Das ändert sich ab 2023

Bürgergeld 2022 ersetzt Hartz 4

Nach dem Willen der Ampel-Koalition soll das Bürgergeld die Hartz-IV-Regelungen ab 2023 ablösen, so viel ist sicher. Laut Koalitionspapier ist das Ziel des Bürgergeldes, die Würde der Betroffenen zu achten, mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und Sozialleistungen leichter zugänglich zu machen. Was sich ab nächstem Jahr ändern könnte, erfahren Sie in diesem Ratgeber. Tipps und die wichtigsten Informationen gibt es gleich zum Einstieg!

Bürgergeld - Empfehlungen & Tipps

Mit dem Bürgergeld sollen sich kleinere Zuverdienste mehr lohnen als bei Hartz IV.
Tipp: Aktuell befindet sich das Bürgergeld noch in Planung. Alle Informationen zum aktuellen ALG I und ALG II finden Sie in unserem Ratgeber zum Arbeitslosengeld.
Unsere Empfehlung: Um Bedürftigkeit bei einer krankheitsbedingten Berufsunfähigkeit zu vermeiden, sollten Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen.

Bürgergeld - das Wichtigste in Kürze

Das Bürgergeld soll zum 1. Januar 2023 eingeführt werden, der Gesetzesentwurf könnte demnach bereits im Sommer 2022 verabschiedet werden.
Im Vergleich zu Hartz 4 könnte das Bürgergeld höhere Beiträge für Leistungsbezieher mit sich bringen.
Wichtig: Die Anträge für das Bürgergeld werden vermutlich von den Kommunen und nicht mehr von den Jobcentern bearbeitet.
Bürgergeld 2022 ersetzt Hartz 4

Bürgergeld: Das soll es erreichen

Viele haben sich ein Burgergeld gewünscht, die Regierungskoalition, bestehend aus SPD, FDP und Grünen, hat in ihrem Koalitionspapier aber zunächst nur ein Bürgergeld vereinbart. Wie das genau aussehen soll, ist noch nicht entschieden. Die meisten Vorschläge kommen bisher aus dem SPD-geführten Arbeitsministerium und sollen für höhere Beiträge der Sozialhilfeberechtigten sowie geringere Sanktionen sorgen. Weiterhin soll es sich mit dem Bürgergeld mehr lohnen, sich einen Zuverdienst zu suchen, was wiederum die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben erleichtern könnte. Wie das Bürgergeld am Ende genau ausgestaltet wird, bleibt noch abzuwarten.

Für wen es das Bürgergeld geben könnte

Nach aktuellem Stand ist das Bürgergeld für erwerbsfähige Personen ab 15 Jahren vorgesehen, deren Bezüge aus dem ALG 1 auslaufen. Das soll auch gelten, wenn die Betroffenen mit einer erwerbstätigen Person in einem Haushalt leben. Zudem ist eine Art zusätzliche Grundsicherung für Kinder und Jugendliche angedacht, die insbesondere deren Bildungschancen erhöhen soll. Sie können aber jetzt schon prüfen, ob Sie Anspruch auf den Kinderzuschlag haben.

Hinweis: Laut der Bundeszentrale für politische Bildung gilt eine Person als erwerbsfähig, die „nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 3 Stunden täglich erwerbstätig zu sein (§ 8 Abs. 1 SGB II)“.

Wie und wo wird das Bürgergeld voraussichtlich beantragt

Anders als bei Hartz 4 soll das Bürgergeld nicht über die Jobcenter, sondern die Kommunen beantragt werden. Den Antrag kann man dann vermutlich direkt auf dem Amt oder dem Postweg einreichen. Im Sinne der Barrierefreiheit scheint ebenso ein digitaler Antragsweg geplant zu sein, dies könnte per E-Mail oder über ein Online-Formular realisiert werden.

Wichtig: Wie bei vielen anderen Sozialleistungen auch, könnte das Datum des Antrageingangs für das Bürgergeld entscheidend sein. Es ist möglich, dass es keine rückwirkenden Zahlungen gibt. Stellen Sie also den Antrag auf Bürgergeld, sobald es möglich ist, sofern Sie einen Anspruch darauf haben.

Wie hoch könnte das Bürgergeld ausfallen?

Nach den Plänen der SPD und Grünen soll das Bürgergeld ungefähr zehn Prozent höher als Hartz IV ausfallen. Damit könnten sich Bezieher des aktuellen ALG 2 über 40 bis 50 Euro mehr pro Monat freuen, exklusive höheren Freibeträgen für Nebenverdienste und zusätzlichen Leistungen für den Nachwuchs. Berücksichtig werden sollen bei der Bemessung der Leistungen die Lebenshaltungskosten, das eigene Einkommen und Vermögen sowie das des Partners und die Wohnkosten. Der Antrag auf das Bürgergeld muss nach aktuellem Stand alle sechs Monate neu gestellt werden. Allerdings sträubt sich die FDP noch dagegen, ob es also wirklich so kommt, bleibt fraglich. Kritiker befürchten, dass das Bürgergeld nur einen öffentlichkeitswirksamen Namenstausch mit sich bringt und keine wirklichen Verbesserungen, ähnlich wie bei der Grundrente.

Bürgergeld - das sollten Sie tun

1
Behalten Sie Beschlüsse der Regierung zum Bürgergeld im Blick, wenn Sie antragsberechtigt sein könnten.
2
Stellen Sie Ihren Antrag auf Bürgergeld so früh wie möglich, da es vielleicht keine rückwirkenden Zahlungen geben wird. Die Bearbeitung des Antrages könnte viel Zeit in Anspruch nehmen, in der Sie unter Umständen keine Sozialleistungen erhalten.
3
Prüfen Sie Möglichkeiten auf geringfügige Zuverdienste, die sich mit dem Bürgergeld mehr lohnen könnten als mit Hartz IV.

Beitrag verfasst von:

BENJAMIN RESSEL - RATGEBER-REDAKTEUR

benjamin ressel rredakteur Benjamin Ressel ist seit Anfang 2022 in der Ratgeber-Redaktion. Sein Masterstudium absolvierte er im Fachbereich Germanistik, während dessen er bereits als freier Lektor und Autor tätig war. Erste journalistische Erfahrungen sammelte er als Eventreporter, bevor ihn sein Weg zu finanzen.net führte.

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Bildquelle: Hyejin Kang / Shutterstock.com

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