Gewinnausschüttungen

Dividenden: Mit Aktien, ETFs und Fonds in Dividendentitel investieren

Die meisten Anleger hielten Dividenden für eine lange Zeit als nicht besonders wichtig oder gar notwendig. Doch der Slogan "Dividenden sind die neuen Zinsen" ist immer öfter zu hören und in den vergangenen Jahren ist das Thema wichtiger geworden. Die Zinsen sind historisch niedrig und der Wert des DAX hat sich in den vergangenen 31 Jahren fast verzwölffacht. Der Großteil dieser Entwicklung entstand nicht durch Kurssteigerungen der Aktien, sondern durch deren Dividenden. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie Sie in Dividendentitel investieren können.

Warum Dividenden oft wichtiger als Kursgewinne sind

Dividenden - das Wichtigste in Kürze

Dividenden sind Anteile des Gewinns einer Aktiengesellschaft, die an Aktionäre ausgeschüttet werden. Diese Ausschüttung erfolgt in der Regel jährlich.
Rund 60 Prozent der internationalen Firmen zahlen Dividenden aus, darunter viele DAX-Unternehmen.
US-Starinvestor Warren Buffett setzt auf die "Macht der Dividenden", Gewinnausschüttungen der Unternehmen sind mehr als "nettes Beiwerk".

Dividenden - Empfehlungen & Tipps

Anleger sollten ein Investment in Einzeltitel vermeiden und auf eine breite Streuung achten.
Unsere Empfehlung: Eine Möglichkeit ist das Investment in Dividenden in Form von Fonds. Dividendenfonds sind jedoch kein Basisinvestment, sie ergänzen ein diversifiziertes Portfolio.
Tipp: Wenn Sie mehr über Dividendenfonds erfahren möchten, finden Sie in unserem Artikel dazu einen ausführlichen Vergleich der besten Fonds.

Dividenden können sich für Anleger lohnen!

Die breite Anlagemasse hat über eine lange Zeit hinweg Dividenden als nicht besonders wichtig oder notwendig erachtet. Doch die Zinsen sind seit Jahren historisch niedrig und damit wurde das Thema immer wichtiger. Und so preist die Finanzindustrie in den vergangenen Jahren zunehmend Produkte an, die Dividendenstrategien umsetzen. Der Slogan „Dividenden sind die neuen Zinsen“ ist immer öfter zu hören. Das ist zwar etwas überzogen, denn Aktien- und Anleiheinvestments sind sehr unterschiedliche Dinge, die nicht nachlässig miteinander verwoben werden sollten. Finanzberater, die ihren Kunden solche Gedanken nahelegen, machen sich angreifbar und bewegen sich damit rechtlich auf sehr dünnem Eis. Doch unter den Tisch kehren muss man die Kraft der Dividenden trotzdem nicht.

Vorzüge von Dividendenaktien

Investitionen in Unternehmen, die Dividenden ausschütten, können auch unabhängig von der Motivation des Zinsersatzes eine sinnvolle Option sein. Dividendenzahlungen allein können bereits viel über ein Unternehmen aussagen. Bezahlt ein Unternehmen zum Beispiel seit zehn Jahren kontinuierlich steigende Dividenden, können Anleger mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um eine florierende Firma handelt. Sie betreibt ein Geschäft, das steigende Ausschüttungen auch finanziell zulässt. Das bedeutet, dass die Firma so viel Cash aus dem operativen Geschäft heraus erwirtschaften muss, dass zum einen Investitionen sowie eventuelle Fremdkapitalgeber bedient werden können, als auch Aktionäre über eine Ausschüttung.

Vor diesem genannten Hintergrund ist es auch oftmals der Fall, dass dividendenstarke Unternehmen bilanziell ebenfalls gut ausgestattet sind: mit vergleichsweise hohen Eigenkapitalquoten, niedriger Verschuldung und guter Cash-Position. Diese Unternehmen sind außerdem oft sehr gut in ihrer jeweiligen Branche positioniert. Sie zeichnen sich durch Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmale aus. So schaffen sie es, hohe Cashflows zu erwirtschaften, die dann an die Aktionäre ausgeschüttet werden können.

