Wie kaufe ich einen ETF? Die einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihren ETF-Erwerb

Wie kaufe ich einen ETF? Diese Frage stellen sich viele Anleger, die von den kostengünstigen, flexiblen und transparenten Finanzprodukten profitieren wollen. Grundsätzlich haben Sie als Privatinvestor zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kaufen über Ihre Depotbank ETFs oder Sie beauftragen professionelle Vermögensverwalter mit dem ETF-Kauf. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie der ETF-Erwerb jeweils im Detail funktioniert und welchen Weg Sie als Anleger am besten nutzen.

Wie kaufe ich einen ETF?
- darum geht es

Börsengehandelten Indexfonds (ETF) bieten einen günstigen Zugang zu verschiedenen Branchen und Märkten und eignen sich besonders für den langfristigen Vermögensaufbau.

Die Indexfonds bilden Indizes nach - dadurch streuen Sie Ihr Risiko als Anle&ger mit nur einem Wertpapier gleichzeitig auf mehrere Titel.

Der ETF-Kauf ist kein Hexenwerk - um die richtigen Produkte zu finden, brauchen Sie trotzdem Zeit und Muße.

Entscheiden Sie sich deshalb, ob Sie die Zeit in den selbstständigen ETF-Erwerb investieren wollen oder lieber ETF-Profis den Kauf überlassen.

Wie kaufe ich einen ETF?
- Tipps & Tricks

Vergleichen Sie vor einem Kauf verschiedene ETF hinsichtlich Kosten und Performance - dann erwerben Sie die besten ETFs.

Unsere Empfehlung: Robo-Advisor kaufen Exchange Traded Funds für Sie, so können Sie Ihr Geld besonders bequem und mit minimalem Aufwand anlegen.

Produktempfehlung: OSKAR übernimmt für Sie den ETF-Kauf vollständig, hier können Sie für die ganze Familie Vermögen aufbauen. Auch die Robo-Advisor Scalable Capital, Quirion und Growney überzeugen.

Wer selbstständig die passiven Fonds kaufen möchte, kann unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung nutzen.

Wie kaufe ich ETF? Das sind Ihre Möglichkeiten 

ETFs (Exchange Traded Funds) bieten das, was viele An­le­ger suchen: Mit ihnen funktioniert der Ver­mö­gens­auf­bau besonders einfach, die Geld­an­la­ge mit den börsengehandelten Index­fonds ist sehr trans­parent und die Fi­nanz­pro­duk­te sind zudem unglaublich günstig. ETF sind darüber hinaus flexibel an der Börse han­del­bar und bieten An­le­gern einen Zugang zu den ver­schie­dens­ten Märk­ten und Bran­chen. Mit nur einem Indexfonds in­ves­tie­ren Sie gleich­zei­tig in mehrere Ti­tel, denn ETFs bilden In­di­zes wie den deutschen Leit­in­dex DAX passiv nach. Nicht ohne Grund also er­freuen sich die börsengehandelten Fonds bei An­le­gern steigender Be­liebt­heit, bereits Anfang 2019 waren weltweit deut­lich über 5 Billionen US-Dollar in ETF inves­tiert. 

Wenn Sie ETF er­wer­ben wollen, können Sie in der Re­gel zwischen zwei Mög­lich­keiten wählen: Ent­we­der Sie kaufen die In­dex­fonds selbst­stän­dig mit einer Einmalanlage oder einem Spar­plan oder Sie lassen sich ETFs von Profis kaufen – dann müssen Sie sich nicht mal um die Über­wachung und An­passung Ihrer ETF-Anlage kümmern. In diesem Rat­geber stellen wir Ihnen die ver­schie­denen Möglich­kei­ten des ETF-Erwerbs im Detail vor und erklären, wie die ETFs Schritt für Schritt ganz einfach in Ihrem De­pot lan­den.

ETF Eigenständig kaufen oder lieber den Profis überlassen?

Um einen ETF auf eigene Faust zu kaufen, sollten Sie bereits etwas Er­fah­rung mit der Börse gesammelt haben und mit den Begriffen rund um Fonds und ETFs vertraut sein. Sie sollten also einen guten ETF erkennen und aus dem großen Produktangebot auswählen können. Denn die Wahl des richtigen ETFs entscheidet maßgeblich mit über den Erfolg Ihrer Geld­anlage.

