Chance-Risiko-Profil anpassen

Anlagestrategien für Privatanleger: Diese gibt’s und so finden Sie die passende für Ihren Vermögensaufbau

Sie investieren bereits Geld an der Börse, haben aber noch nicht die passende Strategie für sich gefunden? In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre individuelle Anlagestrategie finden, warum Sie überhaupt eine Strategie zum Vermögensaufbau brauchen und was Anlagestrategien grundsätzlich für Einsteiger wie Börsenprofis unverzichtbar macht - zu Beginn gibt's direkt die besten Empfehlungen und Tipps.

Anlagestrategie finden - Empfehlungen & Tipps

Wenn Investoren ihr Geld aktiv anlegen möchten, sollten sie bereits Erfahrungen auf dem Börsenparkett gemacht haben und viel Zeit in die Recherche investieren.
Unsere Empfehlung: Bei geringer Risikobereitschaft können Anleger eine passive Anlagestrategie in Betracht ziehen, zum Beispiel mit einem digitalen Vermögensverwalter wie OSKAR.
Tipp: Bei der Wahl und der Durchführung Anlagestrategie können leicht Fehler passieren. Wichtig ist zum Beispiel eine hohe Diversifikation und dass Investoren sich nicht zu sehr von ihren Emotionen leiten lassen.

Anlagestrategien für Privatanleger - das Wichtigste in Kürze

Eine Anlagestrategie ist ein Plan, nachdem ein Investor seine Entscheidungen für sein Investment trifft. Sie ist zugeschnitten auf die persönlichen Präferenzen des Anlegers.
Ein potenzieller Anleger kann die zu ihm passende Anlagestrategie finden, indem er sich Fragen über seine Ziele und Präferenzen stellt.
Wichtig: Anlagestrategien unterscheiden sich in der Risikohöhe. Wer sein Geld anlegen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, wie viel Risiko er eingehen möchte.
Die passende Anlagestrategie finden

Anlagestrategie: Was ist das?

Eine Anlagestrategie kann als ein Plan beschrieben werden, nach dem ein Investor seine Entscheidungen für ein Investment trifft. Sie bildet also ein Konzept für eine Geldanlage. Sie ist zugeschnitten auf die persönliche Risikobereitschaft und die spezifischen Interessen des individuellen Anlegers.

Anlagestrategien unterscheiden sich im Chance-Risiko-Profil, es müssen im Vorfeld unter anderem folgende Fragen beantwortet werden:
Welches Anlageziel verfolgt der Investor?
Welcher Anlagehorizont steht zur Verfügung?
In welcher individuellen Situation befindet sich der Anleger?
Welches Risiko kann und möchte der Anleger eingehen?

Hier zwei Beispiele: Ein junger Anleger kann mehr Risiko eingehen als ein Anleger kurz vor der Rente. Der Anlagehorizont des jungen Anlegers ist deutlich größer und mögliche Verluste lassen sich leichter wieder ausgleichen.
Wer kein sicheres Einkommen oder nur einen befristeten Arbeitsvertrag hat, sollte sicherere Anlagen wählen als beispielsweise ein Beamter. Letzterer kann Verluste deutlich besser verkraften.

Bei einer aktiven oder sogar aggressiven Anlagestrategie steht für den Investor ein möglichst hoher Gewinn im Vordergrund. Das Verlustrisiko kann dann aber auch sehr hoch sein. Bei einer konservativen Strategie investieren Anleger stärker in sichere Geldanlagen wie Tagesgeld oder ein Festgeldkonto. Diese Strategie verspricht weniger Gewinn bzw. weniger Rendite, gehört aber genauso zum Vermögensaufbau dazu. Wie genau sich beide Anlagestrategien unterscheiden, erfahren Sie weiter unten im Text.

Hinweis: Durch das Befolgen einer solchen Strategie kann ein Anleger zwischen verschiedenen Arten von Anlagewerten entscheiden, die in seinem Portfolio enthalten sein sollen. Von diesem Weg sollte der Anleger nicht oder nur in Ausnahmefällen abweichen, um sein Anlageziel nicht zu gefährden.

Worauf Investoren bei einer Anlagestrategie achten sollten

Unabhängig von der Anlagestrategie ist es wichtig, dass Sie auf Diversifikation, also auf die Streuung der Anlage achten. Das bedeutet, dass Geldanlagen so ausgesucht werden, dass die Gewinne von unterschiedlichen Faktoren abhängen. „Die Mischung macht’s“ könnte man in diesem Fall sagen.