Dividenden haben außerdem auf einen Portfoliokontext eine begünstigende Wirkung: verlässliche Renditen und eine reduzierte Volatilität. Ein weiterer Grund ist, neben den bereits erwähnten qualitativen Aspekten, dass die Dividenden als Puffer gegen Kursverluste wirken. Die Pufferwirkung kann gerade über einen langen Investitionszeitraum hinweg eine entscheidende Rolle spielen.

Dividenden stärker als die Kursentwicklung

Deutlich sichtbar wird der Einfluss der Dividenden beim Blick auf die Ergebnisse einer Studie der Sutor Bank aus dem Jahr 2019. Das Hamburger Finanzinstitut hat über einen Zeitraum von 31 Jahren – also seit Auflegung des DAX – ausgewertet, wie groß der Anteil der Dividenden an der Performance des DAX ist. Der deutsche Leitindex eignet sich in diesem Zusammenhang gut als Studienobjekt, denn bei dessen Wertermittlung werden nicht nur die Kursentwicklungen der einzelnen Indexmitglieder, sondern auch deren Dividendenausschüttungen berücksichtigt.

Das Ergebnis der Studie ist überraschend: Trennt man den DAX nach Kurs- und Dividendenentwicklung auf, zeigt sich, dass die reine Aktienkursperformance seit dem 31. Dezember 1987, dem Start des Index, bis Ende 2018 der Studie zufolge zwar beachtliche 5,2 Prozent pro Jahr betrug. Vereinfacht dargestellt wurden aus einem Euro Investment in den DAX Ende 1987 bis heute also 4,81 Euro. Doch berücksichtigt man nur die Dividenden und hätte diese im Laufe der Zeit immer wieder in Aktien reinvestiert, hätte man in 31 Jahren aus einem Euro stolze 10,56 Euro gemacht. Die jährliche DAX-Rendite inklusive Dividenden betrug somit 7,9 Prozent. „Obwohl die Differenz der Rendite von DAX und DAX Kursindex im betrachteten Zeitraum durchschnittlich nur 2,7 Prozent pro Jahr beträgt, hat sich der Ertrag über die Laufzeit mehr als verdoppelt – aufgrund des Zins- und Zinseszinseffekts“, erklärt Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung der Sutor Bank.

Beispiel Daimler: Nur die Dividende macht’s

Dass die getrennte Betrachtung von Aktienkurs und Dividenden nur die halbe Wahrheit ist, lässt sich an der Daimler AG, dem deutschen Vorzeigeunternehmen schlechthin, eindrucksvoll beweisen. Die Daimler-Aktie verzeichnete am 20. Dezember 2018 einen Kurswert von 46,51 Euro. Blickt man zurück, so entspricht das ziemlich genau dem Kurswert von Anfang 1987, anderthalb Jahre bevor der DAX gegründet wurde, als die Daimler-Aktie für rund 46,50 Euro zu haben war, umgerechnet von D-Mark sowie bereinigt um sämtliche Kapitalmaßnahmen. Dennoch haben Daimler-Aktionäre über den Zeitraum von 31 Jahren eine jährliche Durchschnittsrendite von 8,2 Prozent inklusive Dividenden mitgenommen. Tatsächlich gaben nur die Dividenden den Ausschlag.

„Während der Daimler-Aktienkurs über den Zeitraum von 31 Jahren ein Nullsummenspiel ist, brachten die Dividenden den Daimler-Aktionären eine ordentliche Rendite, die zeitweise über dem DAX lag. Das zeigt, dass die Dividenden bei Wiederanlage für einen anständigen Zins-und-Zinseszins-Ertrag gesorgt haben. Und das obwohl beispielsweise 1996 aufgrund der Vollabschreibung der Fokker-Beteiligung und 2010 nach einer der schlimmsten weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrisen der Nachkriegsgeschichte die Dividendenzahlungen ganz ausfielen oder, wie kürzlich gemeldet, geplante Dividenden gekürzt werden müssen“, so Neumann.