Und: Zwar ist die Geldanlage mit ETF kein Hexenwerk, trotzdem sollten Sie Ihre Investition regelmäßig im Blick haben und so überprüfen, ob sie noch zu Ihren Sparzielen passt. Vollkommen ohne Ihr Dazutun funktioniert der selbstständige ETF-Kauf also nicht. Wollen Sie ETF eigenständig erwerben, sollten Sie am besten unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung in diesem Ratgeber folgen. 

Wer sich den ETF-Kauf in Eigenregie (noch) nicht zutraut oder wenig Zeit hat, seine ETFs im Blick zu behalten und gegebenenfalls anzupassen, für den ist die ETF-Anlage mithilfe eines Robo-Advisors interessant. Die digitale Vermögensverwaltung über so einen Roboter-Berater ist in der Regel deutlich günstiger als die Geldanlage über klassische Vermögensverwalter, dabei sparen Sie als Anleger zusätzlich Zeit. Trotzdem genießen Sie alle Vorteile der professionellen Verwaltung: 

Mit einem Robo-Advisor wie Scalable Capital, OSKAR oder Quirion haben Sie selbst wenig bis keinen Aufwand bei der ETF-Geldanlage. Hier legen Sie in einem ersten Schritt Ihr Risikoprofil fest und geben an, wie viel Geld Sie investieren wollen und dann überlassen Sie alles Restliche dem digitalen Vermögensverwalter – er kümmert sich um den passenden Portfoliomix mit ETFs und übernimmt häufig auch die Beobachtung und Anpassung – damit können Sie sehr bequem langfristig starke Renditen erzielen. So lassen Sie einen Robo-Advisors für Sie ETF erwerben:

Wie kaufe ich ETF mit Robo-Advisors?

Robo-Advisor legen Ihr Geld voll­au­to­ma­ti­siert und mithilfe mathe­ma­tischer Al­go­rithmen pro­fessionell an. Im Gegen­satz zu klassischen Ver­mögens­ver­wal­tern, die Ihr Kapital haupt­säch­lich mit­hilfe von aktiven Fonds ver­walten, setzen die digi­talen Ver­mögens­ver­wal­ter auf börsengehandelte Index­fonds. Die Robo-Advisor müssen so die Zu­sammen­set­zung eines einzelnen ETF nicht ständig über­prüfen, schließ­lich rich­ten sich ETF nach dem zugrundeliegenden Index. So haben die Roboter-Berater mehr Kapazität, die Zu­sammen­set­zung ver­schie­de­ner ETF in Ihrem Portfolio auf ihre Effektivität zu überprüfen. 

Sie haben bei­spiels­weise keine Zeit, aus über 2.000 ETF am Markt die passenden ETF für Ihre An­lage­strategie aus­zu­wäh­len? Kein Problem, dann lohnt sich ein Robo-Advisor für Sie auf jeden Fall. Das Konto bei einem digi­ta­len Ver­mögens­ver­walter haben Sie schnell und ein­fach er­öff­net. Der Roboter-Berater findet zum Beispiel mithilfe eines Fragebogens für Sie das passende Risikoprofil und legt Ihr Geld dann in ganze ETF-Port­folios an, die zu Ihrer An­lage­stra­te­gie passen. Damit sparen Sie viel Zeit und Mühe, denn wenn Sie ei­gen­stän­dig auf mehrere ETF setzen wollen, kos­tet das Recherchezeit – auch den Ver­waltungs­aufwand in Selbst­regie sollten Sie nicht unter­schätzen. Im Fol­gen­den stellen wir Ihnen drei Robo-Advisor vor, die beim ETF-Sparen die bes­ten Kon­zep­te bieten.