Wenn Sie zum Beispiel in Aktien und ETFs aufgeteilt wird, können Verluste in einem dieser Bereiche mit Gewinne aus dem anderen ausgeglichen werden. Möglich ist auch eine Diversifizierung nach Ländern und Branchen. Investoren können zwischen fünf Anlageklassen wählen. Das Ergebnis sollte im Endeffekt aber immer eine ausgewogene Anlagestrategie sein. Man spricht auch vom „balanced investor“, also dem „ausgewogenen Anleger“.

Aber: Es gibt dabei viele verschiedene Abgrenzungen. Die Merkmale und Vorgehensweisen überschneiden sich aber teilweise. Eine universale, für jeden Anleger passende Strategie gibt es jedoch nicht. Hinter jeder Strategie steckt ein durchdachtes und geplantes Kauf- und Verkaufsverhalten, das zum Erfolg führen kann. Das ist allerdings auch ohne theoretisches Wissen möglich. Ob Investoren eine Strategie verfolgen oder aus dem Bauch heraus investieren ist eine persönliche Präferenz.

Die verschiedenen Anlageklassen

Einlagen (zum Beispiel ein Sparbuch oder ETF-Sparplan)
Wertpapiere (zum Beispiel Aktien, Anleihen und Fonds)
Immobilien (zum Beispiel das Eigenheim, Immobilien-Crowdinvesting)
Rohstoffe (zum Beispiel Edelmetalle wie Gold oder Energierohstoffe)
Alternative Investments (zum Beispiel Private Equity Fonds oder Hedgefonds)

Was macht eine Anlagestrategie aus?

Die persönliche Anlagestrategie kann, wie bereits erwähnt, durch viele Faktoren bestimmt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Risikobereitschaft des Investors und die Anlagewerte. Aber auch Investment-Fonds verfolgen bestimmte Strategien. Es gibt zum Beispiel Anlagen, die für Einkommen sorgen oder auf Wachstum ausgerichtet sind. Andere Fonds verfolgen einen bestimmten Markt passiv. Dann gibt es noch Fonds, die aktiv verwaltet und bei denen die Anleger Investitionen persönlich auswählen mit dem Ziel, stärkere Erträge zu erwirtschaften.

Besonders günstig sind die Konditionen unter anderem im Depot von finanzen.net zero1. Hier können Anleger sogar Aktien und Fonds vollkommen ohne Orderkosten handeln. Auch für Zertifikate, Optionsscheine und Fonds fallen hier keine Orderkosten an.

Die verschiedenen Strategie-Typen

 
 
Der konservative Anleger (stellt Sicherheit über Rendite)
 
 
Der ausgewogene Anleger (setzt überwiegend auf Sicherheit, schätzt aber auch eine Beimischung mit überdurchschnittlichem Chance-Risiko-Profil)
 
 
Der dynamische Anleger (setzt bewusst auf hohes Chance-Risiko-Profil)

Die Risikoeinstufung von Anlageinstrumenten

Als Investor müssen Sie bei Ihren Anlagen auch immer bestimmte Risiken im Hinterkopf behalten. Die Wichtigsten erläutern wir jetzt.

Ausfallrisiko

Dabei handelt es sich um das Risiko, dass ein Anleger einen Teil- oder sogar einen Totalverlust seines Investments erleidet. Passieren kann das zum Beispiel, wenn der Schuldner insolvent geht.

Liquiditätsrisiko

In diesem Fall besteht das Risiko, dass eine Anlagesumme zum gewünschten Zeitpunkt gar nicht, nur unter Abschlag auf den eigentlichen Wert oder zu hohen Kosten aufgelöst werden kann. Eintreten kann dieses Risiko zum Beispiel bei einer Immobilie, die inmitten eines wirtschaftlichen Abschwungs verkauft werden soll oder muss.

Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko bedeutet, dass der Marktpreis einer Anlage dauerhaft oder temporär fällt. Es umfasst auch das Zinsänderungsrisiko. Passieren kann dies beispielsweise bei einer Aktie in einer schwachen Börsenphase.

In vier Schritten zur passenden Anlagestrategie

Anleger, und die, die es werden möchten, können in wenigen Schritten herausfinden, welche Anlagestrategie zu ihnen passt, beziehungsweise auf welche Art und Weise sie ihr Geld investieren möchten. Dafür müssen sie sich einige Fragen stellen und ihre eigenen Präferenzen kennen.

