Das sind die 12 gefährlichsten Arbeitgeber in den USA

Platz 13: Das Ranking
In diesem Ranking werden die zwölf "schmutzigsten" Arbeitgeber ("dirty dozen") aufgeführt, die das National Council for Occupational Safety and Health (COSH) gesammelt hat. Das COSH hat die zwölf schlimmsten Arbeitgeber nicht nach Plätzen aufgeteilt, sondern sie alphabetisch in der Veröffentlichung zum Worker's Memorial Day aufgeführt. Die Platzierung in diesem Ranking ist also willkürlich. Stand ist der 30.04.2018.
Quelle: COSH, Bild: Patryk Kosmider / Shutterstock.com

Platz 12: Lynnway Auto Auction
Der Grund, warum es Lynnway Auto Auction unter die schlimmsten zwölf Arbeitgeber geschafft hat, ist besonders tragisch: Obwohl die Behörde für Arbeitssicherheit in den USA vor Fahrzeugsicherheitsmängeln warnte, behob die Auto-Auktions-Firma sie nicht. Dieser Fehler kostete am 3. März 2017 fünf Arbeiter das Leben. Unter ihnen Leezandra Aponte, Mutter von drei Kindern, die über eine Zeitarbeitsfirma zu Lynnway gekommen war und gerade einmal zwei Stunden dort arbeitete, bevor sie starb.
Quelle: COSH, Bild: Krom1975 / Shutterstock.com

Platz 11: Sarbanand Farms
Honesto Silva Ibarra, Arbeiter auf den Sarbanand Farms, klagte während der Arbeit über Kopfschmerzen und bat seinen Vorarbeiter darum, gehen zu dürfen. Dieser verweigerte ihm dies jedoch. Später kollabierte Ibarra und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo eine Dehydrierung festgestellt wurde und er einige Tage später verstarb. 70 seiner Kollegen streikten daraufhin, alle wurden sofort entlassen. Das Washingtoner Department für Arbeit und Industrie stellte in späteren Untersuchungen fest, dass es auf dem Gelände für die Farmarbeiter keine Schattenplätze gab, sie keine Pausen machen durften und weder adäquate Nahrungsmittel noch genug Wasser zur Verfügung gestellt bekamen. Viele der Arbeiter klagten deshalb regelmäßig über "Schwindel, Kopfschmerzen und Lähmungen an Teilen des Gesichts".
Quelle: COSH, Bild: AGRANA
Platz 10: Verla International
Auch bei Verla International verlor ein Arbeiter aufgrund von Sicherheitsmängeln, die bekannt waren, aber nicht beseitigt wurden, sein Leben. William Huntington starb bei einer Explosion in einer Kosmetikfabrik des Unternehmens, 125 weitere Arbeiter wurden verletzt, und auch acht Feuerwehrmänner mussten im Krankenhaus behandelt werden. Ein unabhängiger Gutachter erklärte, dass der Unfall "einfach zu vermeiden" gewesen wäre.
Quelle: COSH, Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Platz 9: New York and Atlantic Railway
Bei New York and Atlantic Railway (NYAR) soll COSH zufolge vor allem für ausländische Arbeiter ein größeres Sicherheitsrisiko bestehen. Sie sollen schlechtere Schutzkleidung bekommen, Sicherheitszertifikate würden vom Unternehmen gefälscht. Zudem würden sie angewiesen, sich zu verstecken, wenn Investoren das Gelände betreten. Diskriminierung sei an der Tagesordnung und wegen der mangelnden Sicherheitsvorkehrungen und den extrem gefährlichen Arbeiten, die die ausländischen Arbeiter vornehmen müssen, verletzen sie sich häufig schwer: Zu den Verletzungen zählen Amputationen, traumatische Gehirnverletzungen, Beeinträchtigung des Sehens und Ausschläge.
Quelle: COSH, Bild: siepmannH / pixelio.de

Platz 8: Waste Management
Müll recyclen ist wichtig, aber niemand sollte dafür sein Leben lassen müssen. Im Februar letzten Jahres starb der 23-jährige Eric "Easy" Russell, als er in einer Müllpresse zwei kaputte Drähte reparieren wollte. Dies passierte bei Greenstar Mid-America, eine Tochterfirma von Waste Management, die es versäumte, die Maschinen bei Wartungs- oder Reparaturvorgängen auszuschalten und komplett von der Energieversorgung zu trennen. Bereits in der Vergangenheit sind bei solchen Vorgängen Arbeitnehmer von Waste Management gestorben, zwischen 2001 und 2017 sollen 68 Gesundheits- und Sicherheitsmängel festgestellt worden sein.
Quelle: COSH, Bild: Waste Management

Platz 7: Case Farms
Bei Case Farms, einem der größten Hühner-Schlachtbetriebe in den USA, ist die Arbeit COSH zufolge unmenschlich. Arbeitnehmern würden keine Toilettenpausen gewährt, wer fragt, ob er das stille Örtchen aufsuchen könne, werde beschämt. Aus diesem Grund tragen die Arbeiter dort Windeln - was würdelos ist und ihre Gesundheit beeinträchtigt. Auch verletzen sich viele Mitarbeiter bei der Arbeit, wie zuletzt Osiel López Pérez, der in eine Häckselmaschine fiel und dort sein Bein verlor. Immigranten werden nicht offiziell als Arbeitnehmer dokumentiert, weshalb sie kaum Rechte haben: Wer sich verletzt oder gegen die Arbeitsbedingungen protestiert, wird einfach gefeuert.
Quelle: COSH, Bild: Muratart / Shutterstock