Wie kaufe ich ETF für die gan­ze Familie? Mit dem Robo-Advisor OSKAR 

ETF für die ganze Familie zu kaufen – das bedeutet noch mehr Or­ga­ni­sa­tion und Re­cher­che, als bei der Einzelanlage für Sie selbst. Mit OSKAR erledigen Sie den Ver­mögens­auf­bau für die ganze Familie mit einem ein­zi­gen Produkt, in nur 15 Mi­nu­ten haben Sie ein Konto er­öffnet. Sie als An­le­ger können je nach Ri­siko­bereitschaft zwischen 5 An­lage­stra­tegien mit mehr oder weniger Ri­si­ko­be­reit­schaft wählen, bei denen die Profis die Geld­an­la­ge für die gan­ze Fa­mi­lie über­neh­men. Mit OSKAR 50 in­ves­tie­ren Sie beispielsweise zu 50 Pro­zent in Ak­tien, zu 35 Pro­zent in An­lei­hen und zu 15 Pro­zent in Wert­pa­pie­re, die dem In­fla­tions­schutz dienen. 

Aus über 2.000 ETFs wählt der Robo-Advisor die für alle Fa­mi­lien­mit­glie­der passen­den ETF aus und nimmt je nach Si­tu­ation an den Märk­ten au­to­ma­tisch eine An­passung vor. An­ders als bei ei­ni­gen anderen digitalen Vermögensverwaltern können Sie bei OSKAR schon mit kleinen Be­trä­gen Geld anlegen und damit für Ihre Kin­der oder Enkel­kinder ein beträcht­liches Ver­mögen aufbauen: Be­reits ab einem Be­trag von 25 Euro pro Monat inves­tiert OSKAR für Sie in bis zu zehn ETFs gleich­zei­tig – wer selbst für so viele ETF ver­schie­dene Spar­pläne in Eigen­re­gie an­legt, muss mit viel Verwaltungsaufwand rechnen. 

Der ETF-Kauf unter­liegt beim OSKAR strengen Kriterien, so setzt der Roboter-Berater für die ganze Familie bei­spiels­weise auf güns­tige Kosten und gute Handelbarkeit – kommen güns­tigere und bessere ETFs auf den Markt, tauscht OSKAR die ETFs selbstständig aus.

Und noch ein Vorteil: OSKAR steuert Ihre An­la­ge so, dass Sie mög­lichst wenig Steuern zahlen. Sie müssen sich dann keine Ge­danken mehr machen, wie Sie ETF am besten steueroptimiert er­wer­ben. Was Sie bei der Geld­anlage für Kinder steuer­lich beachten sollten, er­fahren Sie übrigens im Ratgeber ETF-Sparplan für Kinder.

ETF-Investment mit Scalable Capital

Scalable Capital ist in Deutschland Markt­führer, der Robo-Advisor verwaltet bereits mehr als eine Milliarde Euro Kun­den­einlagen. Das Besondere bei diesem digitalen Vermögens­ver­walter: Anleger können aus mehr als 23 Ri­siko­klassen die für Sie passende Strategie auswählen.

Ab einer Mindesteinzahlung von 10.000 Euro können Sie Kunde von Scalable Capital werden, einen Sparplan mit ETF können Sie dann ab einer monatlichen Sparrate von 50 Euro anlegen – mehr zu den Gebühren und der Performance dieses Anbieters finden Sie in unserem ausführlichen Robo-Advisor-Vergleich.

Quirion – der Testsieger bei Stiftung Warentest 

Auf besonders viel Erfahrung kann der Robo-Advisor Quirion zurückblicken. Der digitale Vermögensverwalter der Quirin Privatbank gehört zu den älte­sten Anbie­tern in Deutsch­land. Und die Erfahrung scheint sich auszuzahlen: Stiftung Warentest kürte den Robo-Advisor in „Finanztest“-Ausgabe 08/2018 zum Testsieger seines Robo-Advisor-Vergleichs.

Bei Quirion ist ein ETF-basierter Sparplan ab einer mo­nat­li­chen Spar­rate von 30 Euro möglich, allerdings müssen Sie dafür zuvor eine Mindest­ein­zah­lung von 10.000 Euro tätigen.  

Tipp: Bis Ende April 2019 liegt die Höhe der Mindest­ein­zah­lung bei Quirion bei der Hälfte: Ab 5.000 Euro können Sie einsteigen.