1. Welches Ziel hat der Anleger?

Als Erstes sollten Investoren sich fragen, warum sie ihr Geld anlegen möchten. Damit lässt sich der Zeitraum des Investments bestimmen. Handelt es sich zum Beispiel um ein Auto oder eine Reise, ist der Zeitraum zum Sparen eher kürzer. Geht es aber um Themen wie die Altersvorsorge, wird auf Langfristigkeit geachtet.

Hinweis: Die Strategie sollte sich nach dem Sparziel richten. Dieses muss dafür so konkret wie möglich sein. Es muss sich dabei nicht immer um Materielles handeln, es kann auch eine bestimmte Sparsumme pro Monat oder eine konkrete Summe in der Zukunft sein.

2. Welche Präferenzen bestehen?

In diesem zweiten Schritt sollten Anleger ihre Risikobereitschaft einschätzen. Wichtig ist, dass sie ehrlich mit sich selbst sind. Dabei sollten sich Anleger überlegen, ob sie bereit sind, auch mal Geld zu verlieren oder ob sie eher nervös werden bei schnell fallenden Kursen. Im Fall, dass Anleger Angst vor Verlusten haben, sollten sie ihr Kapital eher risikoarm und diversifiziert anlegen. Wer gerne zockt und sich von Verlusten nicht abschrecken lässt, kann auch mehr wagen und zum Beispiel in Einzelaktien investieren.

3. Wie viel Zeit wird aufgewendet?

Anleger, die Spaß daran haben, sich intensiv mit einzelnen Unternehmen und Märkten auseinanderzusetzen, können unter anderem aktiv in Fonds und Einzelaktien investieren. Das Ziel dabei ist die Outperformance. Sie wollen besser sein, als der Markt, also eine höhere Rendite erzielen als der Durchschnitt. Allerdings müssen sie beachten, dass die Transaktionsgebühren für die einzelnen Papiere oft sehr hoch sind. Dies bedeutet auch ein hohes Zeitinvestment, da aktive Anleger sich stets über Unternehmen und den Markt informieren müssen. Manche Investoren geben die Verantwortung auch ab und holen sich einen Investmentmanager ins Boot. Dieser verlangt meist aber hohe Gebühren für seine Dienste.

Bei einem geringeren Zeitinvestment

Wenn Sie als Anleger nur einen geringen Zeitaufwand in Ihre Anlage stecken möchten, können Sie sich ein Portfolio einrichten und dieses einfach laufen lassen. Ein solcher monatlicher Sparplan bringt weitere Vorteile mit sich. Die investierte Summe muss nicht auf einmal aufgebracht werden, sondern kann Stück für Stück erspart werden. Dabei kann es Ihnen egal sein, ob der Kurs gerade hoch oder niedrig ist.

Tipp: Bei einem langfristigen Investment ist man meist auf der sicheren Seite und sichert sich zusätzlich noch den Zinseszinseffekt.

4. Die richtige Anlage wählen

Eine Anlage sollte immer passend zum Ziel gewählt werden. Mit einem bunten Strauß aus Einzelaktien sind Anleger besonders flexibel und können auch kurzfristig auf Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen reagieren. Allerdings gibt es dann auch die Verpflichtung, jederzeit alles über die Aktien zu wissen und auf dem Laufenden zu bleiben.

Weniger aufwändig ist ein ETF, der die Entwicklung eines Börsenindex‘ widerspiegelt und von Natur aus breit gestreut ist. ETFs sind günstig und eignen sich besonders gut für eine langfristige Anlagestrategie in Eigenregie mit wenig Aufwand. Wer sich gar nicht selbst mit seinem Investment beschäftigen möchte, investiert in einen aktiv gemanagten Investmentfonds. Da dieser relativ teuer ist, ist eine langfristige Investition aber Pflicht.

Der Unterschied zwischen Portfolios und Depots - schon gewusst?

Ein Depot bezieht sich rein auf die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Es ist ein Bestandteil des gesamten Anlageportfolios. Ein Portfolio setzt sich aus verschiedenen Anlagemöglichkeiten zusammen. Es kann alles enthalten, wovon sich der Anleger kurz- oder langfristig eine Wertsteigerung verspricht.

