Wie kauft man Aktien
Aktien kauft man über ein Wertpapierdepot bei einer Bank, Direktbank oder einem Online-Broker: Nach der Depot-Eröffnung mit Identitätsprüfung überweist der Anleger Geld auf das Verrechnungskonto und erteilt anschließend eine Kauforder für die gewünschte Aktie. Neobroker wickeln diesen Ablauf oft in wenigen Minuten komplett online ab, teils schon ab einem Euro Einsatz. Von [Roland Kuse · Veröffentlicht am 16.07.2026 Ein Wertpapierdepot bildet die gesetzliche Grundvoraussetzung für den Kauf von Aktien und lässt sich bei Neobrokern, Direktbanken oder Filialbanken vollständig online eröffnen. Der Eröffnungsantrag verlangt persönliche Daten, die elfstellige Steuer-Identifikationsnummer und eine Selbstauskunft zur eigenen Börsenerfahrung. Die gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung läuft per VideoIdent-Verfahren innerhalb weniger Minuten oder alternativ per PostIdent in einer Postfiliale ab. Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder finanzen.net ZERO schalten das Depot meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen frei, Direktbanken benötigen teils länger. Direkt bei der Eröffnung lohnt sich die Einrichtung eines Freistellungsauftrags über den Sparerpauschbetrag, damit die Bank spätere Kursgewinne und Dividenden bis zur Freigrenze ohne Steuerabzug auszahlt. Filialbanken bieten zusätzliche persönliche Beratung, verlangen dafür aber häufig eine jährliche Depotführungsgebühr, während Neobroker und die meisten Direktbanken das Depot kostenlos führen. Nach der Depot-Freischaltung überweist der Anleger Geld vom eigenen Girokonto auf das zum Depot gehörende Verrechnungskonto, über das später alle Käufe und Verkäufe abgerechnet werden. Broker akzeptieren aus Gründen des Einlegerschutzes meist nur Überweisungen von einem Konto, das auf den Namen des Depotinhabers läuft. Die gewünschte Aktie identifiziert der Anleger über die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die internationale Kennnummer ISIN, die sich in der Broker-App oder -Website eingeben lässt. Viele Neobroker ermöglichen den Kauf von Bruchstücken (Fractional Shares): Statt einer ganzen, teuren Einzelaktie kauft der Anleger für einen festen Betrag, etwa 25 Euro, einen entsprechenden Anteil der Aktie. Diese Bruchstücke bilden Kursgewinne und Dividenden anteilig ab, sodass auch teure Einzelaktien schon mit kleinen Beträgen zugänglich sind. Die Kauforder ist die verbindliche Anweisung an den Broker, eine bestimmte Stückzahl einer Aktie zu einem festgelegten Preis oder zum aktuellen Marktpreis zu erwerben. Zwei Ordertypen stehen zur Auswahl: Die Market-Order kauft sofort zum aktuellen Kurs, die Limit-Order kauft erst, sobald der Kurs eine selbst festgelegte Grenze erreicht oder unterschreitet. Nach Erteilen der Order bestätigt der Broker den Kauf per Transaktionsbeleg, aus dem der genaue Ausführungskurs sowie die angefallenen Kosten hervorgehen. Bei Neobrokern fällt für den Aktienkauf meist eine Ordergebühr von 0 bis 1 Euro an; an Börsenplätzen wie Xetra kommt oft eine zusätzliche Handelsplatzgebühr hinzu, die im Direkthandel über Plätze wie Gettex meist entfällt. Auf realisierte Kursgewinne und Dividenden erhebt das Finanzamt die Abgeltungsteuer von 26,375 Prozent, zuzüglich Kirchensteuer bei Kirchensteuerpflichtigen. Ein rechtzeitig eingerichteter Freistellungsauftrag hält Kapitalerträge bis 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei (Stand: 2026). Einzelaktien tragen zudem ein Verlustrisiko bis zum Totalverlust; eine Streuung über mehrere Unternehmen reduziert dieses Risiko. Für den ersten Aktienkauf reicht bei vielen Neobrokern bereits ein Euro, da Bruchstücke (Fractional Shares) auch teure Einzelaktien anteilig zugänglich machen. Eine Mindesteinlage verlangen die meisten Online-Broker nicht. Wer klassische Ordergebühren umgehen will, sollte auf sparplanfähige Aktien und ETFs mit gebührenfreien Sparplänen achten. Die Online-Registrierung für ein Wertpapierdepot dauert in der Regel 5 bis 10 Minuten, das anschließende VideoIdent-Verfahren weitere 5 Minuten. Nach erfolgreicher Legitimation schaltet der Broker das Depot meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen frei, bei PostIdent kann die Freischaltung bis zu drei Werktage dauern. Der reine Kauf einer Aktie löst keine Steuerpflicht aus. Abgeltungsteuer fällt erst an, sobald Erträge entstehen: beim Verkauf mit Gewinn oder beim Erhalt einer Dividende. Unrealisierte Kursgewinne im Depot bleiben unabhängig von ihrer Höhe steuerfrei, solange die Aktie nicht verkauft wird. Neobroker berechnen für eine Aktien-Order meist eine Pauschale von rund 1 Euro pro Transaktion, teils fällt bei Wahl eines bestimmten Handelsplatzes eine zusätzliche Gebühr von rund 2 Euro an (Stand: 2026). Sparplan-Ausführungen sind bei den meisten Anbietern zusätzlich gebührenfrei.Wie kauft man Aktien?
Das Wichtigste in Kürze
Depot eröffnen: Der erste Schritt zum Aktienkauf
Geld einzahlen und die passende Aktie auswählen
Kauforder erteilen: Market-Order oder Limit-Order
Wichtige Hinweise zu Kosten, Steuern und Risiko
Wie viel Geld braucht man für den ersten Aktienkauf?
Wie lange dauert die Depot-Eröffnung?
Fallen beim Aktienkauf selbst Steuern an?
Was kostet eine Aktien-Order bei einem Neobroker?
Quellen