DDV-Kolumne

Max Mustermann existiert nicht


Max Mustermann existiert nicht | finanzen.net

Wie lässt sich heutzutage Risiko definieren? Und wie schaut es mit der Risikobereitschaft bei Deutschlands Zertifikate-Anlegern aus?

Simple gleichfalls spannende Fragen in Zeiten von Nullzins und steigender Inflationserwartung. Die fünf Antwortmöglichkeiten wurden jedenfalls voll ausgeschöpft. Rund ein Drittel der Zertifikate-Anleger in Deutschland stuft sich in die Kategorien sicherheitsorientiert oder begrenzt risikobereit ein. Weitere 41 Prozent bezeichnen sich als vermehrt risikobereit bis spekulativ, während sich etwas mehr als ein Viertel der mittleren Risikoklasse zuordnet. So weisen es die Ergebnisse der aktuellen Trend-Umfrage im Monat März 2017 aus. Immerhin nahmen mehr als 2.200 Personen daran teil, so dass es sich durchaus um ein repräsentatives Ergebnis handelt. Zugegeben, in der Regel sind die Teilnehmer eher gut informierte sogenannte selbstentscheidende Anleger, die weitgehend ohne aktive Beratung auskommen und ihr Depot eigenständig allokieren.

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Dennoch wird aus den Ergebnissen der Umfrage eines ersichtlich: Den einen Typus Anleger gibt es nicht. Privatanleger unterscheiden sich eben auch in ihrer Risikoneigung erheblich voneinander. Das sollten Politiker und Verbraucherschützer bei all ihren Bemühungen rund um den Anlegerschutz im Fokus haben und entsprechend berücksichtigen. Anleger, die bereit sind, für höhere Renditechancen auch größere Risiken einzugehen, dürfen nicht bevormundet werden. Stattdessen müssen sie aufgeklärt und zu wirklich mündigen Anlegern herangezogen werden. Anleger, die bisher nur auf Tages- und Festgeld setzen, müssen umdenken und für sich den Begriff des Risikos ganz individuell neu definieren.

Die Bandbreite an strukturierten Wertpapieren reicht von kapitalgeschützten Produkten bis hin zu spekulativeren Hebelprodukten und bedient damit jeden Anlegerwunsch mit jedweder Risikoneigung. Strukturierte Wertpapiere als wohldosierte Beimischung sind und bleiben Bestandteile eines erfolgreichen Depots. Dabei ist es produktseitig möglich, auf jede Form der Risikoneigung oder -aversion einzugehen. Bis das allerdings von allen gesagt und darüber hinaus bei allen angekommen und zuletzt verstanden worden ist, wird es dauern. Insofern muss die Finanzkommunikation weiter viel Aufklärungsarbeit leisten.

Der DDV ist die Branchenvertretung der führenden Emittenten derivativer Wertpapiere. Er fördert den Derivatemarkt und somit die Akzeptanz von Zertifikaten, Aktienanleihen und Optionsscheinen. Zu den Zielen zählen Anlegerschutz, Verbesserung der Verständlichkeit und Transparenz. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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