Diese Anlagemöglichkeiten gibt es

Wenn Sie als Anleger festgelegt haben, zu welchem Anlagetypus Sie tendieren und welche Laufzeiten für ein Investment möglich sind, ergeben sich die Anlagestrategie und die Zusammensetzung des Portfolios. Barreserven in Form eines Tagesgeldkontos sind ein Muss. Ohne Liquidität riskieren Anleger nämlich, dass sie zu einem schlechten Zeitpunkt verkaufen müssen. Folgende Zeithorizonte sollten bei der Anlage berücksichtigt werden:

 
 
Tagesgeld (Geld ist jederzeit verfügbar)
 
 
Aktien (können börsentäglich verkauft werden, langfristiges Investieren reduziert Risiken)
 
 
Aktienfonds (ein langfristiger Anlagehorizont ist empfehlenswert, die Mindesthaltedauer sollte bei fünf bis zehn Jahren liegen)
 
 
Festverzinsliche Papiere (können börsentäglich verkauft werden, die Haltedauer sollte sich aber an der Laufzeit des Papiers orientieren)
 
 
Standardzertifikate (haben in der Regel eine Laufzeit zwischen zwölf und 18 Monaten)
 
 
Termingelder (der Anleger entscheidet dabei selbst über die Laufzeiten)

Die Anlagestrategie in die Tat umsetzen

Wenn sich der Anleger darüber im Klaren ist, welche Strategie er in Angriff nehmen möchte, hat er verschiedene Möglichkeiten, sie umzusetzen. Welche das sind, zeigen wir Ihnen jetzt.

Unterstützung von einem Vermögensverwalter oder einer Bank

Anleger haben die Möglichkeit, ihr Kapital einem Vermögensverwalter oder einer Bank anzuvertrauen. Allerdings tritt eine individuelle Anlagestrategie in der Regel hinter den Vertriebsdruck des Beraters. Das heißt, dass Produkte verkauft werden, die in den jeweiligen Vertriebsmaßnahmen im Fokus stehen. Eine Anlagestrategie mit einem Bankberater zu entwickelt bedeutet also für einen Laien, dass er in den meisten Fällen mit provisionsintensiven Produkten, zum Beispiel Fonds mit vollem Ausgabeaufschlag, zu tun hat. Fast alle Fondsgesellschaften bieten heute eine Art Vermögensverwaltung im Rahmen von Dachfonds an, die wiederum von den assoziierten Banken vertrieben werden. Dachfonds orientieren sich an den jeweiligen Risikoklassen. Sie erwerben dabei Fondsanteile von anderen Investmentfonds.

Wichtig: Diese Variante bringt für einen Anleger Ausgabegebühren und recht hohe Verwaltungskosten. Der Vorteil dabei ist, dass im Rahmen eines Sparplans eine Anlagestrategie verfolgt werden kann. Allerdings erhalten Vermögensverwalter keine Provision, sondern arbeiten auf Honorarbasis. Sie setzen ein gewisses Einstiegsvolumina voraus und bieten eher selten Sparpläne an.

Ein eigenes Portfolio aufsetzen

Anleger können auch selbst ein Depot und damit ein eigenes Portfolio eröffnen. Das erfordert zunächst intensive Recherche. Zunächst muss der Anleger ein geeignetes Depot finden. Viele Direktbanken und Online-Broker verzichten heute auf eine Depotverwaltungsgebühr. Bei der Auswahl der Depotbank kommt es darauf an, welche Wertpapiere in die Anlagestrategie eingebunden werden. Liegt der Fokus beispielsweise auf Investmentfonds, empfiehlt sich ein Partner, der zu weiten Teilen auf den Ausgabeaufschlag verzichtet. Denn wenn Aktien deutscher Unternehmen oder Anleihen im Vordergrund stehen, benötigt der Anleger keinen Anbieter, der den Handel an 30 internationalen Börsenplätzen ermöglicht. Wichtiger ist in diesem Fall eine niedrige Courtage.

Tipp: Beim finanzen.net zero Depot1 können Sie Aktien und alle anderen Wertpapiere komplett gebührenfrei handeln – werfen Sie einen Blcik auf den ausführlichen Online Broker-Vergleich.

Am Ende zählt die Nettorendite

Unabhängig davon, wie die Anlagestrategie aufgebaut ist, zählt am Ende des Tages die Nettorendite, also der Ertrag, der nach Abzügen und Steuern übrig bleibt. Mit einer geschickten Anlagestrategie lassen sich hier, abhängig vom Handelsvolumen, einige Hundert Euro im Jahr sparen. Viele Online-Broker unterstützen ihre Kunden mit entsprechenden Tools, indem sie eine individuelle Risikoeinstufung vornehmen und darauf aufbauend eine Strategie entwickeln können.

Hinweis: Eine Anlagestrategie, die auf Einzelwerten basiert, kann sehr zeitintensiv werden. Anleger müssen sich dabei kontinuierlich auf dem Laufenden halten, um gegebenenfalls Umschichtungen vornehmen zu können. Hierbei ist es sinnvoller, langfristig auf Fonds und Indexfonds zu setzen.

