Länder mit den höchsten Arbeitslosenquoten 2014
Platz 20: Jemen
Das Ranking
Das Statistikportal Statista untersuchte im letzten Jahr Arbeitslosenquoten rund um den Globus. Das folgende Ranking zeigt die 20 Länder mit den höchsten - offiziellen - Arbeitslosenquoten der Welt. Stand ist der 29.01.2015.
Obwohl Jemen zu den ärmsten Ländern der Erde gehört, verzeichnet das Land ein starkes Bevölkerungswachstum von 2,7 Prozent pro Jahr. Eine Arbeitslosenquote von 17,4 Prozent ist dabei kaum verwunderlich. Rund 60 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus dem Öl- bzw. Gassektor, doch die Ressourcen schwinden. Die jemenitische Regierung ist darum bemüht, die Abhängigkeit des Landes vom Öl zu verringern und wirbt dafür um ausländische Investitionen. Durch die schwierige Sicherheitslage des Landes sind Investoren jedoch schwer zu gewinnen. Die meisten Menschen im Jemen agieren notgedrungen als Selbstversorger und arbeiten in der Landwirtschaft.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt, Bild: H.-Joachim Schiemenz/pixelio.de
Platz 19: Botswana
18,2 Prozent der Bevölkerung Botswanas waren im Jahr 2014 ohne Arbeit. Obwohl Botswana als "Upper Middle Income Country" gelistet ist, steht das Land dennoch vor den typischen Herausforderungen eines Entwicklungslandes: Hohe Abhängigkeit von einem Rohstoff (Diamanten), begrenzte öffentliche Infrastruktur, sowie hohe Arbeitslosigkeit und verbreitete Armut weiter Bevölkerungskreise. Wichtigster Träger der Wirtschaft bleibt der Bergbau, welcher überwiegend der Bergung von Diamanten dient. Dieser Sektor erwirtschaftet mehr als 30 Prozent der Staatseinnahmen des Landes. Die Landwirtschaft trägt nur 2-3 Prozent zum BIP bei, sorgt allerdings weiterhin für das (bescheidene) Einkommen weiter Bevölkerungskreise in den ländlichen Gebieten.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt, Bild: Lothar Henke/pixelio.de
Platz 18: Namibia
Auch Namibia zählt laut Weltbank-Klassifizierung zur Gruppe der "Länder mit oberem mittlerem Einkommen". Dennoch ist das Volkseinkommen immer noch sehr ungleich verteilt, da etwa die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Rund 18,6 Prozent der Bevölkerung waren 2014 arbeitslos. Dennoch weist das Land vor allem in der Geld- und Fiskalpolitik weiterhin Besserungen auf. Ein hohes Maß an politischer Stabilität und Rechtssicherheit sowie eine gut entwickelte Infrastruktur tragen zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes bei. Als Schwächen des Landes gelten jedoch vor allem die fehlende berufliche Qualifikation breiter Bevölkerungsschichten und das noch zu wenig leistungsfähige Schulsystem.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt, Bild: Lothar Henke/pixelio.de

Platz 17: Montenegro
Circa 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Montenegros entfallen auf den Dienstleistungssektor. Der durch die politischen Krisen der Region in den 1990er Jahren ausgelöste Einbruch im Tourismusbereich scheint überwunden. Das mit ca. 625.000 Einwohnern relativ kleine Land steht jedoch auch weiterhin vor industriellen Strukturproblemen. Die frühere sozialistische Großindustrie befindet sich in einer schwierigen Lage. Insbesondere die Metallindustrie, die Werften, die Holzverarbeitung und der Bergbau sind von der schlechten Auftragslage betroffen. Diese Umstände wirken sich auch auf die Arbeitslosenquote aus: Rund 19,1 Prozent der Bevölkerung waren 2014 arbeitslos.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt, Bild: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Platz 16: Libyen
Durch den politischen Umsturz im Jahr 2011 wurde auch die Wirtschaft Libyens stark erschüttert. Seit der Stürzung des Diktators Gaddafi ist das Land bis heute weitgehend ohne jegliche staatliche Ordnung und wird von Kämpfen rivalisierender Milizen geprägt. Bedingt durch die schlechte Sicherheitslage des Landes verlassen insbesondere westliche Fachkräfte das Land, auch das bitter benötigte Krankenhauspersonal. Der wichtigste Bereich der libyschen Wirtschaft ist der Erdöl- und Erdgassektor, dieser macht 98 Prozent der libyschen Exporte aus. Bis zum Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 war Libyen, laut den Vereinten Nationen, der höchstentwickelte Staat des afrikanischen Kontinents. Im Jahr 2014 lag die Arbeitslosenquote bei 19,2 Prozent.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt

Platz 15: Gabun
Gabun ist eines der wirtschaftlich stärksten Länder in Afrika und belegt dank des hohen Pro-Kopf-Einkommens des Landes den zweiten Platz der reichsten Länder Afrikas. Dennoch weist das Land eine hohe Arbeitslosenquote von 19,7 Prozent auf, von der vor allem die jüngere Bevölkerung betroffen ist. Der Reichtum des Landes beruht auf seinen enormen Rohstoffreserven, welche vor allem Erdöl, Mangan, Eisen und Holz umfassen. Der Reichtum ist jedoch ungleich verteilt, etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt

Platz 14: Serbien
Seit der demokratischen Wende im Oktober 2000 bemüht sich Serbien stetig um den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die Beseitigung der Folgen politischer und wirtschaftlicher Isolation zu Zeiten des Milošević-Regimes. Wichtigster Wirtschaftszweig des Landes ist die Landwirtschaft, deren Erträge jedoch stark von der klimatischen Veränderung beeinflusst werden. Die früher einmal gut ausgebaute Industrie ist längst veraltet und liegt zum großen Teil brach. Dies spiegelt sich auch in den Arbeitslosenzahlen wider: Rund 22,2 Prozent der Bevölkerung waren 2014 arbeitslos.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt, Bild: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Platz 13: Swaziland
Trotz des relativ hohen Durchschnittseinkommens der Bevölkerung von Swaziland lebt auch hier circa die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Der wichtigste Wirtschaftssektor des Landes ist die Landwirtschaft, die allerdings stark von den spürbaren Folgen des Klimawandels beeinflusst wird. Dürren und Ernteausfälle sind die Folge. Auch die Auswirkungen der HIV/AIDS- und Tuberkulose-Pandemien tragen zu einer Verschlechterung des wirtschaftlichen Systems des Landes bei. Rund 22,3 Prozent der Bevölkerung waren 2014 ohne Arbeit.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt

Platz 12: Mosambik
Mosambik ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt. Fast 55 Prozent der mosambikanischen Bevölkerung leben unter der absoluten Armutsgrenze. Im Herbst 2011 veränderten bedeutende Erdgasfunde das Wirtschaftspotential des Landes eklatant. Die Erdgasvorkommen werden mit denen von Katar verglichen und könnten Mosambik zumindest theoretisch in den nächsten zehn Jahren zum drittgrößten Erdgasexporteur weltweit machen. Jedoch ist mit Einnahmen aus der Gasförderung vor 2018 nicht zu rechnen. Bis dahin ist die Wirtschaft auf die Gewinnung der zahlreichen Bodenschätze angewiesen, was sich angesichts der kaum vorhandenen Infrastruktur jedoch als schwierig herausstellt. Mosambik weist derzeit eine Arbeitslosenquote von 22,6 Prozent auf.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt, Bild: Svetlana Arapova / Shutterstock.com

Platz 11: Martinique
Die kleine Insel Martinique in der Karibik ist ein vollintegrierter Teil des französischen Staates und damit auch Teil der Europäischen Union. Die Haupteinnahmequelle der Insel ist der tertiäre Wirtschaftssektor, der vor allem auf Handel und Tourismus basiert. Trotz allem sind rund 22,8 Prozent der Bevölkerung der Trauminsel ohne Arbeit.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt

Platz 10: Spanien
Auf Platz 10 befindet sich ein europäischer Staat. Spanien kämpft derzeit mit einer Arbeitslosenquote von 24,7 Prozent. Besonders die jüngere Generation ist von dieser Situation betroffen. Während die ältere Generation noch unbefristete, hoch besoldete Arbeitsverträge aufweisen kann, sieht es bei der jüngeren Generation gegenteilig aus. Grund dafür ist nach Meinung von Experten nicht nur die wirtschaftliche Situation des Landes, sondern auch die mangelnde Ausbildung der jungen Spanier. Zwar habe fast jeder zweite junge Spanier einen Hochschulabschluss, doch die praktische Erfahrung komme zu kurz. Arbeitgeber beklagen den Mangel an praktischen Kompetenzen.
Quelle: statista, Bild: istock/Sander de Haas
Platz 9: Südafrika
Südafrika ist nach Nigeria die zweitgrößte Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents und einziges afrikanisches Mitglied der G20. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Ländern weist Südafrika eine gute Infrastruktur, einen Finanzsektor auf Weltniveau, erhebliche Rohstoffreserven, sowie ein verlässliches und unabhängiges Rechtssystem auf. Trotz wirtschaftlicher Fortschritte ist besonders ein Großteil der schwarzen Bevölkerungsmehrheit weiterhin von Armut betroffen. Viele haben weder Zugang zu Elektrizität, noch zu fließendem Wasser. Die aus der Armut resultierende, häufig mangelhafte Bildung trägt zur hohen Arbeitslosigkeit im Land bei. Rund 25,1 Prozent der Menschen in Südafrika waren 2014 arbeitslos, trotz des boomenden Finanzsektors des Landes. Quantitativ hat der Finanzsektor mit 21,2 Prozent den größten Anteil am südafrikanischen BIP.
Quelle: statista, Bild: Albrecht E. Arnold / pixelio.de