Dividenden – der Dividendenkalender

Im Dividendenkalender können Anleger alle Dividenden mit Dividendenrendite von allen deutschen und ausländischen Aktien einsehen. Zusätzlich finden sie dort auch die Hauptversammlungstermine aller Aktiengesellschaften.

Die „ordentliche Hauptversammlung“ (HV) eines Unternehmens findet mindestens einmal im Jahr statt. In dieser wird unter anderem über die Ausschüttung der Dividende beraten: Der Vorstand schlägt der HV eine Dividendenzahlung vor und stimmberechtigte Aktionäre sind dann zur Abstimmung berechtigt. Stimmt eine einfache Mehrheit für den Dividendenvorschlag, gilt er als angenommen. Deutsche Unternehmen schütten in der Regel einmal jährlich eine Dividende aus, bei amerikanischen Unternehmen sind im Gegensatz dazu Quartalsdividenden gängig.

Außerordentliche Hauptversammlungen werden hingegen zu speziellen Anlässen, wie zum Beispiel einer bevorstehenden Übernahme, einberufen, und nicht im Dividendenkalender gelistet.

Dividenden: So können Sie investieren

Generell gilt nach Meinung von Lutz Neumann, dass Anleger ein Investment in Einzeltitel oder nur wenige Titel vermeiden sollten. Es komme vielmehr darauf an, sein Geld möglichst breit am Kapitalmarkt weltweit zu streuen. „Kurzfristige Kursschwankungen sind bei einem langfristigen Investment kein Grund, nervös zu werden, da sie zum Kapitalmarkt nun einmal dazu gehören. Auf lange Sicht stellt sich der Erfolg von ganz allein ein, trotz zwischenzeitlicher Schwankungen. Unsere Analyse zeigt, dass die Dividende dabei langfristig zu einem wesentlichen Renditefaktor werden kann“, sagt Lutz Neumann. Die BASF Dividende und die Allianz Dividende erfreuen sich zum Beispiel großer Beliebtheit bei Invsestoren.

Anleger, die mit längerem Atem und nicht in ausgewählte Dividenden Aktien investieren wollen, können in etliche Fonds investieren, die auf Dividendenstrategien setzen.

Hinweis: Um Ihr Geld an der Börse investieren zu können, müssen Sie zuerst ein Wertpapierdepot eröffnen.

Investmentfonds: Die besten Dividendentitel

ISIN Name Perf. lfd. Jahr Perf. 1 Jahr Perf. 3 Jahre p.a. Perf. 5 Jahre p.a. Kosten per Trans­aktion TER
IE00B0YVMM43 Canada Life Dividende Plus ll +9,79% +25,24% +7,81% +6,65% 0,00% 1,50%
LU0506868503 Stuttgarter Dividendenfonds +9,20% +20,32% +10,78% +6,80% 5,00% 2,59%
LU0162120678 Marathon Aktien DividendenStars T +9,35% +23,92% +7,63% +6,81% 3,00% 2,64%
LU0159550150 DJE Dividende & Substanz P (EUR) +8,41% +27,97% +7,96% +7,60% 5,00% 1,85%
DE0009779611 First Private Euro Dividenden STAUFER A +12,52% +38,30% +2,91% +5,08% 5,00% 1,61%
DE0009780411 LBBW Dividenden Strategie Euroland R +6,73% +25,51% -3,90% +1,85% 5,00% 1,77%
AT0000A0XHJ8 3 Banken Dividenden-Aktienstrategie +5,72% +17,20% +7,27% +4,15% 5,00% 1,83%
AT0000495288 Raiffeisen-TopDividende-Aktien (A) +9,29% +27,66% +0,01% +2,11% 4,00% 1,74%
DE000DK2CGN4 Deka-DividendenDiscount CF +5,66% +5,49% +2,37% -0,11% 3,75% 1,42%
LU0186860408 UniDividendenAss A +10,60% +29,38% +4,71% +2,10% 4,00% 1,52%
DE0009848119 DWS Top Dividende LD Fonds +8,01% +7,82% +6,93% +4,53% 5,00% 1,45%
Stand: 04/2021

