

Viele Musterportfolios können Sie kostenlos einsehen. Eines der bekanntesten ist si­cher­lich das Pantoffel-Portfolio von Stiftung Warentest. Weitere Musterportfolios finden Sie direkt bei den ETF-Emittenten, zum Beispiel bei iShares oder DWS – die ETFs des Muster­port­folios müssen Sie aber selbstständig über einen Depotanbieter Ihrer Wahl ver­walten – das erfordert nach wie vor Zeit und Muße.

Unsere Empfehlung: Mithilfe von digitalen Vermögens­verwaltern sparen Sie Zeit und setzen auf die Expertise von Finanz­profis. Dabei fallen etwas mehr Kosten an als bei der ETF-Auswahl in Eigenregie. Flexibel sind beide Lösungen, denn sowohl bei Robo-Advisors als auch bei der Selbstanlage kommen Sie jederzeit an Ihr Erspartes.

Richtige ETF-Auswahl - das sollten Sie tun

1
Legen Sie fest, ob Sie ETFs in Eigenregie auswählen oder ob Sie die Geldanlage Profis überlassen wollen.
2
Bei der eigenständigen ETF-Auswahl sollten Sie vor allem Kosten und Performance verschiedener ETFs vergleichen - orientieren Sie sich dabei an unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.
3
Wollen Sie die ETF-Auswahl einem Profi überlassen? Dann wählen Sie einen Robo-Advisor, der zu Ihrem Anlageziel passt. Wollen Sie für den Nachwuchs Vermögen aufbauen, bietet zum Beispiel OSKAR ein passendes Konzept.

Beitrag verfasst von:

ANNIKA NIEDERKORN – FINANZEN.NET REDAKTEURIN
Annika Niederkorn - Redakteurin finanzen.net Ratgeber

Annika Niederkorn ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Zuvor schrieb Sie als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen und hospitierte unter anderem bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Ihr Studium der Politischen Kommunikation hat sie mit einem Master abgeschlossen.

Zusammenarbeit mit:

MARKUS GENTNER – FINANZEN.NET REDAKTEUR

Markus Gentner - Redakteur finanzen.net RatgeberMarkus Gentner leitet den Ratgeberbereich bei finanzen.net. Zuvor war er fünf Jahre lang in der News-Redaktion tätig. Der studierte Journalist und Germanist entdeckte seine Passion für die Börse beim Deutschen Anleger Fernsehen DAF, bereits während seines Volontariats sammelte er Erfahrung mit Ratgeberthemen.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: Imagentle / Shutterstock.com

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