Investieren in Edelmetalle

Rhodium handeln: Wie Sie als Anleger in das Edelmetall investieren können

Ist das Edelmetall Rhodium eine interessante Investmentalternative zu Gold und Platin? Das beantworten wir in diesem Ratgeber. Wir verraten außerdem, wie Sie in Rhodiumpulver oder in Rhodiumbarren investieren können, wie sich der Rhodium-Preis bildet und was Sie beim Rhodiumkauf beachten sollten.

Rhodium handeln - das Wichtigste in Kürze

Rhodium ist ein Edelmetall und hat eine große Ähnlichkeit zu anderen Platinmetallen, wie Palladium.
Der Rhodiumpreis wird hauptsächlich durch die industrielle Nachfrage bestimmt und nicht durch Händler oder Investoren.
Wichtig: Da die Rhodiumproduktion nur bei einigen Tonnen pro Jahr liegt, können schon kleine Änderungen in der Nachfrage den Preis stark beeinflussen.

Rhodium handeln - Empfehlungen & Tipps

Rhodium ist kein traditionelles Anlagemedium. Anleger können in Barren oder in Pulver investieren.
Unsere Empfehlung: Bedenken Sie bei einer Investition in Rhodium, dass Sie das Metall nicht einfach an eine beliebige Bank verkaufen können.
Tipp: Wenn Sie Rhodiumpulver in einem versiegelten Behältnis kaufen, sollten Sie darauf achten, dass der Verkäufer eine Rückkaufgarantie anbietet.

Rhodium – eine interessante Investmentalternative?

Rhodium ist ein knappes Gut. Rohstoffstrategin Nicky Shils von der Bank of Nova Scotia davon aus, dass es langfristig ein Rhodium-Defizit geben wird. Das Angebot werde fallen und die Nachfrage werde steigen, sagte die Anlagespezialistin im Fachmagazin „Miningscout“. Doch ist Rhodium tatsächlich eine Investmentalternative zu Gold und anderen Rohstoffen?

Das sollten Sie über Rhodium wissen

Rhodium ist ein silberweißes, hochglänzendes, hartes Edelmetall und zählt zur Gruppe der Platinoiden. Es hat große Ähnlichkeiten zu anderen Platinmetallen wie Palladium oder Platin selbst. Der Rohstoff Rhodium hebt sich durch seine Wärmeleitfähigkeit und durch seine elektrische Leitfähigkeit von den anderen Platinmetallen ab.

Zu den wichtigsten Eigenschaften von Rhodium zählt, dass es hochschmelzend und sehr hart ist, härter als Gold und Platin. In Pulverform ist es extrem leicht entzündlich.

Rhodium kommt nur selten in der Natur vor und kann nicht direkt gefördert werden. Das Edelmetall ist am meisten in Südafrika, Russland, Kanada und Simbabwe zu finden. Aufgrund der Ähnlichkeit und der geringen Reaktivität von Platinmetallen ist die Gewinnung von Rhodium sehr aufwändig. Rhodium wird deshalb nur in geringem Umfang abgebaut.

So wird Rhodium hergestellt

Rhodium ist lediglich ein Nebenprodukt, das beim Abbau von Nickel und Platin entsteht. Daher hängt sein Angebot allein von der Förderung dieser beiden Rohstoffe ab und nicht etwa von der Nachfrage nach Rhodium.

Steigt die Nachfrage nach Rhodium, so hat dies also im Gegensatz zu anderen Edelmetallen nicht zur Folge, dass die Förderunternehmen zu einer Steigerung ihrer Produktion angeregt werden. Eine höhere Nachfrage nach Rhodium schlägt sich dagegen direkt in steigenden Preisen nieder.

Rhodium: Hier kommt es zum Einsatz

Das wichtigste Anwendungsgebiet von Rhodium ist die Herstellung von Fahrzeugkatalysatoren. 80 Prozent des abgebauten Metalls wird dort verbaut. Es dient zur Reduktion von Stickoxiden.

Eine weitere Anwendung findet Rhodium in der Beschichtung von hochwertigen Spiegeln und Schmuck. Durch das sogenannte „Rhodinieren“ erlangen Oberflächen eine sehr harte Beschichtung mit hohem Reflexionsvermögen, durch eine dünne galvanisch-aufgetragene Schicht kann Rhodium das Anlaufen von Silberschmuck verhindern.

Wie bildet sich der Rhodiumpreis?