Mit ETFs von Dividenden-Titeln profitieren

Daneben gibt es eine ganze Reihe von ETF-Lösungen, die in Dividendentitel investieren und regelmäßig Anpassungen vornehmen. Gute Beispiele dafür sind etwa ETFs des Emittenten Wisdom Tree. Das US-Unternehmen hat vor ein paar Jahren verschiedene Produkte auf dem deutschen Markt eingeführt, die internationale Dividendentitel beinhalten und quartalsweise ausschütten. Dazu zählen unter anderem der WisdomTree Europe Equity Income (WKN: A14ND3/ISIN: DE000A14ND38) und der WisdomTree US Equity Income (WKN: A14ND1/ISIN: DE000A14ND12), die jeweils die Kursentwicklung mehrerer Hundert dividendenstarker Aktienwerte abbilden und die eingezogenen Dividenden vierteljährlich an die Anleger ausschütten. Gerade für Anleger, die auf regelmäßigen Kapitalfluss als Alternative zu Anleihen-Investments setzen, bieten sich solch ausschüttende Dividenden-ETFs an.

Ein weiteres Beispiel ist der ETF EURO STOXX Select Dividend 30 von iShares (WKN: 263528/ISIN: DE0002635281), der die Wertentwicklung der 30 dividendenstärksten Aktien aus den Ländern der Eurozone nachvollzieht. Der Index, der dem ETF als Basiswert dient, enthält ausschließlich Unternehmen, deren Dividende in den vergangenen fünf Jahren nicht gesunken ist und bei denen das Verhältnis von Dividende zu Gewinn je Aktie höchstens 60 Prozent beträgt. Ebenso wie die WisdomTree-Produkte schüttet der iShares-ETF regelmäßig die Dividenden der im Index enthaltenen Aktien aus.

Weitere Beispiele für Dividenden-Produkte sind die beiden ETFs auf den STOXX Global Select Dividend 100 Index von db x-trackers (WKN: DBX1DG/ISIN LU0292096186) und iShares (WKN: A0F5UH/ISIN: DE000A0F5UH1). Der Index, auf den sich die beiden ETFs beziehen, enthält 100 Aktien mit hohen Dividendenausschüttungen aus dem STOXX Global 1800 Index, der sich aus 600 europäischen, 600 nordamerikanischen und 600 Werten aus dem asiatisch-pazifischen Raum zusammensetzt. Der Index ist dadurch breiter diversifiziert als der EURO STOXX Select Dividend 30 Index – enthält aber aufgrund der weltweiten Streuung auch ein gewisses Währungsrisiko.

Tipp: In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Fonds kaufen und sie zum Vermögensaufbau nutzen können.

Dividenden - das sollten Sie tun

1
Eröffnen Sie ein Wertpapierdepot ohne Kontoführungsgebühren, zum Beispiel das finanzen.net Brokerage Depot.
2
Dividenden sind ein attraktiver Aspekt der Anlage und sollten von jedem Anleger berücksichtigt werden.
3
Wenn Sie sich entscheiden, in Dividenden zu investieren, streuen Sie Ihr Risiko am besten mit aktiv gemanagten Investmentfonds oder passiven ETFs. Beide bündeln verschiedene Aktien, ETFs sind besonders günstig.
4
Je nachdem für welche Anlageart Sie sich entscheiden, sollten Sie immer die Kosten im Blick behalten.

Beitrag aktualisiert von:

JOY JAKOB – RATGEBER-REDAKTEURIN

Joy Jakob - Redakteurin finanzen.net RatgeberJoy Jakob verstärkt seit Anfang 2020 die Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Ihr Journalismus-Studium hat sie mit Bachelor abgeschlossen. Während ihres Studiums hospitierte sie unter anderem bei der Badischen Zeitung und in der Presseabteilung des SV Werder Bremen.

Beitrag verfasst von:

Redaktion finanzen.net

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: Monster Ztudio / Shutterstock.com

JETZT NEWSLETTER ABONNIEREN!

Sie wollen rund um das Thema Börse immer auf dem Laufenden bleiben?
Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Ratgeber-Newsletter!

BackToTop Nach oben