Für Einsteiger geeignet: Robo-Advisor

Ein Robo-Advisor eignet sich für Einsteiger, die kein Risiko eingehen, aber auch kein unnötiges Geld für eine Beratung ausgeben möchten. Diese Variante basiert auf der Anlage in ETFs, also passive Fonds. Kunden können ein Risikoprofil angeben und dementsprechend wird das Kapital in einem Portfolio mit der dazu passenden Fondszusammensetzung investiert. Die Zusammenstellung der jeweiligen Anlagestrategie basiert nicht auf willkürlichen subjektiven Entscheidungen des Managements, sondern auf finanzmathematischen Methoden. Der Begriff „Robo Advice“ kann mit „maschineller Empfehlung“ übersetzt werden.

Tipp: Der Vorteil bei Robo-Advisors ist, dass sie kostengünstig sind und Kunden weder viel Zeit aufwenden noch eigene Recherchen durchführen müssen. In unserem Robo-Advisor-Vergleich nehmen wir verschiedene Anbieter unter die Lupe – darunter OSKAR, Scalable Capital, Ginmon und Quirion.

Welche Variante eignet sich für wen am besten?

Vermögensverwalter kommen eigentlich nur für Anleger infrage, denen ein größeres Vermögen zur Verfügung steht und für die die steuerliche Komponente bei der Anlagestrategie eine wesentliche Rolle spielt.

Wenn Anleger bereits über Erfahrung im Geldanlagebereich verfügen oder diese von Grund auf selbst sammeln möchten, ist die selbstdefinierte Anlegestrategie und deren Umsetzung für sie geeignet. Die Beobachtung der Märkte und die kontinuierliche Lektüre von Analysemeinungen und -empfehlungen ist zeitintensiv.

Robo-Advisors wiederum empfehlen sich für Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen wollen und nicht über die Erfahrung und die Zeit verfügen. Es handelt sich dabei um die einfachste und die preiswerteste Variante, da ein Vermögensaufbau schon mit Sparplänen mit monatlich sehr niedrigen Beträgen möglich ist.

Hinweis: Vergleichen Sie die Anlagestrategien der Robo-Advisors miteinander und wählen Sie die, die zu Ihnen am besten passt. So setzt Ginmon zum Beispiel auf eine antizyklische Anlagestrategie basierend Factor-Investing, während OSKAR auf ein klassisches Rebalancing achtet und Scalable Capital mit dem Wert „Value-at-Risk“ arbeitet.

Für ganz Vermögende: Family Offices

Family Offices sind diskrete Firmen, die sich darum kümmern, dass sich das Vermögen von Reichen und Superreichen stetig vermehrt und nicht weniger wird. Die Branche ist sehr intransparent. Multi-Family-Offices bedienen mehrere Kunden ab einem Kapital von 25 Millionen Euro. Single-Family-Offices kümmern sich nur um einen Kunden, der dann beispielsweise über Kapital von 100 Millionen Euro verfügt. Die Offices unterscheiden sich extrem in ihren Leistungen. Manche beraten ihre Kunden nur bei Vermögensfragen und investieren das Geld in Produkte von fremden Anbietern. Andere haben selbst Fonds aufgelegt, die von eigenen Mitarbeitern gemanagt werden. Es gibt aber auch Offices, die ihre Kunden in rechtlichen Fragen beraten. Die Arbeitsgebiete sind so vielfältig wie die Anforderungen der Kunden. Dabei geht es aber nicht nur um eine möglichst hohe Rendite, sondern zum Beispiel auch darum, ob regelmäßige Ausschütten geplant sind oder wie viel Kapital kurzfristig verfügbar sein muss.

Family Offices haben sehr unterschiedliche Strategien, um in schwachen Börsenjahren Verluste bestmöglich zu vermeiden. Aber alle betreiben aktives Portfolio-Management, bei dem auch passive Finanzprodukte, wie börsengehandelte Indexfonds (ETFs) enthalten sind.

Anlagestrategie für Privatanleger: Die häufigsten Fehler

Beim finden der passenden Anlagestrategie können Investoren Fehler machen. Wir haben die häufigsten Fehler zusammengefasst.