Das besondere bei Quirion: Der digitale Vermögensverwalter legt Ihr Geld nicht ausschließlich in ETFs an. Neben ETFs kommen zum Quirion-Port­folio noch zwei aktiv gemanagte und indexnahe Fonds hinzu. Aufgrund der Anlage­philo­sophie der Fonds und der Anzahl der darin enthal­tenen Titel werden diese als ETF-ähnlich bewertet.

In unserem ausführlichen Robo-Advisor-Vergleich haben wir Quirion noch genauer unter die Lupe genommen und unter anderem alle Kosten und die aktuelle Performance von Quirion mit anderen Robo-Advisor verglichen.

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Wie kaufe ich ETF in Eigenregie? Schritt für Schritt zu Ihrem ETF-Eigentum

Besonders, wenn Sie an der Börse bereits etwas Erfahrung gesammelt haben, können Sie  selbst aktiv die besten ETFs finden oder ein eigenes Portfolio zusammenstellen. Im Folgenden verraten wir Ihnen, wie Sie ETFs erwerben und worauf Sie beim ETF-Kauf achten sollten – so landen die börsengehandelten Indexfonds Schritt für Schritt in Ihrem Depot.    

Schritt 1: Entscheiden Sie sich für ein günstiges Wertpapierdepot 

Bevor Sie mit dem ETF-Sparen in Eigenregie beginnen, benötigen Sie zu allererst ein Wert­papier­depot. Wir empfehlen Ihnen, einen Online-Broker für den Handel mit ETF zu wählen, denn hier handeln Sie deutlich günstiger als zum Beispiel mit einem Depot bei Ihrer Hausbank. Beim finanzen.net Brokerage Depot zum Beispiel ist die Depotführung kostenlos, auch die Ordergebühren sind hier günstig. 

Tipp: Nutzen Sie unseren Broker-Vergleich um einen günstigen Broker zu finden. Wollen Sie einen Sparplan mit ETF einrichten, sollten Sie darauf achten, dass Sie beim Broker Ihrer Wahl Sparpläne gebührenfrei abschließen können. Unser Depot-Vergleich für ETF-Sparpläne hilft Ihnen bei der Recherche.

Schritt 2: Wählen Sie den richtigen ETFs für Ihren Vermögensaufbau

Besonders wichtig für Ihre Geldanlage mit ETF: Wählen Sie Indexfonds, die zu Ihrer Anlagestrategie passen. ETFs gibt es mittlerweile auf fast alle Anlageklassen, mit nur einem ETF investieren Sie in eine ganze Reihe an verschiedenen Titeln. Aber ETF ist nicht gleich ETF – zwischen den verschiedenen Fonds bestehen zum Teil große Unterschiede hinsichtlich Performance und Gebühren, außerdem ist nicht jede Kombination von ETF sinnvoll. 

Ein MSCI-World-ETF oder ein MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI) bieten sich zum Beispiel gut als Basisinvestment an, denn hier streuen Sie Ihr Risiko auf 1.600 (beim MSCI World-Index) oder auf über 2.700 Unternehmen (beim MSCI ACWI). Dahingegen bieten Schwellenländer-ETF oder Indexfonds, die einzelne Länder abbilden, größere Renditechancen und können in Ihrem Depot als Renditebeschleuniger funktionieren. Für das größere Potenzial nehmen Sie als Anleger dann aber auch ein größeres Risiko in Kauf. Wie immer zählt: Die Mischung macht’s! 

Bei der ETF-Suche sollten Sie außerdem bereits wissen, ob Sie einen thesaurierenden oder einen ausschüttenden Indexfonds bevorzugen. Außerdem wichtig: Entscheiden Sie sich für einen physischen ETF oder einen synthetisch replizierenden ETF, damit grenzen Sie Ihre Auswahl weiter ein. Was die Vorteile der jeweiligen Eigenschaften sind, können Sie im Ratgeber ETF-Auswahl nachlesen.   

Extra-Tipp: Sie wissen bereits, dass Sie ETF mithilfe eines Sparplans erwerben wollen? Dann funktioniert Ihre Auswahl von ETF noch leichter, denn nicht alle ETF sind bei allen Brokern sparplanfähig. Informieren Sie sich vorab, welche ETF sie mit einem Sparplan für ETF besparen können – dann grenzen Sie Ihre Suche schnell ein. 