Platz 6: Lowe´s Home Improvement
Das Einzelhandelsunternehmen Lowe's Home Improvement wurde im Februar 2017 von der Organisation "Safer Chemicals, Healthy Families" - "sicherere Chemikalien, gesündere Familien" - darum gebeten, Produkte aus dem Sortiment zu nehmen, die Dichlormethan enthalten. Die giftige chemische Verbindung wird vom Menschen zu Kohlenstoffmonoxid verstoffwechselt, was die Sauerstoffversorgung von Herz und Gehirn kappen kann. Lowe's tat allerdings nichts. Im Oktober verstarb der 31-jährige Drew Wynne, nachdem er den Boden eines Kühlschranks mit einem Lösungsmittel, das Dichlormethan enthielt, abtrug - das Lösungsmittel hatte er in einem Outlet von Lowe's Home erstanden. Seit 1980 sind 56 Menschen aufgrund von Dichlormethan gestorben.
Quelle: COSH, Bild: Lowes Home Improvement

Platz 5: JK Excavating
Lebendig begraben wurde Zachary Hesse, 25, im Dezember 2017 bei der Arbeit. Bei der Baggerfirma JK Excavating arbeitete er gerade in einem Graben, als dieser einstürzte und Hess unter mehr als 9 Metern Schlamm, Dreck und Bauschutt verschüttete. Obwohl mehr als 150 Retter versuchten, ihn dort rauszuholen, konnte am darauffolgenden Tag nur seine Leiche geborgen werden. JK Excavating stand schon länger in der Kritik dafür, seine Gräben nicht gut genug abzusichern. "Notausgänge" wie beispielsweise Leitern, über die sich Arbeiter im Notfall retten könnten, fehlen.
Quelle: COSH, Bild: Stephen McSweeny / Shutterstock

Platz 4: Tesla Motors
Im Tesla-Werk in Fremont gehen Arbeitnehmer ein besonders großes Risiko ein, sich während der Arbeit zu verletzen. Laut der Regierungsbehörde Worksafe liegt die Verletzungsrate bei "zu dokumentierenden Verletzungen" dort 31 Prozent höher als beim Rest der Automobilindustrie in den Jahren 2015 und 2016. Zu dokumentieren sind Verletzungen oder Krankheiten, die medizinische Behandlungen erfordern, die über Erste-Hilfe-Maßnahmen hinaus gehen. Die Rate von schweren Verletzungen war 2015 mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt beim Rest der Automobilindustrie und 2016 gar 83 Prozent höher. 2017 gab Tesla bekannt, die zu dokumentierenden Verletzungen um 25 Prozent gesenkt zu haben, was allerdings COSH zufolge nicht der Wahrheit entsprechen soll: Eine Studie der Website RevealNews.org fand heraus, dass das Unternehmen lediglich die Zahlen geschönt habe, indem es die Verletzungen nicht mehr dokumentiert hätte.
Quelle: COSH, Bild: Sergio Monti Photography / Shutterstock.com
Platz 3: Dine Brands Global (IHOP and Applebee´s)
Besonders für Frauen ist es risikoreich, bei IHOP oder Applebee's zu arbeiten. Beide Restaurantketten gehören zu Dine Brands Global, werden aber von unterschiedlichen Franchisenehmern geführt. Mehr als 60 Beschwerden aufgrund von sexueller Belästigung und tätlichen Angriffen gegen die beiden Restaurants gab es. Dine Brands Global versucht sich hierbei aus der Affäre zu ziehen: Die Restaurants gehörten zu 100 Prozent den Franchisenehmern, die dort selbst ihre Regeln und Politik gegen Belästigungen am Arbeitsplatz durchzusetzen hätten.
Quelle: COSH, Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Platz 2: Patterson UTI Energy
Im Januar dieses Jahres verstarben fünf Arbeiter von Patterson UTI Energy, nachdem eine Bohrplattform für Erdgas explodierte. Bis man die Leichen bergen konnte vergingen 29 Stunden aufgrund von auf die Explosion folgenden Brände. Diese entstellten die Leichen so stark, dass man zur Identifikation einen Gebissabgleich vornehmen musste. In den letzten zehn Jahren verstarben 13 Arbeiter der Bohrfirma bei der Arbeit.
Quelle: COSH, Bild: Patterson UTI Energy

Platz 1: Amazon
Von einem Truck überfahren, von einem Gabelstabler am Kopf verletzt oder vom Fließband mitgerissen: Der Riesen-Versandhändler Amazon hat seit 2013 sieben Tote zu verzeichnen, die im Warenlager ihr Leben ließen. Verletzungen kommen bei Amazon häufig vor, außerdem werden die Mitarbeiter streng überwacht: Im Januar 2018 erhielt der Internet-Konzern ein Patent auf Ultraschall-Armbänder. Damit kann jede einzelne Handbewegung der Mitarbeiter nachvollzogen werden.
Quelle: COSH, Bild: Ken Wolter / Shutterstock.com
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