Mangelnde Streuung der Risiken

Vernachlässigen Anleger in ihrem Portfolio die Diversifikation und setzen ihre Anlagesumme auf die Aktien von einigen Unternehmen, können sie bei Kursverlusten ihr ganzes Geld verlieren. Eine breite Streuung verringert Risiken. Die Diversifikation kann nach verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen:

Optionen für die Diversifikation

Streuung nach Vermögensklassen (Wahl zwischen Immobilien, Wertpapieren, Spareinlagen oder Crowdfunding)
Streuung nach Branchen
Streuung nach regionalen Gesichtspunkten (Länder, Regionen)

Zu starke Bindung an Bekanntes

Ein Fehler, den Anleger sehr häufig machen, ist die zu starke Bindung an Bekanntes, auch als Home Bias bezeichnet. Deutsche Anleger fixieren sich beispielsweise zu sehr auf den DAX, weil sie diesen und die darin gelisteten Unternehmen vermeintlich besser kennen. Andere wichtige Anlagemöglichkeiten geraten so oft aus dem Blick, die Diversifikation leidet.

Ständiges prüfen der Kurse und zu emotionales Verhalten

Manche Anleger sehen mehrmals täglich die Börsendaten ein und bekommen bei kleinen Schwankungen nach unten Angst. Die Folge kann sein, dass sie dann schnell ihre Wertpapiere verkaufen. Sie lassen sich in diesen Fällen zu sehr von ihren Emotionen lenken. Es kann sich lohnen, geringe Verluste auszusitzen und auf bessere Kurse zu warten. Das gleiche Prinzip gilt auch bei Gewinnen. Wer ständig Aktien kauft oder verkauft, bezahlt außerdem eine Menge Bearbeitungsgebühren und verringert somit seinen Gewinn. Schwankungen am Aktienmarkt sind ganz normal.

Zu hohe Gebühren

Geld anlegen hat seinen Preis. Investoren bezahlen den Einkauf und Verkauf von Aktien, Depotkosten und die Gebühren für den Finanzmanager eines Fonds. Diese Kosten reduzieren natürlich den Gewinn. Anleger sollten daher Online-Broker vergleichen.

Tipp: Mit der 72er-Regel können Anleger grob berechnen, wie lange es dauert, bis sich ihr angelegtes Kapital verdoppelt. Dazu müssen sie den Zinssatz der gewählten Geldanlage die Zahl 72 teilen.

Ein Beispiel: Bei einer Geldanlage mit 10.000 Euro zu einem Zinssatz von drei Prozent wird folgendermaßen gerechnet: 72/3 = 24. Die Rechnung sagt das, dass sich das Kapital bei diesem Zinssatz und unter optimalen Bedingungen in 24 Jahren verdoppelt.

Anlagestrategien: Eine Auswahl

Nachdem Anleger ihre Ziele festgelegt haben, können sich überlegen, welcher Anlagestrategie sie folgen möchten. Viele bekannte Investoren setzen auf unterschiedliche Strategien. Da die Auswahl so groß ist, kann es schwer sein, denn Durchblick zu behalten. Wir haben eine Auswahl mit den wichtigsten und bekanntesten Anlagestrategien zusammengestellt.

Buy & Hold-Strategie

Der weltweite bekannte Investor Warren Buffet setzt auf die „Buy & Hold“-Strategie. Dabei kauft er Einzelaktien von Unternehmen und hält sie langfristig. Dabei hofft er auf stetigen Wertezuwachs. Anleger haben bei dieser Strategie wenig Aufwand und es ist möglich, diversifiziert anzulegen, wenn man verschiedene Unternehmensaktien in verschiedenen Branchen kauft. Langfristig beschreibt in diesem Fall einen Zeitraum von fünf bis 20 Jahren oder sogar noch länger. Die Grundlage dieser Theorie ist es, dass kurzfristige Kursschwankungen immer vorkommen und es schwierig ist, den besten Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zu finden. Es spielt dabei keine Rolle, ob sich die Wirtschaft im Aufschwung oder in einer Rezession befindet. Deshalb ist es besser, über einen langen Zeitraum an einem Investment festzuhalten und auf langfristige Gewinne zu setzen.

Index-Strategie

Bei der Index-Strategie handelt es sich um eine passive Anlagestrategie. Sie verfolgt den Ansatz, nicht auf einzelne Aktien, sondern einen kompletten Aktienindex wie den DAX oder den Dow Jones nachzubilden. Die Rendite entspricht daher der Entwicklung des gewählten Indexes. Passive Fonds werden ETFs genannt.

Size-Strategie

Investoren, die nach der Size-Strategie anlegen, gehen nach der Unternehmensgröße. Sie erwarten, dass große börsennotierte Unternehmen nur geringe Kursschwankungen erleben. Diese Strategie setzt auf Stabilität und ein geringes Risiko.

