Nachbörslicher Handel
Nachbörslicher Handel bezeichnet den Handel mit Wertpapieren nach dem Ende der regulären Börsensitzung, in Deutschland also nach Xetra-Schluss um 17:30 Uhr. Anleger können über Direkthandelsplätze wie Tradegate oder Lang & Schwarz meist bis 22:00 Uhr weiterhandeln. Der nachbörsliche Handel ermöglicht es, auf Nachrichten oder Quartalszahlen zu reagieren, bevor die Hauptbörse am nächsten Tag wieder öffnet. Von Roland Kuse · Veröffentlicht am 06. Juli 2026 Der nachbörsliche Handel läuft über elektronische Direkthandelsplätze, die nach Schluss der Hauptbörse eigene Kurse stellen. In Deutschland zählen Tradegate Exchange, Lang & Schwarz und gettex zu den bekanntesten Anbietern. Tradegate ist dabei selbst eine von der BaFin regulierte Börse und bietet Handelszeiten von etwa 8 bis 22 Uhr, während Lang & Schwarz als Market Maker eigene Kurse teils bis 23 Uhr sowie an Wochenenden stellt. Die Kursbildung erfolgt nachbörslich meist durch einen einzelnen Market Maker oder wenige Marktteilnehmer, nicht über ein breites Orderbuch wie bei Xetra. Deshalb orientieren sich nachbörsliche Kurse oft an Vorbörsen in den USA oder Asien sowie an aktuellen Unternehmensmeldungen, weichen aber teils spürbar vom letzten Xetra-Kurs ab. Anleger nutzen den nachbörslichen Handel vor allem, um zeitnah auf Nachrichten zu reagieren, die nach Xetra-Schluss veröffentlicht werden, etwa Quartalszahlen oder Gewinnwarnungen. Wer auf solche Meldungen wartet, kann eine Position noch am selben Abend eröffnen oder schließen, statt bis zur nächsten Handelseröffnung zu warten. Auch die Kursentwicklung US-amerikanischer Aktien lässt sich nachbörslich in Deutschland verfolgen und handeln, während die US-Börsen noch geöffnet sind. Berufstätige nutzen die längeren Handelszeiten außerdem, um erst nach Feierabend Order aufzugeben. Der nachbörsliche Handel ersetzt jedoch nicht den regulären Handel: Die höchste Liquidität und die engsten Spreads bieten Xetra und Tradegate weiterhin während der überlappenden Handelszeiten mit den US-Börsen am Nachmittag. Nachbörsliche Kurse spiegeln oft nur wenige Transaktionen wider und können deutlich vom Schlusskurs der Hauptbörse abweichen. Die Liquidität ist außerhalb der Kernhandelszeiten meist geringer, wodurch sich Geld-Brief-Spannen ausweiten und größere Orders schwerer zu fairen Preisen ausführen lassen. Viele Broker akzeptieren nachbörslich ausschließlich Limit-Orders, um Anleger vor unerwarteten Ausführungskursen zu schützen. Bei geringem Handelsvolumen kann ein einzelner großer Auftrag den nachbörslichen Kurs stärker bewegen als im regulären Handel üblich. Gut zu wissen: Nachbörslicher Handel bezeichnet die Zeit nach Börsenschluss, vorbörslicher Handel die Zeit davor. Beide Begriffe fallen unter den weiter gefassten außerbörslichen Handel beziehungsweise Direkthandel, der grundsätzlich außerhalb des Xetra-Orderbuchs stattfindet. Der nachbörsliche Handel dauert in Deutschland je nach Handelsplatz meist bis 22:00 Uhr, bei Lang & Schwarz teils bis 23:00 Uhr. Die genauen Zeiten legt jeder Direkthandelsplatz selbst fest und können je nach Broker leicht abweichen. Im nachbörslichen Handel akzeptieren die meisten Broker ausschließlich Limit-Orders, keine Market-Orders. Diese Beschränkung schützt Anleger davor, aufgrund geringer Liquidität zu einem stark abweichenden Kurs ausgeführt zu werden. Die Begriffe überschneiden sich, sind aber nicht identisch. Nachbörslicher Handel bezieht sich auf die Uhrzeit nach Börsenschluss, außerbörslicher Handel allgemein auf den Handel außerhalb des offiziellen Börsenorderbuchs, unabhängig von der Tageszeit.Was ist nachbörslicher Handel?
Das Wichtigste in Kürze
Wo und wie funktioniert der nachbörsliche Handel?
Wofür nutzen Anleger den nachbörslichen Handel?
Wichtige Hinweise zu Liquidität und Kursqualität
Bis wann kann man in Deutschland nachbörslich handeln?
Welche Orderarten sind im nachbörslichen Handel möglich?
Ist der nachbörsliche Handel dasselbe wie der außerbörsliche Handel?
Quellen