Der Weizenpreis ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die sich ständig ändern und aufeinander einwirken. Einer der wichtigsten Faktoren ist das Wetter. Extreme Bedingungen wie Dürre, Überschwemmungen oder Frost können die Ernteerträge erheblich beeinflussen und somit auch den Preis für Weizen. So herrschte 2022 in vielen Teilen der USA, den sogenannten südlichen Plains, eine Dürre. Durch ausbleibende Niederschläge in den Anbaugebieten Kansas, Oklahoma und Texas war der Weizen ernsthaft bedroht. Das führte zu steigenden Preisen beim Weizenkauf. Aber auch die allgemeine Wetterlage während der Wachstums- und Erntezeit spielt eine entscheidende Rolle.
Darüber hinaus haben globale Handelspolitiken einen erheblichen Einfluss auf den Weizenpreis. Zölle, Handelsabkommen und politische Spannungen können die Nachfrage und das Angebot auf den internationalen Märkten beeinflussen. Beispielsweise sind Russland und die Ukraine gemeinsam für mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenexporte verantwortlich und damit die für den Weltmarkt entscheidenden Weizen-Produzenten. Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat der Preis für Weizen und Dünger deshalb in 2022 deutlich angezogen. Falls es bei beiden Ländern zu Lieferengpässen oder -ausfällen kommen sollte, hätte das enorme Auswirkungen auf die Weltagrarmärkte und damit den Weizenhandel. Auch die Ernteerträge in anderen weizenproduzierenden Ländern und die globale Nachfrage nach Weizen können den Preis beeinflussen.