Growth-Strategie

Bei der Growth-Strategie investieren Anleger in Aktien von Unternehmen, bei denen sie in den nächsten Jahren Wachstum erwarten. Das können auch Unternehmen sein, die aktuell noch nicht zu den großen Gewinnern gehören, wie zum Beispiel junge Firmen aus der Software-Branche. Dabei besteht aber ein hohes Risiko, weil viele Start-ups erfolglos bleiben.

Value-Strategie

Die Value-Strategie funktioniert ähnlich wie die Growth-Strategie. Die zukünftige Wertsteigerung wird hier aber nicht aufgrund von Börsendaten prognostiziert, sondern durch genaue Unternehmensanalysen. Dazu zählen alle betriebswirtschaftlichen Daten und das Marktumfeld. Diese Strategie erfordert umfangreiche Marktkenntnisse.

Tipp: Warren Buffet ist dank Value-Investing und der Dividendenstrategie der erfolgreichste Investor aller Zeiten. In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie die Anlagestaretgie des Börsenorakels nachahmen können.

Long-Short-Strategie

Wer sich mit der Börse beschäftigt, hat bestimmt schon einmal die Begriffe „long gehen“ und „short gehen“ gehört. „Short gehen“ bedeutet, dass der Anleger ein Wertpapier kauft und auf fallende Kurse hofft. Das Ziel ist es, diese Position später zu günstigeren Kursen zu erwerben und die Differenz als Kursgewinn einzustreichen. Wenn Investoren „long gehen“, dann kaufen sie das Wertpapier und hoffen auf einen Kursanstieg.

Anleger sollten die Entscheidung, ob sie ihr Depot mehrheitlich „long“ oder „short“ positionieren nicht willkürlich treffen. Trend-Indikatoren sind eine Möglichkeit, die grundlegende Richtung des Portfolios zu bestimmen. Sie helfen beim Erkennen, ob die Kurse an den Aktienmärkten steigen oder fallen. Diese Strategie mag in der Theorie simpel klingen, sie erfordert in der Umsetzung aber viel Fachwissen und Erfahrung.

Trendbestimmungsstrategie

Die Trendbestimmungsstrategie lässt sich auf drei verschiedene Wegen durchführen. Die erste Variante wird mit Trendlinien und Trendkanälen durchgeführt. Die Idee stammt aus der „klassischen“ Chartlehre. Dabei verbinden Anleger verschiedene Extrempunkte eines Wertpapiers miteinander. Sie zeichnen also eine Trendlinie in den Kurschart. Der Aufwärts- oder Abwärtstrend ist so lange intakt, bis die Linien gebrochen werden.

Die zweite Variante arbeitet mit gleitenden Durchschnitten, zu englisch „moving averages“. Damit können sich Investoren einen schnellen Eindruck über die charttechnische Verfassung eines Wertpapiers verschaffen. Es wird dabei der Durchschnitt mit einer beliebigen Anzahl an Kursinformationen über einen beliebigen Zeitraum gebildet. Je nach Indikator gewichten Anleger alle Kurse gleich oder unterschiedlich stark. Wenn sich der Kurs über der Durchschnittslinie befindet, spricht man von einem Aufwärtstrend.

Die dritte Variante ist das Prinzip der Markttechnik. Dabei handelt es sich um ein Grundelement der Dow-Theorie. Diese wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Charles Dow begründet. Sie besagt, dass sich Bewegungsschübe und Korrekturphasen regelmäßig abwechseln. Ein Aufwärtstrend wird dadurch definiert, dass jeder neue Hochpunkt höher ist als der vorherige. Genau andersrum ist es bei Abwärtstrends mit Tiefpunkten.

Anlegen während einer Krise

Investoren fragen sich, wie sie ihr Geld während einer Krise anlegen sollen. Gerade während der Corona-Krise, die die Welt auf den Kopf gestellt und einen Börsencrash mit sich gebracht hat, war das ein großes Thema.

Sie als Anleger sollten wissen, dass es keine Strategie ist, Aktien aus Angst irgendwann zu verkaufen. Was vor der Krise galt, gilt auch währenddessen. Diversifikation ist der springende Punkt bei der Anlagestrategie. Wer sein Kapital auf verschiedene Produkte verteilt, sorgt für mehr Stabilität im Portfolio. Außerdem ist es sinnvoll, nicht alles auf einmal anzulegen. Es ist empfehlenswert, zu verschiedenen Zeitpunkten immer ungefähr gleiche Beträge in den Markt anzulegen, gestreut auf verschiedene Produkte.