Der Rhodium-Preis wird hauptsächlich von der Industrie bestimmt, in der es zum Einsatz kommt, und nicht von Investoren und Händlern. Bemerkenswert ist, dass Rhodium im Gegensatz zu Gold, Silber, Platin oder Palladium nicht am Future-Markt gehandelt wird. Dies hat zur Folge, dass mit dem Metall nicht spekuliert wird, was wiederum einen stabilisierenden Effekt auf den Preis hat. Zwar gibt es Preisausschläge, doch sind diese in der Regel deutlich kleiner als beispielsweise bei anderen Edelmetallen.

Wie Rhodium seinen Namen bekam - schon gewusst?

Rhodium wurde 1803 von dem englischen Chemiker und Physiker William Hyde Wollaston entdeckt. Er versetzt ein Rohplatinherz aus Südamerika mit Königswasser - einem Gemisch aus Salzsäure und Salpetersäure. Er fand daraufhin unlösliche Rückstände. Nach weiteren Untersuchungen isolierte sich neues rosarotes Metall ab. Da also viele Verbindungen des Metalls rot sind, hat Wollastin den Namen Rhodium gewählt, was auf Griechisch "Rose" bedeutet.

So können Sie in Rhodium investieren

Rhodium ist kein traditionelles Anlagemedium und wird nicht wie andere Rohstoffe gehandelt. Wenn Sie das Metall trotzdem handeln möchten, können Sie Rhodiumpulver oder in Rhodium Barren investieren. Diese Möglichekeiten entstanden durch das steigende Interesse von Investoren, die langfristig von steigenden Preisen für Sondermetalle ausgehen. In den meisten Fällen wird das Edelmetall wegen seinem hohem Schmelzpunkt als Pulver gehandelt. Wegen der stark ansteigenden Nachfrage bietet der Hersteller Baird & Co. seit 2013 Rhodium Barren an.

Diese Form hat sich am Markt lange nicht durchgesetzt. Wegen ihrem hohen Schmelzpunkt und der dadurch schlechten Löslichkeit und Verformbarkeit können sie bei einem späteren Rückkauf nicht direkt in der Produktion eingesetzt werden. Die Rhodium Barren müssen erst erneut teuer und aufwändig zu sogenanntem Rhodium-Sponge, also Rhodiumpulver, verarbeitet werden.

Anleger können auch in Rhodiumpulver investieren

Der Rhodium Barren ist die für Anleger bekannte Form, das Pulver ist allerdings direkt zur industriellen Weiterverarbeitung geeignet. Es wird in versiegelte Behältnissen mit Zertifikate verpackt und verkauft, zum Beispiel von Heimerle + Meule. Wichtig ist, dass der Verkäufer bei unbeschädigtem Siegel auch eine Rückkaufgarantie anbietet. Inzwischen hat sich die Pulverform am Markt als Anlegerrhodium etabliert.

Sie sollten als Anleger allerdings bedenken, dass der Rhodium-Markt sehr eng ist. Außerdem können Sie das Edelmetall nicht einfach an eine beliebige Bank verkaufen.

Preisschwankungen bei Rhodium

Der Rhodium-Preis hängt stark von der Nachfrage der Automobilindustrie ab. Langfristig gesehen sollte der Preis wegen der steigenden Autoproduktion steigen. Mittelfristig können kurzfristige Nachfrageveränderungen, zum Beispiel durch einen Einbruch im Automobilsektor, den Kurs sehr volatil werden lassen. Hinzu kommt, dass die Produktion nur bei wenigen Tonnen pro Jahr liegt, somit können auch schon kleine Nachfrageveränderungen den Rhodiumpreis stark beeinflussen. Rhodium ist also eines der teuersten Metalle mit den meisten Preissprüngen.

Hinweis: Im Gegensatz zu Gold, Silber, Platin oder Palladium wird Rhodium nicht am Future-Markt gehandelt. Es gibt also keine Spekulation mit dem Edelmetall.

Rhodium handeln - das sollten Sie tun

1
Bevor Sie in Rhodium investieren, sollten Sie bedenken, dass es sich dabei um kein traditionelles Anlagemedium handelt und Preissprünge möglich sind.
2
Wenn Sie sich zu einer Investition entschließen, sollten Sie sich überlegen, welche Form des Rhodiums sie wählen.
3
Wenn Sie sich für eine Form entschieden haben, können Sie Ihre Investition tätigen.

Beitrag verfasst von:

JOY JAKOB – RATGEBER-REDAKTEURIN

Joy Jakob - Redakteurin finanzen.net RatgeberJoy Jakob verstärkt seit Anfang 2020 die Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Ihr Journalismus-Studium hat sie mit Bachelor abgeschlossen. Während ihres Studiums hospitierte sie unter anderem bei der Badischen Zeitung und in der Presseabteilung des SV Werder Bremen.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: AlexLMX / Shutterstock.com

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