Diese ETF empfehlen wir

Mit unserer Anleitung zum ETF-Erwerb holen Sie sich ganz leicht die ETFs Ihrer Wahl ins Depot. Wir unterstützen Sie außerdem gerne bei der passenden ETF-Auswahl. Im Ratgeber MSCI World-ETF haben wir für Sie zum Beispiel die besten ETFs auf den MSCI-World getestet. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir Ihnen insbesondere den thesaurierenden iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983/ A0RPWH) und den ausschüttenden Xtrackers MSCI WORLD UCITS ETF 1D (ISIN IE00BK1PV551/ WKN A1XEY2). 

Wollen Sie sich Schwellenländer ins Depot holen, raten wir Ihnen unter anderem zum thesaurierenden Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1C (ISIN IE00BTJRMP35/ WKN A12GVR) oder um ausschüttenden ComStage Emerging Markets UCITS ETF (ISIN LU0635178014/WKN ETF127). Warum uns die beiden ETF überzeugen, erfahren Sie im MSCI Emerging Markets-ETF Vergleich.

Sie möchten (auch) in deutsche Indizes investieren? Dann lesen Sie in den Ratgebern DAX-ETF, MDAX-ETF, SDAX-ETF und TecDAX-ETF unsere ETF-Empfehlungen. So kaufen Sie systematisch ETF.

Auch bei ETF gilt: Augen auf bei der Kos­ten­struk­tur

Beim Handel mit ETFs können Depotkosten, Handelsgebühren und Ver­wal­tungs­kos­ten entstehen. Viele Kosten können Sie sich aber sparen, wenn Sie richtig vergleichen.

Tipp: Sie wollen genau wissen, wie viel Ihr ETF-Favorit kos­tet? Dann werfen Sie bei den ETF-Anbietern einen Blick auf die sogenannte Total Expense Ratio (TER), die auch Gesamtkostenquote genannt wird. Sie gibt an, wie viel Prozentpunkte die ETF-Kosten Ihre jähr­liche Ren­dite mindern. Aber Vorsicht: Auch, wenn die TER Gesamt­kosten­quote genannt wird, enthält sie nicht alle Kosten. Nicht ent­halten sind zum Beispiel sogenannte Trans­aktions­kosten (für den Kauf und Ver­kauf von ETF). 

Neben der TER gibt die Total Cost Ownership (TCO) übrigens die realen Gesamt­kos­ten eines Fonds an. Hier werden neben den Gesamt­kos­ten auch Ge­büh­ren für Tausch­ge­schäfte bei synthetisch nach­ge­bildeten ETFs einberechnet und Handelsplatzgebühren und Spreads bei Transaktionen inner­halb eines ETFs sowie Steuern und Er­trä­ge berück­sich­tigt. Mehr zu den Kos­ten bei ETF er­fahren Sie zum Beispiel im Ratgeber ETF kaufen

Spread bei ETF - schon gewusst?

Bei ETF unterscheiden sich in der Regel der Kaufkurs (auch Ankaufskurs oder Briefkurs genannt) und der Verkaufskurs (auch als Geldkurs bezeichnet) voneinander. Die Differenz aus Ankaufs- und Verkaufskurs wird Spread, Handelsspanne oder Geld/Brief-Spanne genannt.

In der Regel kosten ETFs beim Kauf etwas mehr als beim Verkauf. Da Sie wahrscheinlich alle ETF-Anteile, die Sie kaufen, irgendwann in der Zukunft wieder verkaufen werden, sollten Sie den Spread bei den Kosten ebenfalls im Blick haben.

Tipp: Wie hoch der Spread bei Ihrem ETF ausfällt, hängt unter anderem von der Liquidität des ETF ab. ETF von großen Anbietern sind im Normalfall sehr liquide, ETFs in exotische Märkte oder Branchen sind meist weniger liquide.

Schritt 3: Legen Sie fest, wie viel Sie in ETF investieren wollen

Spätestens, nachdem Sie die ETF Ihrer Wahl ausgewählt haben, sollten Sie festlegen, wie viel Geld Sie investieren wollen.