Tipp: Auch während einer Krise sollten Anleger die Rendite vor lauter Sicherheitsstreben nicht aus den Augen verlieren. Wer sein Geld einfach nur parken will, kann es auch in einen Tresor legen. Ob Anleger in aktive oder passive Fonds investieren, ist eine persönliche Präferenz und richtet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten: zum Beispiel den Kosten, dem Management und der Diversifikation. Ein ETF ist in der Regel sehr breit gestreut. Deshalb können ETF-Sparer deutlich mutiger vorgehen, als Investoren, die auf Einzelaktien setzen. Bei diesen ist Vorsicht geboten. Investoren sollten sich vorher überlegen, welche Unternehmen von der Krise profitieren könnten. Das können zum Beispiel Unternehmen aus der Gesundheits- oder Telekommunikationsbranche sein.

Dividenden-Strategie

Investoren setzen bei dieser Strategie auf regelmäßige Dividenden-Ausschüttungen. Ihr Schwerpunkt liegt also auf der Dividende des Unternehmens, die ausgezahlt wird und auf der Kursentwicklung der Aktie.

Dividenden - schon gewusst?

Eine Aktiengesellschaft beteilgt ihre Anleger mit einer Dividende am Gewinn - doch nicht jedes Unternehmen macht das. Die Dividende ist eine Form der Gewinnbeteiligung und wird in der Regel jährlich ausgeschüttet. Unternehmen nutzen einen Teil ihres Gewinnes, um in den eigenen Fortschritt zu investieren, der Rest wird an die Unternehmensteilhaber, also die Aktionäre, verteilt. Durch den Kauf von Aktien können Anleger an der Dividende teilhaben.

Die antizyklische Anlagestrategie

Bei dieser Anlagestrategie schwimmen Anleger nicht mit der Masse, sondern dagegen. Das grundlegende Prinzip des antizyklischen Investierens ist einfach: Unternehmensanteile werden bei niedrigen Kursen gekauft und bei steigenden Kursen wieder abgestoßen. Sie steigen also ein, wenn alle anderen ihre Papiere verkaufen. Die praktische Umsetzung dieses Konzepts gestaltet sich jedoch schwieriger. Investoren müssen noch vor der Geldanlage selbst zunächst Unternehmen identifizieren, die an der zwar Börse unterbewertet sind, allerdings Potenzial für die Zukunft haben: Sind die fundamentalen Werte eine Firma besser als der Marktwert, kann dies ein Grund für ein Investment sein. Diese Chancen nutzen antizyklische Investoren dann zum Kauf. Doch selbst bei gutem Timing und Geduld können sie sich keineswegs sicher sein, dass der Wert eines Unternehmens mit Potenzial tatsächlich steigt und den Investor mit Kursgewinnen für sein spekulatives Investment belohnt. Die antizyklische Anlagestrategie eignet sich deshalb eher für Investoren, die risikobewusst sind und bereits Marktkenntnisse sammeln konnten.

Die prozyklische Anlagestrategie

Das Gegenteil zur antizyklischen Strategie bildet die prozyklische Strategie. Anleger investieren dabei in Unternehmen, die sich aktuell und vorhersehbar in nächster Zeit gut entwickeln. Sie wird auch Momentum-Strategie genannt, weil sie auf das derzeitige Geschehen setzt.

Anlagestrategien - das sollten Sie tun

1
Wenn Sie Geld anlegen möchten, sollten Sie sich über Ihre Präferenzen klar werden, zum Beispiel über den Anlagezeitraum und wie viel Zeit Sie in die Anlage selbst investieren möchten.
2
Wenn Sie sich über Ihre Präferenzen im Klaren sind, können Sie sich für eine passive oder aktive Anlagestrategie entscheiden.
3
Nachdem Sie sich für eine Anlagestrategie entschieden haben, können Sie eine der Möglichkeiten nutzen, sie in die Tat umzusetzen, zum Beispiel mit einem Robo-Advisor.
4
Wenn Sie Ihr Depot eröffnen, können Sie je nach Anlagestrategie sich zurücklehnen oder regelmäßig recherchieren.

Beitrag verfasst von:

JOY JAKOB – RATGEBER-REDAKTEURIN

Joy Jakob - Redakteurin finanzen.net RatgeberJoy Jakob verstärkt seit Anfang 2020 die Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Ihr Journalismus-Studium hat sie mit Bachelor abgeschlossen. Während ihres Studiums hospitierte sie unter anderem bei der Badischen Zeitung und in der Presseabteilung des SV Werder Bremen.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

1Hinweis: finanzen.net zero ist ein Angebot der finanzen.net zero GmbH, einer Tochter der finanzen.net GmbH. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bildquelle: ImageFlow / Shutterstock.com

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