Platz 8: Guadeloupe
Ein Übersee-Département Frankreichs belegt den achten Platz des Rankings. Die Inselgruppe in der Karibik hat ein enormes Arbeitslosen-Problem. Rund 25,9 Prozent der Einwohner waren 2014 ohne Arbeit. Die Hauptzweige der Wirtschaft bestehen aus Ackerbau, Fremdenverkehr, Leichtindustrie und Dienstleistungen. Guadeloupe ist von französischen Importen und Förderungen abhängig. Die Arbeitslosenquote ist besonders unter jungen Guadeloupianern sehr hoch. Gelegentliche Hurrikans schaden der Wirtschaft zusätzlich.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt, Bild: Elisabeth Plucinski/pixelio.de

Platz 7: Palästina
Das von Krieg und Armut geprägte Land Palästina musste 2014 eine Arbeitslosenquote von 26,2 Prozent hinnehmen. Am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen waren junge Menschen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren. Der Hauptträger der palästinensischen Wirtschaft ist der Dienstleistungssektor. Der wichtigste Handelspartner des Landes ist das Land Israel mit dem Palästina in dauerhaftem politischen Konflikt steht. Dies beeinträchtigt die Wirtschaft des Landes massiv.
Quelle: statista

Platz 6: Lesotho
Die beiden wichtigsten Konjunkturbranchen Lesothos sind der Diamantenbergbau und der Textilsektor. Des Weiteren existieren signifikante Einnahmen durch Wasserexport nach Südafrika. Lesotho ist der größte afrikanische Exporteur von Textilien in die USA, die zugleich wichtigster Abnehmer lesothischer Produkte sind. Dennoch existiert in Lesotho eine Armutsrate von rund 56,6 Prozent. 26,2 Prozent der Bevölkerung waren 2014 ohne Arbeit.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt

Platz 5: Griechenland
Seit der letzten Finanzkrise steht Griechenland finanziell am Abgrund. Trotz der sich ständig verbessernden Haushaltslage konnte sich die wirtschaftliche Situation des Landes noch nicht gänzlich fangen. Dies spiegelt sich auch in den Arbeitslosenzahlen des Landes wider. Die Arbeitslosenquote Griechenlands lag 2014 bei 26,3 Prozent.
Quelle: statista, Bild: shutterstock/Portokalis

Platz 4: Mazedonien
Durch seine Lage und die Größe des Landes ist Mazedonien auf Importgüter aller Sektoren angewiesen. In einem Land in dem weniger als 2 Millionen Menschen leben, die dazu kaum Kaufkraft besitzen, lohnt sich eine eigene Produktion von Gütern kaum. Hier entstehen große Defizite sowohl was das Angebot von Arbeitsplätzen angeht, als auch bezüglich der wirtschaftlichen Situation. Die Land- und Forstwirtschaft ist weiterhin ein Schlüsselsektor der mazedonischen Wirtschaft, aber auch der Dienstleistungssektor wird immer weiter ausgeweitet. Die Arbeitslosenquote des Landes lag 2014 dennoch bei rund 27,9 Prozent.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt
Platz 3: Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina belegt mit einer Arbeitslosenquote von 27,9 Prozent den dritten Platz des Rankings. Für Jugendliche ist die Lage am Arbeitsmarkt besonders problematisch: Die Jugendarbeitslosigkeit in Bosnien und Herzegowina erreicht einen Rekordtiefstand von 60 Prozent. Viele junge Menschen wählen daher den Weg ins Ausland um ihre Familie von dort aus versorgen zu können. Die Durchschnittslöhne liegen weiterhin am unteren Ende im europäischen und regionalen Vergleich, bei ca. 423 Euro monatlich. Das größte Wirtschaftspotential des Landes bietet der Energiesektor. Insbesondere der Bereich "Erneuerbare Energien" könnte weiter voran getrieben werden.
Quelle: statista, Bild: Julian Nitzsche/pixelio.de

Platz 2: Réunion
Überteuerte Lebensmittelpreise, kaum bezahlbare Stromrechnungen und dabei nur ein geringes Einkommen. Die Einwohner des französischen Übersee-Départements haben es nicht leicht. Hinzu kommt, dass die Insel über keinerlei Produktion verfügt und damit auf den Import vom Festland angewiesen ist. Die einzige Einnahmequelle der Bewohner ist der Tourismus und auch dieser stagniert. 2014 verzeichnete La Réunion eine Arbeitslosenquote von 29,2 Prozent und belegt damit den zweiten Platz des Rankings.
Quelle: statista, Auswärtiges Amt

Platz 1: Mauretanien
Den ersten Platz des Rankings belegt Mauretanien mit einer Arbeitslosenquote von glatten 31 Prozent. Das afrikanische Land hat mit grundlegenden Problemen zu kämpfen. So herrscht hier seit Jahren eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, hinzu kommt die fehlende Effizienz der öffentlichen Verwaltung und Korruption, mangelnde Diversifizierung der Wirtschaft sowie Defizite in der Basisversorgung. Des Weiteren ist auch die Infrastruktur des Landes verbesserungswürdig. Seine Haupteinnahmequellen bezieht Mauretanien aus der Fischerei und dem Export von Energie. Über 80 Prozent des Landes besteht aus Wüste, bewässerbare Ackerflächen werden nur unzureichend genutzt. Zu 70 Prozent ist Mauretanien von der Einfuhr von Nahrungsmitteln abhängig.
Quelle: statista
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