Wichtig: Bevor Sie Ihre ETF-Order erteilen, sollte die Summe, die Sie in ETF investieren wollen, auf Ihrem Verrechnungskonto Ihres Wertpapierdepots bereitliegen. Erst dann können Sie in der Regel Ihre ETF-Order ausführen. 

Schritt 4: Jetzt wird’s ernst: So holen Sie sich die ETfs ins Depot

Haben Sie ein Depot bei einem Online-Broker eröffnet und zudem festgelegt, wie viel Geld Sie in ETF investieren und auf welche ETF Sie setzen wollen, können Sie sich in Ihr Online-Depot einloggen und die Wertpapierorder erteilen. Der Kaufprozess kann sich je nach Aufmachung des Brokers unterscheiden, in der Regel benötigen Sie aber immer die gleichen Daten zum Kauf. 

Geben Sie in der Ordermaske Ihres Brokers an, ob Sie den passiven Fonds kaufen oder verkaufen wollen und führen Sie die WKN oder ISIN an. Überprüfen Sie dann, ob es sich bei dem angezeigten ETF tatsächlich auch um den ETF handelt, den Sie kaufen wollen. Jetzt müssen Sie noch angeben, wie viele ETF (Stück) Sie gerne hätten. Das können Sie sich ganz leicht anhand Ihres Investitionsbetrag berechnen:

Kleine Hilfe: So berechnen Sie Ihre Stückzahl

Wenn Sie ETF erwerben wollen, ist der Kauf bzw. Briefkurs eines ETF für Sie entscheidend. Wollen Sie hingegen ETF verkaufen, sollten Sie sich nach dem Verkaufskurs bzw. Geldkurs richten. Um zu ermitteln, wie viele ETFs Sie sich für Ihren Investitionsbetrag „leisten“ können, teilen Sie Ihre Investitionssumme durch diesen Kaufkurs. Daraus ergibt sich die Anzahl der ETF-Anteile, die Sie mit Ihrer Order kaufen wollen. 

Wichtig: Anders als bei einem Sparplan können Sie bei der Einmalinvestition nur ganze ETF-Anteile kaufen. Runden Sie daher am besten das Ergebnis ab, um eine ganze ETF-Stückzahl zu erhalten. 

Beispiel: Sie wollen einmalig 10.000 Euro in einen MSCI-World-ETF investieren. Der Kaufkurs des ETF liegt zum Zeitpunkt Ihres Kaufinteresses bei 46,96 Euro. Teilen Sie Ihre Investitionssumme von 10.000 Euro durch den aktuellen Kaufkurs von 46,96 Euro ergibt das 212,95 – in Ihre Ordermaske tragen Sie bei der Stückzahl beziehungsweise der Nominalzahl jetzt 212 ein.  

Schritt 5: Entscheiden Sie sich, wo Sie Ihre ETF erwerben wollen

Bald geschafft! Jetzt müssen Sie sich noch entscheiden, wo Sie den ETF erwerben wollen. Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds können Sie ETF nicht direkt beim ETF-Anbieter kaufen. Auswahlmöglichkeiten haben Sie beim ETF-Erwerb aber trotzdem, so können Sie zwischen dem ETF-Kauf an der Börse (zum Beispiel über Xetra oder die Börse Frankfurt) und dem ETF-Kauf im Direkthandel wählen. Die meisten Broker zeigen Ihnen direkt in der Ordermaske an, wo Sie Ihren bevorzugen ETF erwerben können. 

Was ist jetzt besser? Sollten Sie ETF lieber an der Börse oder über den Direkthandel erwerben? Im Direkthandel funktioniert der Kauf meist etwas schneller, beim ETF-Kauf über eine Börse müssen Sie manchmal etwas mehr Angaben machen. Dafür können die Kurse im Direkthandel stark von den aktuellen Börsenkursen abweichen. Kaufen Sie direkt über eine Börse, handeln Sie in einem menschlich regulierten Umfeld. Es kann aber sein, dass Ihre Order in mehreren Teilen ausgeführt wird – das kann zusätzliche Gebühren bedeuten. 

