Nemetschek: Engel oder Bengel?


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Nemetschek: Engel oder Bengel?

Nach einer fast 12-monatigen Talfahrt hat die Aktie von Nemetschek einen Boden gefunden. Nach erfreulichen Q2-Zahlen wittern Anleger wieder Morgenluft.

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Laut der IG Bauen-Agrar-Umwelt fehlen in Deutschland rund 1,4 Mio. Wohnungen. Der Mangel wird besonders beim sogenannten bezahlbaren Wohnraum und bei Sozialwohnungen sichtbar. Um dieses Defizit bis 2030 zu beheben, müssten jährlich rund 400.000 Wohnungen neu gebaut werden. Ob und wann sich dieser Stau auflöst, ist kaum kalkulierbar. Ein Profiteur von steigender Bautätigkeit könnte jedoch der Softwarehersteller Nemetschek sein.

Gutes Zahlenwerk

Denn das Unternehmen zielt mit seinen Software-Anwendungen auf Planung, Bauausführung und Verwaltung von Gebäuden. Zu den Anwendern gehören Architekten, Ingenieure und Facility-Manager. Im zweiten Quartal 2026 gelang ein währungsbereinigter Umsatzanstieg um 14,5 Prozent auf 327,7 Mio. Euro. Unterm Strich stieg das Q2-Konzernergebnis um über 25 Prozent auf 66 Mio. Euro. Das entspricht einem Gewinn/Aktie von 0,57 Euro.

Übernahme verwässert Gewinnmarge

Für das Gesamtjahr wurden die Ziele bestätigt. Demnach soll der währungsbereinigte Umsatz in einer Bandbreite von 14 bis 15 Prozent zulegen. Die EBITDA-Marge wird zwischen 32 und 33 Prozent gesehen. Inklusive der Akquisition von HCSS sieht es hingegen ein wenig anders aus. Der Umsatzzuwachs dürfte um rund 6 Prozentpunkte stärker ausfallen, bei der EBITDA-Marge wiederum wird durch die Erstkonsolidierung ab 1. Juli die Marge um 1,5 Prozentpunkte verwässert.

Fazit

Engel oder Bengel – das ist hier die Frage. Bei einem aktuellen KGV von 25 auf Basis eines Aktienkurses von 61 Euro ist das Papier trotz des Kursrutsches in den vergangenen 12 Monaten für einen Softwarehersteller recht teuer. Um in diese Bewertung hineinzuwachsen, bedarf es eines konstant starken Gewinnwachstums in den kommenden zwei bis drei Jahren. Denn viele Software-Unternehmen weisen ein KGV von 10 bis 15 auf. Kommt Bewegung in den Wohnungsbau, dürfte Nemetschek dennoch wieder in den Fokus rücken – trotz hoher Bewertung. Technisch könnte die Aktie das Schlimmste hinter sich haben. Der Abwärtstrend ist durch die Seitwärtsbewegung inklusive Bodenbildung bei 52/54 Euro gebrochen. Um in einen Aufwärtstrend überzugehen, müssten zunächst die Widerstände bei rund 71/72 Euro aus dem weg geräumt werden. Hinzu kommt die 200-Tage-Linie, die derzeit bei knapp 72 Euro verläuft.

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Erstellung am 17.08.26 um 9:12 Uhr.

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