Haben Sie sich für einen Handelsplatz entschieden, müssen Sie nur noch die ETF-Order erteilen.

Tipp: Prüfen Sie abschließend Ihren Orderstatus. Stimmt alles? Dann brauchen Sie etwas Geduld, denn häufig dauert es ein paar Tage, bis Ihr ETF in Ihrem Depot liegt.

ETF mit einem Sparplan erwerben – so geht’s

Wenn Sie einen ETF mithilfe eines Sparplans erwerben, tätigen Sie keine Order wie eben beschrieben, sondern richten in Ihrem Depot einen Sparplan ein. Einmal eingerichtet, läuft dieser ganz von selbst. So geht’s: Wählen Sie in Ihrem Depot den ETF aus, den Sie mithilfe eines Sparplans besparen wollen und geben Sie Ihren Sparbetrag in Euro an. 

Welche ETF sich besonders für einen Sparplan eignen und worauf Sie außerdem beim Vermögensaufbau mittels ETF-gebundenen Sparplan achten sollten, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber: Sparplanfähige ETF im Test

Haben Sie den ETF Ihrer Wahl ausgewählt, müssen Sie noch angeben, in welchen Zeitabständen/Intervallen Sie den Sparplan besparen wollen, zum Beispiel monatlich oder vierteljährig. Geben Sie darüber hinaus den ersten Ausführungstermin Ihrer Sparplan-Order an und legen Sie fest, wie lange Sie regelmäßig investieren wollen. 

Kurzanleitung für den ETF-Erwerb

1
Eröffnen Sie ein Wertpapierdepot bei einem günstigen Online-Broker, falls Sie noch kein Depot besitzen.
2
Wählen Sie passende ETF für Ihr Investment aus.
3
Füllen Sie die Ordermaske bei Ihrem Broker aus, indem Sie ISIN oder WKN, Stückzahl und Handelsplatz festlegen. Jetzt können Sie Ihren ETF ordern.

Fazit: ETF-Kauf leicht gemacht mit Profis oder in Eigenregie 

Exchange Traded Funds bieten Anlegern eine beson­ders ein­fache Art, an der Börse zu inves­tieren. Die Index­fonds können Sie entweder selbst­stän­dig er­wer­ben oder von Profis für sich kaufen lassen. Welcher Weg für Sie am besten ist, hängt von Ihrer Le­bens­situ­ation und Ihren Prä­fe­ren­zen ab. Sind Sie re­gel­mä­ßig an der Börse aktiv, werfen häufig einen Blick in Ihr Depot und haben aus­rei­chend Zeit, sich mit Ihrem Ver­mögens­auf­bau zu be­schäf­ti­gen, können Sie ETF ei­gen­stän­dig erwerben. 

Für Anleger, die noch wenig Er­fah­rung mit der Börse gesammelt haben, wenig Zeit haben, sich mit Ihrer Geld­an­la­ge zu beschäf­tigen oder generell bequem Ver­mögen aufbauen wollen, bietet sich die kom­for­table ETF-Anlage über einen Robo-Advisor wie OSKAR, Scalable Capital oder Quirion an. Mit wenig Vor­arbeit können Sie sich bequem zurücklegen und die Profis zielgerichtet investieren lassen. 

Wie kaufe ich ETF? - das sollten Sie tun

1
Entscheiden Sie sich, ob Sie bequem einen Robo-Advisor für Sie in ETF investieren lassen oder ETF in Eigenregie erwerben.
2
Wählen Sie einen passenden Robo-Advisor für Ihre Geldanlage aus, oder folgen Sie in Eigenregie unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.
3
Jetzt kann es losgehen: Lassen Sie ETF ordern oder ordern Sie selbst börsengehandelte Indexfonds und sparen Sie langfristig renditestark.

Beitrag verfasst von:

ANNIKA NIEDERKORN – EHEMALIGE REDAKTEURIN

Annika Niederkorn war von 2018 bis 2019 zuständig für die Themen Versicherung und Vorsorge. Zuvor schrieb Sie als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen und hospitierte unter anderem bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Ihr Studium der Politischen Kommunikation schloss sie mit einem Master ab.

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Bildquelle: saknakorn / Shutterstock.com

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